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Wer seinem Kind ein Android-Smartphone oder -Tablet überlässt, sollte die Kontrolle darüber behalten. Hier hilft Google Family Link. Wir zeigen, was die Jugendschutz-App kann.

Mit der aktuellen Lockdown-Situation und dem vermehrten Homeschooling erleben Tablets und Chromebooks einen Aufschwung. Kein Wunder, eignen sie sich doch hervorragend für Videokonferenzen, Lernportale und Produktiv-Apps. Die besten Tablets für etwa Sofatutor, Studienkreis Online-Lernbibliotek oder Schulminator zeigen wir im Ratgeber: Tablets für Homeschooling und Lernportale. Besonders günstige zeigen wir im Ratgeber: Android-Tablets unter 150 Euro. Chromebooks widmen wir uns im Ratgeber Chromebook oder Windows? Das beste System unter 600 Euro.

Aber Android-Geräte können noch viel mehr – für Minderjährige häufig zu viel. Mit wenigen Klicks landen Kinder über den Browser auf nicht jugendfreien Webseiten, Chatten mit Unbekannten oder konsumieren unangemessene Youtube-Videos. Die endlosen Möglichkeiten sind für viele Erwachsene reizvoll, Kinder können sie jedoch überfordern, beziehungsweise auf eine Art und Weise beeinflussen, die Eltern nicht befürworten.

Googles Jugendschutz-App Family Link hilft dabei, die Kontrolle über Android-Tablets, -Smartphones und Chromebooks behalten. So sind sie im besten Fall auch in Kinderhänden sicher. Wir haben uns die App angeschaut und zeigen ihre Möglichkeiten, Stärken und Schwächen. Außerdem zeigen wir günstigen Tablets und Chromebooks, die sich in Verbindung mit Family Link anbieten.

Family Link ist zweigeteilt. Auf der einen Seite steht die App Family Link für Eltern, installierbar auf Android- und iOS-Geräten der Erwachsenen. Auf der anderen Seite steht die korrespondierende App Family Link für Kinder, installierbar auf dem Android-Endgerät der Kinder.

Schaut man im Google Playstore, zeigt sich ein ambivalentes Bild: Family Link für Eltern kommt auf eine sehr passable Sternebewertung von 4,5, Family Link für Kinder fällt mit gerade einmal 1,5 Sternen bei den Nutzern durch. Wie diese Differenz zustande kommt, ist klar. Während Eltern die tiefgreifende Kontrolle über die Endgeräte ihrer Kinder befürworten und für gut befinden, bewerten Kinder die Jugendschutz-App mit ihren tiefen Eingriffen in die Nutzungsrechte als negativ.

Deswegen sei allen Eltern bei der Installation der App und die Wahl, wie weit die Kontrolle gehen soll, Fingerspitzengefühl ans Herz gelegt. Gerade, wenn die Kinder zuvor unbeschränkten Zugriff auf alle Funktionen des Tablets oder des Smartphones hatten, könnte eine Rechtebeschneidung auf wenig Gegenliebe stoßen.

Die Möglichkeiten, die Family Link den Eltern bietet, sind vielfältig, teilweise gar komplex. Gerade technisch weniger erfahrene Eltern könnten sich hier schnell erschlagen fühlen oder wichtige Optionen übersehen. Wir zeigen die wichtigsten Funktionen.

Bei der Installation der App entscheiden Eltern zunächst einige grundlegende Einstellungen. Alle diese Einstellungen lassen sich auch im Nachhinein verändern. Zunächst legen Eltern fest, wie mit dem Download neuer Apps aus dem Playstore umgegangen werden soll. Es gibt die Option, dass Eltern jeden App-Download zunächst bestätigen müssen. Ist diese Option aktiviert, gibt es nach dem Drücken auf den Installieren-Button für Kinder zum einen die Option ihre Eltern zu holen, diese auf dem Kinder-Gerät ihr Google-Passwort eingeben und damit die Installation freigeben. Zum anderen können Kinder die Elternfreigabe per Nachricht anfragen. Daraufhin erschein in der App der Eltern/Administratoren eine Freigabeoption. Wird diese bestätigt, installiert sich die App auf dem Kinder-Tablet oder -Smartphone.

Es gibt zudem die Option, dass nur kostenpflichtige Apps eine Bestätigung der Eltern brauchen. Dafür müssen Eltern zunächst eine Familienzahlungsmethode einrichten. Dafür ist jedoch eine Kreditkarte der Eltern nötig. Guthabenkarten alleine reichen nicht. Auch ist es nicht möglich, seinen Kindern ein frei verfügbares Guthaben zu übertragen. Als Drittes ist es auch möglich, dass Eltern lediglich In-App-Käufe freigeben müssen.

