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Nachrüstlösungen per Funk machen auch alte Wohnungen und Häuser schlau. Wir zeigen, welche Möglichkeiten es gibt und wie teuer smarte Leuchten, Heizung & Co. kommen.

Nicht nur wer sich derzeit besonders viel zuhause aufhält, möchte es daheim gemütlich haben. Daher ist es prima, wenn Technik zur Wohlfühlatmosphäre beiträgt. Das Stichwort lautet Smart Home. Im ersten Schritt bedeutet das, Lampen, Steckdosen, Heizkörper oder sonstige Haustechnik per App und Sprache steuern zu können – egal, ob im Heimnetz oder unterwegs. Wirklich smart wird ein Haus aber erst dann, wenn es die entscheidenden Schritte selbst erledigt – und Bewohner sich im Urlaub keine Gedanken mehr machen müssen, ob Toaster oder Bügeleisen noch am Strom hängen.

Wir erklären, mit welchen Alternativen sich das eigene Zuhause zum Smart Home nachrüsten lässt. Außerdem stellen wir die wichtigsten Einsatzzwecke und die relevantesten Hersteller und Produkte vor. Und natürlich, welche Kosten mit dem Komfortgewinn im Smart Home einhergehen.

Wie funktioniert eigentlich ein Smart Home? Das wichtigste ist eine Art Nervensystem, das die Schaltsignale zu den Komponenten transportiert. Lange Zeit führte nichts an langen Kabelstrecken vorbei. Doch inzwischen ist es nicht mehr nötig, Wände aufzureißen und Strippen zu verlegen. Es gibt längst zahlreiche gute Funklösungen.

Für die Funkübertragung haben sich im Smart Home neben dem 2,4-Gigahertz-Frequenzband von WiFi die Standards ZigBee und Z-Wave etabliert. Seltener kommen auch EnOcean, Bluetooth und DECT-ULE zum Einsatz. Welchen Stellenwert der relativ junge Standard namens Thread einnehmen wird, muss sich noch zeigen. Darüber hinaus kochen viele Hersteller ihr eigenes Süppchen und maßschneidern sich ein proprietäres Funksystem rund um die Frequenzbereiche 433 Megahertz oder 868 Megahertz.

Alle Funkoptionen haben ihre Vor- und Nachteile. Zwei Aspekte sind für Einsteiger meist besonders wichtig. Nämlich, ob ein Gateway nötig ist, also eine Schaltkiste, die die Funkverbindung mit dem WLAN-Router vernetzt. Und ob das Funksignal im Zuhause alle Komponenten erreichen kann, ohne dass es Verstärkung von zusätzlichen Reichweitenverlängern braucht. Der unterschiedliche Stromverbrauch der Funkstandards hat in den vergangenen Jahren hingegen an Bedeutung verloren. Wegen sparsamerer und kleiner Funkchips verbrauchen inzwischen auch WLAN-Leuchtmittel im Standby ähnlich wenig Energie wie welche mit ZigBee.

Sind die Komponenten erst einmal vernetzt, lassen sie sich auf unterschiedlichen Wegen steuern. Kaum ein Hersteller verzichtet auf eine App, mit der sich das eigene Zubehör ein- und ausschalten sowie deren Betriebseinstellungen steuern lassen. Zum Standard gehört es auch, dass Smart-Home-Geräte Sprachbefehle mindestens von einer drei großen Optionen Amazon Alexa, Google Assistant und Apples Siri akzeptieren. Und in manchen Fällen ist auch noch eine gute alte Fernbedienung als optionales Zubehör verfügbar.

