Schnelleres WLAN im Garten: Outdoor-Repeater & Co.

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Das WLAN reicht nicht in den Garten? Kein Problem: Wir zeigen WLAN-Mesh, Repeater für Indoor und Outdoor sowie weitere günstige Lösungen, um draußen stabil zu surfen.

Der Garten braucht Internet! Egal ob für die Beleuchtung (Ratgeber), um Rasenmähroboter (Themenwelt) zu steuern, um Musik zum Outdoor-Sonos (Testbericht) zu streamen oder fürs Homeoffice beim längst anstehenden Sonnenschein: Es braucht ein stabiles Netzwerk mit einem schnellen Zugang ins Internet. Glücklicherweise haben das auch die Hersteller von Netzwerkprodukten entdeckt und liefern endlich vernünftige Geräte, die man auch draußen nutzen kann. Unser Überblick stellt die verschiedenen Lösungen vor und zeigt, welche Neuerungen es 2021 gibt.

Im Vergleich zur ersten Version dieses Beitrags haben sich vor allem zwei Dinge geändert: In den letzten Jahren reiften WLAN-Mesh-Systeme und Wifi-6 deutlich nach. Es sind nicht mehr nur nette Ideen, die Early-Adopter für teures Geld kaufen können, sondern solide Techniken. Wifi-6 bringt vor allem mehr Reichweite, einen höheren Datendurchsatz und kann mehr Geräte gleichzeitig verwalten. Gerade für den Außenbereich ist die Reichweite spannend. Denn wo keine Wände stören, kann ein Wifi-6 Access Point seine Stärken voll ausspielen.

Wer keine Möglichkeit hat, einen LAN-Anschluss nach draußen zu verlegen, der sollte sich gleich das Thema WLAN Mesh ansehen. Denn selbst wenn jeder Hersteller Mesh irgendwie selbst definiert, die Technik löst ein paar der Probleme, die einfache Repeater mitbringen:

  1. Mesh erzeugt ein WLAN. Access Points können untereinander kommunizieren und Geräte von einem Access Point zum anderen „umziehen“, ohne dass man mehrere Zugangsdaten hinterlegen und eingeben muss. Das jeweilige Endgerät sieht nicht das WLAN vom Router und von einem Repeater, sondern ein großes Netzwerk.
  2. WLAN-Mesh ist schneller als ein klassischer Repeater. Als Faustregel kann man sagen, dass ein Repeater den verfügbaren Durchsatz halbiert. Mesh-Systeme stehen hier besser da, auch weil es eine zentrale Kontrolle gibt und nicht jeder Knoten unkontrolliert als eigenständiger Repeater vor sich hinfunkt.
  3. Mesh ist ein Netzwerk. In einem WLAN spannt jeder Repeater ein eigenes Netzwerk auf, das vom Router getrennt arbeitet. Das kann selbst dann der Fall sein, wenn alle WLANs die gleiche SSID und Passwort verwenden. Beim Surfen merken Nutzer diese nur selten, problematisch kann es aber werden, wenn man Smart-Home-Dienste oder Netzwerk-Features wie Spotify Connect oder Apple Airplay verwenden will. Hier kann es vorkommen, dass diese das andere Netzwerk einfach nicht „sehen“. Bei einem Mesh ist das anders, denn hier sind alle Access Points in einem großen Netzwerk, jedes Gerät „kennt“ die anderen und kann Anfragen entsprechend weitergeben und verarbeiten.

Steht der zentrale WLAN-Router so ungünstig, dass er nicht in den Garten funkt, kann man seine Funkzelle durch einen WLAN-Repeater verlängern. Vorteil von Repeatern: Sie sind preiswert, und das Koppeln mit dem Router geht schnell und einfach. Nachteil: Billige Modelle reduzieren die Surf-Geschwindigkeit etwa um die Hälfte. Mehr dazu in unserem Artikel „Wie WLAN-Repeater die Reichweite vergrößern “.

WLAN-Repeater mit internem Netzteil kann man direkt in eine 230-Volt-Dose stecken. Dann hängt kein Kabel rum, aber die belegte Steckdose ist für andere Zwecke blockiert. Außerdem sitzen Steckdosen Funk-technisch oft nicht optimal, etwa zu tief am Boden, in ungünstigen Ecken, hinter Möbeln. Beispiele für solche Geräte sind der AVM 310 (Testbericht), der AVM 1750E (Testbericht) oder der Devolo WiFi ac (Testbericht). WLAN-Repeater mit externem 230-Volt-Netzteil wie der Netgear Nighthawk EX7000 (Testbericht) kann man flexibler platzieren. Aber dann hängt eben ein hässliches Kabel in der Gegend.

