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Ratgeber Drucker: Das richtige Multifunktionsgerät finden

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Ein Multifunktionsdrucker druckt, scannt und kopiert. TechStage stellt die verschiedenen Preisklassen vor und zeigt, wie viel man in welchem Budget erwarten kann.

Spätestens seit Homeoffice an der Tagesordnung ist, gehen die heimischen IT-Geräte reihenweise in die Knie: Der Monitor (Ratgeber) ist eventuell schon erneuert, die Webcam (Vergleichstest) einem Upgrade unterzogen, der Router ausgetauscht. Jetzt ist das Multifunktionsgerät an der Reihe. Natürlich soll es die möglichst beste Kombination aus Drucker, Scanner und Kopierer sein. Eventuell sogar eine Variante mit Fax-Funktion. Die Kombidrucker-Neuanschaffung muss aber ins Budget passen. Deshalb zeigt TechStage, welche Leistung in den verschiedenen Kombidrucker-Preisklassen möglich ist.

Ein Hinweis vorneweg: Die Corona-Krise trifft auch die Druckerbranche. Da der Nachschub aus Asien momentan schwierig ist, steigen hierzulande die Preise auf Multifunktionsgeräte. Deshalb sind die Angaben im Ratgeber nur als Orientierungshilfe zu verstehen. Manche Modelle können zeitweise ausverkauft oder zumindest deutlich verzögert erst lieferbar sein.

Der Artikel erscheint in unserer Themenwelt Homeoffice . Mehr zur richtigen Ausrüstung daheim zeigen wir in den Beiträgen Ratgeber Homeoffice: Maus, Tastatur, Headsets & Co , Smart, hell & schick: Das richtige Licht fürs Homeoffice oder im Ratgeber: Der ideale Drucker fürs Homeschooling .

Ein Multifunktionsgerät im Preisbereich bis 100 Euro nutzt Tintenstrahltechnik. Denn im niedrigen Preissegment kann die Lasertechnik nur Drucker (Single Function) anbieten, aber keine Modelle, die auch noch scannen und kopieren (Multi Function). Selbst günstige Multifunktionsgeräte haben ausgereifte Funktionseinheiten eingebaut. So stimmt die Druckqualität, da die Hersteller oft gut lesbare pigmentierte Schwarztinte mit flüssigkeitsbasierten (Dye) Farbtinten kombinieren. Die Scanner sind auf Alltagsaufgaben getrimmt, die sie ordentlich erledigen. Zum Einsatz kommt CIS (Contact Image Sensor), die günstig ist, aber Schwächen in der Tiefenschärfe aufweist. Nicht immer lassen sich die Scandeckel an den Scharnieren anheben. Das erschwert das Digitalisieren dicker Vorlagen wie beispielsweise Seiten aus einer Buchvorlage.

Ein günstiger Anschaffungspreis bedeutet nicht automatisch, dass das Multifunktionsgerät mager ausgestattet ist. Gerade bei Geräten, die schon länger auf dem Markt sind oder vor der Ablösung durch Nachfolger stehen, lässt sich so manches Schnäppchen machen. Ein Beispiel ist der Canon Pixma TR4550 (oder TR4551 im weißen Gehäuse), den es schon seit gut zwei Jahren gibt und der inzwischen für etwa 75 Euro zu finden ist. Dieses Modell bietet sogar eine Fax-Funktion und bringt automatischen Duplex-Druck mit – beide Punkte sind nicht selbstverständlich.

Trotzdem kann ein so günstiges Multifunktionsgerät nicht jeden Wunsch erfüllen: Meist liegt der Kompromiss in der Arbeitsgeschwindigkeit, die im Falle der Farbseiten ungefähr bei vier bis fünf A4-Seiten pro Minute liegt.

Bei wem die Budget-Obergrenze bei 100 Euro liegt, der sollte sie möglichst auch ausschöpfen. Im Bereich zwischen achtzig und 99 Euro finden sich beachtlich ausgestattete Modelle, die am heimischen Arbeitsplatz eine gute Figur machen – vorausgesetzt, es geht nicht um massenhafte Ausdrucke, Scans und Kopien, sondern vielmehr um den gelegentlichen Gebrauch. Ein aktuelles Modellbeispiel findet sich im Canon Pixma TS7450 (TS7451 in Weiß), das sogar zwei Papierzufuhren und einen automatischen Vorlageneinzug für bis zu 35 Blatt an Bord hat.

Ein Ärgernis bleibt: Denn günstige Tinten-Multifunktionsgeräte bringen in der Regel auch nur Patronen mit geringen Reichweiten mit, die schnell leer gedruckt sind und den Unterhalt in die Höhe treiben.

