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Ratgeber Sextech: Vernetzte Sextoys für Einsteiger

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Smarte Technik in Sexspielzeug: Wir haben sieben Sextoys mit App ausprobiert und geben Tipps für interessierte Einsteiger.

Bloß keine Technik im Schlafzimmer? Von wegen! Vor ein paar Jahren noch ordentlich futuristisch als Teledildonik bezeichnet, halten heute handtellergroße Sextech-Luxus-Gadgets Einzug in das Liebesleben. Zwei seriöse Anbieter auf dem Markt hochwertiger, app-gesteuerter Sextoys sind Picobong Remoji und We-Vibe. Wir geben in diesem Artikel einen Überblick zu vernetzen Sextoys und Tipps für Experimentierfreudige – egal ob allein oder zu zweit.

Gab es früher oft nur an/aus Schalter, können die meisten Toys inzwischen unterschiedlichste Intensitäten und Vibrationsmuster abspielen – die jetzt eben nicht mehr nur durch Knöpfchendrücken mit der Bedienungsanleitung in der Hand, sondern wesentlich intuitiver per App entworfen und an Geräte geschickt werden können.

Bei We-Vibe ist die App Weconnect (Android und iPhone) zudem fernbeziehungsfreundlich: neben einem Videochat gibt es die Möglichkeit, eigene, individuelle Vibrationsmuster zu komponieren und dem Partner, der die App auch installiert hat, per Einladungslink die Kontrolle über das eigene synchronisierte Toy zu überlassen. Also, theoretisch zumindest – praktisch bricht die Verbindung immer wieder ab.

Picobong Remoji ist die Linie der schwedischen Firma Lelo, die als Apple der Sextech-Branche gilt. Die Produkte bestehen aus relativ festem Silikon und ABS-Kunststoff und werden als Einsteiger-Toys vermarktet. Die App namens Remoji Toys (kostenlos für Android und iPhone) ist wesentlich simpler gestaltet als Weconnect, braucht aber einige Anläufe, bis sich das jeweilige Toy synchronisiert hat. Die vom Hersteller angegebene Reichweite bis zwölf Meter wird nicht erreicht, das Smartphone sollte schon in der Nähe sein. Dann erscheint das etwas irritierende gelbe Picobong-Monster, dass auch die Verpackung der Produkte ziert. Man kann es in der App in verschiedenen Musikrichtungen (zum Beispiel Rock, mit entsprechendem Jingle) tanzen lassen, die dann ein jeweils anderes von sechs möglichen Vibrationsmustern ergeben. Die Vibrationen gleichen insgesamt eher einem sanften Summen als einem Erdbeben, sind dafür im Gegensatz zum gelben Monster aber leise und diskret.

Neben den offiziellen Apps gibt es mit dem Framework Buttplug.io einen Open-Source-Ansatz, der smartes Sextech über Spiele und andere Programme wie Kodi oder VLC ansteuert. Das Framework ist zu zahlreichen Sextoys kompatibel, darunter den vorgestellten Produkten von We-Vibe.

Wo man früher geäderte, fleischfarbene Riesendildos aus dubiosen Weichmachermaterialen in diskret-braunen Plastiktüten nach Hause trug, setzt modernes Sextech für Frauen auf Inhalt statt Größe. Seit Sextoys von Frauen für Frauen entwickelt werden, verschiebt sich der Fokus eher in Richtung klitorale Stimulation und das mit gutem Grund: rund zwei Drittel aller Frauen bekommen von Penetration allein keinen Orgasmus.

Wir haben uns drei Produkte genauer angesehen. Der Remoji Diver Egg Vibe ist ein sogenannter Bullet Vibrator. Er wird eingeführt und besitzt eine Rückholkordel aus Silikon, über die das Toy auch aufgeladen wird. Auffällig ist das große abgesetzte Logo aus Hartplastik, das sich auf dem einzuführenden Teil befindet und so die Reinigung erschwert.

Moxi von We-Vibe ist ein flacher Auflegevibrator, der sich mit einem Magneten in der Unterhose festklippen lässt und dort Klitoris oder Damm stimuliert. Dazu empfiehlt sich eine eher enge Unterhose, dann funktioniert das dank des starken Magnets und der ebenso starken Vibration aber hervorragend.

Toy Nummer 3 ist Melt , ebenfalls von We-Vibe. Es ist ein Auflegevibrator für die Klitoris, der mit der sogenannten Pleasure Air Technologie ausgestattet ist. Diese soll Frauen mit einer Art Sauggefühl gezielt und in Sekundenschnelle zum Höhepunkt bringen. Das Gerät ist so flach, dass es auch beim Sex nicht stören soll. Im Praxistest erwies sich das als Herausforderung, weil man das Toy natürlich trotzdem per Hand an Ort und Stelle halten muss. Die Orgasmusgarantie des Herstellers erhält jedoch das Prädikat äußerst zufriedenstellend .

