Mobile Retro-Konsolen

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TV-Konsole, Arcade-Automat oder Handheld-Konsole – zum mobilen Zocken von Retro-Games gibt es zahlreiche Möglichkeiten. TechStage hat sich Retro-Konsolen für die Hosentasche angesehen und klärt, ob sich der Kauf lohnt.

Unterwegs zu zocken, funktioniert mit jedem Smartphone. Auch das Spielen von altbewährten Retro-Games ist dank Emulationssoftware möglich. Wer sich für die Thematik interessiert, stolpert allerdings zuerst über zahlreiche billige Handheld-Konsolen aus China. Diese locken mit vorinstallierten Spielen und niedrigen Preisen. Doch was taugen diese billigen mobilen Konsolen in der Praxis?

Dieser Ratgeber gehört zur Themenwelt Retro-Konsolen. Hier haben wir neben den offiziellen Retro-Konsolen von Nintendo (Testbericht) oder Sony (Testbericht) auch gezeigt, wie man sich seine individuelle Konsole mit einem Raspberry selbst bauen (Ratgeber) kann. Nach unserer Anleitung Schritt für Schritt zum Arcade-Automaten folgt nun ein Ratgeber zu den fertigen Billig-Retro-Konsolen aus chinesischer Herstellung.

Obwohl aktuelle Spiele mit komplexeren Inhalten und deutlich besserer Grafik in großer Auswahl verfügbar sind, geht von den alten Spiele-Klassikern ein großer Reiz aus. Und das gilt längst nicht nur für Jung-Gebliebene, sondern auch für Generationen, die lange nach Gameboy und Co. aufgewachsen sind. Die in die Jahre gekommenen Titel locken noch immer mit großem Spielspaß und einfachem Gameplay. In die Klassiker muss man sich nicht erst hinein zocken – hier heißt es Spiel starten und loslegen.

Nintendo hat das als erster Hersteller erkannt und mit dem SNES Classic Mini (Testbericht) einen regelrechten Trend eingeläutet. Neben der Sony Playstation Classic (Testbericht), dem Sega Megadrive Mini (Testbericht) erschienen innerhalb kurzer Zeit Retro-Versionen von Atari (Testbericht), C64 (Testbericht) und dem Arcade-Spezialisten Neo-Now (Testbericht). Leider sind einige dieser Konsolen zwar optisch gut umgesetzt, haben aber bei Bedienung und Titelauswahl enttäuscht. Abgesehen vom Game & Watch: Super Mario Bros (Testbericht) oder der Evercade (Testbericht) sind die Geräte außerdem alle nur stationär nutzbar.

In diese Bresche springen chinesische Hersteller und liefern ihrerseits massenweise stationäre und mobile Konsolen. Diese locken mit ansprechender Optik und großer Software-Auswahl. Dass die Games nicht lizenziert sind, interessiert in China offensichtlich niemanden, anders sind billige Gameboy-Klone (Testbericht), NES-Kopien (Testbericht) und Arcade-Boxen wie die Pandoras Box (Testbericht) nicht zu erklären.

Die Geräteauswahl für Retro-Games ist riesengroß. Während die günstigsten Konsolen im Preisvergleich ab unter 10 Euro gelistet sind, kosten hochpreisige Geräte zum Teil über 100 Euro. Dementsprechend groß sind auch die Unterschiede, was die Ausstattung angeht. Da es um das Zocken unterwegs geht, interessieren wir uns hier nur um Modelle mit eigenem Bildschirm – auf die Konsolen zum Anschluss am TV-Gerät gehen wir an dieser Stelle nicht weiter ein.

Die billigsten mobilen Retro-Konsolen kommen mit einem einfachen LC-Display und passen an den Schlüsselbund. Wirklich groß sind hier weder sie Titelauswahl noch der Spielspaß. Außerdem arbeiten diese Billigheimer mit Knopfzelle oder Batterie statt mit einem aufladbaren Akku.

Spannender sind die Geräte mit farbigem LCD und aufladbarem Akku. Zu den günstigsten Modellen zählt hier ein Gameboy-Klon mit drei Zoll Bildschirm und mehreren hundert Spielen für knapp 14 Euro. Einen ähnlichen China-Gameboy-Klon hatten wir in der Vergangenheit bereits getestet. Eines haben diese Klone dem Original sogar voraus: Per AV-Kabel ist damit auch das Zocken am TV möglich. Einige der Geräte eignen sich außerdem auch für zwei Spieler. Hierzu wird dann ein mitgelieferter Controller benötigt. Zu zweit auf dem Mini-Bildschirm zu zocken ist allerdings wenig sinnvoll. Unser Test zeigte außerdem, dass die Bildschirme dieser günstigen Geräte eine matschige und unansehnlichen Darstellung haben. Außerdem fehlt eine Möglichkeit eigene Software aus legalen Quellen zu installieren. Sogenannte Homebrew-Games gibt es nämlich, beispielsweise auf der Seite Homebrew Heroes.