Einen Ausweg aus diesem Dilemma bieten herstellereigene Tinten-Nachschub-Programme wie etwa Instant Ink von HP, das inzwischen nahezu alle Multifunktionsmodelle des Herstellers einschließt: Hier entscheidet sich der Anwender für eine bestimmte Seitenanzahl pro Monat, zahlt den entsprechenden monatlichen Preis und erhält die Tintenpatronen per Postversand ins Haus geliefert. Derzeit kosten beispielsweise fünfzig Seiten pro Monat 2,99 Euro. Gut: Fotodrucke kosten nicht extra und das nicht ausgeschöpfte Kontingent lässt sich in gewissem Rahmen auf den nächsten Monat übertragen. Allerdings sind die Patronen mit speziellen Chips versehen, um die Zählung zu ermöglichen. Laut Hersteller wird zumindest analysiert, wie sich Schwarz- und Farbanteile auf einem Blatt verteilen. Auch wenn das die eigentlichen Inhalte explizit ausschließen soll, ist so ein Blick auf die eigenen Drucke nicht jedermanns Sache.

Details zur Berechnung von Seitenpreisen hat dieser Ratgeber ausgeklammert. Ein einfach nachzuvollziehendes Verfahren zeigt TechStage im Beitrag „Der ideale Drucker fürs Homeschooling“ .

Anwender, die ein Monolaser-Kombigerät suchen, finden ab 150 Euro bereits eine gute Modellauswahl. Diese Kombis sind für den Einzelplatz gedacht und benötigen in etwa so viel Platz auf dem Schreibtisch wie ein Tintenstrahl-Pendant. Sie drucken und kopieren in Schwarzweiß, können jedoch in Farbe scannen. Ein Repräsentant dieser Klasse ist beispielsweise der HP Laserjet Pro MFP M28w. Das Gerät ist mit einem Druckwerk von 18 Seiten pro Minute ausgestattet, bietet neben USB 2.0 auch eine WLAN-Anbindung und kann automatisch beidseitig drucken. Typisch ist aber auch die Papierzufuhr, denn hier gibt es nur einen vorderen Schacht für maximal 150 Blatt, der sich nicht abdecken und so vor Staub schützen lässt. Das Bedienpanel hat zwar ein Mini-Schriftdisplay, ist jedoch insgesamt rudimentär gestaltet und beschränkt sich im Wesentlichen auf Tasten mit Symbolen ohne Beschriftung.

Eine Mehrinvestition von rund 40 Euro hat einen spürbaren Effekt auf die Arbeitsgeschwindigkeit und den Ausstattungskomfort, wie sich etwa am Brother MFC-L2710DN veranschaulichen lässt: Hier ist ein 30-Seiten-Druckwerk eingebaut, eine Papierkassette für bis zu 250 Blatt integriert und ein Bedienpanel vorhanden, das sich über die gesamte Gerätebreite erstreckt. Allerdings bringt dieses Modell auch mehr Standfläche mit, was auch den Bedarf an Höhe einschließt.

Eine neue Ära bei Laser-Kombigeräten (und Druckern) hat HP mit der Neverstop-Serie eingeläutet. Ähnlich wie bei Tintentank-Geräten nutzen diese Modelle ein Toner-Reservoir in Form eines Tanks. Das Nachfüllen lässt sich per Spritze bewerkstelligen, die mit Toner befüllt ist. Das Verfahren drückt die Seitenpreise auf unter einen Cent pro A4-Seite – das ist sagenhaft günstig.

Derzeit gibt es die Neverstop-Reihe nur als Monolaser. Die Kombigeräte starten bei rund 200 Euro – etwa das Modell HP Neverstop Laser MFP 1201n. Der höhere Einstiegspreis lohnt sich, denn ab Werk ist der Tank vollständig befüllt und auf eine Reichweite von fünftausend ISO-A4-Seiten ausgelegt.

Für wen der Fotodruck eine große Rolle spielt, muss sich auf ein Tinten-Multifunktionsgerät konzentrieren. Nur dieses kann randlos drucken und erreicht dank Fotomedien sowohl das Qualitätsniveau als auch die Haptik, die sich mit einem klassischen Fotoabzug vergleichen lässt. Einfachere Modelle verwenden fünf Einzeltinten – zusätzlich zu den Farben Blau, Rot, Gelb und Text-Schwarz eine Foto-Schwarz-Patrone, die die Kontraste im Fotodruck verstärkt.

Echte Fotospezialisten unter den Tinten-Multifunktionsgeräten nutzen sechs Farben, um die Farbnuancen auf dem Foto möglichst gut zu treffen. Ein Beispiel ist der Canon Pixma TS8350 mit den zusätzlichen Tinten für Foto-Blau und -Schwarz zu einem Preis ab etwa 160 Euro. Neben den Spezial-Talenten im Fotodruck, wozu auch das Bedrucken von dafür vorgesehenen CDs und DVDs gehört, macht er auch im Alltag eine gute Figur dank zweier Papierfächer, einem Touchscreen sowie einer Duplex-Druck-Einheit. Die zusätzlichen Tinten erhöhen jedoch die Seitenpreise – das ist zu bedenken.

Oft lässt sich eine Kombidrucker-Neuanschaffung über den Arbeitgeber finanzieren oder steuerlich geltend machen. Das ist ein Vorteil, wenn es ein Farblaser-Modell sein soll. Denn diese Gesellen sind immer noch vergleichsweise kostspielig in der Anschaffung. Richtige Durchsatzmaschinen mit ausgewogener Ausstattung kommen auf mindestens 300 Euro und mehr.

