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Ratgeber Gaming-Stühle: Wie zockt es sich auf 50 Euro?

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Wer einen Gaming-Stuhl sucht, findet Modelle bereits ab 50 Euro. TechStage zeigt, was sie können und welche Alternativen es gibt.

Gaming-Stühle sind wie Bürostühle – nur bunter und knalliger. Dafür haben sie aber einen großen Vorteil: Viele Gaming-Stühle bieten eine hochwertige Ausstattung für vergleichsweise wenig Geld. Schon ab 50 Euro gibt es erste Modelle. Das macht sie auf den ersten Blick nicht nur für Zocker, sondern auch fürs Homeoffice interessant. TechStage zeigt, was die günstigsten Modelle können und welche Alternativen es für einen überschaubaren Aufpreis gibt.

Auch bei vielem weiteren Zubehör für Gaming und Homeoffice kann man kräftig sparen. Unsere Beiträge Ratgeber Homeoffice und Das richtige Licht fürs Homeoffice zeigen, welche Produkte sich anbieten.

Wer stundenlang am PC zockt oder im Homeoffice arbeitet, braucht einen guten Stuhl mit ergonomischem, also körpergerechtem Sitz. Höhenverstellbare Sitzfläche und Armlehnen, aber auch eine verstellbare Rückenlehne zählen zur wichtigen Grundausstattung, wie die Kollegen der c’t im Beitrag: Gesund vorm Bildschirm zeigen. Eine verstellbare Lendenstütze, atmungsaktive Polsterung und eine gute Druckverteilung sorgen zudem für einen langen und schweißfreien Sitz wie die Verwaltungs-Berufsgenossenschaft in ihrer Checkliste (Link zum PDF ) ergänzt. Solche Sitzmöbel kosten allerdings rasch mal 400 Euro und mehr.

Als auffällige Alternative bieten sich scheinbar Gaming-Stühle an. Zumindest die höherwertigen Modelle erfüllen die genannten Anforderungen, sind aber bisweilen deutlich günstiger als ihre klassischen Verwandten, die Bürostühle. Dafür gibt es zusätzlich noch ein buntes Gaming-Design in Rennwagenoptik.

Diese Theorie ist aber nur die halbe Miete für eine Kaufentscheidung. Ein Sitzmöbel muss man ausprobieren. Jeder Mensch sitzt anders; Gewicht und Körpergröße sind zwei entscheidende Faktoren der Ergonomie – Probesitzen ist angesagt.

Die günstigsten Bürostühle starten in unserem Preisvergleich ab 60 Euro. Vier Rollen an den Beinen sowie Rückenlehnen- und Höhenverstellung bietet etwa der Topstar Point 30. Wer zusätzlich noch Armlehnen will, zahlt etwa 80 Euro für den Sixbros 139PM. Wer hingegen einen Stuhl mit Gaming-Design sucht, zahlt ebenfalls ab 80 Euro. Das günstigste Modell aus dem Preisvergleich, der CLP Racing Fire, bietet immerhin schon eine dickere Polsterung für Oberschenkel und Nacken. Und wer ein Sitzmöbel mit der empfohlenen verstellbaren Lendenstütze sucht, zahlt ab 160 Euro – etwa für den Topstar Top Point Deluxe. Der preisliche Einstieg in günstige Sitzmöbel vor dem PC ist also niedrig. Vor allem, wenn man auf einige Komfort-Features verzichtet. Chinesische Anbieter können aber noch billiger.

Der Blitzwolf BW-CG4 kostet beispielsweise rund 50 Euro. Das Modell kam Ende 2020 via Banggood auf den Markt und war binnen weniger Wochen ausverkauft. In wenigen Wochen soll er wieder verfügbar sein. Kein Wunder, 50 Euro sind extrem wenig Geld für einen Stuhl. Der Blitzwolf BW-CG4 ist also eine Rarität für sich: Günstig und optisch ganz klar in der Gaming-Sprache. Zurzeit bekommt man in nur noch aus dem US-Lager für rund 80 Euro . Zu viel Geld für diesen Stuhl.

