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Sitz, Abschirmung und Sound für In-Ear-Kopfhörer verbessern

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Ein häufiges Problem von In-Ear-Kopfhörern sind schlechter Halt und der daraus resultierende flache Sound. TechStage zeigt, wie man Tragekomfort, Sitz und damit auch den Klang für wenig Geld signifikant verbessern kann.

Die meisten In-Ear-Kopfhörer nutzen Ohrpolster aus Silikon oder Gummi. Nur wenige Modelle, darunter die klassischen Apple Airpods, verzichten gänzlich auf die zusätzliche Polsterung. Für alle gepolsterten Varianten gilt: Die Größe der Polsterung muss zum eigenen Ohr passen. Nur so sitzen und halten die In-Ears vernünftig und garantieren eine bestmögliche Soundqualität. Üblicherweise legen die Hersteller deshalb Gummi- oder Silikon-Ohrstöpsel in drei bis vier verschiedenen Größen bei.

Wer trotzdem Probleme mit einem zuverlässigen Halt hat, sollte sich nach alternativen Aufsätzen umsehen. Die Auswahl ist dabei überraschend groß, die meisten Produkte sind nicht teuer. Wir haben mehrere Varianten ausprobiert. Übrigens: Wer sich für Kopfhörer ohne Polsterung interessiert, der sollte unseren Ratgeber: In-Ear-Kopfhörer ohne Gummiaufsätze lesen.

Am verbreitetsten sind die Aufsätze aus Silikon oder Gummi. Diese sind nicht nur bei günstigen Kopfhörern Standard, sondern liegen auch bei hochpreisigen Modellen, wie den Powerbeats Pro von Beats (Testbericht) oder Sennheiser Momentum True Wireless 2 (Testbericht) bei. Der größte Unterschied der beiden Materialien ist deren Flexibilität. Während einfache Gummiaufsätze verhältnismäßig starr sind, passen sich Silikon-Ohrstöpsel besser an und sorgen für einen hohen Tragekomfort. Die sehr flexiblen Polster üben keinen Druck aus und so fallen die Kopfhörer beim Tragen nicht weiter auf.

Beide Varianten sind robust und langlebig. Allerdings ist die Abschirmung solcher Aufsätze nicht besonders hoch. Außengeräusche dringen so auch bei ANC-Kopfhörern deutlich mehr ins Ohr, als es bei Over-Ear-Kopfhörern der Fall ist. Zudem ist der Sitz nicht immer zuverlässig.

Alternativ gibt es die In-Ear-Polster auch aus Memory-Schaumstoff. Das Material ist weich und passt sich perfekt an die Form des Gehörgangs an. Neben dieser Variante gibt es auch Modelle aus Silikon mit einem Kern aus Schaumstoff. Auf diese Ohrstöpsel setzten allerdings nur wenige Hersteller. Die uns bekannten Modelle sind ausschließlich im oberen Preissegment zu finden. Darunter beispielsweise Melomania 1 vom Cambridge Audio (Testbericht) oder B&O Beoplay E8 (Testbericht), welche die Schaumstoffvariante als zusätzlichen Sportaufsatz im Lieferumfang beigepackt haben.

Solche Ohrstöpsel mit Memory-Schaumstoff sind glücklicherweise günstig nachzurüsten. Die Aufsätze gibt es in schlichtem Schwarz oder in poppig bunt. Die meisten Hersteller wie beispielsweise Comply, Foamer oder Inairs liefern die Aufsätze entweder nach Größe sortiert oder als Paket mit den Größen S, M und L.

Einige aktuelle True-Wireless-Kopfhörer werden inzwischen auch ab Werk mit den Foam-Polstern ausgeliefert. Dazu zählen beispielsweise die JLAB Epic Air und die neuen Sony WF-1000XM4.

Allerdings gibt es bei den Ohrpolster-Durchmessern Größenunterschiede, welche dazu führen können, dass die Polster entweder sehr locker am Kopfhörer sitzen oder nur mit Fummelei aufzuziehen sind.

Als einer von wenigen Herstellern bietet INAIRS seine Schaumstoff-Polster deshalb auch in verschiedenen Größen an. Verfügbar sind drei Standardgrößen und ein Modell ausschließlich für die Apple Air Pods Pro (Testbericht). Wer wissen möchte, welche Variante für den eigenen Kopfhörer am besten geeignet ist, kann dies auf der Herstellerseite abfragen.

Letztlich haben wir verschiedene Aufsätze auf unterschiedlichen True-Wireless-Kopfhörern ausprobiert und hatten auch bei verschieden großen Polsteraufnahmen keine größeren Probleme. Unterm Strich passen auch die No-Name-Polster in Einheitsgröße auf alle Kopfhörer, die wir in den letzten Monaten getestet haben. Im Zweifel sitzen sie etwas weniger fest oder sind mit entsprechend mehr Kraftaufwand aufzuziehen. Dass die flexiblen Polster nicht exakt passen müssen, zeigen die nur drei Einheitsgrößen von INAIRS. Es gibt nämlich mehr als nur drei Größen, wie der Messschieber zeigt. Letztlich gibt es Durchmesser im Bereich zwischen fünf und knapp über sechs Millimeter. Sogar Kopfhörer mit ovaler Polsteraufnahmen haben wir entdeckt. Im Praxistest waren alle Ohrpolster kompatibel zu allen Kopfhörern. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte sich trotzdem für die INAIRS entscheiden und die vom Hersteller vorgeschlagene Größe benutzen.

