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Xiaomi Poco X3 Pro

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Poco-Phones tauchen seit rund einem Jahr regelmäßig in unseren Tests auf und schneiden dort fast immer richtig gut ab. Aber wer oder was ist dieses Poco überhaupt und wer sollte hier zuschlagen?

Smartphones wie Xiaomi Poco F3 (Testbericht), Xiaomi Poco M3 Pro (Testbericht) oder Xiaomi Poco X3 Pro (Testbericht) überzeugen vor allem mit ihrem hervorragenden Preis-Leistungs-Verhältnis. Dabei ist zwar nicht immer die beste verfügbare Technik eingebaut, allerdings bekommen Käufer für den aufgerufenen Verkaufspreis überdurchschnittlich viel geboten. Problematisch ist vor allem das unübersichtliche Angebot von Xiaomi und Poco, eine klare Einstufung, was welches Smartphone dem Namen nach können sollte, ist zumindest auf den ersten Blick nicht gegeben. Wir ordnen Poco als Unternehmen und die aktuellen Modelle des Herstellers ein und verraten, für wen sich Poco-Phones am meisten lohnen.

Poco ist eine Marke von Xiaomi, dem chinesischen Hersteller von Smartphones, der sich in Q1/2021 bei den Verkaufszahlen nach Angaben von Strategy Analytics inzwischen auf den dritten Platz weltweit geschoben hat. Ursprünglich 2018 als Untermarke der Konzernmutter Xiaomi gestartet, ist Poco seit 2020 offiziell eigenständig, ähnlich der Marke Redmi. Die Ähnlichkeit, die Poco- und Redmi-Phones zu Xiaomi-Modellen aufweisen und der Umstand, dass Xiaomi in seinen Ladengeschäften wie in Düsseldorf auch Poco- und Redmi-Smartphones verkauft, deuten aber darauf hin, dass die genannten Marken weiterhin eng zusammenarbeiten. Zudem sind manche, wenn auch nicht alle Poco-Smartphones, auf mi.com online erhältlich. Damit verfügt Poco etwa über ein eigenes Marketing-, Sales- und Produktteam, teilt sich aber noch Ressourcen mit Xiaomi, beispielsweise bei der Fertigung, bei der Qualitätssicherung oder im After-Sales-Support.

Xiaomi scheint stark vom US-Bann gegen Huawei zu profitieren, der es dem chinesischen Konkurrenten aktuell quasi unmöglich macht, außerhalb Chinas erfolgreich Android-Smartphones zu verkaufen. Entsprechend profitiert auch Poco von der Schwäche Huaweis. Im Jahresvergleich legte Xiaomi unglaubliche 80 Prozent bei verkauften Smartphones zu, mehr als die Zweit- und Erstplatzierten, Apple und Samsung, zusammen. Zahlen zu Poco als Bestandteil von Xiaomi zu finden, ist da schon schwieriger.

Im Mai 2021 twitterte Poco, dass seit Einführung der Marke in 2018 insgesamt 17,5 Millionen Smartphones verkauft wurden. Das klingt erst einmal nicht übermäßig stark, schließlich verkaufte Xiaomi insgesamt, also mit Poco-Phones zusammen, im ersten Quartal 2021 rund 49 Millionen Smartphones. Betrachtet man dazu aber Zahlen, die Poco im November 2020, also rund 6 Monate zuvor, ebenfalls über Twitter veröffentlichte, ist das Wachstum rasant: Gerade einmal 6 Millionen Smartphones verkaufte das nun eigenständige Unternehmen seit 2018 bis Q4/2020 insgesamt, die restlichen 1,5 Millionen in den nächsten Monaten – das Wachstum beschleunigt sich also enorm.

Es wurde eingangs bereits erwähnt: Poco-Smartphones bieten vor allem ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis. Im Gegensatz zur Mi-Serie von Xiaomi versucht Poco aktuell gar nicht erst, das Beste vom Besten zu bieten, sondern konzentrieren sich auf die Einsteiger- und Mittelklasse. Dort baut der Hersteller Gesamtpakete, die es in Relation zum Preis in sich haben. Dabei setzt der Hersteller in Teilbereichen durchaus auf die mitunter beste verfügbare Technik und bietet sie zum kleinen Preis an.

So bot das Xiaomi Poco X3 NFC (Testbericht) aus dem Jahr 2020 etwa trotz des niedrigen Preises von 200 Euro ein Display mit 120 Hertz Bildwiederholungsrate. Sparpotenzial bot hingegen die generelle Display-Technik: Für so wenig Geld gab es LCD statt OLED. Zudem bestehen Poco-Modelle häufig aus Kunststoff statt Metall und Glas. Außerdem steckt im Gehäuse ein starker Mittelklasse-Prozessor, der Snapdragon 732G, während viele Konkurrenten – auch Konzernmutter Xiaomi – in dieser Preisklasse gern auf günstige Mediatek-Chips setzen. Beim neueren Xiaomi Poco X3 Pro (Testbericht) geht das Unternehmen noch einen Schritt weiter und baut einen Snapdragon 860 ein – ein auf dem Spitzenchip des Vorjahres basierenden SoC, der das Pro-Modell zu einem der stärksten Einsteiger- und Mittelklasse-Smartphones auf dem Markt macht.

