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Ratgeber UHD-Player: Gute Player ab 150 Euro

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UHD-Player können mehr als nur Blu-Rays und DVDs abspielen. TechStage zeigt, worauf man beim Kauf achten sollte und warum sich ein separater Player immer noch lohnt.

Auch wenn Streaming-Dienste wie Netflix, Apple TV, Disney+ (Ratgeber) oder Amazon Prime Video boomen wie noch nie: Echte Heimkino-Fans schwören auf optische Datenträger wie die UHD-Blu-Ray. Denn: UHD-Discs lassen sich ohne Internet nutzen und arbeiten mit hohen Datenraten, die in der Spitze bei mehr als 100 MBit/s liegen. Das ermöglicht eine schonende Komprimierung sowie eine Bild- und Tonqualität, an die viele Streaming-Portale immer noch nicht ganz herankommen.

Außerdem möchten überzeugte Home-Cineasten ihre Lieblingsfilme auch haptisch besitzen und ins Regal stellen. Nachdem sich mit Samsung und Oppo zwei namhafte Hersteller aus der Player-Produktion verabschiedet haben, wird das Angebot zwar kleiner. Trotzdem hält der Markt zahlreiche Abspielgeräte in jeder Preisklasse bereit.

Ein UHD-Blu-Ray-Player allein reicht nicht aus, um UHD-Filme mit 3.840 x 2.160 Pixeln in maximaler Schärfe genießen zu können. Der Flachbildfernseher muss diese Auflösung ebenfalls beherrschen. Das ist allerdings kein Problem, es gibt kaum noch Modelle, die weniger können. Eine Unterstützung des neuen HDMI-Standards 2.1 ist nicht erforderlich (dazu später mehr), das TV sollte aber mindestens HDMI 2.0 beherrschen. Dann ist eine 4K-Übertragung mit einer Bildwiederholrate von 60 Bildern pro Sekunde zu möglich. Bei älteren HDMI-Standards muss man sich mit 30 Bildern pro Sekunde begnügen. Wichtig: Um Probleme bei der Wiedergabe von UHD-Blu-Rays zu vermeiden, sollte der Fernseher am HDMI-Eingang den Kopierschutz HDCP 2.2 beherrschen.

Für die Wiedergabe von HDR-Titeln mit höherem Kontrast und kräftigeren Farben muss der Flat-TV möglichst neben HDR10 auch HDR10+ und/oder Dolby Vision unterstützen. Entsprechende Filme kommen erst auf hellen Bildschirmen mit LCD-, QLED- oder OLED-Technik zur Geltung. Die jeweils günstigsten Fernseher aus allen Kategorien listen wir ständig aktualisiert im Ratgeber: Die günstigsten UHD-TVs aus allen Kategorien .

Bei einem guten UHD-Blu-Ray-Player spielt nicht nur die Ausstattung, sondern auch das Gehäuse eine entscheidende Rolle. Günstige Einsteigerplayer nerven mitunter durch störende Vibrationen, laute Lüfter und quälend lange Einlesezeiten der Disc. Hier lohnt es, etwas mehr zu investieren. Hochwertig verarbeitete Gehäuse bestehen aus einem soliden Rahmen, einer robuste Deckplatte und inneren Versteifungen, die mechanische Vibrationen effektiv reduzieren. Der Lüfter sollte sich dezent im Hintergrund halten, UHD-Blu-Rays sollten nach wenigen Sekunden starten. Ebenfalls wichtig ist ein gut ablesbares Display, das Informationen wie das aktuelle Kapitel und die Wiedergabezeit anzeigt.

Alle UHD-Blu-Ray-Player haben in der Regel zumindest einen HDMI-Ausgang zum Anschluss an den AV-Receiver oder den Fernseher. In den meisten Fällen dürfte das reichen. Teurere Geräte verfügen über zwei der Buchsen, von denen ein HDMI-Port ausschließlich den Ton ausgibt. So kann der AV-Receiver flexibler eingebunden werden, oder man leitet das Bildsignal direkt zum Flat-TV und den Sound über den AV-Receiver an separate Lautsprecher weiter.