Ein Nachteil: Die Geräte sind nicht für den Außeneinsatz konzipiert, sind also nicht gegen Wasser oder Schmutz geschützt. Wer ein trockenes Eck im Garten hat, etwa ein Gartenhaus oder eine Schuppen, kann sie wahrscheinlich problemlos aufhängen. Eine andere Möglichkeit ist, den Access Point in ein IP65-Gehäuse einzubauen. Diese bekommt man in verschiedenen Größen im Baumarkt oder auf Amazon. Wer einen 3D-Drucker (Ratgeber) und etwas Geschick besitzt, der kann sich das passende wasserdichte Gehäuse auch selbst konzipieren, ausdrucken und zusammenschrauben. Wie das geht, verrät der heise+-Artikel "Gehäuse aus dem 3D-Drucker – wasserdicht und lichtdurchlässig".

Übrigens: Oft lassen sich alte WLAN-Router in einen Repeater-Modus versetzen, so dass man diese Geräte weiter nutzen kann. Falls das von Haus aus nicht geht, kann man prüfen, ob der Router alternative Betriebssysteme wie OpenWRT unterstützt. Diese Firmware benötigt etwas Einarbeitung, man bekommt aber enorm viele Funktionen (heise+-Artikel Alternative Router-Firmware: Was OpenWRT besser macht ) und kann etwa Teil der Freifunk-Community werden (heise-Artikel Freifunk: Die größte WLAN-Community Deutschlands ).

Was, wenn keine Steckdose da ist? Dann kann man zu Repeatern greifen, die ihren Strom per USB aus einer Powerbank ziehen. Die Auswahl der Geräte ist eher beschränkt. Es gibt beispielsweise den Mi Repeater 2 von Xiaomi, den Ubiquiti airMAX airCube oder den MikroTik RouterBOARD hAP lite.

Der Vorteil der Geräte liegt auf der Hand. Sie lassen sich sehr flexibel platzieren. Allerdings bitte nicht in der prallen Sonne, sonst könnte der Powerbank-Akku überhitzen. Als grobe Regel für die Repeater-Platzierung gilt: Mittig zwischen WLAN-Router und WLAN-Endgerät. Ansonsten ausprobieren, wo sich der optimale Übergabe-Punkt zwischen den beiden Funkzellen befindet.

Bei der Auswahl der Powerbank sollte man auf Masse statt Design gehen. WLAN braucht Strom. Käufer sollten darauf achten, dass die Kapazität möglichst hoch ist und dass die notwendige Ausgangsspannung bereitgestellt wird.

Die bisher vorgestellten Produkte haben einen Nachteil: Sie sind weder gegen Staub noch gegen Wasser besonders geschützt. Damit kann man sie nicht einfach aufhängen und vergessen, sondern sollte sie tunlichst abends oder bei aufziehendem Regen wieder ins Haus mitnehmen.

Bei speziellen Outdoor Access Points ist das anders. Diese werden draußen angeschraubt und arbeiten anschließend bei (fast) jedem Wind und Wetter. Wer jetzt denkt, dass es solche Geräte nur im oberen Preissegment gibt, der irrt. Inzwischen sind Outdoor APs preisgünstig erhältlich.

Vorsicht: Es reicht nicht, ein LAN-Kabel aus dem Fenster zu werfen und den Outdoor AP an der Außensteckdose zu befestigen. Zu groß ist die Gefahr, dass es etwa bei einem Blitzeinschlag zu einer Überlastung kommt. Wer einen AP draußen anbringt, der sollte sich vorab über das Thema Erdung Gedanken machen und mit einem Elektriker reden. Der Netzwerkausrüster Lancom hat zu diesem Thema ein lesenswertes Handbuch herausgebracht.

Die Lösungen kosten um die 40 Euro, dafür hat man aber eine gute Auswahl an Herstellern. Hier tummelt sich etwa TP-Link mit dem Pharos CPE210, der Mikrotik wAP oder Tenda mit verschiedenen Geräten. Bei den günstigen Produkten ist es meist so, dass diese nur 2,4 GHz unterstützen. Damit haben die Produkte grundsätzlich eine hohe Reichweite, aber einen niedrigeren Durchsatz. Für die meisten Geräte im Garten ist das egal, solange man nicht mehrere Streams in UHD durchführen möchte. Musik hören oder Daten von Kameras live anzusehen ist kein Problem.

