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DIY: Die besten Werkzeuge für die Nerd-Werkstatt

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Wer an elektronischen Geräten oder DIY-Projekten schraubt, braucht das richtige Equipment. Wir zeigen, welche cleveren Werkzeuge in die Werkstatt gehören.

Bei den Tests von 3D-Druckern, FPV-Drohnen oder DIY-Retrokonsolen greifen wir regelmäßig auf eine mittlerweile umfangreiche Sammlung an Werkzeugen zurück. In diesem Artikel erklären wir, welche Tools häufig zum Einsatz kommen. Neben elektrischen Schraubendrehern für Werkstatt und Hobby (Ratgeber) oder Multitool (Vergleichstest) braucht es noch deutlich mehr Equipment.

Auf jeden Arbeitsplatz gehört eine vernünftige Unterlage. Ohne sieht die Tischplatte schnell alt und verschlissen aus. Das ist nicht nur hässlich, sondern macht präzises Arbeiten schwer. Die klassische Schneidematte der Vergangenheit haben wir dabei durch eine praktische Silikonunterlage mit magnetischen Fächern ersetzt.

Die Baby-blaue Matte ist hitzebeständig bis zu 500 Grad Celsius und verfügt über verschiedene Fächer, Ablagemöglichkeiten und magnetische Bithalter. Durch die Vertiefungen und Ablagefächer geht bei Reparaturen und Selbstbauten keine Schraube mehr verloren. Der Preis für die Matten bewegt sich zwischen 15 und 35 Euro; aus unserer Sicht eine äußerst lohnenswerte Investition. Wer weniger Platz zur Verfügung hat, sollte sich Magnetschalen und Magnetarmbänder ab etwa 7 Euro genauer ansehen. Diese helfen dabei, dass Kleinteile und Schrauben nicht so schnell verloren gehen.

Zur Entfernung von Kabelresten oder Dreck vom Bohren und Schleifen eignet sich Druckluft. Bei seltener Nutzung tut es hier eine Dose Druckluftspray ab etwa 3 Euro. Diese Variante ist bei häufiger Anwendung allerdings deutlich zu teuer. Bei häufigem Gebrauch raten wir zum Kauf eines günstigen Kompressors für den Hobbybereich. Die Geräte sollten einen Öl-freien Betrieb erlauben und damit wartungsfreundlich sein. Kompakte Kompressoren für seltene Nutzung gibt es beispielsweise von Einhell inklusive Ausblaspistole und Reifenfüllmesser ab 70 Euro. Erfahrungsgemäß sind diese Modelle aber sehr laut und nur für kurze Einsätze geeignet. Dementsprechend sollte man besser in eine etwas größere Variante inklusive Drucklufttank investieren. Diese gibt es ab circa 110 Euro mit 6-Liter-Tank und mindestens 8 bar Druck.

Egal, ob für Selbstbauprojekte oder Reparaturen, ein Lötkolben gehört in jede Nerd-Werkstatt. Geräteauswahl und Preisunterschiede sind allerdings riesig und verwirrend. Das Angebot reicht von billigen USB-Lötkolben über mobile Modelle mit und ohne eigene Stromversorgung bis hin zur voll ausgestatteten Lötstation. Welche Variante benötigt wird, hängt dabei vor allem vom Budget und von den durchzuführenden Arbeiten ab.

Für Arbeiten mit dünnen Kabeln reichen erfahrungsgemäß günstige Lötkolben. Wer mit dickeren Kabelquerschnitten arbeitet, braucht allerdings mehr Power. In so einem Fall kommen die Einstiegsgeräte schnell an Ihre Grenzen. Da sind Lötstationen und Markengeräte von Weller oder Ersa deutlich besser geeignet. Wer nur gelegentlich damit arbeitet, kann zu einem günstigen Noname-Modell für etwa 40 Euro greifen. Erfahrungsgemäß brauchen diese zwar etwas länger zum Aufwärmen, aber das Arbeiten, selbst mit dickeren Kabeln, klappt. Bei häufiger Nutzung raten wir zum Kauf eines Markengerätes ab etwa 70 Euro (ohne Netzteil) bis 90 Euro (inklusive Netzteil).

