Schluss mit Insellösungen: Smart-Home-Zentralen Homee und Homey Pro in der Praxis

Schluss mit Insellösungen: Homey Pro und Homee

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Homey Pro und Homee versprechen die Verwaltung von Smart-Home-Devices unterschiedlicher Hersteller. Wie gut das in der Praxis gelingt, zeigt der TechStage-Bericht.

Im Smart-Home-Bereich (Themenschwerpunkt) existieren verschiedene Systeme, die untereinander in der Regel nicht kompatibel sind. Das verursacht in der Praxis viel Frust bei den Anwendern, weil viele Smart-Home-Devices nur mit der jeweiligen Insellösung des Herstellers funktionieren. Daher achten viele Anwender bei der Erweiterung ihres Smart Homes penibel auf die Kompatibilität zum eigenen System. Wer also Apple Homekit verwendet, benötigt Homekit-kompatible Produkte. Das Gleiche gilt etwa für Samsung Smartthings, Homematic IP, Bosch, Smart Life (Tuya), Elesion (Pearl und Devolo Home Control, sowie kabelgebundene Lösungen wie KNX, Loxone und SPS, um nur einige zu nennen. Das beschränkt die Auswahl erheblich.

In der Regel decken die jeweiligen Smart-Home-Systeme viele Anwendungsszenarien ab. Mithilfe eines Bewegungsmelders kann man etwa das Licht oder den Fernseher einschalten. Auch komplexere Automatisierungen sind möglich, sofern die dafür nötigen Sensoren und Aktoren unterstützt werden. Doch wer etwa einen neuen Luftreiniger (Ratgeber) mithilfe eines leistungsfähigen Raumluft-Messgeräts (Ratgeber) wie dem Air-Q effizienter steuern möchte, wird feststellen, dass es viele Geräte außerhalb dieser Systeme gibt, die sich nicht ohne Weiteres einbinden lassen. Die Problematik betrifft dabei nicht nur exotische Anwendungsszenarien, sondern nahezu sämtliche smarten Geräte wie Steckdosen, Schalter und Dimmer, Beleuchtung, Thermostate für Heizkörper und Fußbodenheizungen sowie Überwachungskameras.

In der Praxis ist es daher oft so, dass im Laufe der Zeit immer mehr Apps zur Steuerung der Smart-Home-Systeme den Bildschirm des Mobiltelefons füllen. Das wird schnell unübersichtlich. Wäre es nicht schön, wenn man sämtliche Geräte unter einer Oberfläche vom Smartphone und am PC steuern könnte? Viele hoffen darauf, dass der kommende Smart-Home-Standard Matter hierfür eine Lösung ist. Doch noch gibt es ihn nicht und ob der Standard tatsächlich die Erwartungen erfüllen kann, bleibt erst einmal abzuwarten. Doch mit Homee und Homey Pro gibt es schon jetzt zwei interessante Alternativen, die beanspruchen, Wege aus der Isolation der jeweiligen Smart-Home-Lösungen der unterschiedlichen Hersteller zu bieten. Wie gut das in der Praxis funktioniert, wollen wir uns im Folgenden näher ansehen.

Die Smart-Home-Zentrale Homey Pro kommt in einer weißen Kunststoffkugel mit zwölf Zentimetern Durchmesser. Drei an der Unterseite verklebte Kunststoffkugeln sorgen für einen festen Halt der 315 Gramm schweren Smart-Home-Zentrale. Verziert ist sie mit einem Ring aus 24 RGB-LEDs, die in verschiedenen Farben leuchten können. Das Gimmick lässt sich aber auch abschalten. Die Stromversorgung wird über ein mitgeliefertes 10-Watt-USB-A-auf-Mini-USB-Netzteil (5 Volt, 2A) realisiert. Alternativ lässt sich das Gerät auch an einer Steckdose mit USB-Port betreiben. Des Weiteren findet sich auf der Rückseite noch ein 3,5-mm-Anschluss für die Ausgabe von Audiosignalen.

Angetrieben wird die Smart-Home-Zentrale von einem 1 GHz schnellen Dual-Core-Prozessor vom Typ ARMv7 Cortex-A9, dem 1 GByte RAM und 4 GByte Flashspeicher zur Seite stehen. In der Kugel steckt viel Funktechnik: Homey Pro kann sich per WLAN (IEEE 802.11 b/g/n) im 2,4-GHz-Band mit dem heimischen Router verbinden und unterstützt die Smart-Home-Protokolle ZigBee und Z-Wave sowie einige Protokolle im Bereich 433 MHz und 868 MHz. Ferner unterstützt Homey Pro auch Infrarot und Bluetooth.

