RC-Helikopter: Kuriose Hubschrauber mit Fernsteuerung ab 30 Euro

RC-Helikopter

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Bereits für weniger als 30 Euro fliegen Hobby-Piloten mit einem RC-Helikopter. Wir zeigen, wie sich preiswerte ferngesteuerte Hubschrauber und skurrile Fluggeräte steuern.

Nachdem wir im Ratgeber RC-Flugzeuge: Ferngesteuerte Flieger ab 30 Euro schon in die Lüfte gegangen sind, widmen wir uns jetzt dem Thema ferngesteuerter Helikopter. Anders als ein Starrflügler kann ein Drehflügler nahezu von überall aus starten und auf der Stelle schweben. Damit eignet sich ein ferngesteuerter Hubschrauber auch für einen Flug innerhalb der eigenen Wohnung.

In diesem Ratgeber aus der Themenwelt RC-Spielzeug stellen wir einfache ferngesteuerte Hubschrauber ab 20 Euro vor und geben einen Ausblick auf hochpreisiger Alternativen. Für längere Flüge oder Filmaufnahmen sind die günstigen Helikopter nicht geeignet. Wer einen Quadrokopter für Videoaufzeichnungen nutzen möchte, sollte einen Blick auf die DJI Mini 2 (Testbericht) werfen. Weitere Drohnen für Anfänger zeigen wir im Ratgeber Welche ist die beste Video-Drohne für Einsteiger?

Die Einsteigergeräte ab 20 Euro nutzen fast ausschließlich einen Koaxial-Rotor. Dabei laufen zwei übereinander liegende Hauptrotoren in gegenläufiger Richtung. Die Steuerung erfolgt über die Anpassung der Drehzahl des Rotors. Ferner nutzen diese fast immer eine Stabilisierungsstange und ein Gyroskop für die automatische Stabilisierung. Das sorgt dafür, dass der RC-Hubschrauber relativ einfach zu steuern ist und von allein die Höhe hält. So stellt er sich von selbst in eine gerade Position, wenn man die Steuerung loslässt.

Anspruchsvoller bei der Steuerung wird es jenseits der 60 Euro. Hier finden sich bereits RC-Helikopter mit einem klassischen Haupt- und Heckrotor – auch Single Blade genannt. Bei einem teureren Pitch-Heli entspricht die Steuerung schon annähernd dem Verhalten eines richtigen Helikopters. Hier verändern die Rotorblätter ihren Anstellwinkel, um eine Veränderung des Flugverhaltens herbeizuführen. Der RC-Heli mit Pitch-Steuerung behält die ihm einmal gegebene Flugrichtung bei. Bewegen RC-Piloten den Helikopter zum Beispiel nach vorne, fliegt dieser weiter in diese Richtung, auch wenn man den Steuerknopf loslässt. Um den Hubschrauber wieder gerade auszurichten, muss man nach hinten gegensteuern. Das erschwert die Handhabung, erlaubt aber auch realistischere und spektakuläre Manöver.

Als Antrieb dienen bei den hier von uns vorgestellten Modellen ausschließlich Elektromotoren. Die Flugzeit ist damit recht kurz. Abhängig vom Gewicht des Fluggeräts, der Motorstärke und der Akkukapazität ist nach 5 bis 10 Minuten meistens Schluss. Modellhubschrauber mit Verbrennungsmotor gibt es natürlich auch. Diese kosten mehr als 500 Euro und wiegen meistens mehr als 2 Kilogramm. Dann benötigen Piloten einen Kenntnisnachweis und müssen auf strengere Flugsicherheitsbestimmungen achten.

Bei den Fernsteuerungen sind Funkverbindungen mit 2,4 GHz gebräuchlich – auch in der günstigen Preisklasse. Diese bieten den Vorteil einer weiten Reichweite von 20 bis 50 Metern. Zudem sind sie nicht anfällig für Störungen, wenn ein anderes RC-Fahrzeug in der Nähe ist. Geräte mit einem Kanal im MHz-Frequenzbereich gibt es ebenfalls, wir raten davon aber wegen der Störanfälligkeit und niedrigen Reichweite von bis zu 5 Metern ab. Winzige Flugmodelle für den Indoor-Einsatz nutzen auch Fernsteuerungen mit Infrarot. Hier ist die Reichweite ebenfalls nur auf wenige Meter begrenzt.

Die meisten der hier vorgestellten ferngesteuerten Flugmodelle sind in erster Linie für den Indoor-Einsatz gedacht. Wer dennoch auch im Freien fliegen will, sollte sich mit den rechtlichen Rahmenbedingungen in Deutschland auseinandersetzen. Besonders, wenn ein größeres Modell zum Einsatz kommt.