Noch sind keine Player mit HDMI 2.1-Buchse im Handel, daran wird sich auch in den nächsten Monaten nichts ändern. Ausnahmen stellen lediglich die neuen Spielekonsolen Playstation 5 von Sony und Microsofts X Box Series X (Testbericht) dar, die Spiele mit 4K-Auflösung und 120 Hertz ausgeben können. Filme auf UHD-Blu-Ray liefern jedoch bestenfalls eine Wiederholrate von 60 Hertz, wofür HDMI 2.0 genügt. Für Besitzer eines 8K-Fernsehers wäre ein Player mit HDMI 2.1 interessant, um native 8K-Inhalte mit 60 Hertz abzuspielen. 8K-Videos sind derzeit jedoch absolute Mangelware, außerdem gibt es kein geeignetes Abspielmedium und entsprechend keine Wiedergabegeräte.

Analoge Anschlüsse am UHD-Player sind mittlerweile im modernen Heimkino nicht mehr erforderlich, sinnvoll kann hingegen noch ein optischer Audioausgang sein. Eine USB-Buchse ist ebenfalls obligatorisch, um Fotos, Videos und Musik von einem Speicherstick abzuspielen.

Je mehr Formate ein UHD-Player von Disc, USB-Stick, Festplatte oder über das Heimnetzwerk wiedergibt, desto besser. Neben UHD-Blu-Rays und einfachen Blu-Rays sollte das Gerät mit DVDs, CDs und im Idealfall Super Audio CDs (SACDs) zurechtkommen. Wer das Heimnetzwerk oder einen USB-Stick als Zuspieler nutzt, ist gut beraten, auf die Kompatibilität mit den gängigen Soundformaten WAV, MP3, AAC und WMA sowie mit den hochauflösenden Dateien DSD (5,6/2,8 MHz) und FLAC zu achten. JPEG-Fotos und MP4-Videos sind für alle aktuellen Player kein Problem.

Die Gestaltung von Menüs ist immer Geschmacksache. Große Symbole und Erklärtexte zu einzelnen Menüunterpunkten erhöhen generell den Bedienkomfort, während dieser durch verschachtelte Menüs mit zu kleiner Schrift erschwert wird. Ein Blick auf die Fernbedienung ist vor dem Kauf ebenfalls zu empfehlen. Gerade günstigeren Playern von Markenherstellern liegen oft im Vergleich zu den TV-Geräten deutlich geschrumpfte Signalgeber bei. Auch zu schwammige und eine nicht plausible Anordnung der Tasten sind ein Nachteil.

Wer ohnehin sein Smartphone fast immer in der Hand hat, sollte auf eine App-Steuerung des UHD-Abspielgeräts achten. So kann man auch Anwendungen wie Netflix oder YouTube bequem per Touchbedienung starten. Wir empfehlen Player, die sich die zuletzt angehaltene Stelle einer Disc merken. Auf diese Weise können Sie auch nach einer längeren Pause die Wiedergabe sofort an der gewünschten Position starten.

Jeder aktuelle UHD-Blu-Ray-Player lässt sich per Ethernetkabel ins Internet einbinden. Das ist sinnvoll, damit das Gerät bei Bedarf im Heimnetzwerk Fotos, Videos und Musik beispielsweise von einem NAS (Themenwelt) oder einer PC-Festplatte abgreifen kann. Zudem muss er ab und an den Kopierschutz aktualisieren. Für mehr Komfort sollte das Gerät auch WLAN beherrschen, sonst ist man bei der Wahl des Standorts wenig flexibel. Genau wie Flachbildfernseher haben immer mehr Player Apps wie Netflix, YouTube oder Amazon Prime Video an Bord, die eine Internetverbindung erfordern. Damit wird der Blu-Ray-Player gleichzeitig zum Media-Center.

High Dynamic Range (HDR) ist seit Jahren das Thema, das Hersteller und Konsumenten mit großem Interesse verfolgen, schließlich bieten Aufnahmen mit höherem Dynamikumfang einen echten Mehrwert. Leider müssen sich speziell Laien erst mal einen Überblick im Formate-Dschungel verschaffen.