Jede App im Playstore kommt mit einer Einstufung der USK (Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle). Dort können Eltern entscheiden, ob ihre Kinder grundsätzlich keine Apps ab einer gewissen Altersempfehlung herunterladen können. Gleiches gilt für Filme und Serien. Family Link kann auch herunterladbare Bücher und Musik nach expliziten Inhalten filtern. Hier sollten Eltern aufpassen. Mit der entsprechenden Einstellung ist es möglich, dass die fünfjährige Tochter ein App mit USK 18 auf ihrem Gerät installiert.

Die Google-eigene App Youtube gibt der Konzern grundsätzlich erst ab einem Kindesalter von 13 Jahren frei. Das kann nerven, wenn etwa die Klassenlehrerin ihren Schülern ein Youtube-Video zum Anschauen schickt. Das Kindesalter kann jedoch in der Family-Link-App auch im Nachhinein angepasst werden. Was Kinder dann in der heruntergeladenen App machen, obliegt nicht mehr der Kontrolle der Eltern.

Etwas versteckt bietet Family Link auch die Option, die Installation von Apps aus anderen Quellen als aus dem App-Store zu unterbinden. So können Eltern Sideloading, eine potenzielle Möglichkeit Family-Link auszutricksen, verhindern.

Auch der Google-Browser Chrome kann von den Eltern überwacht werden. Achtung: Die Webseiten-Kontrolle gilt nur für Chrome. Wenn Eltern den Download eines anderen Browsers wie Firefox freigeben, kann das Kind dort anschließend beliebige Webseiten aufrufen.

Eltern haben in Chrome die Möglichkeit, alle Webseiten unkontrolliert zuzulassen. Alternativ lassen sie Google entscheiden, welche Webseiten nicht für das Alter des Kindes geeignet sind. Allerdings warnt Google in Family Link, dass „kein Filter (…) perfekt“ ist. Als dritte Option muss jede Webseite zunächst händisch von einem Elternteil bestätigt werden. Einmal bestätigt, können Kinder auf der Domain surfen, ohne dass Eltern erneut gefragt werden müssen. So entsteht über die Zeit eine Liste genehmigter Webseiten, über die Eltern die Verwaltungsfreiheit haben.

In Family Link finden Eltern unter Einstellungen > Android-Apps alle auf dem Kindergerät installierten Programme und haben die volle Kontrolle über sie. Etwa ist es möglich, einzelne Apps zu blockieren. Diese sind anschließend nicht mehr auf dem Kindergerät zu finden. Auch kann Family Links den Apps Berechtigungen etwa auf Kamera oder Mikrofon entziehen. Besonders sinnvoll erachten wir die Limit-Option. Hier bestimmen Eltern, wie lange eine App pro Tag genutzt werden kann.

Eltern haben hier außerdem Einsicht in die Nutzungsdauer der einzelnen Apps wahlweise sortiert nach Heute, Gestern, Letzte 7 Tage oder Letzte 30 Tage. Neben den App-Limits ermöglicht Family Link auch Tageslimits sowie Schlafenszeiten. Diese können Eltern jeden Wochentag im Viertelstundentakt vergeben.

Für eine Standortbestimmung des Kindergeräts muss sich dieses entweder in einem WLAN-Netz befinden, oder es handelt sich um ein Gerät mit LTE-Modem und aktivierter SIM-Karte, dann funktioniert das Feature standortunabhängig. Ein entsprechendes Tablet mit SIM-Karten-Slot haben wir uns hier angeschaut: Alcatel 3T10 – Günstiges Tablet für Homeschooling im Test.

Einmal aktiviert zeigt die App auf Google Maps den Standort des Geräts. Es ist außerdem möglich, das Gerät klingeln zu lassen oder es unter Gerätedetails gar zurückzusetzen und alle Daten zu löschen.

Eltern können in der App eine Familiengruppe bestimmen. So können gleich mehrere unterschiedliche Geräte administriert werden. Aber es ist genauso möglich, die Administration auf mehrere Elternteile und Geräte auszuweiten. Ein Elternteil muss dabei mindestens 18 Jahre alt sein.

Eltern können außerdem bestimmen, dass sie bei der Genehmigungsanfrage für eine App oder Webseite eine App-Benachrichtigung im Notification-Center und/oder eine E-Mail bekommen.

Family Link kann ausschließlich Geräte mit Android administrieren. Dazu gehören Smartphones, Tablets aber auch Chromebooks. Hier zeigen wir, worauf man bei günstigen Tabets und Chromebooks achten sollte, damit sie sich für Homeschooling, Lern-Apps und Videokonferenzen eignen.

Android-Tablets gibt es bereits ab 100 Euro. In diesem Preissegment darf man jedoch keine Spitzentechnik erwarten. Meist gibt es schwache Chipsätze mit wenig Speicher, dunkle Displays mit niedriger Auflösung, alte Betriebssysteme und viel Kunststoff. Um zumindest zu alten Betriebssystemen und damit unnötigen Sicherheitsproblematiken zu entgehen, sollte man auf Tablets ab dem Jahr 2020 setzen. Zu geringer Speicher lässt sich mit einer Micro-SD-Karte aufrüsten. Deshalb sollte man im unteren Preissegment auf ein Tablet mit Micro-SD-Kartenslot setzen. Geringer Arbeitsspeicher lässt sich im Nachhinein nicht aufrüsten. Hier sollte man darauf achten, ein Modell mit mindestens 2 GByte RAM zu kaufen.