Der Betrieb von Helikoptern, Drohnen und Modellflugzeugen unterliegt dem Luftverkehrsgesetz (§1 LuftVG). Prinzipiell ist das Fliegen von Modellen bis 2 Kilogramm auf Privatgrundstücken erlaubt. Zu Flugplätzen gilt aber zum Beispiel immer ein Mindestabstand von 1,5 Kilometern. Das Überfliegen besonders geschützter Objekte wie Militärstandorte oder Kraftwerke ist tabu. Die Nutzung eines Fluggeräts in Wohngebieten ist nur zulässig bis zu einem Gesamtgewicht von 250 Gramm. Wiegt das Fluggerät mehr als 2 Kilogramm, braucht der Hobbypilot ferner einen Kenntnisnachweis nach § 21e LuftVG für knapp unter 30 Euro. Weitere Details zu den Bestimmungen finden sich bei der Deutschen Modellsportorganisation.

Nach § 33, 37, 43.2 LuftVG ist unabhängig von Gewicht und Größe eine Haftpflichtversicherung für Modellhalter beim Einsatz im Freien vorgeschrieben. Die Kosten dafür liegen bei etwa 30 bis 40 Euro im Jahr. Einige Haftpflichtversicherungen bieten die Absicherung für den Modellflug auf Anfrage schon für wenige Euro zusätzlich an. Wer das Fluggerät nur im Garten nutzt, muss bei Flugmodellen bis maximal 2 Kilogramm nichts Weiteres beachten. Für die Nutzung eines kleinen RC-Hubschraubers im Freien empfiehlt sich immer eine Modellflugzeugversicherung. Bei Modellen jenseits der 250 Gramm sollte man ein freies Feld wählen, das mindestens 1,5 Kilometer von einem Wohngebiet entfernt liegt. Hier sollte man mit dem Besitzer des Grundstücks klären, ob er damit einverstanden ist.

Wir haben uns den Revell Control RC Helicopter Interceptor für 30 Euro näher angesehen. Der ferngesteuerte Hubschrauber mit Koaxial-Rotor ist ein RTF-Modell. Der Begriff RTF steht für Ready-to-Fly – das bedeutet, der RC-Hubschrauber ist ohne größere Maßnahmen direkt flugfähig. Die einzelnen Rotoren sind beweglich – hier müssen Nutzer die Schrauben nicht festziehen. Wenn der Motor startet, richten sich dir Rotorblätter durch die Rotationskraft automatisch aus.

Vor dem ersten Einsatz muss man den LiPo-Akku mit 300 mAh aufladen. Dafür liegt ein Kabel mit einem USB-A-Anschluss bei. Das dauert etwa 1 Stunde. Anschließend legt man den Akku in das dafür vorgesehen Fach auf der Unterseite und verbindet ihn per Kabel mit dem Elektromotor. Eine 3-Kanal-Fernsteuerung gehört ebenfalls zum Lieferumfang und funkt mit 2,4 GHz. Diese benötigt drei AA-Batterien (nicht im Lieferumfang enthalten). Danach schaltet man die Fernbedienung und den Helikopter jeweils über den Power-Button ein. Anschließend bewegt man den linken Steuerhebel einmal nach oben und nach unten. Jetzt ist der Copter mit der Fernsteuerung gekoppelt.

Für den Erstflug empfehlen wir eine ebene Fläche zu wählen – den Fußboden oder einen Tisch. Niemals sollte man das Gerät in die Hand nehmen, sonst droht Verletzungsgefahr durch die Rotoren. Zum Start drückt der Pilot die schwarze Taste links vom Power-Button auf der Fernbedienung – der Hubschrauber hebt dann ab. Rechts vom On-Off-Schalter befindet sich zudem der Notaus-Knopf. Die linke Steuertaste dient als Schubregler und bestimmt damit die Flughöhe. Der rechten Steuerknopf bewegt das RTF-Modell nach vorne oder hinten oder rotiert ihn seitlich um die Achsen. Die Steuerung erfordert etwas Übung, ist aber dank automatischer Stabilisierung einfacher als erwartet. Das Fluggerät hält die Höhe automatisch. Ein Anti-Kollisions-Sensor soll Zusammenstöße verhindern – davon merken wir in der Praxis aber wenig.

Der Revell Control RC Helicopter Interceptor ist vorwiegend als Spielzeug für den Indoor-Bereich gedacht. Bei einem Flug im Freien ist wegen noch so leichten Windes die Kontrolle über das Fluggerät nur eingeschränkt möglich, da es gerade einmal 60 Gramm wiegt. Das Fliegen macht eine Menge Spaß, allerdings hält der Akku maximal 10 Minuten – dann muss das Gerät wieder runter auf den Boden. Kleinere Zusammenstöße mit Objekten übersteht der Interceptor in der Regel, einmal ist allerdings der Heckrotor samt Motor bei einem Zusammenprall herausgefallen und sitzt seither etwas locker. Eine allzu lange Lebenszeit sollte man nicht von dem preiswerten Spielzeug erwarten. Als Ersatzteile legt Revell immerhin einen Satz Rotorblätter dazu.