Viele der Geräte arbeiten sowohl per LAN-Kabel oder alternativ als Access Point. Allerdings ist das nicht immer der Fall, wie EAP110-Outdoor oder EAP225-Outdoor zeigen. Ja, auch hier verliert man Durchsatz, dafür muss man aber keine Kabel verlegen. Ein (wetterfester) Stromanschluss reicht.

Bei Tri-Band-Mesh-Systemen hat nur Netgear eine Outdoor-Komponente für seine Orbi-Serie vorgestellt. Die oben bereits erwähnte Lösung von Ubiquiti kann zwar Mesh, allerdings nur Dual Band. Der große Vorteil des Mesh: Sind die Komponenten einmal gekoppelt, reicht ein Stromanschluss und den Rest erledigt das System. Der Knoten verbindet sich automatisch mit den Endpunkten in Reichweite und erweitert das WLAN.

Gegenüber einem einfachen Repeater ist nicht nur der Datendurchsatz höher, im Mesh steckt mehr Intelligenz. So können Endpunkte wie Smartphones oder Laptops automatisch zwischen den Mesh-Knoten weitergegeben werden, meist klappt das sogar ohne Verbindungsabbruch. Mehr zum Thema WLAN Mesh findet ihr in unserem Artikel "WLAN Mesh oder Repeater: Wer braucht was? ".

Es spricht natürlich auch nichts dagegen, einen Indoor-Mesh-Knoten mit nach draußen zu nehmen. Auch hier gilt aber wie bei den Repeatern: Bitte nicht dauerhaft draußen stehen lassen. Wer draußen keine Strombuchse hat: Der Google WiFi Mesh Point lässt sich per USB-C mit Strom versorgen.

Im Schrebergarten gibt es weder WLAN, noch ist ein eigener Festnetzanschluss in der Nähe? Dann hilft ein mobiler LTE-Router. Dieser spannt ein WLAN auf; die Datenübertragung selbst läuft anschließend übers mobile Internet. Das ist auch für die Gartenlaube oder das Ferienhaus interessant, schließlich können neben Menschen auch smarte Alarmanlagen die Datenverbindung nutzen.

LTE-Router kommen grob in zwei Varianten: Akkubetrieben und mit Netzanschluss. Letztere erinnern an klassische Router und schaffen einen ordentlichen Durchsatz. Ein gutes Beispiel dafür ist der Gigacube von Vodafone (Testbericht). Ein großer Vorteil ist, dass sich an das Gerät andere Antennen anbringen lassen. Das ist nützlich für alle, deren Ferienwohnung etwas schlechter angebunden ist.

Wenn kein Stromanschluss vorhanden ist, kann man auf mobile LTE-Router mit integriertem Akku zurückgreifen. Beispiele für solche Produkte sind der Huawei E5788 (Testbericht) oder die Netgear Nighthawk-Serie. Alternativ kann man ein altes Smartphone verwenden, allerdings sind die Antennen der dedizierten Router meist besser für den Einsatz mit mehreren Geräten ausgelegt.

Allerdings sollte man nicht vergessen, dass man neben dem Router auch eine LTE-taugliche SIM-Karte samt passendem Tarif benötigt. Solche stellen wir in den Ratgebern Ab 30 Euro: Mobilfunktarife mit unlimitiertem Datenvolumen und LTE-Router: Die besten Tarife für mobiles Surfen vor. Die Beiträge aktualisieren wir regelmäßig.

Endlich vernünftig draußen surfen! Garten und Balkon dürften auch in diesem Jahr wieder ein fester Arbeitsplatz für viele im Homeoffice sein. Wenn das Internet dann nicht zügig funktioniert oder das Repeater-WLAN den Drucker im Router-WLAN nicht findet, dann ist das nervig. Wer jetzt aufrüsten möchte, dem würden wir zu einem Mesh-System mit mehreren Knoten raten. Günstige Dual-Channel-Meshs versorgen die ganze Wohnung, mit einem zusätzlichen Mesh-Punkt im Outdoor-Gehäuse bekommt man auch den Garten sauber ins Netzwerk.

Noch besser ist es, wenn man ein LAN-Kabel im Garten verlegen und so einen Rückkanal per Kabel schaffen kann. Die meisten der Outdoor-Access-Points kommen mit der Unterstützung für Power over Ethernet (PoE), damit spart man sich das Verlegen eines separaten Stromkabels. Mehr dazu in unserem Ratgeber PoE: Stromversorgung per LAN-Kabel. Wer eine Fritzbox mit Repeatern nutzt, der sollte diese in jedem Fall vom „dummen“-Repeater-Modus auf den smarteren Mesh-Standard umstellen. Dafür reicht meist einfach ein Update der Firmware aus, AVM liefert die Features selbst für alte Geräte.

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