Wer nicht alles von Hand oder per Zungenschlag steuern möchte, automatisiert die Schaltvorgänge der Geräte entweder mit Zeitplänen oder mit Routinen, die auf Sensorsignale reagieren. Insbesondere die Kombination von Zeit, Sensorwerten, Wetter und Standortfaktoren ermöglicht mit sogenannten Wenn-Dann-Regeln sehr komplexe Smart-Home-Szenarien. Beispielsweise kann ein Bewegungsmelder bei Anwesenheit der Bewohner das Licht schalten, bei Abwesenheit den Alarm aktivieren. Und wer nicht zu Hause ist, kann die Beleuchtung auch automatisiert ein- und ausschalten, um so seine Anwesenheit zu simulieren.

Wie einfach sich das eigene Smart-Home-System konfigurieren lässt, hängt neben der Güte der Bedienoberflächen vor allem auch davon ab, ob Geräte verschiedener Hersteller zu integrieren sind. Sind alle Komponenten gleicher Herkunft, harmonieren sie im besten Fall perfekt miteinander. Bei einem Mix mehrerer Marken steigt der Aufwand. Ohne zusätzliche Software klappt eine herstellerübergreifende Kommunikation meist nicht.

Hier gibt es drei Optionen. Über Cloud-Schnittstellen kommerzieller Plattformen wie Amazon Alexa, Apple HomeKit, Conrad Connect , IFTTT und Yonomi lassen sich Smart-Home-Komponenten oft leicht verknüpfen und gemeinsam bedienen. Fällt dann allerdings das Internet aus, finden die im Web gespeicherten Automatikregeln keinen Empfänger.

Ambitionierte Smart-Home-Anwender lassen daher die Fäden auf lokalen Mini-Servern wie einem Raspberry Pi zusammenlaufen, die auch offline betriebsfähig bleiben. Dabei steuern sie ihr Setup mit Open-Source-Programmen wie FHEM , iOBroker oder openHAB , deren Softwarepflege stark von der privaten Einsatzbereitschaft einer Entwickler-Community abhängt. Die Vorteile der Bastellösung sind die geringeren Kosten und die weit größere Flexibilität bezüglich der Komponentenwahl und der Einstellungsmöglichkeiten.

Ein Kompromiss sind Universalschaltzentralen etwa von Homee, Homey, Telekom Magenta, und Samsung SmartThings (Testbericht) , die einen Mischbetrieb aus Cloud- und lokaler Steuerung ermöglichen.

Die Auswahl an Smart-Home-Komponenten, die sich auf den genannten Wegen zuhause verwenden lassen, ist inzwischen unüberschaubar groß. Teuer muss die Anschaffung nicht mehr zwingend sein. Nur auf den Preis zu achten ist allerdings nicht empfehlenswert. Wie gut ein Smart-Home-System auf lange Sicht funktioniert, hängt nämlich stark vom Softwareunterbau ab. Sofern Hersteller die laufende Softwarepflege nicht über Abo-Einnahmen abdecken, müssen sie die Kosten über den Verkaufspreis der Hardware erwirtschaften. Wer die Wahrscheinlichkeit erhöhen möchte, dass die Produkte der Wahl noch lange mit anderen Standards und neuen Anwendungen kompatibel sind, investiert lieber ein paar Euro mehr.

Was bringt ein Smart Home eigentlich? Hauptsächlich sind es drei Einsatzbereiche, die den Aufrüstaufwand rechtfertigen: Energie sparen, mehr Komfort, höhere Sicherheit.

Wer Smart-Home-Komponenten verwendet, kann seinen Energieverbrauch reduzieren und so die Umwelt schonen. Dies geschieht beispielsweise durch das Abschalten von Standby-Verbrauchern, Lampen und Heizkörpern bei Abwesenheit, wobei fairerweise der Eigenverbrauch der schlauen Komponenten zu berücksichtigen ist. Im besten Fall lässt sich so auch Geld sparen. Allerdings erst, nachdem sich der Kauf der smarten Komponenten amortisiert hat. Wie schnell das klappt, hängt unter anderem davon ab, wie diszipliniert die Bewohner selbst daran denken, ungenutzte Verbrauchergeräte auszuschalten. Je vergesslicher sie sind, desto mehr Sparpotenzial lässt sich mit Smart-Home-Technik ausschöpfen.