Zu den aktuell wichtigsten Formaten zählen HLG, das überwiegend im Broadcasting-Bereich zur Anwendung kommt, sowie HDR10, HDR10+ und Dolby Vision. Während HDR10 nahezu alle UHD-Player unterstützen, die für entsprechende Hochkontrastaufnahmen ausgelegt sind, verhält es sich mit den dynamischen Verfahren HDR10+ und Dolby Vision anders. Diese sorgen dafür, dass die Helligkeit und die Farbdarstellung nicht pauschal für einen kompletten Film, sondern für jede Szene individuell angepasst werden. Auf Nummer sicher bezüglich der UHD-Blu-Ray-Wiedergabe geht man mit einem Player wie den Panasonic DP-UB824, der sowohl HDR10+ als auch Dolby Vision beherrscht.

Wer auch Streaming-Apps darüber nutzen will, muss noch weiter lesen: Netflix vertraut bislang auf Dolby Vision, während bei Amazon Prime Video neben Dolby Vision auch HDR10+ zum Einsatz kommt. Wichtig ist, dass ein etwaiger AV-Receiver zwischen Blu-Ray-Player und Fernseher ebenfalls mit den Formaten klarkommen muss. Auf jeder UHD-Blu-Ray-Disc liegt der Film nicht nur in den dynamischen HDR-Formaten, sondern auch in einer HDR10-Version vor. So ist eine HDR-Darstellung ebenfalls auf Fernsehern möglich, die noch nicht fit für Dolby Vision oder HDR10+ sind.

Genauso uneinheitlich wie mit dem Thema HDR verhält es sich bei UHD-Playern auch mit den Tonformaten. Neben der höheren Auflösung und der Wiedergabe von dynamischeren Farben unterscheidet sich die UHD-Blu-ray zu ihrer Vorgängerin durch die Unterstützung von dreidimensionalen Raumklangformaten wie Dolby Atmos und DTS:X. Es gibt Geräte wie den Sony UBP-X800M2, die beide objektbasierten 3D-Tonformate im Portfolio haben. Gerade bei Flachbildfernsehern entwickelt sich die Unterstützung von Dolby-Atmos-Sound immer mehr zum Standard. Das dritte Raumklangformat Auro-3D spielt bisher nur eine untergeordnete Rolle und kann beim Player-Kauf vernachlässigt werden.

Für rund 150 Euro ist der Sony UBP-X700 ein preiswerter und gleichermaßen solider und gut ausgestatteter UHD-Blu-ray-Player. Er unterstützt neben HDR10 auch Dolby Vision, aber kein HDR10+, außerdem die 3D-Tonformate Dolby Atmos und DTS:X. Mit seinen kompakten Abmaßen von 32 x 21,7 x 4,5 Zentimetern ist er deutlich schlanker als viele Mitbewerber. Ein Gehäusecheck mit dem dünnen Metalldeckel zeigt, dass Sony hier auf massive Verstrebungen im Inneren verzichtet hat, was in dieser Preisklasse nicht verwundert, sich jedoch in dezenten Vibrationen bemerkbar macht. Ebenso verzichtet der UBP-X700 leider auf ein Display, spielt aber mit Super Audio CDs, DSD, FLAC und MP3 nahezu alle wichtigen Formate ab. An Bord befindet sich eine kleine App-Auswahl unter anderem mit Netflix und YouTube. An der Bildqualität gibt es nichts zu bemängeln.

In der Preisklasse für unterhalb von 200 Euro spielt auch der LG UBK90. Die Ausstattung ist ähnlich mit Dolby Vision, HDR10 und Dolby Atmos, beim App-Angebot muss man Abstriche hinnehmen, Netflix ist aber auch hier vorhanden. Musik und Fotos greift der LG per USB-Stick ab, für die Tonwiedergabe ist am UBK90 ein separater HDMI-Ausgang verbaut. Auch die Koreaner haben ein Display eingespart. Abgesehen davon ist der LG ein sehr einfach zu bedienender und selbsterklärender Player ohne bildliche Defizite.