Geräte mit zusätzlichem Speicherkartenslot zur Installation eigener Spiele gibt es ab etwa 30 Euro. Hier hatten wir in der Vergangenheit etwa eine Konsole mit dem Namen X6 (Testbericht) im Design der Playstation Portabel getestet. Zwar funktionierte das Zocken der vorinstallierten Titel gut, allerdings hatten Verarbeitung, Haptik, der miese Bildschirm und die stellenweise unbrauchbare Übersetzung enttäuscht.

Um zu testen, was sich bei den Billig-Konsolen seit 2017 getan hat, haben wir uns für diesen Ratgeber eine neuere Handheld-Konsole mit eigenständigem Design und integrierter Kamera für knapp 70 Euro bei Amazon bestellt. Die CXYP verfügt über ein 4,3 Zoll (10,92 cm) Farbdisplay, 16 GByte internen Speicher und eine Spielbibliothek mit angeblich 3000 Titeln. Außerdem ist sogar eine Kamera an Bord. Per Micro-SD-Karte ist die Nutzung von Homebrew-Games möglich. Wer möchte, kann die Konsole außerdem als E-Book-Reader, MP4 und MP3-Player benutzen. Neben einem AV-Out ist außerdem ein Kopfhörerausgang integriert. Zum Lieferumfang gehören neben einem nicht mehr standesgemäßen Mini-USB-Kabel eine knappe Anleitung und ein AV-Kabel.

So schick die CXYP mit der schwarzen Klavierlack-Optik auf den Fotos auch aussieht, die Haptik und die Verarbeitung sind nur minimal besser als bei der X6 von 2017. Beim Schütteln der Konsole klappern die etwas wackelig integrierten Tasten. Der Druckpunkt ist im Vergleich zur X6 immerhin deutlich knackiger und die Tasten reagieren zuverlässig.

Der 4,3-Zoll Bildschirm hat eine Auflösung von 480 x 272 Pixel. Das wäre bei Smartphones definitiv zu wenig – zum Zocken der alten Spieltitel mit der typischen Klötzchengrafik ist es allerdings locker ausreichend. Selbst das Abspielen des auf dem Gerät vorhandenen Demo-Videos funktioniert besser aus als erwartet. Klar, mit Schärfe, Auflösung und Farbtreue aktueller Smartphones kann das Handheld nicht mithalten. Um den Nachwuchs kurzzeitig zu beschäftigen, ist die Qualität allemal ausreichend. Gleiches gilt für kleinen internen Lautsprecher. Für die Wiedergabe eines Hörbuchs sind sie gerade noch in Ordnung, zur Musikwiedergabe sind allerdings selbst günstige Kopfhörer und Bluetooth-Lautsprecher sehr viel besser geeignet. Für den Pieps-Sound der Retro-Games ist das allerdings unerheblich. Wer sein Umfeld schonen will, kann außerdem Kopfhörer per Klinke-Kabel anschließen. Die Kamera funktioniert zwar, die Auflösung und Bildqualität erinnert allerdings stark an die ersten Handyfotos von vor 20 Jahren und sind somit unbrauchbar. Letztlich sind die Zusatzfunktionen ein netter Gag – aber niemand sollte sich deswegen für solch eine Konsole entscheiden, hier kann jedes günstige Smartphone deutlich mehr.

Spannender ist die Frage nach dem Zock-Gefühl und der tatsächlich vorhandenen Titelauswahl. Nach dem Einschalten erscheint zunächst ein Hintergrundbild, etwa fünf Sekunden später landet man auf dem Hauptbildschirm und kann loslegen. Die Menüführung ist dank der Icons schön übersichtlich und so findet man sich schnell zurecht. Irritierend ist die auf den ersten Blick geringe Spielauswahl. Direkt im Hauptmenü zeigt die Konsole nur 32 statt der beworbenen 3000 Spiele. In der Auswahl befinden sich neben uns unbekannten und wenig aussagekräftigen Titeln wie Land Stalker oder Battle City auch einige bekannte und sicherlich unlizenzierte Titel wie Mega Man, FIFA98, Final Fantasy V, Sonic oder Super Mario 4. Wer sich dann allerdings im Menü umsieht, eindeckt schnell einen Ordner mit insgesamt zehn Unterordnern. Jeder dieser Ordner steht dabei stellvertretend für eine Konsole und enthält die dementsprechenden Spieltitel. Zu finden sind Games von Neogeo, Gameboy, Gameboy Color, Gameboy Advanced, NES und Sega Megadrive. Die Anzahl der ROMS für die verschiedenen Konsolen ist dabei unterschiedlich. In den Ordnern befinden sich zwischen 19 und 739 Titel. Addiert man alle Titel zusammen, landen wir sogar bei einer Summe von 3010 Spielen. Einige der Titel sind allerdings für verschiedene Konsolen verfügbar. Das Überangebot an Spielen ist erstaunlich – legal ist diese Spielbibliothek aber nicht.