Viel entscheidender ist der Komfortgewinn. Denn der ist auf jeden Fall gegeben – egal, ob sich der Einsatz finanziell rechnet oder nicht. Smarte Geräte nehmen dem Nutzer Arbeit ab. Beispielsweise stellen vernetzte Thermostate die Temperatur der Heizung sehr clever ein und wissen im Voraus, wann die Sonneneinstrahlung im Wohnzimmer für Wärme sorgt, weil ein Webdienst sie mit Wetterdaten versorgt. Auch das automatische Dimmen der Wohnzimmerbeleuchtung oder das Herunterfahren der Jalousien beim Einschalten des Fernsehers ist ein mögliches Szenario, in dem das Smart Home eine Wohlfühlatmosphäre erleichtert.

Nicht zuletzt kann ein Smart Home die Sicherheit oder zumindest das subjektive Sicherheitsgefühl im eigenen Zuhause erhöhen. Vernetzte Überwachungskameras, Videotürklingeln und Sensoren schlagen nicht nur per Sirene Alarm, sondern pushen Warnhinweise unmittelbar aufs eigene Smartphone oder an Notfallkontakte. Sofern mit smartem Licht und smarten Türschlössern verknüpft, kann die Sicherheitstechnik im Notfall den Weg erleuchten und Helfer schneller zum Einsatzort führen. Im Folgenden beschreiben wir genauer, was genau mit einzelnen Anwendungsbereichen wie smartes Licht, Heizen, Schalten und Überwachen möglich ist.

Smarte Beleuchtung ist ein beliebter Einstieg ins intelligente Wohnen. Denn zum Start genügt es in vielen Fällen, das alte Leuchtmittel aus der Fassung zu schrauben und das smarte hinein. Viel mehr ist nicht nötig. Mit smarten Leuchtmitteln lässt sich dann sehr einfach mit einem einfachen Befehl für gemütliche Stimmung sorgen. In Kombination mit smarten Bewegungsmeldern schaltet das Smart Home das Licht automatisch ein und aus. Außerdem können Schaltregeln für Funkbirnen dabei helfen, Einbrecher abzuschrecken und schneller auf Wasserlecks oder Rauchalarme aufmerksam zu werden.

Das Angebot an vernetzten Leuchtmitteln ist sehr groß. Für die Grundbeleuchtung gibt es LED-Lampen in vielen Formen für die Fassungen E27, E14 und GU10, vereinzelt auch für GU 5.3 (12 Volt). Alternativ sind Fertigleuchten in diversen Designs für Tisch, Wand, Decke oder Schrankmontage mit fest eingebauten Leuchtdioden erhältlich. Lassen sich beispielsweise Stehleuchten wegen zu kleiner Gehäuse nicht mit smarten Leuchtmitteln bestücken, können sie mittels Funksteckdosen „smart werden“. Als dekorative Stimmungsleuchten eignen sich flexible LED-Streifen oder -Platten zur Wand- und Deckenmontage.

Platzhirsch bei smartem Licht ist der Konzern Signify mit seinen Marken Philips Hue (Testbericht) und Wiz. Unter dem Dach von Ledvance soll Osrams (Smart+ Testbericht) ehemalige Lichtsparte auf dem Smart-Home-Markt zu alter Form finden. Ikea mischt mit der Tradfri-Produktreihe im Niedrigpreissegment mit. Mit Innr, Tint, Luminea und Eve buhlen weitere europäische Marken um die Konsumentengunst. Chinesische Herausforderer wie Meross, Sonoff, Xiaomi und Yeelight hätten aber auch gern ein Stück vom Kuchen ab und setzen auf einen aggressiven Preiskampf. Nanoleaf (Canvas Testbericht) und Lifx sind vor allem in Nordamerika bekannt, erfreuen sich bei Enthusiasten aber auch hierzulande Beliebtheit. Hier haben wir 5 E27-RGB-Leuchtmittel mit Zigbee miteinander verglichen .

