TechStage | Tests, Ratgeber und Kaufberatungen zu Smartphones, Smart Home, Computer und Technik, die Spaß macht

Ratgeber: Soviel Smartphone gibt es unter 100 Euro
Beliebt auf TechStage
Homeoffice ohne Rückenschmerzen: elektrischer Tisch, Monitorarm, ergonomische Maus, Tastatur und Co. ab 15 Euro
Sitz, Abschirmung und Sound für In-Ear-Kopfhörer verbessern
Günstig & monatlich kündbar: Mobilfunktarife mit 3 GByte bis 5 Euro
Renn- und Freestyle-Drohnen mit HD-Livebild Fliegen: Alternativen zur DJI FPV Combo

Billig soll es sein und dennoch möglichst viel können? Wir erklären, was Smartphones bis 100 Euro bieten – und was nicht.

Update vom 9. Mai 2021

Eines sollte klar sein, wenn man ein Smartphone bis 100 Euro sucht: Weder Hard-, noch Software sind meist aktuell und/oder besonders stark. Dennoch gibt es heute Modelle, die alle wesentlichen Funktionen eines Smartphones bieten und sich halbwegs ordentlich bedienen lassen, ohne dass das Gerät nach wenigen Tagen frustriert in den Müll wandert. Wir zeigen, was Nutzer beachten sollten.

Auch günstige Smartphones brauchen ein vernünftiges Betriebssystem. Möglich macht das bei vielen Smartphones der untersten Preisklasse Android Go, das speziell für sehr günstige Hardware entwickelt wurde. So laufen Go-Versionen von Android schon mit 512 MByte RAM, auch wenn dann oft nur spezielle abgespeckte Apps ordentlich funktionieren. Die können Nutzer aber meist gegen die normalen Versionen aus dem Play Store austauschen – auch wenn es gerade bei so extrem wenig Arbeitsspeicher und dann meist auch schwachen Prozessoren normalerweise keine flüssige Bedienung gibt. Normalerweise sind aber auch die Go-Varianten bekannter Apps brauchbar. So oder so: Android 10 ist fast schon normal, Android 11 noch die Ausnahme. Übrigens: Android Go ist im ersten Halbjahr 2021 in unserer Bestenliste gar nicht mehr vertreten - ein Zeichen, dass die Hardware auch im untersten Preissegment immer besser wird.

Es wurde bereits angedeutet: Günstige Smartphones bieten oftmals nur eine geringe Speicherausstattung. Das betrifft den Arbeitsspeicher, dessen geringe Größe zumindest in einigen Bereichen durch Android Go ausgeglichen wird, aber auch den Massenspeicher. So haben besonders günstige Modelle nur 4 oder 8 GByte internen Speicher, der zum Glück aber in den meisten Fällen per Micro-SD-Speicherkarte erweitert werden kann. Somit stellt zwar zumindest der Speicherplatz kein großes Problem dar, wir empfehlen aber dennoch Modelle mit mindestens 16 GByte internem Speicher und 2 GByte RAM - beides ist bis 100 Euro auch in aktuellen Modellen gut zu haben. In unserer aktuellen Top 10 sind sogar nur Modelle mit 32 GByte intern und 2 oder 3 GByte RAM zu finden.

Chipsätze in der unteren Preiskategorie kommen meist mit wenig CPU-Kernen und schwacher Grafikeinheit daher. Während in höherpreisigen Modellen längst Octa-Cores normal sind, sind bei Smartphones bis 100 Euro vermehrt Quad-Cores anzutreffen. Auch stammen die Chips meist nicht von Markenherstellern wie Qualcomm, sondern von günstigeren Anbietern wie Mediatek oder Unisoc (ehemals Spreadtrum). Das bringt bisweilen Nachteile bei Stromverbrauch und Update-Fähigkeit des Betriebssystems mit sich. In unserer aktuellen Version der Top 10 gilt die Begrenzung der CPU-Kerne aber nicht, hier haben alle Modelle 8 Kerne.