Mittlerweile gibt es neben der klassischen Lötstation massenhaft kompakte Lötkolben mit digitaler Temperatureinstellung und Display. Die günstigsten Modelle sind bei Amazon ab 17 Euro gelistet. Sets inklusive Zubehör und Multimeter gibt es ab 30 Euro. Solche Lötkolben sind zwar für seltene Einsätze mit dünnen Kabeln ausreichend, für den regelmäßigen Einsatz bleiben wir aber bei unserem Ratschlag, sich besser im mittleren Preissegment ab etwa 80 Euro und ab einer Leistung von 80 W umzusehen.

Wer auch unterwegs kleine Reparaturen an Kabeln durchführen will, beispielsweise auf dem Modellflugplatz, braucht einen mobilen Lötkolben. Diese gibt es sowohl mit externer Stromversorgung, beispielsweise durch einen Modellbauakku, als auch mit integrierter Stromzelle. Modelle wie der TS100 haben sich in der Praxis bewährt und eignen sich auch für dickere Kabel (eine entsprechende Lötspitze vorausgesetzt). Für dünne Kabel tun es batteriebetriebene Modelle wie der batteriebetriebene Lötkolben vom Hersteller Weller oder der Gasbetriebene Lötkolben von Dreml.

Von Lötkolben mit USB-Stromversorgung raten wir erfahrungsgemäß ab. Diese sind viel zu schwach und erreichen keine ausreichende Temperatur. Wer noch mehr zum Thema löten lernen möchte, dem empfehlen wir den heise+-Artikel "Löten lernen: Anleitung für Einsteiger" der Kollegen vom Make-Magazin.

Nicht nur für filigrane Lötarbeiten ist die Investition in eine sogenannte dritte Hand sinnvoll. Diese Klemmvorrichtungen fixieren Kabel und Werkstück für den Bastler. Das klassische Metallmodell mit zwei Haltearmen und Lupe kostet nur etwa 5 Euro. Noch deutlich praktischer sind die etwas teureren Modelle mit mehr flexiblen Armen und integriertem LED-Licht oder Lupenfunktion. Die Varianten mit Klemmvorrichtung für die Tischplatte sind erfahrungsgemäß etwas stabiler, aber dafür weniger flexibel, als die frei platzierbaren Varianten.

Zum Fixieren eines Werkstücks bieten sich alternativ auch ein kleiner Modellbau-Werkstock an. Diese sind weniger flexibel, eignen sich aber prima, um beispielsweise eine Platine zu halten.

Klassische Schraubendreher sind letztlich in jedem Haushalt vorhanden. Doch für die Arbeit an elektronischen Geräte sind solche Standardwerkzeuge normalerweise nicht zu gebrauchen. Klassische Modelle sind für Schrauben in Smartphone, Multicopter und Co. deutlich zu groß oder mit dem falschen Schraubkopf ausgestattet. Geeignete Sets mit einer großen Auswahl an Mini-Bits sind bereits für wenig Geld erhältlich. Aus eigener Erfahrung raten wir vom Kauf echter Billigheimer ab. Die Bits sind zwar grundsätzlich geeignet, allerdings sind sie nicht belastbar. Oft reicht bereits eine festsitzende Schraube und der Schraubkopf wird rund und unbrauchbar.

Gute Erfahrungen haben wir mit einem elektronischen Schraubendreher für etwa 50 Euro gesammelt. Die Abmessungen der von verschiedenen Herstellern angebotenen Geräte sind nicht viel größer als die eines Füllfederhalters. Wer viele Schrauben lösen und festziehen muss, bekommt hier eine echte Arbeitserleichterung an die Hand. Da die maximale Kraft der elektronischen Variante beschränkt ist, sollte so ein Gerät als Ergänzung zum klassischen Schraubendreher dienen.

Wer an elektronischen Geräten bastelt, benötigt zur Kontrolle der anliegenden Spannung einen Spannungsprüfer oder besser ein Multimeter. Dieses bietet mehr Funktionen und kostet nicht viel mehr. Ein Multimeter sollte Spannung (V) von Wechsel- und Gleichstrom anzeigen und Strommessungen (A) ermöglichen. Eine Widerstandsmessung (Ohm) und ein integrierter Durchgangsprüfer mit Piepser sind ebenfalls sinnvolle Funktionen. Solche Multimeter gibt es ab etwa 5 Euro. Aus der Erfahrung heraus würden wir allerdings etwas mehr investieren und ein Gerät von beispielsweise Voltcraft kaufen. Neben einem umfangreicheren Zubehör ist hier auch meist eine deutschsprachige Anleitung im Lieferumfang enthalten.