Besonders günstig sind Lampen zu haben, die nur Warmweiß darstellen können. Bei Ikea (Tradfri Testbericht) geht es ab 8 Euro los. Für solche, die zwischen verschiedenen Weißtönen variieren können, wird ein geringer Aufpreis fällig. RGB-Leuchtmittel, die neben dem Weißspektrum theoretische 16 Millionen Farbnuancen erzeugen können, sind nochmals teurer. Mit Preisen zwischen 20 und 60 Euro ist hier pro Leuchtmittel zu rechnen. Fertigleuchten gehen da erst los und hören bei über 400 Euro noch nicht auf. Aber hier spielt auch das Design eine große Rolle. Vergleichsweise günstig und eher auf Praxisnutzen denn Design bedacht sind etwa die Hue Play Bars (Testbericht) .

Der Wettbewerb sorgt für immer mehr Produktalternativen in diversen Einsatzbereichen. Derzeit bauen die Anbieter ihr Sortiment im Bereich der Filament-Lampen mit Glühfaden-Look (Filament-Lampen im Vergleich) aus. Außerdem sind immer mehr wasser- und staubdichte Deko- und Fertigleuchten für draußen erhältlich, die sich einfach nachrüsten lassen . Mit vielen Gadgets wird auch der Garten zur Licht-Wohlfühl-Oase . Bei den populären LED-Streifen ermöglichen immer feinere Ansteuerungen, Dioden-Cluster oder gar einzelne Dioden zu färben. Das erlaubt neue Einsatzbereiche, wie den Abgleich von Lichtfarbe- und Helligkeit mit Fernseherbild und Musik – etwa beim Philips Hue Gradient Lightstrip. Um den zu steuern benötigen Interessenten allerdings auch noch die Sync Box (Testbericht) .

Je nach Hersteller gehören auch Bewegungsmelder, Funksteckdosen, Fernbedienungen und Funkschalter für Tisch und Wand zum Sortiment. Wer mehrere Bewegungsmelder in der Wohnung verteilt, kann im Extremfall komplett auf Lichtschalter verzichten. Ob das wirklich auch im Alltag funktioniert, sollten Interessenten am besten erst einmal in einem einzelnen Raum ausprobieren.

Wer seine smarten Geräte lieber per Schalter bedient, kann auch diese problemlos nachrüsten. Verfügbar sind einfache Ein- und Ausschalter, Schalter mit Dimmfunktion oder Farbauswahl und Mehrfach-Schalter. Mit Unterputzmodulen lassen sich herkömmliche Lichtschalter komplett ersetzen. Sie sind aber nicht so einfach zu installieren wie batteriebetriebene Funktaster. Diese klebt man entweder mit doppelseitigen Pads wie einen normalen Lichtschalter an die Wand oder legt sie auf den Tisch oder aufs Sofa.

Was, Steckdosen? Ja, scheinbar profane Steckdosen sind in Wirklichkeit echte Top-Tipps für den Einstieg ins Smart Home. Damit lassen sich ältere Geräte „smart machen“, die selbst ohne Funkchip das Werk verlassen haben. Statt das Gerät selbst, lässt sich dann einfach der Funkstecker per App, Sprache oder Automatik schalten. Farbwahl oder Dimmung fallen dann allerdings weg.

Vernetzte Zwischenstecker gibt es in unterschiedlichsten Bauformen. Einige Modelle sind klein und unauffällig, andere groß, beleuchtet und verfügen über einen zusätzlichen USB-Anschluss. Manche Adapter haben einen Stromsensor verbaut und eignen sich so gleichzeitig zur Ermittlung des Stromverbrauchs. Die smarten Steckdosen schalten beispielsweise den Ventilator per Sprachbefehl ein oder aus, starten den Heizlüfter beim Betreten des Zimmers oder trennen Standby-Verbraucher beim Verlassen der Wohnung vom Stromnetz.

