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So sieht der Lieferumfang der Dashcam 65W aus.
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Dashcams können die Schuldfrage bei strittigen Unfallvorgängen aufklären. Wir zeigen in dieser Kaufberatung, welche Features eine Dashcam unbedingt haben sollte.

Dieser Ratgeber wurde am 30.04.2021 überarbeitet.

Wenn es zu einem Autounfall kommt, ist Streit um die Schuldfrage meistens vorprogrammiert. In strittigen Situationen kann Videomaterial helfen, um das Unfallgeschehen besser nachzuvollziehen. Doch sind solche Aufnahmen überhaupt legal? Die Nutzung von Dashcams ist umstritten, aber unter den richtigen Voraussetzungen sind sie als Beweismittel bei Unfällen seit 2018 in Deutschland zulässig.

In diesem Artikel erklären wir, was eine rechtlich zulässige Dashcam alles können muss und welche Zusatzfunktionen nützlich sind. Wer nach ersten Testergebnissen sucht, kann sich zudem unseren Vergleichstest: Neun Dashcams ab 16 Euro ansehen.

Wer in Deutschland eine Dashcam einsetzen möchte und sichergehen will, dass die Aufnahmen eines Unfalls auch vor Gericht zulässig sind, muss einige Rahmenbedingungen einhalten. Dauerhafte Aufnahmen verstoßen gegen das Datenschutzrecht und ziehen ein Bußgeld nach sich. Eine Ausnahme sind kurze, anlassbezogene Aufzeichnungen des Unfallgeschehens.

Letztlich bedeutet dies, dass die Videoaufzeichnungen der Dashcam nur dann erlaubt sind, wenn sie lediglich einen kurzen Zeitraum um das Unfallgeschehen speichern. Videos, die keinen Unfall zeigen, dürfen nicht gespeichert und erst recht nicht im Internet veröffentlicht werden. Wie Dashcams alle rechtlichen Kriterien inklusive Datenschutz erfüllen, zeigen wir in einem eigenen Ratgeber. Weitere Informationen zur Rechtslage bietet dieser Artikel zum Thema Dashcam und Recht der Kollegen vom c't Magazin.

In der Praxis halten Kameras diese rechtlichen Rahmenbedingungen beispielsweise durch die Nutzung einer Loop-Funktion ein, bei der die Kamera kontinuierlich neue Videoclips anfertigt, und dabei alte Videos überschreibt. Geschieht ein Unfall, werden die letzten Minuten gesichert, dann startet die sich selbst überschreibende Aufnahme erneut.

Design und Größe der angebotenen Dashcams sind vielfältig. Wichtiger Unterschied: Ist ein Bildschirm vorhanden oder nicht? Egal, wie man sich entscheidet: Grundsätzlich sollten die Geräte so klein sein, dass sie die Sicht des Fahrers nicht beeinflussen. Der Vorteil von Modellen mit Display ist die Möglichkeit, diese auch ohne Smartphone konfigurieren zu können. Geräte ohne Monitor sind zwar nur per App bedienbar, dafür aber deutlich kleiner und unauffälliger. Der Hersteller BMW bietet sogar ein voll integriertes System mit dem Namen Drive Recorder an. Wer das System nutzen will, muss den Service allerdings bezahlen. Die Kosten liegen bei 20 Euro pro Monat oder bei 150 Euro für drei Jahre.

Ein zweiter Aspekt ist die Art der Befestigung. Während einige Geräte direkt auf die Windschutzscheibe geklebt werden (Beispielsweise Yi Compact Dash Camera), nutzen andere Saugnapf-Halterungen (Beispielsweise Denver CCT-1210). Diese sind zwar klobiger, dafür können sie mit wenigen Handgriffen entfernt werden. Das ist nicht nur bei einem Fahrzeugwechsel notwendig, sondern auch beim Besuch einiger Nachbarländer, bei denen die Nutzung der Dashcams verboten ist.

In Österreich sind die Kameras beispielsweise nur mit einer Genehmigung erlaubt. Der ADAC rät zudem grundsätzlich von der Nutzung von Dashcams in Belgien, Luxemburg, Portugal und der Schweiz ab. In Bosnien-Herzegowina, Dänemark, Finnland und Frankreich müssen Fahrer nach einem Unfall die anderen Beteiligten darüber informieren, dass sie eine Dashcam benutzen. In Spanien, der Tschechischen Republik und Ungarn dürfen Kameras nur eine geringe Auflösung aufweisen. Die Aufnahmen müssen nach spätestens fünf Tagen gelöscht werden.