Es sind tatsächlich nur der rabattierte Preis und Optik, die das Produkt überhaupt attraktiv machen. Denn der Blitzwolf-Stuhl weist wohl so ziemlich jeden Mangel auf, den ein Stuhl haben kann. Er wackelt an jedem Element; Armlehnen eingeschlossen. Bei höherem Körpergewicht ab circa 80 Kilogramm biegt er sich in die Richtung mit der höchsten Belastung. Eine Unterstützung des unteren Rückens durch ein Polster gibt es nicht. Die Sitzfläche ist praktisch nicht gepolstert und macht längeres Sitzen zur Qual – ähnlich bequem wie Holzstühle in einer Schule. Justierungsmöglichkeiten für Rücken oder Armlehne sowie Lendenstütze gibt es nicht. Nur in der Höhe ist der BW-CG4 verstellbar.

Und dann wären da noch die Verarbeitungsmängel zu nennen. Unser Testprodukt kam mit Kratzern in der Plastikverschalung und einer fiesen Delle im Polster der linken Armlehne. Textilelemente in Mesh-Optik fühlen sich an wie ein billiges Obstnetz. Zudem war bei unserer Montage direkt ein Gewinde in der rechten Armlehne defekt, sodass diese nur mit einer Schraube an der Rücklehne hält; das verspricht kein langes Leben des Möbelstücks.

Unser Fazit: So überraschend günstig der Blitzwolf BW-CG4 ist, so billig ist auch seine Qualität. Man kauft hier schließlich gut 50 Prozent unter dem üblichen Preis für ein vergleichbares Sitzmöbel.

Wer also nicht gerade einen billigen Gaming-Stuhl für Kinder sucht, sollte sich gleich nach Alternativen umsehen. Denn für Erwachsene ist dieser Stuhl unbrauchbar. Bei Kindern wird er, ob des geringeren Körpergewichts und fehlender Rückenbeschwerden, wohl etwas länger durchhalten. Ruhigen Gewissens können wir ihn aber auch hier nicht empfehlen.

Bereits ab 70 Euro gibt es bessere Alternativen. Diese bieten beispielsweise stabilere Armlehnen und eine bessere Polsterung wie etwa der Racing-Stuhl von Songmics für 73 Euro . Und selbst Blitzwolf hat schon besser gepolsterte Modelle wie den BW-GC2 im Angebot. Dieser hat neben einer ausziehbaren Beinlehne sogar eine dickere Polsterung für Nacken und unteren Rücken. Mit Gutschein-Code BGTUGC2 kostet der Stuhl rund 106 Euro mit Versand aus dem tschechischen Lager von Banggood. Aber auch hier gilt: Wirklich lange Zeit wird man mit solchen Stühlen keine Freude haben. Das zeigen auch diverse Rezensionen.

Wer langfristig aber ein gutes Sitzmöbel sucht, dass täglich für mehrere Stunden Zocken oder aber auch fürs Homeoffice gut ist, sollte mindestens 350 Euro zurücklegen. Hier beginnen gute Bürostühle und Gaming-Sessel. Zu den besseren Anbietern zählt Secretlab im Gaming-Umfeld. Dessen Produkte sind aus eigener Erfahrung nicht nur hochwertig verarbeitet und bequem, sondern auch optisch eine Aufwertung fürs Gaming-Zimmer. Beim Einsteigermodell ist immerhin auch schon ein Lendenwirbelkissen dabei. Alternativ lohnt sich ein Blick auf den Omen Citadel Gaming Stuhl für 350 Euro und die Kollegen der c’t (Link zu heise online ) empfehlen den Bürostuhl Maxnomic Ergoceptor OFC für rund 460 Euro. Er hat ein dezenteres Gaming-Design, bietet im Gegensatz zum Modell von Secretlab aber eine verstellbare Lendenstütze.

Ja, es gibt Gaming-Stühle ab 50 Euro. Und ja, man kann darauf sitzen und sie sehen nach Gaming aus. Das war es aber auch schon. Wer aber etwas mehr Geld in die Hand nimmt, bekommt schon ab 150 Euro wirklich brauchbare Sessel. Und wer ein hochwertiges Möbelstück für intensive Zockernächte und ergonomischen Sitz sucht, sollte mindestens 350 Euro auf dem Konto haben.

Soll es anderes Zubehör fürs Gaming-Zimmer sein? Dann empfehlen wir einen Blick auf unsere Beiträge Ratgeber Homeoffice und Das richtige Licht fürs Homeoffice zu werfen.

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