Um schwer zugängliche Stellen zu überprüfen, hilft ein kleines Spiegelchen oder besser gleich eine Endoskopkamera. Einfache Modelle für die Nutzung mit Tablet oder Smartphone gibt es ab circa 20 Euro. Unser privat genutztes kabelloses Modell mit WLAN verfügt über einen zusätzlichen Greifer- oder Magnetaufsatz, der beispielsweise hilft, eine heruntergefallene Schraube aus engen Zwischenräumen zu fischen. Endoskopkameras mit eigenem Monitor gibt es ab etwa 50 Euro.

Nach dem Verlöten von Kabeln sollten diese geschützt werden. Am einfachsten geht das mit Schrumpfschlauch, der sich durch Hitze zusammenzieht. Bei seltener Anwendung reicht hierfür ein einfaches Feuerzeug. Bei häufiger Nutzung lohnt sich die Investition in ein Heißluftgerät ab 15 bis 20 Euro. Die Gebläse erreichen deutlich höhere Temperaturen als ein einfacher Haar-Fön und sind noch nicht einmal teuer. Für den Privatgebrauch reichen einfache Einsteigergeräte locker aus. Wer plant, meterweise Kabel mit Schrumpfschlauch zu überziehen, sollte allerdings etwas tiefer in die Tasche greifen. Zum Verlöten und Isolieren von zwei Kabeln in nur einem Arbeitsgang sollte man nach sogenannten Lötverbindern suchen. Diese sind letztlich ein Stück Schrumpfschlauch mit integriertem Lötzinn.

Bei sehr filigranen Arbeiten und dem Identifizieren einer Bauteilbezeichnung helfen elektronische Mikroskope weiter. Diese gibt es entweder mit Monitor, als Aufsteckvariante für Smartphones oder mit USB-Anschluss für Laptop, Tablet & Co. Aus eigener Erfahrung raten wir zu einem Modell mit ausreichend hoher Auflösung, integrierter Beleuchtung und einem Standfuß ab etwa 35 Euro. Unter 720p sollte man nicht gehen, denn das artet schnell in Pixelmatsch aus. Die Variante mit integriertem Monitor gibt es ab etwa 50 Euro.

Wem eine geringere Vergrößerung ausreicht, der kann alternativ zu einer Arbeitsplatzlupe mit integriertem LED-Licht greifen. Die häufig mit einem Ringlicht ausgestatteten Lupen sind auch nicht wesentlich teurer als eine einfache Arbeitsleuchte.

Für vernünftiges Arbeiten und exakte Ergebnisse sind die richtigen Messmittel unerlässlich. Für Abmessungen im Millimeter- und Zentimeterbereich sind etwa klassische Schieblehren geeignet. Diese funktionieren mittlerweile digital und dürfen in keiner Werkstatt fehlen. Bei größeren Messdistanzen sind diese allerdings nicht zu gebrauchen. Hier hilft ein Laser-Entfernungsmesser mit einer Reichweite von mehreren Metern ab etwa 20 Euro.

Zum Abmessen von Winkeln und Neigungen ist theoretisch jedes Geodreieck geeignet. Nerdiger und in der Praxis deutlich praktischer sind allerdings digitale Winkelmesser. Diese gibt es in zig Varianten ab knapp unter 20 Euro. Wer die Kosten scheut, sollte sich eine entsprechende Winkelmesser-App für das Smartphone installieren – falls diese nicht automatisch integriert ist.

Ebenfalls hilfreich und bei vielen Arbeiten unverzichtbar sind diverse Kleber und aushärtende Knetmasse. Zum temporären Fixieren eignen sich die klassischen Heißklebepistolen am besten. Diese gibt es mittlerweile mit Akku-Betrieb und sie sind so sehr flexibel nutzbar.

Ebenfalls praktisch sind unter UV-Licht aushärtende Klebstoffe. Diese flüssigen Kleber halten erst nach dem Aushärten unter einer kleinen UV-Lampe und sind so häufig flexibler einsetzbar als der klassische Sekundenkleber. Das Set mit zwei Klebetuben und UV-Licht kostet etwa 25 Euro.

