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RTX 2060 Super: Grafikkarten mit Raytracing im Vergleich

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Wir testen drei Grafikkarten mit RTX-2060-Super-Chipsatz von MSI, Zotac und KFA2 und geben Tipps, welche Karte für wen die Richtige ist.

Raytracing hält langsam Einzug in den Mainstream. Immer mehr Spiele und Entwicklungs-Engines unterstützten die Technik. Wir sehen uns drei Grafikkarten aus der Serie RTX 2060 Super an, der Einsteigerbereich von Nvidia. Dabei interessiert uns nicht nur, wie gut sich die Karten in Raytracing schlagen, sondern auch, wie gut sich mit ihnen zocken lässt. Denn auch, wenn sie inzwischen unter 400 Euro kosten, so ist das eine Menge Geld. Entsprechend müssen die Karten bei uns im Test zeigen, was sie draufhaben.

Folgende drei Karten hatten wir im Test:

  • MSI RTX 2060 Super Gaming X
  • Zotac RTX 2060 Super Mini
  • KFA2 RTX 2060 Super 1-Click OC

Raytracing ist keine Erfindung von Nvidia. Die Technik gibt es schon ewig, allerdings waren bislang Supercomputer notwendig, um die Berechnungen per Software-Raytracing zu ermöglichen. Sehr stark vereinfacht gesagt, berechnet Raytracing im Spiel die Beleuchtung und andere Lichteffekte in Echtzeit in Abhängigkeit der Spielfigur und der jeweiligen Lichtquellen sowie der Materialien. Von einem Spiegel etwa kommt mehr Licht zurück als von der Rinde eines Baums. Gutes Raytracing führt zu deutlich realistischeren Schatten und besserem Lichtschein. Oft bemerkt man die Effekte nicht direkt, unterbewusst passt die Grafik aber einfach besser zusammen. Mehr erklären die Kollegen der c’t im Hintergrundartikel „Raytracing in Echtzeit mit DirectX und Nvidias RTX-Grafikchips ”.

DirectX 12 unterstützt Hardware-seitiges Raytracing inzwischen direkt. Und das genau ist der Vorteil der RTX-Karten von Nvidia. Sie bringen spezielle Chips mit, die genau diese Effekte in Spielen unterstützen. So richtig werden Käufer das ab 2020 merken, wenn AAA-Titel wie Cyberpunk 2077 mit Raytracing kommen. Auch sollte dann der Klassiker Minecraft wird ein Update erhalten, das die Vanilla-Version um die neuen Lichteffekte erweitert. Das könnte der Technik einen ordentlichen Schub geben. Funktioniert hat das ja bereits 2002, als The Elder Scrolls: Morrowind spezielle Wasser-Shader für Nvidia-Kunden einführte.

Sehen wir uns zunächst die synthetischen Leistungen an. Wir haben sie wie gehabt durch den 3D Mark, den VR-Mark sowie die Benchmarks von Far Cry 5 und Metro: Exodus geschickt, das explizit die Raytracing-Features testet.

Zum Vergleich geben wir noch die Messwerte der teureren RTX 2070 Super (Testbericht) sowie Radeon RX 5700 XT (Testbericht) mit. Letztere hat einen ähnlichen Preispunkt, unterstützt aber kein Hardware-seitiges Raytracing. Wir haben alle drei Karten mit dem Nvidia-Standardtreiber getestet und zusätzlich die bei der KFA2 explizit beworbene 1-Click Overclocking-Funktion gemessen. Letzteres allerdings nur, um zu sehen, ob und wieviel Auswirkungen das Overclocking in der Praxis hat.

Im 3D Mark liefern alle drei Karten sehr solide Werte. Die Unterschiede sind marginal, das gilt auch für die übertaktete KFA2-Karte. Insgesamt schlägt sich die MSI am besten, es gibt aber keinen großen Ausreißer.

3DMark MSI RTX 2060 Super GamingZotac RTX 2060 Super MiniKFA2 RTX 2060 SuperKFA2 RTX 2060 Super 1Click OCRTX 2070 SuperRX 5700 XT
TimeSpy765074437184741185877703
TimeSpy Extreme369735783484361541213612
Port Royale Raytracing49914718456747745884

Ähnlich sieht es beim VR Mark aus, der die Tauglichkeit für VR-Headsets misst. Interessant ist, dass die übertaktete KFA2 im Orange Room schlechter abschneidet als die normale Variante. Wer also ein Oculus Rift oder HTC Vive an der KFA2 betreibt, sollte die Karte tunlichst nicht übertakten.