Ein Blick auf die Kürzel in der Produktbezeichnung ist wichtig. Denn das baugleiche Modell gibt es in der Regel in unterschiedlichen Konfigurationen. Ein Beispiel: Der HP Color Laserjet Pro MFP M479 ist eigentlich eine Serie, die es als M479dw mit Duplex-Einheit und WLAN, als M479fdw zusätzlich mit Fax oder als Varianten mit Ethernet-Schnittstelle mit einem „n“ statt „w“ gibt. Das ist auf den ersten Blick verwirrend, lohnt sich jedoch zu durchleuchten, denn so lässt sich richtig Geld sparen. Unterschiede von mehr als 50 Euro sind locker drin. Wer zahlt schon gern für Funktionen, die man nicht benötigt?

Grundsätzlich hat die Farblasertechnik deutliche Fortschritte gemacht: Die Gehäuse sind teils so schmal konstruiert, dass das Gerät tatsächlich auf dem Schreibtisch stehen kann. Gleichzeitig schalten sich die Lüfter kurz nach dem Druck oder der Kopie ab. Das kommt sowohl der Geräuschkulisse als auch der Luftqualität am heimischen Arbeitsplatz zugute. Trotzdem sollten lautstärkesensible Anwender bedenken, dass hier viel Mechanik in Gang kommt, um Ausdrucke und Kopien zu produzieren.

Für ein Farblaser-Kombigerät spricht das Arbeitstempo, das bei Single-Pass-Maschinen in Schwarzweiß und Farbe identisch ausfällt. Sie übertragen alle Farben in einem Rutsch auf das Papier. Multi-Pass-Technik benötigt für jede Farbe einen extra Arbeitsgang. Mit einem Durchsatz von 18 Seiten pro Minute, wie ihn etwa Brother beim DCP-L3550CDW angibt, lassen sich ohne Probleme die Druckaufträge mehrerer Anwender flott erledigen.

Es gibt jedoch auch Argumente gegen ein Farblaser-Kombigerät: An erster Stelle betrifft das den Stromverbrauch im Betrieb. Er übersteigt Inkjet-Multifunktionsgeräte um ein Vielfaches. Beim genannten Brother-Modell beispielsweise spricht selbst der Hersteller von 400 Watt als Durchschnittswert im Betrieb. Ein vergleichbares Inkjet-Pendant bleibt hier locker im zweistelligen Bereich.

Multifunktionsgeräte mit Tintentanks sind die Gewinner in puncto niedriger Seitenpreise, haben allerdings im Einstieg den Nachteil, dass das Arbeitstempo oft zu wünschen übriglässt. Am heimischen Arbeitsplatz sollte es jedoch möglichst schnell gehen. Das hat seinen Preis, wie sich beispielsweise am Epson Ecotank ET-4750 zeigen lässt, für den mindestens satte 430 Euro fällig werden.

Richtig arbeitsgruppentaugliche Modelle sind derzeit gerade beim Tintentank-Pionier Epson in der Entwicklung. Ein erster Vertreter findet sich im Epson Ecotank ET-5800 für rund 850 Euro. Der Preis ist eine Ansage. Allerdings ist der ET-5800 absolut bürotauglich dank zweier Papierkassetten plus hinterer Zufuhr für insgesamt maximal 550 Blatt Papier, dem großen Touch-Display und der vergleichsweise guten Tempowerte von 25 monochromen sowie 12 farbigen A4-ISO-Seiten pro Minute.

Grundsätzlich findet jeder Anwender den Multifunktionsdrucker, der seinen Ansprüchen am ehesten gerecht wird. Allerdings gibt es das eine glücklich machende Modell für jedermann nicht. Sowohl Tintenstrahl- als auch Lasertechnik haben weiter ihre Berechtigung.

Kommt es beispielsweise im Homeoffice darauf an, dass die Ausdrucke nicht verschmieren, ein ultraklares Schriftbild haben und möglichst schnell fertiggestellt sind, hat ein Mono- oder Farblaser-Kombigerät die Nase vorn. Andererseits sprechen Faktoren wie Randlosdruck, Fotoqualität oder vergleichsweise leise Arbeitsweise für ein Tintenstrahl-Multifunktionsgerät.

Der Anschaffungspreis sollte nicht das allein entscheidende Argument für oder gegen ein Multifunktions-Modell sein. Denn hier folgt die Enttäuschung spätestens, wenn der Nachkauf für Tintenpatronen oder Tonerkartuschen ansteht.

Der Artikel erscheint in unserer Themenwelt Homeoffice . Mehr zur richtigen Ausrüstung daheim zeigen wir in den Beiträgen Ratgeber Homeoffice: Maus, Tastatur, Headsets & Co , Smart, hell & schick: Das richtige Licht fürs Homeoffice oder im Ratgeber: Der ideale Drucker fürs Homeschooling .

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