Für unseren Praxistest probieren wir zwei günstige Pakete der Hersteller Ludos und Aceyoon. Der Lieferumfang von Ludos beinhaltet sechs Paar verschiedenfarbige Schaumstoffpolster der Größe M. Bei den Aceyoon sind je drei Paar Polster aus Schaumstoff und drei aus Silikon mit Schaumkern beigelegt.

Der Austausch der Polsterung gestaltet sich völlig unproblematisch. Die Montage der Schaumstoffpolster an die In-Ears ist sogar deutlich weniger fummelig als mit der flexiblen Silikonvariante. Vor dem Einsetzen drückt man die weichen Polster mit den Fingern zusammen und schiebt die Kopfhörer dann ins Ohr. Dort entfalten sie sich wieder auf die volle Größe und passen sie sich an den Gehörgang an.

Bei allen getesteten Kopfhörern fällt sofort die signifikant höhere Abschirmung gegen Umgebungslärm auf. Insbesondere durch die ganz aus Schaumstoff bestehenden Aufsätze dringt viel weniger Außenlärm ans Ohr. Dies ist vor allem bei Modellen mit ANC, der aktiven Geräuschunterdrückung, von Vorteil. Während der Effekt bei den Mi Airdots Pro von Xiaomi (Testbericht) oder den Magic Earbuds von Honor (Testbericht) im Test nur minimal spürbar war, ändert sich das mit den neuen Aufsätzen. Das aktive Ausblenden von dumpfen Hintergrundgeräuschen beim Hören von Musik klappt nun deutlich besser.

Durch die bessere Passform sitzen die In-Ears mit den Schaumaufsätzen nicht nur bequem, sondern auch zuverlässig. Wichtig ist das vor allem beim Sport. Bei schnellen und ruckartigen Bewegungen sitzen dank des Memory-Schaums sowohl klassische Bluetooth-Headsets als auch True-Wireless-Modelle viel fester im Ohr.

Die Soundqualität profitiert gleich zweifach von den Polstern. Zum einen muss man den Sitz der Ohrstöpsel nicht ständig korrigieren, um den vollen Klang der Musik zu bekommen. Zum anderen fühlt sich der Sound deutlich satter an. Insbesondere der Bass wirkt kräftiger und wärmer. Bei der Schaumstoffvariante ist der Effekt ausgeprägter als bei der aus Silikon mit Schaumstoffkern.

Allerdings haben wir beim Testen nicht nur Positives festgestellt. Durch die etwas größeren Abmessungen der Polster passen einige True-Wireless-Kopfhörer nach der Umrüstung nicht mehr in die Ladeschale. Selbst wenn sie doch hineinpassen, kommt es manchmal zu einem Kontaktproblem mit der Ladeschale. Das Resultat: Die In-Ears laden sich nicht auf. Wer die Polster für seine komplett kabellosen Bluetooth-Kopfhörer nutzt, sollte im Zweifel verschiedene Varianten ausprobieren, sie in der Länge mit einem Messer kürzen oder sie in der Ladeschale abnehmen und separat verstauen. Letzteres ist allerdings umständlich und wenig praxistauglich. Bei klassischen Bluetooth-Headsets mit Kabel ist der Größenunterschied kein Problem.

Ein weiterer Negativaspekt betrifft den Sitz der Polster am Kopfhörer. Bei der Silikonvariante mit Schaumstoffkern haben sich die Polster in einem Fall beim Herausnehmen aus dem Ohr vom Kopfhörer gelöst. Dies ist auf den guten Halt im Ohr und einen geringen Durchmesser der Polsteraufnahme zurückzuführen. Im Ergebnis muss man die Polster dann einzeln aus dem Ohr herausfischen, was fummelig und äußerst nervig ist. Dies betrifft aber nur einige wenige Kopfhörer. In unserem Fall hatten wir das Problem nur bei den Spirit Dots 2 von Soundcore (Testbericht). Bei Versuchen mit sechs anderen Modellen und den Polstern aus reinem Schaumstoff trat das Phänomen nicht auf.

Die Ohrpolster sind für zwischen drei und 15 Euro erhältlich. Wir empfehlen den Kauf von Kombiboxen mit verschiedenen Größen. Die Mix-Varianten aus Silikon mit Schaumstoffkern haben uns insgesamt nicht ganz so gut gefallen, wie die Aufsätze aus Memory-Schaum (Cloud Foam).

Für alle die mit Sitz und Sound ihrer In-Ear-Kopfhörer nicht zufrieden sind, lohnt sich der Versuch mit alternativen Schaumstoffpolstern. Auch der Zugewinn an Soundqualität ist den Preis von meist unter zehn Euro auf jeden Fall wert. Wer sein Headset optisch aufwerten möchte, profitiert von der Farbvielfalt der Polster.

Bei True-Wireless-Kopfhörern kann es allerdings passieren, dass die Ohrstöpsel dann nicht mehr in die Ladeschale passen. Einen Versuch ist es aufgrund des sehr niedrigen Preises aber auch hier wert.

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