VR Mark MSI RTX 2060 Super GamingZotac RTX 2060 Super MiniKFA2 RTX 2060 SuperKFA2 RTX 2060 Super 1Click OCRTX 2070 SuperRX 5700 XT
Orange Room865489348726751287768542
FPS 188,67194,77190,22163,76191,32186,21
Cyan Room8872860281878581101129313
FPS193,41187,53178,47187,07220,45203,01
Blue Room273726392522265733262529
FPS59,6757,5354,9957,9372,555,14

Die Ergebnisse bestätigen kurze Anspiel-Sessions mit VR-Spielen wie Beat Saber , Space Pirate Trainer , Borderlands 2 VR und Spider-Man VR . Sowohl auf dem Oculus Rift S wie auch dem HP Reverb hatten wir keine Slowdowns und ein sehr flüssiges VR-Erlebnis. Aufgrund der Ergebnisse im Cyan-Room-Benchmark sollten die RTX 2060 Super auch für die nächste VR-Headset-Generation gerüstet sein.

Der knappe Abstand zwischen den drei Karten setzt sich bei den Spiele-Benchmarks fort. In Far Cry 5 punktet jede Karte in bestimmten Bereichen etwas besser oder schlechter, insofern gibt es keinen klaren Gewinner. Das gilt übrigens auch für die kostenlosen HD-Texturen, die kosten pro Karte und Auflösung etwa 2 bis 4 fps. Far-Cry-Fans sollten sie also in jedem Fall installieren und im Menü aktivieren, es lohnt sich.

Far Cry 5Full HD, alle Details Max/Ultra1440p, alle Details Max/UltraUHD, alle Details Max/Ultra
Min AverageMaxMin AverageMaxMin AverageMax
MSI RTX 2060 Super Gaming516786425367263137
Zotac RTX 2060 Super Mini547290536682284148
KFA2 RTX 2060 Super476690445869283546
KFA2 RTX 2060 Super 1Click OC526889456146283848
RTX 2070 Super375981466277333945
RX 5700 XT5272103617286333948

Der schwerste Brocken für die Karten ist wahrscheinlich Metro: Exodus . Nicht nur ist der Open-World-Shooter technisch anspruchsvoll, er ist gerade wegen seiner Raytracing-Features für die Karten extrem interessant. Auch wenn der Benchmark teilweise andere Werte als das Spiel an sich liefert, ist er für Vergleiche sehr wertvoll. Man sieht darin gut, dass sich die RTX 2070 Super in den Bereichen Full-HD und sogar 1440p solide schlagen. Teilweise muss sogar die RTX 2070 Super um bessere Werte kämpfen.