Praktisch alle Systemhersteller wie AVM, Bosch, D-Link, Eve, Fibaro, Gigaset, Innogy, Telekom Magenta, Samsung und Xiaomi und auch immer mehr Lichtspezialisten wie Philips Hue, Ledvance, Innr, Ikea, Tint und Wiz haben mindestens eine smarte Steckdose im Sortiment. Darüber hinaus sind Zubehörspezialisten wie Brennenstuhl, Gosund, Koogeek, Meross, TP-Link, Vocolinc und mehr in diesem Bereich vertreten. Die Modellauswahl ist in dieser Kategorie besonders sprunghaft angestiegen, seit der chinesische Plattformlieferant Tuya seine Chips und Steuersoftware Resellern zu geringen Einstandspreisen verfügbar gemacht hat. Mehr als zehn Euro für ein No-Name-Produkt muss man daher nicht mehr ausgeben. Für Modelle mit vielen Schaltfunktionen, Wetterschutz, hoher Stromleistung und Funkreichweite können aber auch 60 Euro fällig werden.

Lange Zeit gab es nur vernetzte Einfachsteckdosen. Das hat möglicherweise Nutzer veranlasst, über zwischengeschaltete Steckerleisten viel mehr Verbrauchergeräte anzuschließen als die Leistung des smarten Zwischensteckers hergibt. Solche gefährlichen Abenteuer sind nicht mehr nötig. Inzwischen bringen immer mehr Hersteller auch smarte Steckdosen mit zwei, drei oder vier Steckplätzen für Preise von bis zu 100 Euro auf den Markt. Auf die nutzbare Gesamtleistung zu achten, kann trotzdem nicht schaden.

Die Sprachbedienung hat dem Smart Home einen Popularitätsschub verschafft. Allen voran betrifft das die großen Dienste Amazon Alexa, Google Assistant und Siri von Apple. Die Telekom versucht mit „Hallo Magenta“ eine deutsche Alternative zu etablieren. Sie spielt aber derzeit hierzulande vorerst eine Nischenrolle.

Im Smart Home lassen sich die genannten Sprachdienste besonders bequem über Lautsprecher bedienen, deren eingebaute Mikrofone eine hohe Erkennungsreichweite bieten. Neben der Smart-Home-Steuerung an sich erfüllen diese sogenannten Smart Speaker auch die ganz klassische Funktion der Musikwiedergabe von Streaming-Diensten wie Amazon Music, Apple Music, Spotify, Deezer und anderen. Einige Modelle verfügen über Multiroom-Funktion und spielen Musik synchron auf mehreren Boxen.

Für den Einstieg haben die Anbieter kleine Smart Speaker zum erschwinglichen Preis im Programm. Dazu zählen Geräte wie Echo Dot (Testbericht) , Google Home Mini (Echo Dot und Home Mini im Vergleich) , HomePod Mini und Telekom Smart Speaker Mini. Sie eignen sich aufgrund der eingeschränkten Klangqualität vor allem zur Sprachsteuerung und als Küchenradio-Ersatz. Modelle mit Audio-Ausgang, wie der Echo Dot, lassen sich per Klinkenkabel an vorhandene Stereoanlagen anschließen.

Für besseren Klang gibt es jeweils teurere Lautsprecher-Versionen mit mehr Leistung. Dazu zählen Echo Studio (alle Echo-Modelle im Vergleich) , Google Home Audio sowie Apple HomePod und Telekom Smart Speaker – die letzten beiden jeweils ohne Namenszusatz. Amazon und Google lizenzieren ihre Sprachdienste auch an Audio-Spezialisten. Daher bieten Modelle wie Sonos One (Testbericht) oder JBL Link 300 nahezu die gleichen smarten Funktionen, aber deutlich mehr Soundqualität.