Alle genannten Geräte erfüllen ihre Aufgabe und bringen neuen Spaß ins Bett. Für absolute Toy-Anfänger ist unserer Meinung nach Moxi perfekt, weil das Toy so simpel wie vielseitig einsetzbar ist und dadurch tatsächlich zum Ausprobieren und (gemeinsamen) Spielen anregt.

Für Männer sieht es bislang im Bereich Sextech noch relativ dürftig aus – aber so langsam ändert sich etwas. Für das Einzelspiel kommen vor allem Variationen von Masturbatoren zum Einsatz: Röhren, die ihren Job mal besser, mal schlechter machen.

Empfehlenswert ist der Blowhole Cup von Picobong. Dieser Masturbator nutzt Unterdruck, um das Gefühl eines Blowjobs zu erzeugen. Wir raten unbedingt zum Einsatz von Gleitgel. In der App kann man aus sechs unterschiedlichen Vibrationsmustern wählen.

Alternativ gibt es den We-Vibe Vector , einen ergonomisch geformten Analmassager für Männer. Er nutzt zwei Stimulationsarme für Prostata und Damm und kann auch von Frauen für Vagina und Klitoris verwendet werden. Prostatamassagen werden von den meisten Männern, die sich darauf einlassen, als intensiv und sehr angenehm wahrgenommen, setzen allerdings ein langsames Vortasten sowie viel Zeit und Entspannung voraus.

Glück wird bekanntlich mehr, wenn man es teilt – das gilt auch bei Sextoys. Die oben genannten Produkte machen natürlich auch im Einsatz zu zweit (oder mehreren) Spaß, es gibt allerdings auch welche, die speziell für Paare konzipiert wurden.

Etwa der Penisring Remoji Lifeguard aus dehnbarem Silikon. Er besitzt einen vibrierenden Teil am oberen Ende, um beispielsweise die Klitoris in der Missionarsstellung zu stimulieren. Für Frauen ist der Paarvibrator Sync von We-Vibe gedacht. Die Vaginalspange wird beim Sex getragen. Ihr flacherer Arm wird zusätzlich zum Penis eingeführt, der andere vibriert auf der Klitoris. Vorausgesetzt, die Anatomie spielt mit – und die ist bei jedem Menschen anders. In diesem Fall passt die Einheitsgröße leider weder zu jedem Penis noch zu jeder Vagina. Am besten gemeinsam ansehen und per Augenmaß abwägen.

Bei beiden Toys lassen sich per App Vibrationsmuster einstellen. Das erledigt man am besten vorab, um dann die Hände für Wichtigeres freizuhaben.

Neben den eigentlichen Spielzeugen sollte man Zubehör mit einplanen. Dazu gehört Gleitgel, und zwar unbedingt auf Wasserbasis. Öl- und silikonhaltige Gleitgele können das Material der Toys angreifen. Am besten in einem Pumpspender, der sich einhändig bedienen lässt. Unser Tipp dafür ist die Toyfluid von Fun Factory. Sie erfüllt alle genannten Punkte.

Nach der Benutzung sollte man die Toys zudem reinigen. Dafür reicht grundsätzlich warmes Wasser und milde Seife, besonders hygienisch wird es mit einem speziellen Toycleaner. Ein solides Reinigungsprodukt ist der Pjur We-Vibe Clean . Schließlich sollte man auch bei den Toys an das Thema Safer Sex denken. Wer mit einem Toy verschiedene Körperöffnungen und/oder Menschen stimuliert, sollte dabei aus Hygienegründen immer ein Kondom verwenden.

Bis die Steuerung per App wirklich ausgereift ist, muss sich noch ein bisschen was tun. Dennoch machen die Geräte Spaß, wenn man sich etwas mit den Apps beschäftigt und auf die Funktionen einlässt. Mit den Produkten von We-Vibe und Picobong macht man nichts falsch.

Wir raten dringend davon ab, bei Sextoys zu sparen. Billigere Produkte sind häufig minderwertig verarbeitet und geben schneller den Geist auf. Auch beim verwendeten Silikon gibt es große Qualitätsunterschiede. Hier kommen bei Billig-Toys noch Materialien zum Einsatz, die für Kinderspielsachen schon seit Jahrzehnten nicht mehr zugelassen werden. Da man die Produkte am und im Körper nutzt, sollte man hier kein Risiko eingehen.

Wer in seiner Beziehung gerne Toys ausprobieren möchte, aber unsicher ist, wie der oder die Partnerin auf das Thema reagiert, kann sich mit folgendem Gedanken im Hinterkopf rantasten: Spielzeug sind eine spannende Erweiterung des gemeinsamen Repertoires, Menschen kann man sowieso nicht ersetzen.

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