Metro:ExodusFull-HD, HighFull-HD, UltraFull-HD, ExtremeFull-HD, RTX1440p, High1440p, Ultra1440p, Extreme1440p, RTXUHD, NomalUHD, HighUHD, UltraUHD, ExtremeUHD, RTX
MSI RTX 2060 SuperAverage 62,9655,633,749,8755,2346,6725,3937,2830,1829,0227,6714,9421,39
Max99,687,8248,6373,7790,4671,9636,3752,1534,634,9233,5920,8628,48
Min33,4127,7121,1627,331,2227,0116,5723,2125,7421,3819,1310,0114,47
Zotac RTX 2060 Super MiniAverage 63,6754,7531,3552,8645,8244,3323,8641,2720,0828,6426,9714,3520,51
Max101,487,6745,5178,4666,9368,4234,1459,5733,3833,6832,8820,0927,5
Min33,429,5919,3228,8227,4625,5115,3224,6625,3520,1618,079,4313,64
kfa2 rtx 2060 SuperAverage 61,853,3831,2450,9751,7643,6823,9240,9530,0328,5726,8914,3920,56
Max97,2684,2444,5475,0580,5566,9134,1858,2933,9333,7232,8519,9827,69
Min32,4828,119,4627,0228,6824,8214,9123,9925,1120,1817,869,4913,51
KFa2 rtx 2060 Super, 1COCAverage 61,5753,7331,9351,3451,1443,3423,9641,5530,0928,7527,2114,720,84
Max97,4484,7246,4175,8783,9668,9434,6459,6934,4134,1833,6521,0827,63
Min31,9228,2619,5427,1627,5824,1714,9824,1125,4120,36189,6313,62
RTX 2070 SuperAverage 65,1457,638,8652,659,3852,0430,1442,2530,2629,9329,2717,8424,82
Max114,998,9163,6684,34105,7488,7544,9266,4237,3636,4935,4525,7534,47
Min30,5127,9822,1627,0328,3127,7619,4224,5825,4223,5121,2711,8116,23
RX 57000 XTAverage 74,0464,1139,3963,5453,8829,9952,929,9329,2717,72
Max132,19106,7957,5999,7482,244173,7333,333,5922,81
Min36,7532,1823,3834,7830,1119,1133,6325,2422,0512,01
Alle Angaben in Frames pro Sekunde, fps
Options: Resolution: 1920 x 1080; DirectX: DirectX 12; Quality: High; Texture filtering: AF 16X; Motion Blur: Low; Tesselation: Full; Advanced PhysX: On; Ray Trace: Off; DLSS: Off; Hairworks: On; Shading Rate: 100; Options: Resolution: 1920 x 1080; DirectX: DirectX 12; Quality: Extreme; Texture filtering: AF 16X; Motion Blur: Normal; Tesselation: Full; Advanced PhysX: On; Ray Trace: Off; DLSS: Off; Hairworks: On; Shading Rate: 200; Options: Resolution: 1920 x 1080; DirectX: DirectX 12; Quality: Ultra; Texture filtering: AF 16X; Motion Blur: Normal; Tesselation: Full; Advanced PhysX: On; Ray Trace: Off; DLSS: Off; Hairworks: On; Shading Rate: 100; Options: Resolution: 1920 x 1080; DirectX: DirectX 12; Quality: Ultra; Texture filtering: AF 16X; Motion Blur: Normal; Tesselation: Full; Advanced PhysX: On; Ray Trace: High; DLSS: Off; Hairworks: On; Shading Rate: 100; Options: Resolution: 2560 x 1440; DirectX: DirectX 12; Quality: High; Texture filtering: AF 16X; Motion Blur: Low; Tesselation: Full; Advanced PhysX: On; Ray Trace: Off; DLSS: Off; Hairworks: On; Shading Rate: 100; Options: Resolution: 2560 x 1440; DirectX: DirectX 12; Quality: Ultra; Texture filtering: AF 16X; Motion Blur: Normal; Tesselation: Full; Advanced PhysX: On; Ray Trace: High; DLSS: Off; Hairworks: On; Shading Rate: 100; Options: Resolution: 2560 x 1440; DirectX: DirectX 12; Quality: Extreme; Texture filtering: AF 16X; Motion Blur: Normal; Tesselation: Full; Advanced PhysX: On; Ray Trace: Off; DLSS: Off; Hairworks: On; Shading Rate: 200; Options: Resolution: 2560 x 1440; DirectX: DirectX 12; Quality: Ultra; Texture filtering: AF 16X; Motion Blur: Normal; Tesselation: Full; Advanced PhysX: On; Ray Trace: High; DLSS: Off; Hairworks: On; Shading Rate: 100; Options: Resolution: 3840 x 2160; DirectX: DirectX 12; Quality: Medium; Texture filtering: AF 4X; Motion Blur: Low; Tesselation: Full; Advanced PhysX: On; Ray Trace: Off; DLSS: Off; Hairworks: Off; Shading Rate: 100; Options: Resolution: 3840 x 2160; DirectX: DirectX 12; Quality: High; Texture filtering: AF 16X; Motion Blur: Low; Tesselation: Full; Advanced PhysX: On; Ray Trace: Off; DLSS: Off; Hairworks: On; Shading Rate: 100; Options: Resolution: 3840 x 2160; DirectX: DirectX 12; Quality: Ultra; Texture filtering: AF 16X; Motion Blur: Normal; Tesselation: Full; Advanced PhysX: On; Ray Trace: Off; DLSS: Off; Hairworks: On; Shading Rate: 100; Options: Resolution: 3840 x 2160; DirectX: DirectX 12; Quality: Extreme; Texture filtering: AF 16X; Motion Blur: Normal; Tesselation: Full; Advanced PhysX: On; Ray Trace: Off; DLSS: Off; Hairworks: On; Shading Rate: 200; Options: Resolution: 3840 x 2160; DirectX: DirectX 12; Quality: Ultra; Texture filtering: AF 16X; Motion Blur: Normal; Tesselation: Full; Advanced PhysX: On; Ray Trace: High; DLSS: Off; Hairworks: On; Shading Rate: 100;

Gehen wir von den synthetischen Benchmarks in echte Spiele. Wir haben jeder der Karten in mehreren aktuellen Games verwendet, darunter Borderlands 3 , Control und Star Wars Jedi: Fallen Order . Dabei wird sehr schnell klar, dass die Karten vor allem bei Full-HD-Auflösungen zu Hause sind. Hier konnten wir alle Details hochdrehen, alle Funktionen aktivieren und hatten stabile FPS jenseits der 60.