Praktisch: Im HomePod Mini ist ein Thread-Hub enthalten, in den größeren Echo-Modellen ein ZigBee-Gateway. Für Smart-Home-Geräte, die diese Funkstandards unterstützen, ist dann keine zusätzliche Funkbrücke nötig. Die Lautsprecher können die Aufgabe gleich mitübernehmen.

Heizkörper und Bodenheizungen über smarte Funktechnik zu temperieren, gehört zu den weiteren beliebten Anwendungsbereichen für Einsteiger. Schließlich lässt sich die Montage besonders einfach vornehmen und der Effekt ist sofort spürbar. Das alte Thermostat abschrauben, neues anschrauben – viel mehr gehört nicht dazu. Im Gegensatz zu herkömmlichen Modellen sind smarte Thermostate mit Funkchips und einem elektrischen Stellmotor ausgestattet. Daher lassen die Regler sich aus der Ferne steuern. Und zwar gradgenau und nicht nur grob in fünf Stufen. Einen Überblick über unsere vielen Einzeltests zu smarten Thermostaten findet sich hier .

Natürlich lassen sich die smarten Thermostate rein manuell am Gehäuse, per App oder Sprache bedienen. Viel cleverer ist aber, sie mittels Zeitschaltplänen das Smart Home auf Wohlfühltemperatur heizen zu lassen. Damit die Radiatoren nicht für die Straße heizen, lassen sich alle Thermostate automatisch ausstellen, wenn etwa das Fenster darüber geöffnet ist. Entweder realisiert die integrierte Software dies, wenn der Temperatursensor im Thermostat einen starken Wärmeabfall registriert. Oder das Thermostat reagiert auf ein Signal eines Kontaktsensors, der erkennt, ob ein Fenster geöffnet oder geschlossen wurde. Entsprechende Kontaktsensoren sind oft als Zubehör erhältlich.

Praktisch ist es auch, wenn die smarten Regler die Temperatur nicht nur am Thermostatkopf messen, sondern auch die Differenz zur Mitte des Raumes berücksichtigen. AVM, Gigaset und Tado bieten Zubehör mit Temperatursensoren, die den Thermostaten von einem beliebigen Aufstellort aus mit ergänzenden Messwerten versorgen.

Eine andere Möglichkeit, die Temperatursteuerung im Smart Home zu automatisieren, ist das sogenannte Geofencing. Dabei nutzt die Steuersoftware die GPS-Koordinaten von Smartphones. Verlassen Bewohner ihre Heimadresse, drosseln smarte Thermostate die Heizung. Wenn sie sich wieder dem Zuhause nähern, fährt die Heizung die Temperatur hoch.

Größere Systemanbieter wie AVM, Bosch, Eve, Fibaro, Gigaset, Innogy, Homematic IP und Magenta Smart Home haben auch Thermostate im Sortiment. Lösungen, die für sich stehen oder sich via Cloud-Schnittstelle in Plattformen einbinden lassen, kommen zum Beispiel von Netatmo, Tado und Wiser.Neben der Anschaffung sind Folgekosten durch Batteriewechsel einzuplanen. Spätestens alle zwölf oder 24 Monate sind zwei neue AA-Batterien fällig. In seltenen Fällen kommen Gebühren für Zusatzfunktionen drauf. Auf dieses Erlösmodell setzt Tado. Bestimmte Automatikfunktionen gibt es dort nur in einem monatlichen Abo. Mehr dazu in unserem Ratgeber Smart Heizen . Die besten Thermostate haben wir in unserer Bestenliste aufgeführt .