Eingerichtet wird die Smart-Home-Zentrale mit der kostenlosen App Homey, die für Android und iOS vorliegt. Sie ist auch für Tablets optimiert und nutzt damit die größere Bildschirmfläche zur Darstellung von mehr Informationen aus. Ist das Gerät erst einmal eingerichtet, können Anwender ihrem Homey-Konto auch über das Web-Interface unter my.homey.app auf das Gerät zugreifen. Über das Web-Interface können Anwender bequem neue Wenn-Dann-Regeln die bei Homey Flows heißen, erstellen und verwalten. Außerdem finden sich dort eine Reihe von Charts, die Daten von den mit Homey Pro verbundenen Geräte und Sensoren anzeigen.

Im Test kann Homey Pro seinen Anspruch, viele Geräte unterschiedlicher Hersteller und Systeme einzubinden, größtenteils erfüllen. Den Philips-Luftreiniger AC2889/10 erkennt die Smart-Home-Zentrale genauso wie den Raumluftanalysator Air-Q und Geräte von Aeotec (Smartthings) und Aqara. Auch die Anbindung an Amazon Alexa funktioniert wie auch die Integration in Apple Homekit (Ratgeber) tadellos. Funktioniert mal etwas nicht, wie das Anlernen einer Infrarot-Fernbedienung, lohnt ein Blick in den Homey App Store, der neben eigenen Entwicklungen auch zahlreiche Community-Lösungen bereitstellt. Mit einer App für Samsung-Fernseher kann das bereits 2017 vorgestellte TV-Modell UE55KS9090 von Homey Pro angesteuert werden. Doch nicht immer klappt die Einbindung so einfach. Für die Integration der Tuya-basierten Teckin-Steckdose SP22 war es neben der Installation der App Tuya Cloud nötig, zunächst ein Entwicklerkonto bei Tuya anzulegen, um an relevante Gerätedaten zu kommen. Zudem musste die Tuya-App zur Steuerung der Steckdose mit dem Entwicklerkonto verknüpft werden. Alles in allem war das aber dank der guten Erklärung im Homey-Forum zur App kein Problem.

Dies unterstreicht das Potenzial von Homey als offene Plattform. Andererseits ist man natürlich nicht davor gefeit, dass ein App-Entwickler an seiner Lösung das Interesse verliert und sie nicht mehr weiterentwickelt wird. So verläuft die Einbindung des Xiaomi Smart Air Purifiers 4 (Testbericht) nicht erfolgreich. Die dafür nötige Community-App wurde bereits seit zwei Jahren nicht mehr aktualisiert und war trotz der korrekten Eingabe der Betriebsparameter wie Device-Token und IP-Adresse des Xiaomi-Luftreinigers nicht in der Lage, das Gerät in Homey einzubinden. Nicht ganz optimal ist auch die Einbindung der Eufy-Überwachungskameras (Testbericht) Cam 2 Pro und der Indoor Cam Pan & Tilt. Sie werden zwar erkannt und Homey Pro kann basierend auf dem Bewegungsalarm der Kameras Wenn-Dann-Regeln (Flows) erstellen, das Kamerabild wird aber aktuell noch nicht angezeigt.

Ansonsten hat Homey Pro allerdings das eingehalten, was der Hersteller verspricht und macht seinem Namen als universale Kontrollinstanz von Smart-Home-Geräten alle Ehre. Ein ausführlicher Testbericht zu Homey Pro erscheint in den nächsten Wochen.

Die Smart-Home-Zentrale Homee der gleichnamige Berliner GmbH ist modular aufgebaut. Basis ist der in Würfelform erhältliche Brain Cube, der Smart-Home-Geräte auf Basis von WLAN integriert. Zusätzliche Würfel stellen Kompatibilität zu Zigbee-, Z-Wave- und Enocean-Komponenten her. Im Komplettausbau erschließt Homee damit sämtliche relevanten Funkstandards im Smart-Home-Bereich und bietet außerdem noch Erweiterungen für proprietäre Herstellertechnologien wie Hörmann Bisecure, Warema WMS und Becker Centronic Plus.

Im Lieferumfang des Brain Cubes befindet sich für die Stromversorgung ein 6-Watt-USB-Netzteil mit fest angeschlossenem Micro-USB-Kabel. Alternativ lässt sich Homee auch an einer USB-Steckdose betreiben. Ein optionales Erweiterungsmodul wie der Zigbee-Würfel wird einfach auf den Brain-Cube gesetzt und verbindet sich wie der im Test verwendete Zigbee-Cube über vier Kontakte und einer magnetischen Halterung mit der Zentraleinheit. Der Ausbau mit anderen Erweiterungen funktioniert auf die gleiche Weise.

