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Kaufberatung: Speicherkarten für 4K-Kameras und Drohnen

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Speicherkarten gibt es viele. TechStage zeigt, wie man sich im Gewimmel des Angebots zurechtfindet und die richtige SD- oder Micro-SD-Karte findet.

Egal, ob in Drohnen, Kameras oder Smartphones, Speicherkarten sind essenzielle Datenträger. Die zahlreichen Formate und Geschwindigkeitsangaben können aber etwas verwirrend sein. Wir versuchen, mit diesem Ratgeber etwas Licht ins Dunkel zu bringen.

Der Ratgeber erscheint in unserer Themenwelt zu Speicherkarten. Neben zahlreichen Einzeltests, etwa zur Kingston Canvas Select Plus (Testbericht) oder zur Sandisk Extreme Pro SD (Testbericht) haben wir dort auch Vergleichstest zu großen Micro-SD-Karten oder zu besonders schnellen SD-Karten veröffentlicht.

Die häufigste Karte ist die SD-Speicherkarte. Sie ist weitverbreitet und hat frühere Formate, etwa den Memorystick von Sony, weitgehend verdrängt. Die kleine Schwester ist die Micro-SD-Karte. Sie ist kompatibel zur SD-Karte und lässt sich mit einem Adapter problemlos in SD-Schächten verwenden.

Im professionellen Foto-Umfeld sind Compact-Flash-Karten populär. Deren Zeit läuft aber langsam ab, sie erreichen einfach nicht die Geschwindigkeit einer SD-Karte. Im Profi-Bereich will CFexpress der neue Standard werden. Die Karten nutzen die Geschwindigkeit von PCIe und das NVMe-Protokoll. Damit sind theoretisch Datenraten von bis zu 2 GBit/s möglich. In der Praxis mangelt es an Kameras und Kartenlesern, die bei dieser Geschwindigkeit mithalten. Mehr Details liefert der heise+-Artikel Acht Speicherkarten im CFexpress-Format für Profikameras im Test.

Für den Alltag und das Hobby dürfte CFexpress noch längere Zeit keine Rolle spielen. Wir beschränken uns Daher in diesem Artikel vor allem auf die SD-Karten und die kleineren Micro-SD-Karten.

Neben der Größe bestimmt vor allem die klassifizierte Geschwindigkeit den Preis der Karte. Und hier wird es kompliziert, wie die zahlreichen Aufdrucke auf den Karten zeigen. Dort steht eine Speed Class, eine UHS Speed Class und eine Video Speed Class. Diese Formate haben sich über einen längeren Zeitraum entwickelt, teilweise dürften sie auch dem Marketing zuzuschreiben sein.

Zunächst die Speed Class. Sie unterteilt die Karten in 2, 4, 6 und 10. Dabei handelt es sich um die Mindestgeschwindigkeit in einem Worst-Case-Test, die Angabe ist in MByte/s (nicht MBit/s). Dass bei 10 MByte/s (oder 80 MBit/s) Schluss ist, zeigt bereits, dass der Standard deutlich älter ist. Tatsächlich gibt es keinen wirklichen Grund, zu einer langsameren Klasse als 10 zu greifen, vor allem, da Class-6-Karten maximal 32 GByte Speicherplatz bieten. Sprich: Class 10, alles andere ignorieren.

Die nächste Klasse ist die UHS Speed Class, die 2009 eingeführt wurde. Sie knüpfen an die erste Speed Class an. UHS-1 schafft mindestens 10 MByte/s, UHS-3 liegt bei 30 MByte/s. Diese Karten benötigen einen speziellen UHS-Bus, der aber inzwischen Standard ist.

Für4K- und 8K-Filme wurden auch diese Schnittstellen zu langsam, also führte man die Video Speed Class ein. Die ist einfach erklärt: Sie setzt sich aus einem V gefolgt von einer Nummer zusammen. Die Nummer gibt die sequenzielle Mindestschreibgeschwindigkeit an. V10 schafft entsprechend 10 MByte/s und liegt auf einer Ebene mit Class 10 und UHS-I.

Aktuelles High-End ist V90, deren Karten schaffen sequenziell mindestens eine Schreibgeschwindigkeit von 90 MByte/s, das ist vor allem bei 8K-Aufnahmen mit einer hohen Framerate (etwa 8K/120 fps) wichtig. Entsprechende Karten stellen wir im Artikel Schnelle Speicherkarten von Sandisk und Co im Vergleich vor.

GeschwindikeitSpeed ClassUHS-ClassVideo Speed ClassEinsatzzweck
2 MByte/sClass 2SD-Aufnahmen
4 MByte/sClass 4HD-Ready / Full-HD
6 MByte/sClass 6V6HD-Ready / Full-HD
10 MByte/sClass 10 U-1, UHS-IV10Full-HD, höhere Frameraten mit 60 und mehr fps
30 MByte/sU-3, UHS-IIIV304K Aufnahmen, 60 oder 120 fps
60 MByte/sV608K Aufnahmen
90 MByte/sV908K Aufnahmen

Neben Schreibweisen SD und Micro-SD kommen häufig die Kürzeln SDHC und SDXC vor. Das sind in erster Linie Techniken, mit denen eine höhere Kapazität für SD-Cards beschrieben wird. SDHC ermöglicht bis zu 32 GByte Platz, bei SDXC sind sogar bis zu 2 TByte Speicher auf der Card möglich. Diese Karten müssen aber von allen Geräten in der Kette (also etwa Handy, Kamera und Lesegerät) unterstützt werden.