Für Updates müssen die Chip-Hersteller den Smartphone-Produzenten Geräte und Google Code zur Verfügung stellen. Während Qualcomm das noch recht zuverlässig tut, sieht das bei günstigeren Anbietern oft anders aus. Daher ist bei besonders günstigen Smartphones normalerweise nicht mit Versions-Upgrades von Android zu rechnen. Das ist besonders schade, da viele Smartphones unter 100 Euro mit Android 10 (oder älter) ausgeliefert werden. Updates auf Android 11 sind normalerweise nicht zu erwarten, doch es gibt immer mehr Ausnahmen, entsprechend ist sogar Android 11 für unter 100 Euro zu haben. Da wir uns auf aktuelle Modelle aus 2020 konzentriert haben, bietet sogar der Großteil Android 10 an.

Günstige Smartphones haben günstige Displays. Was wie eine Binsenweisheit klingt, macht sich nicht nur durch niedrige Auflösung und oft auch eine kleinere Diagonale bemerkbar, sondern auch bei Helligkeit, Farbwiedergabe und Blickwinkelabhängigkeit. Doch auch hier gilt: Der Markt wandelt sich, hin und wieder sind sogar erste Modelle mit FHD+-Auflösung für unter 100 Euro zu haben. Wir empfehlen eine Auflösung von wenigstens 720p (1280 × 720 Pixel oder höher).

Auch sehr günstige Smartphones haben Kameras – die sind aber eher schön auf dem Datenblatt anzuschauen, als für gute Fotos zu gebrauchen. Megapixel-Zahl, Anzahl der Kameras, Pixel-Größe, Blende – all das sind Punkte, an denen bei Smartphones für unter 100 Euro kräftig gespart wird. Selbst bei Tageslicht ist daher nur mäßige Bildqualität zu erwarten. Kameras sollten daher kein Kaufkriterium bei günstigen Smartphones sein - auch wenn die Hersteller selbst in diesem Preisbereich bisweilen mit Triple-Cams werben. Dabei handelt es sich dann aber meist um Makro- und Tiefensensor als Beiwerk zur Hauptlinse - im Alltag sind die zu vernachlässigen.

Klingt komisch, ist aber so: Besonders günstige Smartphones haben beim Thema Akku bisweilen sogar im Vergleich zu deutlich teureren Modellen einen Vorteil. Zumindest bei einem Punkt: Sie lassen sich mit wenigen Handgriffen austauschen. Während moderne, teurere Smartphones fest eingebaute Kraftspender in verklebten Gehäusen haben, lassen sich die Gehäuse sehr günstiger Smartphones immer noch überwiegend ohne Werkzeug öffnen und der Nutzer kann den Akku dann einfach austauschen. Auch hier ist aber ein langsamer Wandel hin zu fest eingebauten Akkus zu beobachten. Inzwischen gilt überwiegend: Der Akku ist fest eingebaut, vor allem, wenn die Modelle an der 100-Euro-Grenze kratzen. Weitere Modelle mit wechselbarem Akku haben wir im Beitrag: Smartphones mit Android 9 und wechselbarem Akku zusammengefasst.

Selbst günstige Smartphones bieten heute vieles von dem, was auch Modelle für 1000 Euro können – nur meist in stark abgespeckter Form. So verbinden sich auch Smartphones für 50 Euro mit dem WLAN, funken aber nicht mit 5-, sondern nur mit 2,4 GHz und schon gar nicht per Wifi 6. GPS wird zwar ebenfalls unterstützt, andere Positionierungsnetzwerke wie GLONASS oder Galileo hingegen oft nicht. LTE ist oft vorhanden, meist aber mit vergleichsweise niedrigen Übertragungsgeschwindigkeiten. Die genannten Beispiele lassen sich auf fast alle Features eines besonders günstigen Smartphones übertragen.