Revell bietet eine Reihe weiterer Hubschrauber für Einsteiger in der Preisklasse von 20 bis 40 Euro, die sich vorwiegend optisch unterscheiden und nur eine sehr einfache Verarbeitung bieten. Meistens sind diese nur für den Einsatz zu Hause gedacht. Revell empfiehlt das Spielzeug für Kinder ab 8 Jahren, allerdings sollten sich Eltern das gut überlegen, denn die Unfall- und Verletzungsgefahr ist nicht zu unterschätzen. Zumindest unbeaufsichtigt sollten Kinder damit nicht hantieren.

Ein sehr ungewöhnlicher RC-Helikopter ist der Carrera RC Micro Helicopter II für 28 Euro mit Koaxial-Rotor. Eigentlich hatten wir Carrera um einen professionellen Single-Blade-Hubschrauber gebeten, am Ende bekamen wir aber dieses niedliche und winziges Modell mit einer Länge von gerade einmal 5,5 Zentimeter. Eine Fernsteuerung samt Batterien liegt bei. Die Flugzeit beträgt 5 Minuten, der Akku ist allerdings per mitgeliefertem USB-Kabel in 20 Minuten wieder aufgeladen. Ansonsten fliegt er sich ähnlich wie der Interceptor von Revell, wenn es auch etwas anspruchsvoller ist, ihn stabil an einem Ort zu halten.

Eher zu den skurrilen Fluggeräten gehört der Carrera RC Super Mario - Flying Cape Yoshi für knapp 32 Euro. Die grüne Echse aus dem Mario-Franchise von Nintendo bietet einen Koaxial-Rotor wie ein Hubschrauber und fliegt sich entsprechend. Er startet dabei von einem Podest aus. Besser funktioniert es, wenn man ihn vor dem Abflug mit der Hand hält, da sonst das Podest häufig mitfliegt, was sich negativ auf die Flugeigenschaften auswirkt. Die Steuerung ist nicht so präzise wie beim Helikopter von Carrera und Revell, was das kontrollierte Fliegen schwieriger macht. Die Flugdauer beträgt knapp über 5 Minuten. Das Aufladen klappt in 30 Minuten.

Je teurerer der Hubschrauber, desto anspruchsvoller die Steuerung. Der einzige Helikopter mit Koaxial-Rotor in diesem Preissegment ist der Carrera RC Sky Hunter. Die Produkte von Amewi ab 60 Euro eignen sich für Einsteiger, die die Umstellung auf ein Flugmodell mit Single-Rotor erlernen wollen. Aufgrund ihres niedrigen Gewichts und kompakten Formats eigenen sie sich eher für Indoor-Flüge. Eine automatische Stabilisierung über einen Kreiselstabilisator erleichtern dem Piloten das Leben. Die Hubschrauber ab 100 Euro bieten zum Teil eine erhebliche Steigerung bei der Funkreichweite. Diese liegt beim Amewi Buzzard Pro XL etwa bei 120 Meter.

Einen echten Pitch-Heli bekommt man mit dem Blade 230s RTF ab 320 Euro. Mit dem Preis steigen meistens Größe und Gewicht. Leider trifft das nicht auf die Flugzeit zu. Diese ist meistens auf maximal 10 Minuten begrenzt. Die Hubschrauber von Jamara richten sich schon an Fortgeschrittene sowie Profis und gehören zu den „Schwergewichten“ mit einem Gewicht von 800 bis 1400 Gramm und haben in Wohngebieten nichts mehr verloren. Der Align T-Rex 450L kratzt an der Marke von 500 Euro und ist nur etwas für erfahrene Piloten.

Helikopter ab 20 Euro wie der Revell Control Interceptor machen eine Menge Spaß und eignen sich gut als Hobby in den eigenen vier Wänden. Länger als 10 Minuten halten die Akkus aber nicht durch. Die Handhabung ist dank Koaxial-Rotor und automatischer Stabilisierung einfacher als gedacht, für den Outdoor-Einsatz eignen sich preiswerte Copter aber aufgrund des niedrigen Gewichts weniger. Zudem sollte man keine lange Lebensdauer bei diesen Fluggeräten erwarten. Skurrile Fluggeräte wie der Flying Cape Yoshi fliegen sich hingegen ungenau, was den Spaß etwas trüben kann.

Ab 60 Euro bieten Hersteller wie Amewi Hubschrauber mit Single-Blade-Rotoren an. Ab 300 Euro bekommt man einen größeren Pitch-Heli, die sich auch für den Outdoor-Einsatz eignen. Aufgrund der anspruchsvollen Steuerung sind diese aber eher was für Fortgeschrittene und Profis.

Wer lieber mit einem klassischen Flieger in die Lüfte abheben will, sollte einen Blick auf den Ratgeber RC-Flugzeuge: Ferngesteuerte Flieger ab 30 Euro werfen. Angehende Schiffskapitäne finden geeignetes Spielzeug im Ratgeber RC-Boote und ferngesteuerte Yachten: Fahrspaß ab 20 Euro. Wer generell auf den Geschmack gekommen ist und Aufnahmen von seinen Flügen machen will, kann über eine Drohne nachdenken. Geeignete Varianten für Anfänger zeigen wir im Ratgeber Welche ist die beste Video-Drohne für Einsteiger?

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