Für um die 400 Euro ist der Panasonic DP-UB824 ein echter Preis-Leistungs-Tipp. Zur hervorragenden Ausstattung zählen unter anderem zwei HDMI-Anschlüsse, ein optischer sowie ein analoger 7.1-Kanal-Audioausgang, zwei USB-Ports und ein scharfes Punktmatrix-Display, alles verpackt in einem stabilen Gehäuse. Unterstützt werden HDR10+, Dolby Vision, Dolby Atmos und DTS:X. Zu den Besonderheiten gehört die Steuerung per Sprache mittels Google Assistant und Alexa. Das gute App-Angebot umfasst unter anderem Netflix und Amazon Prime Video. Zu den zahlreichen Features zählen SDR-HDR-Konvertierung, Deep-Color- sowie HDR-Farbraumausgabe. Neben einer sehr feinen Pixelstruktur liefert der Panasonic DP-UB824 leuchtende Farben sowie realistische und plastische Bilder.

Für Sparfüchse mit hohen Ansprüchen an Bildqualität und Bedienkomfort ist der Sony UBP-X800M2 eine Empfehlung. Auch er hat in der Ausstattungstabelle bei HDR10, Dolby Vision, Dolby Atmos und DTS:X überall ein Häkchen. Ein kleiner Wermutstropfen ist das fehlende Display. Die hochwertige Verarbeitung des speziellen Rahmen-und-Träger-Gehäuses mit erhöhter Festigkeit zur Vermeidung von Vibrationen wird beim hohen Gewicht von 3,8 Kilo deutlich. Der Sony startet schnell und erlaubt es, Ton per Bluetooth an kabellose Kopfhörer und Lautsprecher zu streamen. Auch der UBP-X800M2 stellt mit Netflix, Amazon Prime Video und YouTube wichtige Streaming-Portale bereit. UHD-Filme erweckt er knackscharf mit hoher Dynamik zum Leben.

Im Oberklasse-Bereich sind Panasonic und Sony mit zwei interessanten Geräten vertreten. Sowohl der Panasonic DP-UB9004 als auch der Sony UBP-X1100ES protzen durch exzellente Verarbeitung und massiv verstärkte Gehäuse. Laufwerksgeräusche machen sich bei den Playern nicht bemerkbar. Beim Thema HDR hat der Panasonic die Nase vorne, da er nicht nur Dolby Vision wie der Sony, sondern auch HDR10+ beherrscht. Der UBP-X1100ES hat zwei HDMI-Buchsen an Bord sowie einen hochwertigen 32-Bit-D/A-Wandler, ein gut ablesbares Display und Apps für Netflix, Amazon Prime Video und YouTube. Der 7,8 Kilo schwere DP-UB9004 besitzt ebenfalls ein scharfes Display, einen Twin-HDMI-Ausgang, einen Audio-D/A-Wandler sowie eine Fernbedienung mit beleuchteten Tasten. Beide Player liefern eine vorzügliche Bildqualität.

Beim Bild unterscheiden sich aktuelle UHD-Blu-ray-Player nur noch marginal. Die wesentlichen Unterschiede liegen in der Ausstattung, im Bedienkomfort sowie in der Verarbeitung und der Dämmung der Gehäuse. Das Thema HDMI 2.1 spielt im Segment der Abspielgeräte außerhalb der neuen Spielekonsolen von Sony und Microsoft überhaupt noch keine Rolle. Achten Sie vielmehr darauf, dass Ihr künftiger Player nach Möglichkeit die dynamischen HDR-Formate Dolby Vision und HDR10+ unterstützt, um bei der Wiedergabe von Discs und beim Streamen von Videoplattformen aus dem Internet möglichst flexibel zu sein.

Einzeltests verschiedener Player haben wir in der Themenwelt Blu-Ray-Player veröffentlicht. Wer auf der Suche nach einem neuen Fernseher ist, dem empfehlen wir unsere Kaufberatung UHD-TVs und den Ratgeber: Die günstigsten UHD-TVs aus allen Kategorien .

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