Unter 50 Euro gibt es keine empfehlenswerten aktuellen Smartphones. Natürlich kann man zur Not auch zu älteren Modellen greifen, schließlich ist ein günstiges Smartphone immer noch besser als gar keins. Raten würden wir dazu aber nur noch im äußersten Notfall und wenn das Budget absolut nicht mehr hergibt. Grund ist neben niedriger Display-Auflösung und schwachem Prozessor vor allem der mit 1 GByte zu kleine Arbeitsspeicher solcher Modelle. Lange Spaß hat damit kaum ein Nutzer.

Im Mai 2021 sehen wir bis 75 Euro vier empfehlenswerte Smartphones: Oukitel C19, ZTE Blade A5 (2020), TP-Link Neffos A5 und das ZTE Blade A3 (2020) - alle anderen aktuellen Smartphones bieten mit einer Auflösung deutlich unterhalb 720p für uns unzumutbar unscharfe Displays.

Auch wenn Oukitel hierzulande wenig bekannt ist: Für gerade einmal 65 Euro hat der Hersteller beim C19 ein erstaunlich gutes Paket geschnürt. Das 6,5 Zoll große Display bietet 720p, zusätzlich zur Hauptkamera mit 13 Megapixel gibt es Makrolinse und Tiefensensor mit je 2 Megapixel. Selfies knipst man mit 5 Megapixel. Der Mediatek Quad-Core wird von 2 GByte RAM flankiert, 16 erweiterbare GByte interner Speicher sind für diesen Preisbereich okay. Der Akku punktet mit 4000 mAh, außerdem verpasst Oukitel dem C19 Android 10 Go, LTE und als einem der wenigen Geräte in dieser Preisklasse USB C.

Genau 69 Euro kostet zum Artikelzeitpunkt das ZTE Blade A5 (2020). Es kommt mit einem etwas kleineren Display (6,1 Zoll) mit ebenfalls HD-Auflösung, die 13-Megapixel-Kamera wird von einer Tiefenschärfelinse unterstützt. Unisoc hat den Octa-Core gebaut, der im Gehäuse steckt und 2 GByte RAM zur Unterstützung hat. 32 GByte erweiterbarer interner Speicher sind eine Ansage bei dem Preis - das gilt auch für LTE. Der Akku bietet 3200 mAh, als Betriebssystem ist noch Android 9 installiert.

Nicht einmal 65 Euro kostet das ZTE-Modell zum Zeitpunkt des Artikels, das ist nicht viel Geld für ein Smartphone. Dafür erhalten Käufer ein knapp 5,5 Zoll großes LCD mit 1440 × 720 Pixel, das reicht für eine annehmbare Bildschärfe von fast 300 Pixel pro Zoll. Von den Kameras sollte man nichts erwarten, zum Glück versucht der Hersteller des hier aufgezählten Modells mit den einfachen Hauptkameras mit 5- und den schlichten Frontkameras mit 2 Megapixel auch gar nicht erst, mehr zu versprechen – lobenswert!

Als Antrieb dient ein Quad-Core-Chipsatz von Unisoc (ehemals Spreadtrum), der von nur 1 GByte RAM flankiert wird – Wunder bei der Bedienbarkeit sollten Interessenten hier nicht erwarten, auch wenn Android 9 in der Go-Variante zum Einsatz kommt. Eine kleine Überraschung bietet das günstige Modell beim internen Speicher, der mit 32 GByte recht groß daherkommt. Erweiterbar ist er natürlich auch. USB-C gibt es bei diesem Modell noch nicht, stattdessen müssen Käufer noch mit dem älteren Standard Micro-USB Vorlieb nehmen.

Das Smartphone von TP-Link bietet für knapp 70 Euro einen fast 6 Zoll großen Bildschirm mit ebenfalls 1440 × 720 Pixel und der fast gleichen restlichen Ausstattung. Unterschiede sind hier ein minimal anderer Chipsatz von Unisoc, halber interner Speicher, dafür aber ein etwas stärkerer Akku. Achtung: Das Modell beherrscht kein LTE!