Mit einer schwachen Leistung muss man dagegen leben. Lange Ladezeiten beim Öffnen oder Wechseln von Apps sowie Ruckler in Spielen sind bei 150-Euro-Tablets üblich. Wer dennoch ruckelfrei zocken will, sollte sich Cloud-Gaming etwa von Shadow (Ratgeber) anschauen. Die niedrige Auflösung lässt kleine Schriften unscharf erscheinen. Allerdings hat sich gezeigt, dass man bei einem 10-Zoll-Tablet auch mit einer 720p-Auflösung gut arbeiten und lernen kann. Die niedrige Auflösung hat sogar den Vorteil, dass schwache Prozessoren weniger gefordert werden. Schließlich muss der Chipsatz weniger Pixel berechnen. Praktisch sind LTE-fähige Tablets, die vergleichbar einem Smartphone mit SIM-Karte überall online sind. Hier haben wir das 150-Euro-LTE-Tablet Alcatel 3T10 getestet und für gut befunden.

Im Preisvergleich zeigen wir die günstigsten Tablets ab 2020 mit Micro-SD-Kartenslot, mindestens 2 GByte RAM und mindestens 720p-Auflösung. Mehr zum Thema gibt es in unserer Kaufberatung Tablet: Was darf ein gutes Tablet kosten?

Gerade für das Homeschooling sind Chromebooks eine echte Alternative. Das weiß auch Google und will für das Jahr 2021 einige neue Features für ihr auf Android-basierendes ChromeOS hinzufügen, die speziell auf die Bedürfnisse von Schülern zugeschnitten sind. Überhaupt sind Chromebooks auf dem Vormarsch. Im Jahr 2020 wurden laut einer heise-Meldung mehr Chromebooks mit ChromeOS verkauft als Macbooks mit MacOS.

Kein Wunder, erhält man doch bereits ab 300 Euro ein Notebook, welches für alltägliche Aufgaben mehr als gewappnet ist. Ähnlich den Tablets darf man in dem günstigen Preissegment keine technischen Wunder erwarten. Trotzdem sollte man auf ein paar grundlegende Ausstattungsmerkmale achten.

Wieder gilt: Chromebooks sollte nicht älter als aus dem Jahr 2020 sein, damit das Betriebssystem aktuell ist und zumindest noch ein Major-Update erhält. Der Prozessor wird einer der Schwachpunkte bei sehr günstigen Chromebooks sein, das lässt sich kaum vermeiden, sind hochwertigere Chipsätze wahre Preistreiber. Allerdings sollten Käufer auf mindestens 4 GByte Arbeitsspeicher achten. Das meist mindestens 14 Zoll große Display sollte eine Full-HD-Auflösung mit 1080p bieten. Andernfalls sind kleine Schriften etwa beim Surfen durch das Web zu unscharf. Die Speicherausstattung ist weniger relevant, wenn das Chromebook einen Micro-SD-Kartenslot zur Erweiterung bietet. Als wichtig empfinden wir außerdem die Möglichkeit, das Chromebook über einen universellen USB-C-Anschluss laden zu können.

Im folgenden Preisvergleich haben wir die günstigsten Modelle herausgefiltert, die diesen Ansprüchen genügen. Für mehr Informationen rund um Chromebooks empfehlen wir unseren Ratgeber Chromebook oder Windows? Das beste System unter 600 Euro.

Googles Family Link ist eine mächtige Jugendschutz-App für Android-Geräte. Mit ihr haben Eltern die volle Kontrolle über Tablet, Smartphone oder Chromebook ihres Nachwuchses. Auf Wunsch können Kinder neue Apps nur nach der Einwilligung eines Elternteils installieren. Gleiches gilt für das Besuchen neuer Webseiten. Eltern können bestimmen, wie lange einzelne Apps pro Tag genutzt werden dürfen. Sie können unter anderem Apps löschen, Tageslimits festlegen, Schlafzeiten einführen und das Endgerät orten. Vielen vor allem etwas älteren Kindern wird diese Kontrolle zu weit gehen. Deswegen ist bei der Einführung von Family Link Fingerspitzengefühl gefragt. Wenn Eltern Family Link jedoch mit Maß nutzen, trägt die App zum Schutz ihrer Kinder vor übermäßigen Medienkonsum und unangebrachten Inhalten bei.

Entsprechende Tablets gibt es bereits ab 100 Euro, Chromebooks ab 300 Euro. Hier empfehlen wir die Lektüre unserer Ratgeber: Tablets für Homeschooling und Lernportale und Android-Tablets unter 150 Euro.

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