Wer möchte, kann sich auch für eine Dashcam im Rückspiegel-Design (Beispielsweise Auto-Vox DVR-MR) entscheiden. Diese sind optisch unauffällig, eignen sich aber nur für Fahrzeuge mit Rückspiegeln ohne Zusatzfeatures wie einer automatischen Abblendfunktion.

Die Bedienung der Dashcams sollte vor allem unkompliziert sein. Ob die Steuerung per Display oder App funktioniert, ist vor allem Geschmackssache. Einige Geräte, wie die Yi Compact Dash Camera (Testbericht), unterstützen sowohl die Bedienung direkt am Gerät, als auch per WLAN-Verbindung zum Smartphone.

Bei Geräten mit App-Anbindung stehen häufig zusätzliche Funktionen zur Verfügung. So ist es beispielsweise möglich, die GPS-Daten des Smartphones zu nutzen und diese mit aufzuzeichnen oder ausgewählte Videos auf das Handy zu übertragen. Der Nachteil bei Geräten, die ausschließlich per App funktionieren, ist die Abhängigkeit vom Hersteller. Ist die App aus irgendwelchen Gründen irgendwann nicht mehr verfügbar, lässt sich auch die Dashcam nicht mehr nutzen. Das kann vor allem bei No-Name-Produkten aus China zum Problem werden.

Eine interessante Alternative sind Systeme mit Sprachassistenz an Bord. Der Hersteller Nextbase hat entsprechende Dashcams mit Alexa angekündigt. Solche Dienste funktionieren natürlich nur in Zusammenspiel mit einer Internetverbindung. Andere Hersteller, wie Garmin nutzen mit der Dashcam 65W einen im Funktionsumfang reduzierten, aber dafür integrierten Sprachassistenten.

Aktuell ziehen wir Dashcams mit Display und Knöpfen am Gerät vor, da die Kameras letztlich nur einmal eingerichtet werden müssen. Danach aktivieren sie die Aufnahme, sobald sie mit Strom versorgt werden – in der Regel also mit dem Einschalten der Zündung.

Eines der wichtigsten Kriterien bei Dashcams ist die Bildqualität. Hier spielen mehrere Faktoren eine Rolle, die über die Auflösung des Bildsensors hinausgehen: Wie lichtempfindlich sind Objektiv und Sensor, wie weit ist der Öffnungswinkel, unterstützt die Kamera Wide Dynamic Range?

Während einige Modelle sogar in 4K-Auflösung (Nextbase 612GW) aufzeichnen, nehmen günstige Modelle nur in 720p auf. Das Ergebnis sind verwaschene und unscharfe Videos, auf denen weder Personen noch Nummernschilder zu erkennen sind. Wir halten eine Full-HD-Auflösung oder höher für sinnvoll, da dort zumindest ausreichend viele Details zu erkennen sind. Die 1080p sollten nativ zur Verfügung stehen und nicht interpoliert sein. Bei 2K und 4K-Aufnahmen bleibt auch bei weiter entfernten Schildern alles gut erkennbar. Allerdings sollte die Auflösung hier nicht hochgerechnet werden, da dies zu deutlicher Unschärfe führt.

Thema Blickwinkel: Der sogenannte FOV (Field of View) entscheidet, was alles auf dem Video zu sehen ist. Bei einem niedrigen FOV (viel Zoom) ist lediglich das Geschehen einige Meter vor dem PKW sichtbar. Kameras mit einem großen Blickfeld (wenig Zoom) sind weitwinkliger und zeichnen auch auf, was sich links und rechts vor dem Fahrzeug abspielt. Das Modell Blaupunkt DVR-BP 2.5 FHD (Preisvergleich) hat beispielsweise einen extremen FOV von 170 Grad. Ein Blickwinkel von unter 130 Grad ist aus unserer Sicht kaum zu gebrauchen.

Einige Dashcams haben die Möglichkeit, eine zweite Kamera anzuschließen. Diese zeichnet dann entweder den Innenraum oder die Sicht nach hinten auf. Innenraum-Kameras sind insbesondere für Fahrer interessant, die regelmäßig Fahrgäste befördern. Kameras mit Blick nach hinten helfen hingegen die Situation noch besser abzuschätzen. Bei manchen Herstellern ist das nachträgliche Zusammenfügen der beiden Videos aber recht aufwendig. Andere Marken bieten für die Nachbearbeitung sehr komfortable Programme und Apps.