Ja, RTX kostet im Spiel Control etwas Leistung, das sind die besseren Lichter und Schatten aber unserer Meinung wert. Überhaupt kann das Raytracing vor allem in Single-Player-Spielen seine Vorteile ausspielen. In schnellen Multiplayer-Gefechten wie Modern Warfare oder Battlefield 5 hat man dafür sowieso keine Zeit und meist schraubt man ja die Details eher zurück, um Gegner besser zu sehen. Control dagegen, mit seinen realistischen Lichteffekten und dem gemäßigten Tempo, ist perfekt für Raytracing. Man merkt es nicht zwingend direkt, aber die Spielumgebung fühlt sich einfach echter an.

Die deutlichsten Unterschiede der drei Karten gab es im Test bei der Lautstärke. Wir haben sie in unser Testsystem eingebaut und den MSI Kombustor Burn-in-Benchmark 15 Minuten laufen lassen. Am besten gefallen hat uns die MSI-Karte. Der Hersteller verbaut zwei Twin-Frozr-7-Lüfter und die arbeiten enorm gut. Im Benchmark wurde die GPU knapp 75 Grad warm, die Lautstärke betrug direkt am Gehäuse 58 db. Das ist so leise, dass es beim normalen Betrieb kaum auffiel.

Die Zotac-Karte schlug sich ähnlich wacker, allerdings wurde die GPU deutlich wärmer (86 Grad) und minimal lauter (59 db). Ganz anders die KFA2. Im normalen Modus ohne Overclocking kam sie auf 74 Grad, allerdings mit deutlich hörbaren Lüftern (70 db). Zudem fiel auf, dass die Leistung gedrosselt war und die Karte offenbar nur um die 75 Prozent Thermal Design Power (TDP) nutze. Die beiden anderen Karten waren von Haus aus bei zwischen 90 und 100 Prozent. Mit aktivem Übertakten stieg die TDP auf 110 Prozent. Zudem kletterte die Temperatur auf 85 Grad und die Lüfter röhrten mit 81 db.

Das alles sorgt für eine recht klare Kaufempfehlung: Wer ein kleines Gehäuse hat, etwa Mini-ITX oder ähnliches, der sollte zur RTX 2060 Super von MSI oder Zotac greifen. Die bekommen die Wärme deutlich besser und leiser weg. Wer dagegen Platz hat und eventuell noch dämmen oder mit zusätzlichen Lüftern einen weiteren Luftstrom aufbauen kann, der kann auch zur KFA2 greifen.

Die gute Nachricht: Die einzelnen Modelle der Geforce RTX 2060 Super unterscheiden sich nur minimal untereinander. Es gibt ein paar fps mehr, aber keins der Modelle im Test konnte die anderen weit hinter sich lassen. Wo es Unterschiede gibt, ist bei der Temperatur der GPU, der Lautstärke der Lüfter und der mitgelieferten Software. Wobei, mit dem reinen Nvidia-Treiber hatten wir bei allen drei Karten ordentliche Leistungen.

Wir empfehlen eine RTX 2060 Super all jenen, die einen Gaming-PC mit Raytracing wollen und vor allem mit Full-HD oder vielleicht 1440p spielen wollen. Wer mehr Leistung braucht und Richtung UHD-Games gehen möchte, der braucht eine potentere Karte.

Interessant ist, wie gut die Nvidia RTX 2060 Super mit der AMD RX 5700 XT mithalten kann. Bei einem fast ähnlichen Preispunkt schlagen sich die Geforce-Karten gleich gut oder besser – und bieten dafür noch Raytracing-Support. Wer also um die 400 Euro für eine neue Grafikkarte ausgeben möchte, dem raten wir eher zu einer RTX 2060 Super als einer RX 5700 XT.

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