Gibt es ein archaischeres Bedürfnis als sich zuhause geborgen zu fühlen? Klar, dass die Smart-Home-Hersteller daran anknüpfen. Neben Sicherheit im Sinne des Einbruchsschutzes sind aber noch mehr Aspekte damit verbunden. Etwa Technik, die bei Rauchgas, Feuer oder austretendem Wasser warnt. Entsprechende Sensoren und Überwachungsgeräte gab es auch natürlich auch schon, als noch nicht vom Smart Home die Rede war. Doch vernetzte Sicherheitstechnik bietet zusätzliche Vorteile. Allen voran eine viel effektivere Benachrichtigung. Alarme lassen sich direkt auf Smartphone oder Smartwatch pushen. Außerdem können sich Bewohner per App in den Live-Stream der Überwachungskameras klinken und auf diese Weise aus der Ferne nach dem Rechten sehen. In unserem Ratgeber Schutz gegen Dämmerungseinbrüche geben wir wertvolle Hinweise. Und über Automatikregeln schaltet der Rauchmelder nicht nur die Sirene ein, sondern auch das smarte Licht. Das erleichtert nachts den Weg raus aus dem Gefahrenherd. Bewegungsmelder können smartes Licht starten, um die Anwesenheit zu simulieren, wenn sich jemand zu ungewöhnlichen Zeiten draußen bewegt.

Apropos drinnen und draußen. Für mehr Kontrolle im Zugangsbereich sorgt die junge Kategorie der Videotürklingeln. Sie sind im Grunde eine logische Weiterentwicklung von Überwachungskameras, nur eben mit Klingelfunktion. Wenn es klingelt, lässt sich über das Smartphone gleich das Videobild aufrufen und prüfen, ob es sich wirklich lohnt, die Tür zu öffnen. Außerdem können Smart-Home-Bewohner auf diese Weise vermeiden, eine wichtige Paketzustellung zu verpassen.

Geht es darum, Türen nicht nur zu überwachen, sondern auch gleich automatisch zu öffnen oder zu verriegeln, sind Smart Locks eine Option. Sie ersetzen das herkömmliche Haustürschloss durch eines mit elektrischem Motor und Bluetooth-Verbindung. Per Schaltsignal können Bewohner sie etwa für den Notarzt, Pflegekräfte oder den ganz normalen Besuch öffnen, wenn sie selbst gerade nicht zur Tür kommen können.

Smart Locks sind auch praktisch, wenn man sich mit Einkaufstüten in beiden Händen der Haustür nähert. Sofern aktiviert, reagieren Smart Locks auf die Annäherung des Smartphones an die Heimadresse und entriegeln das Schloss von allein. Ankommende brauchen sich dann bloß noch gegen das angelehnte Türblatt lehnen und müssen das Gepäck nicht erst abstellen.

Bewegungssensoren, Kontaktsensoren für Tür und Fenster sowie Alarmsirenen gehören zum Standardrepertoire der meisten Smart-Home-Systemhersteller. Entweder sind auch Überwachungskameras eigener Marke enthalten oder Modelle von Drittanbietern lassen sich über eine Schnittstelle einbinden. Auf breiter Ebene anschlussfähig sind Kameramodelle von Zubehörspezialisten wie Arlo, Netatmo und Ring. Sie haben auch Videotürklingeln im Programm. Auf komplette Alarmsysteme konzentrieren sich Anbieter wie Egardia (Testbericht) oder Lupus. Die Überwachung der eigenen vier Wände ist allerdings nicht ganz trivial, weshalb wir Alarmanlagen in einem eigenen Artikel behandeln .

Der Champion bei Smart Locks ist Nuki (Testbericht) . Weitere Marken speziell aus dem Smart-Home-Bereich sind Danalock und eQ-3. Seit diesem Jahr ist auch die international bekannte Marke Yale stärker in Deutschland aktiv. Als Herausforderer will sich Tedee einen Platz in deutschen Smart Homes sichern. Von Traditionsanbietern wie Abus und Burg-Wächter (Testbericht) sind ebenfalls Smart Locks erhältlich. Einen Vergleich sicherer Smart-Locks gibt es hier .