Alle Titel, die wir probeweise gespielt haben, liefen ausnahmslos flüssig und in einer originalen Geschwindigkeit. Das haben wir in der Vergangenheit bei einigen China-Konsolen schon anders erlebt – da liefen die Spiele zum Teil in Zeitlupe oder aber mit gezündetem Turbo. Das Spielen funktioniert dank gutem Druckpunkt und ausreichend gutem Bildschirm erfreulich gut. Wir sind zwar außer Übung, nach den ersten Runden fühlen wir uns aber zügig in die eigene Kindheit versetzt. Klar, hier gibt es weder intuitive Touchbedienung noch 3D – das Spielen der altbekannten Titel macht aber auf Anhieb so viel Spaß wie früher. Auch der Nachwuchs ist äußerst angetan und würde die Konsole am liebsten behalten. Kurzum, das Zocken auf der CXYP macht richtig Spaß und kann locker mit unserem selbst gebauten Arcade-Automaten (Ratgeber) mithalten. Die Akkulaufzeit der kleinen Konsole beträgt etwa vier Stunden. Wem das nicht ausreicht, der kann auch mit angestecktem USB-Kabel zocken.

Die getestete Konsole CXYP gibt es für knapp 70 Euro auf Amazon. Das ist zwar nicht billig, das originale Zock-Gefühl ist es aus unserer Sicht aber wert. Die in der Vergangenheit getestete X6 (Testbericht) gibt es für Preise ab 29 Euro bei Amazon. Da hier Druckpunkt und Bildschirm deutlich schlechter abgeschnitten haben, würden wir uns trotzdem für die teurere Variante entscheiden. Wer lediglich eine kleine Spielauswahl benötigt, kommt etwa mit dem Gameboy-Klon mit 400 Spielen für 14 Euro deutlich günstiger davon.

Wem die Auswahl im Preisvergleich nicht ausreicht, bekommt bei Amazon oder Banggood ebenfalls eine große Auswahl an Retro-Konsolen.

China Konsolen, inklusive der mobilen Varianten sind der günstigste und bequemste Weg, um Retro-Games zu zocken. Trotz schlechten Gewissens wegen der Software, hat uns der Test richtig viel Spaß gemacht. Welche Spiele auf den Gameboy-Klonen und TV-Konsolen aus China installiert sind, ist übrigens Glückssache. Über die Titel schweigen sich die Hersteller in der Regel immer aus – und das ganz zurecht.

Das Hauptproblem aller No-Name-Retro-Konsolen ist und bleibt die illegale Nutzung der ROMs. Die zum Zocken notwendigen Software gibt es zwar auch in zahlreichen Foren zum Download, legal ist deren Nutzung allerdings nicht. Nintendo hat sich beispielsweise schon sehr konkret zum Thema geäußert und in der Vergangenheit ROM-Anbieter verklagt. Ehrlicherweise muss man allerdings auch zugestehen, dass viele der alten Spiele auf gar keinem anderen Weg mehr zugänglich sind.

An dieser Stelle würden wir uns wünschen, dass es zukünftig einen ganz offiziellen Weg gäbe, um an die alten Klassiker zu kommen. Am besten wäre es, wenn die offiziellen Hersteller selbst aktiv würden und mobile Konsolen mit einer gewissen Spielauswahl präsentieren würden.

Hauptunterschiede bei den zahllosen mobilen Retro-Konsolen ist deren Design und die Menge der (illegal) vorinstallierten Spiele. Letztlich unterscheiden sich die Geräte nur geringfügig und selbst in der Preisklasse zwischen 50 und 100 Euro sollte man in Sachen Verarbeitungsqualität und Haptik nicht zu viel verlangen. Mit der liebevollen und hochwertigen Umsetzung eines Nintendo SNES Classic Mini (Testbericht) können die billigen Konsolen nicht mithalten.

Um sich zwischendurch zu beschäftigen und spielerisch in die Vergangenheit zu reisen, tun es auch die günstigen China-Konsolen. Nur wer ernsthaft plant, stundenlang alte Spiele zu zocken, sollte etwas tiefer in die Tasche greifen und nicht die günstigste Variante kaufen.

Dieser Ratgeber gehört zur Themenwelt Retro-Konsolen. Hier haben wir neben den offiziellen Retro-Konsolen von Nintendo (Testbericht) oder Sony (Testbericht) auch gezeigt, wie man sich seine individuelle Konsole mit einem Raspberry selbst bauen (Ratgeber) kann.

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