Zwischen 75 und 100 Euro gibt es etliche empfehlenswerte Modelle, die besten davon tummeln sich ganz dicht an der 100-Euro-Schallmauer. Die drei besten Geräte wollen wir an dieser Stelle besonders hervorheben, zwei davon sind sich allerdings extrem ähnlich. Das erste Modell bietet dabei die das beste Gesamtpaket, die zweiten beiden die beste Kamera. Alle Modelle liegen bei 720p und 3 GByte RAM, alle drei haben bereits Android 10.

Das Oppo A12 bietet den schnellsten Octa-Core im Feld, der Mediatek Helio P35 taktet bis zu 2,3 GHz und wird von 3 GByte RAM unterstützt. Das 6,2 Zoll große HD-Display bietet eine Tropfen-Notch und Gorilla-Glas 3, insgesamt wirkt das Smartphone damit recht modern. Die Kamera bietet 13 Megapixel, ein Tiefensensor noch einmal 2 Megapixel. Daten finden im 32 GByte großen und erweiterbaren Speicher Platz. Ein Akku mit 4230 mAh sorgt für ordentliches Durchhaltevermögen. Im Gegensatz zur überarbeiteten Version, in der es für das Oppo A15 nur Android 9 gab, hat der Hersteller jetzt nachgebessert und Android 10 ausgeliefert. Etwa schade: Oppo setzt immer noch auf Micro-USB, dafür gibt es einen Fingerabdrucksensor.

Die beiden, oben als "extrem ähnlich" bezeichneten Smartphones sind Alcatel 1S und Alcatel 1SE. Das Display beider Modelle ist mit 6,2 Zoll und 720p identisch, den ersten Unterschied gibt es bei der Kamera. So kommt das 1S mit zusätzlichem Makroobjektiv zum Kunden, das 1SE verlässt sich auf die gleiche Hauptkamera mit 13 Megapixel, aber schwächerer Blende, 5-Megapixel Weitwinkel mit besserer Blende und einen Tiefensensor. Der offensichtlichste Unterschied ist die Prozessorwahl: Das Alcatel 1S setzt auf einen Mediatek Helio P22, das 1SE-Modell auf einen Unisoc-Octa-Core - viel Unterschied ist da aber nicht zu erwarten, zumal beide Modelle von 3 GByte RAM unterstützt werden. Der Akku ist mit 4000 mAh wieder identisch und es gibt jeweils Android 10.

Hier haben wir noch einmal alle passenden Smartphones aus dem Preisbereich 75 bis 100 Euro im Überblick:

Ja, es gibt brauchbare Smartphones bis 100 Euro, sofern Nutzer leichte Abstriche bei den anfangs genannten Punkten machen können. Auffällig ist bei Smartphones bis 100 Euro, dass vor allem chinesische Hersteller vertreten sind, die hierzulande (noch) kaum Beachtung finden. Zwar gibt es grundsätzlich in diesem Preisbereich auch bekannte Marken wie LG, Huawei, Nokia und Wiko, die bieten aber meist ein schlechteres Preis-Leistungs-Verhältnis und tauchen daher in unserem Ratgeber nicht auf.

Für rund 50 Euro mehr bekommen Interessenten natürlich noch einmal bessere Technik, hier lohnt ein Blick in unsere Bestenliste: Top-10 der Smartphones bis 200 Euro. In einer anderen Liste haben wir die besten Smartphones mit Android One zusammengefasst. Wer besonders gut im Bilde sein will, schaut sich unsere Bestenliste: Die 10 besten Kamera-Smartphones an.

Tags:

Affiliate-Information

- Bei den mit gekennzeichneten Links handelt es sich um Provisions-Links (Affiliate-Links). Erfolgt über einen solchen Link eine Bestellung, erhält TechStage eine Provision. Für den Käufer entstehen dadurch keine Mehrkosten.