Zum Ausbessern und Füllen von Rissen eignet sich unter anderem Zwei-Komponenten-Knete. Die auch als Powerknete bekannte Masse härtet erst nach dem Durchkneten aus und ist für viele Anwendungen deutlich besser geeignet als Kleber. Je nach Hersteller gibt es unterschiedliche Mischungen für unterschiedliche Einsatzzwecke. Wir haben bisher nur die Standard Powerknete ausprobiert und damit gute Ergebnisse auf verschiedensten Materialien erzielt.

Zur Reparatur von gerissenen Kunststoffen gibt es noch eine sehr interessante und weitgehend unbekannte Lösung: die sogenannte Schweißnaht aus der Flasche. Dabei handelt es sich um einen Zwei-Komponenten-Klebstoff, der aus einer Flüssigkeit und feinem Granulat besteht. Der Flüssige Klebstoff wird abwechselnd mit dem Granulat aufgetragen was laut Hersteller zu einer extrem hohen Stabilität führt. Aus eigener Erfahrung funktioniert das erstaunlich gut und zuverlässig auf beinahe allen Oberflächen. Allerdings sollte man dieses Mittel nur in gut durchlüfteten Räumen oder im Freien verwenden.

Wer seine elektrischen Werkzeuge auch unterwegs benutzen möchte, braucht entweder Geräte mit integriertem Akku oder besser noch eine Powerstation. Diese Mega-Powerbanks bieten eine ganze Auswahl an Anschlussmöglichkeiten. Neben einer USB-Stromversorgung haben die mobilen Stromspeicher mehrere Anschlüsse für 12-Volt-Verbraucher und 230-Volt-Steckdosen an Bord. Für mobiles Arbeiten ist das ideal.

Das 1,6 Kilogramm schwere Modell Bakeey Portable hat eine Kapazität von 167 Wh (45000 mAh, 3.7 V). Neben zwei 5-Volt-USB-Slots, stehen dreimal 12-Volt und zweimal 230-Volt zur Wahl. Die Ladezeit dieses Akkus liegt bei acht bis neun Stunden. Der Preis beträgt beim Onlinehändler Banggood knapp 148 Euro. Mit dem Gutscheincode BGPowerstation zahlt man aktuell noch 114 Euro. Da das Gerät aus dem tschechischen Lager des Händlers kommt, fallen auch keine weiteren Gebühren an. Bei deutschen Händlern haben wir das Modell bisher noch nicht gefunden.

Gleiches gilt auch für die in der Redaktion befindliche Powerstation BW-PG1 von Bitzwolf. Hier steht eine noch deutlich größere Gesamtkapazität von 462 Wh zur Verfügung. Neben insgesamt vier USB-Ports stehen ein 12V-Zigarettenanzünder, drei 12V-Ports mit Hohlsteckerbuchse und zwei 220V Steckplätze zur Verfügung. Nebenbei fungiert die sieben Kilogramm schwere Powerstation als Taschenlampe und als Lautsprecher mit Klinkenanschluss. Mit einer UVP von über 400 Euro ist das Gerät allerdings nicht günstig. Unser Gutscheincode für dieses Produkt ist mittlerweile leider abgelaufen, wir bemühen uns um Ersatz. Zum Zeitpunkt des Artikel-Updates ist die BW-PG1 vergriffen und nur vorbestellbar.

Neben den bereits genannten Dingen gehören auch ein Set Kabelzangen, eine Abisolierzange, Pinzetten, Schrumpfschläuche und Kabelbinder in die Werkstatt. Ein Labornetzteil ist bei Selbstbauprojekten ebenfalls eine sehr praktische Anschaffung. Sehr günstige Labornetzteile gibt es bereits für unter 50 Euro.

Um DIY-Projekte und Reparaturen vernünftig umsetzen wird einiges an Ausstattung benötigt. Für Privatanwender muss es allerdings nicht immer das teuerste Equipment sein. Profi-Multimeter sind beispielsweise um ein Vielfaches teurer als günstige Einstiegsgeräte.

Für den Bastelkeller sind die Einstiegsgeräte locker ausreichend. Aus eigener Erfahrung nutzen wir zwar Geräte aus dem günstigen Segment, nie aber die billigsten verfügbaren Varianten. Insbesondere beim Werkzeug ist die Haltbarkeit der Billigheimer deutlich schlechter als die von mittelpreisigen Modellen.

Weiter nerdige Themenbereiche sind die mittlerweile immer einfacher zu bedienenden 3D-Drucker und Laser-Graviermaschinen (Ratgeber).

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