Laut offizieller Quellen beträgt die durchschnittliche Wohnfläche in Deutschland etwa 45 qm. Für unsere Musterrechnung gehen wir von insgesamt fünf Räumen aus: Küche, Bad, Flur, Schlaf- und Wohnzimmer. Dabei statten wir alle Zimmer mit je einer RGBW-Lampe für den E27-Sockel sowie mit einer smarten Steckdose aus. Zur Steuerung kommen zwei Bewegungssensoren in Flur und Küche und drei Lichtschalter in den restlichen Zimmern zum Einsatz. Für die Sprachsteuerung verwenden wir einen großen Alexa-Lautsprecher und ein ZigBee-Gateway im Wohnzimmer sowie jeweils einen kleinen Alexa-Speaker in Küche und Bad. Zusätzlich spendieren wir der Musterwohnung eine smarte Türklingel mit Kamera, zwei Heizkörper-Regler und zwei Temperatursensoren. Bei der Auswahl haben wir darauf geachtet, dass wirklich alles miteinander kompatibel ist – sei es über ZigBee oder Alexa.

Um einen realistischen Endpreis zu errechnen, haben wir keine Sonderaktionen und Set-Angebote genutzt, sondern lediglich die Starterkits bzw. Einzelpreise aus dem Preisvergleich genutzt.

ProduktEinzelpreisMengeSumme
Philips Hue White and Color Ambiance LED-Bulb E27 9W39,90€5199,50€
Philips Hue Smart Plug22,49€5112,45€
Philips Hue Bewegungssensor29,99€259,98€
iotty Smart Switch E1 1-fach weiss54,69€3164,07€
Sonos One Gen 2 weiss189,90€1189,90€
Philips Hue Bridge 2.044,80€144,80€
Echo Dot 4. Generation schwarz28,90€257,80€
Netatmo Starterset Heizen185€1185€
Netatmo Wetterstation V3 mit zweitem Innenmodul219,99€1219,99€
Arlo Video Doorbell182,95€1182,95€
1.416,44€
ProduktEinzelpreisMengeSumme
Innr Smart Bulb Colour E27 9.5W20,99€5104,95€
Meross WLAN Steckdose19,99€599,95€
Philips Hue Bewegungssensor29,99€259,98€
Ledvance SMART+ Switch Mini weiss13,53€340,05€
Echo 4. Generation schwarz (inklusive ZigBee-Gateway)67,90€167,90€
Echo Dot 4. Generation schwarz28,90€257,80€
Eberle Wiser Starterkit Heizen152,751152,75€
Techno line Mobile Alerts Start Set (MA 10001) Techno line Mobile Alerts Zusatzsensor innen/außen, Thermo/Hygro-Sensor (MA 10200)38,94€

21,40€
1

1
43,98€

21,40€
Ring Video Doorbell 3, Satin Nickel97,47€197,47€
746,23€

Einen besonders günstigen Einstieg in die Smart-Home-Welt erlauben etwa die Pearl-Marke Elesion (Testbericht) und Xiaomi Aquara (Testbericht) .

Smart-Home-Komponenten erleichtern der Alltag und können Betriebskosten sparen. Wer sich bei der Planung Zeit nimmt und den Preisvergleich benutzt, kann bei der Anschaffung ordentlich sparen. Wer möglichst günstig kauft, muss allerdings auf eine Vielzahl verschiedener Hersteller zurückgreifen, was die Programmierung komplizierter macht. Um unterschiedliche Fabrikate vernünftig miteinander zu vernetzen, empfehlen wir für Einsteiger Alexa oder HomeKit, für ambitionierte Nutzer Conrad Connect oder eines der Open-Source-Systeme.

Wem die Kombination verschiedener Standards zu kompliziert erscheint, der sollte sich auf einen oder zwei Hersteller konzentrieren und auf fertige Sets zurückgreifen. Die Kosten sind allerdings weit höher als bei einem Geräte-Mix. Außerdem sind Nutzer dann immer darauf angewiesen, was der eine Hersteller zu bieten hat und müssen unter Umständen auf andere Funktionen verzichten.

Detaillierte Informationen zu dem Thema finden sich in der Smart-Home-Titelstory der c’t 8/2020 .

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