Gibt es einen Grund, warum man eine Micro-SD nicht dauerhaft in einem Adapter nutzen sollte? Tatsächlich haben wir in unseren eigenen Benchmarks einen minimalen Geschwindigkeitsverlust festgestellt. Der war allerdings so gering, dass er innerhalb der normalen Messwerttoleranz liegt. Weitere Recherchen in einschlägigen Foto-Foren und -Seiten gaben ebenfalls keinen Aufschluss. Micro-SD auf SD-Adapter sind rein passiv, es gibt eigentlich keine Bauteile, die kaputtgehen können. In den meisten Foren wird zwar davon abgeraten, allerdings ohne konkreten Grund. Einige meinen, dass die Karten bei langer Nutzung (sprich 4K/8K-Videoaufnahmen) wärmer und damit langsamer und fehleranfälliger werden könnten, konkrete Beweise gibt es dafür nicht.

Aus unserer Erfahrung heraus spricht nichts dagegen, eine Micro-SD-Karte in einer Spiegelreflexkamera für normale Aufnahmen zu nutzen. Bei langen Serienaufnahmen oder UHD-Videos sollte man vorab einen Test fahren und danach selbst entscheiden.

Immer wieder machen Geschichten über Speicherkarten mit gefälschten Größenangaben die Runde. Misstrauisch sollte man vor allem bei besonders günstigen großen Karten werden. Es schadet aber nicht, jeden Neukauf vor dem produktiven Einsatz kurz zu überprüfen. Denn die Fälschungen geben vor, dass sie Daten einfach immer weiter Schreiben, in Wahrheit sind die Inhalte aber verloren. Im heise-Artikel Gefälschte USB-Sticks und SD-Karten: Darauf sollten Sie achten erklären die Kollegen, wie man falsche Speicher erkennen und mit dem Tool H2Testw die Kapazität abfragen kann. Wer die Sticks bei einem EU-Händler kauft, kann sie innerhalb von 14 Tagen retournieren.

Um es einfach zu machen: Wer vor allem einen Datenspeicher fürs Handy oder einzelne Fotos sucht, der kann zu einer Speicherkarte Class 10, UHS-1 (U1), V10 greifen. Das sind die günstigsten Speicherkarten, mit denen man aber solide arbeiten kann.

Relevant wird die Bezeichnung, wenn man längere Videos mit einer 4K-Auflösung oder hohen Frameraten aufnehmen möchte. Für 4K 60/120 fps sollte man zu einer UHS-3 (U3), V30-Karte greifen. 30 MByte/s als Mindestgeschwindigkeit lässt genügend Puffer, um alle Aufnahmen auf die Karte zu bannen.

Wer in 8K aufnimmt (oder bei 4K auf Nummer sicher gehen möchte), der sollte auf die Video Speed Class achten und eine Karte mit V60t oder gleich V90 wählen. Solange man ein einigermaßen aktuelles Gerät hat, sollten schnellere Karten kein Problem sein. Sie sind abwärtskompatibel, allerdings sollte man auf die Dateigröße achten. Wer seine Karte mit FAT32 formatiert, kann maximal 4 GByte große Aufnahmen machen. Viele Geräte umgehen diese Limitierung, indem sie alle paar GByte eine kurze Pause machen, dann kann man aber Inhalte verlieren. Besser ist eine Formatierung als exFAT, dann sollte man allerdings die Daten zügig sichern, das Format gilt als anfällig für Fehler. Mehr dazu im heise tipps+tricks-Artikel exFAT vs. NTFS - das sind die Unterschiede.

Speicherkarten überschwemmen den Markt. Die gute Nachricht ist, dass selbst die günstigsten Modelle für den normalen Einsatz in Kamera oder Smartphone reichen. Erst, wenn man in 4K oder 8K aufnimmt, muss man wirklich auf die Geschwindigkeit achten.

Es ist zudem eine gute Praxis, eine neue Speicherkarte erst einmal durch einen Test zu schicken. Dieser findet Fakes und kann zudem defekte Sektoren aufzeigen. Gerade in Kameras ist das wichtig, schließlich sind Fotos oder Videos nur selten wiederherstellbar.

In unserer Themenwelt Speicherkarten steigen wir noch tiefer in die Materie ein. Dort zeigen wir etwa die Top 5 der besten Micro-SD-Karten im Vergleich oder besonders schnelle Speicherkarten im Vergleichstest. Letzteres ist vor allem für alle spannend, die eine V90-Karte für 8K-Aufnahmen anschaffen wollen.

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