Die Inbetriebnahme von Homee erfolgt mit der gleichnamigen App. Sie steht für Android und iOS zur Verfügung. Homee bietet unter my.hom.ee allerdings auch eine Web-Anwendung, mit der Anwender die Smart-Home-Zentrale verwalten, Automationen erstellen oder ein Backup auf ein Dropbox-Konto überspielen können. Unter beta.hom.ee stellt Homee auch eine Anbindung an Apple Homekit bereit. Somit stehen die mit Homee verwalteten Geräte auch unter der Smart-Home-Plattform von Apple zur Verfügung.

Anhand einer Kompatibilitätsliste können Anwender nachschlagen, welche Smart-Home-Produkte kompatibel zu Homee sind. Auch in der App informiert der Anbieter unter Homee-Welt über kompatible Produkte, die Anwender bei Interesse auch gleich erwerben können. Abseits dieser Produkte gelingt die Anbindung von Geräten von anderen Smart-Home-Plattformen nicht. Von Aqara wird beispielsweise nur der Temperatur- und Luftfeuchtigkeitssensor unterstützt. Die Anbindung von den für diesen Kurztest verwendeten Produkten wie dem Philips-Luftreiniger oder den Teckin-Steckdosen funktioniert nicht. Somit sind Nutzer auf Produkte der Homee-Kompatibilitätsliste beschränkt. Doch diese ist umfangreicher als von manch großem Smart-Home-Hersteller und bietet mit der Gruppierung nach Anwendungsszenarien unterteilt nach Energie, Garagen und Garten, Komfort, Sicherheit und Smart Life wertvolle Informationen für Smart-Home-Interessenten.

Die Smart-Home-Zentrale Homey Pro ist für 399 Euro erhältlich. Der niederländische Hersteller Athom bietet mit Homey Bridge noch eine weitere Option, ein Smart Home zentral zu verwalten. Allerdings ist diese nicht so leistungsfähig wie die Pro-Version. Es fehlt etwa die Unterstützung von Community-Apps sowie der Zugriff auf das Homey-SDK.

Homee ist in der Basisversion in Form des Brain Cube ab 149 Euro erhältlich. Die Erweiterungen, etwa für Z-Wave, Zigbee und Enocean, kosten 129 Euro. Starterkits, bestehend aus dem Brain-Cube und einem weiteren Funkmodul sind für 249 Euro verfügbar.

Sämtliche Komponenten in einem Smart Home unter einer Oberfläche zu verwalten, bleibt auch weiterhin ein Traum. Die Smart-Home-Zentralen Homee und Homey Pro bieten aber deutlich mehr als die Standardlösungen anderer Hersteller. Beide Lösungen verfügen über ein nutzerfreundliches Interface, mit der Anwender ihr Smart Home perfekt verwalten können. Zudem können beide auch Offline das Smart Home verwalten. Internet-basierte Dienste stehen dann natürlich nicht zur Verfügung. Die beiden Lösungen sind somit für all jene interessant, die viele Apps zur Steuerung von Smart-Home-Komponenten konsolidieren wollen. Wer dabei auf möglichst hohe Kompatibilität zu bereits verwendeten Smart-Home-Komponenten legt, ist mit dem Homey Pro dank seiner offenen Architektur mit tollem Community-Support gut beraten.

Mehr Informationen zu einer intelligenten Haussteuerung bietet unser Themenschwerpunkt Smart Home. Für Einsteiger ins Thema empfehlen wir unseren Ratgeber Smart Home: Auch mit wenig Geld zum Erfolg. Auch interessant: Elesion als günstige Smart-Home-Alternative von Pearl. Auch smarte Thermostate lassen sich per Schalter steuern. Wer smart heizen will, sollte sich den Ratgeber Smarte Thermostate für Fußbodenheizungen durchlesen und die Bestenliste Top 10: Die besten smarten Heizkörperthermostate 2022 ansehen. Und wie man den Standby-Verbrauch von Geräten reduzieren kann, erklärt der Beitrag WLAN-Steckdosen in der Praxis: Modelle, Einsatzzweck, Preise. Und im Beitrag Bessere Luft: Smarte Raumluft-Sensoren für CO2, Radon, Ozon, Feinstaub & Co erklären wir, wie man auf Basis smarter Sensoren das Raumklima verbessern kann.

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