Wenn es ein Problem gibt, dann ist es die intransparente Markenstrategie. Im Wesentlichen gibt es F-, M- und X-Serie, die aktuellsten Modelle sind Poco F3 (Testbericht), Poco M3 Pro (Testbericht) und Poco X3 Pro (Testbericht). Gerade zwischen Modellen der M- und der X-Serie ist ein eindeutiger Unterschied kaum auszumachen – bis auf den Preis. Selbst innerhalb der Serien sind Namensgebung oder Platzierung der Geräte nicht immer nachvollziehbar. So hat das Poco X3 NFC deutlich mehr als nur NFC zu bieten, das jüngere Poco X3 Pro kommt hingegen zwar mit mehr Power, aber schlechterer Kamera – sollte ein Pro-Modell nicht mehr können? Vor dem Kauf ist es entsprechend ratsam, Testberichte zu studieren.

Das Poco M3 Pro (Testbericht) ist das günstigste aktuelle Modell. Selbst die große Speicherversion mit 6 GByte RAM und 128 GByte Speicher gibt es für unter 200 Euro, das ist eine ganz schöne Menge für das Geld. So richtig spüren lässt der Hersteller den Kunden das nicht. Das 6,5 Zoll große Display bietet 90 Hertz und ist gemessen am Geld gut, die Leistung dank Dimensity 700 von Mediatek sogar sehr gut. Sogar 5G und NFC gibt es, der starke Akku sorgt für ordentliche Laufzeiten. Abstriche müssen Interessenten vor allem bei der Kamera machen – in dieser Klasse aber nichts Ungewöhnliches. Zuschlagen sollten vor allem Interessenten mit 5G-Vertrag – oder einfach alle, die ein gutes und besonders günstiges Smartphone haben wollen.

Das Xiaomi X3 Pro (Testbericht) bietet vor allem schiere Rechenpower fürs Geld. Möglich macht das der neue Snapdragon 860, der auf dem ehemaligen Spitzenchipsatz Snapdragon 855+aufbaut. Damit hängt das X3 Pro auch deutlich teurere Modelle in Benchmarks ab und bietet sich dank großem 120-Hertz-Display sogar als günstiges Modell für Zocker an. Bis zu 8 GByte RAM und 256 GByte Speicher sind ebenfalls eine Ansage für ein Smartphone, das zum Artikelzeitpunkt unter 250 Euro kostete. Akku mit 5160 mAh und 33-Watt-Schnellladen, Android 11 und eine ordentliche Restausstattung machen das Gerät zu Empfehlung für alle, die möglichst viel Leistung für möglichst wenig Geld haben wollen. Für eine bessere Kamera sollten sie allerdings entweder zum Poco X3 NFC (Testbericht) oder zur Konzernmutter greifen. Auch wer 5G sucht, wird nicht fündig.

Technischer Spitzenreiter des aktuellen Trios ist klar das Poco F3 (Testbericht). Sein Display bietet nicht nur 120 Hertz, sondern darüber hinaus OLED-Technologie. Auch hier gibt es bis zu 8/256 GByte Speicher und dank Snapdragon 870 sogar noch mehr Power inklusive 5G. Der Akku ist etwas schwächer als beim X3 Pro, aber immer noch gut und lässt sich dank 33 Watt ausreichend schnell laden. Größtes Manko ist die Kamera, die erneut ohne Telelinse auskommen muss und keine große Verbesserung zum deutlich günstigeren Poco X3 Pro darstellt. Das Poco F3 kostet zum Testzeitpunkt in der großen Version rund 350 Euro.

Wir wiederholen es gern noch einmal: Viel Technik für vergleichsweise wenig Geld – das ist die Devise von Xiaomis eigenständiger Marke Poco. Das macht sie so gut wie kein anderer in Deutschland verfügbarer Anbieter. Nur wer besonderen Wert auf die Kamera legt, die nicht nur unter optimalen Umständen gute Bilder knipsen soll, werden Interessenten bei Poco derzeit nicht fündig.

Marktführer Samsung haben wir uns im Ratgeber Galaxy-Smartphones von A bis Z angeschaut. Wer wissen will, welche tollen Smartphones es neben Poco und Samsung gibt, sollte sich unsere regelmäßig aktualisierten Top 10 der besten Smartphones bis 200 Euro, der besten Smartphones bis 300 Euro und der besten Smartphones bis 400 Euro anschauen.

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