Soll die Dashcam auch nachts aufzeichnen, ist eine Nachtsicht-Funktion unabdingbar. Die meisten Dashcams unterstützen deshalb WDR (wide dynamic range) oder HDR (high dynamic range). Beide Techniken versprechen eine Verbesserung des Bildmaterials bei schwierigen Lichtverhältnissen wie Dunkelheit oder Gegenlicht. Während bei WDR das Videosignal anhand der Tonwertkurven verbessert wird, werden bei HDR tatsächlich mehrere Belichtungszeiten aufgenommen und per Software miteinander kombiniert. Bei technisch sauberer Umsetzung ist die Qualität von HDR deutlich besser als bei WDR.

Einige Hersteller nutzen bei Dunkelheit Infrarot-LEDs, um das Kamerabild auszuleuchten. Diese sind meistens viel zu schwach. So ist die Reichweite zu niedrig – außerdem spiegeln sie sich in der Windschutzscheibe. Hier sind eine vernünftige Software und ein lichtstarkes Objektiv deutlich sinnvoller.

Neben einer vernünftigen Auflösung ist vor allem die Video-Loop-Funktion ein entscheidendes Kaufkriterium. Fehlt diese, verstoßen die Geräte gegen das Datenschutzrecht. Bei den meisten Modellen bestimmt der Nutzer, wie lange die einzelnen Videoclips sein sollen. Bei einigen wenigen Modellen ist die Clip-Länge nicht einstellbar. Während einige Geräte über einen internen Speicher verfügen, nutzen die meisten Dashcams Speicherkarten zur Aufzeichnung. Diese gehören meist nicht zum Lieferumfang und müssen zusätzlich erworben werden.

Die meisten Dashcams verfügen über einen integrierten Akku. Zum autarken Betrieb der Kamera bei abgeschalteter Zündung – und damit auch fehlender Stromversorgung über den Zigarettenanzünder – reicht der aber nicht aus. Der Grund für den Akku: Bei einem heftigen Zusammenstoß kann sich der Stecker lösen, die Stromversorgung reißt ab – und im schlimmsten Fall sind die Video-Dateien verloren. Die kleinen Akkus in den Kameras sollen genau das ausgleichen. Geräte mit größeren Akkus reagieren im abgeschalteten Zustand auf den Beschleunigungssensor, wachen beispielsweise bei Parkremplern auf und beginnen die Aufnahme. Wer sein Auto auch im geparkten Zustand überwachen will, kann alternativ auf die Stromversorgung per USB-Powerbank zurückgreifen.

Ein weiteres wichtiges Ausstattungsmerkmal ist der Bewegungssensor, der kontinuierlich die Beschleunigungswerte überwacht. Kommt es zu einem Zusammenstoß oder einer Vollbremsung, registriert das der Sensor und speichert den aktuellen Videoclip in einem anderen Ordner ab, damit die Datei nicht durch die Schleifenaufnahme überschrieben wird.

Einige Dashcams verfügen außerdem über eine Bewegungserkennung. Hierbei registriert die Kamera Bewegungen und startet automatisch die Aufzeichnung. Das hat zweierlei Vorteile. Zum einen muss der Nutzer die Aufnahmen zu Fahrtbeginn nicht per Hand starten, zum anderen ist die Kamera so in der Lage, bei einem geringfügigen Parkrempler aufzuzeichnen. In belebten Gegenden wird die Kamera allerdings ständig anspringen und Aufnahmen starten.

Hochpreisige Modelle sind häufig mit einem eigenen GPS-Empfänger ausgestattet. Dieser ermöglicht die Aufzeichnung der Position und der Geschwindigkeit. Modelle mit WLAN und App-Anbindung nutzen stattdessen die Ortsdaten des Smartphones. Einige Modelle verfügen sogar über integrierte Abstands- oder Radarwarner. Letztere sind in Deutschland allerdings nicht erlaubt. Der Abstands- oder Spurwechsel-Warner hat in der Praxis nur mäßig funktioniert und nicht überzeugt.

Wirklich interessant sind angekündigte Funktionen, wie der automatische Notrufassistent, der im Falle eines Crashs selbstständig den Rettungsdienst alarmiert. Dank mehrstufiger Abfragen soll es dabei keine Fehlalarme geben. Zur Nutzung ist allerdings eine Mobilfunkverbindung notwendig, was eine SIM-Karte erfordert und für zusätzliche Kosten sorgt.

Die folgenden Listen sind die beliebtesten Dashcams unterschiedlicher Klassen aufgeführt. Um eine vernünftige Vorauswahl zu treffen, verfügen alle Modelle über die rechtlich wichtige Loop-Funktion, einen Blickwinkel von mindestens 130 Grad und Full-HD-Auflösung oder höher.

Der erste Reiter zeigt die beliebtesten Geräte unter 50 Euro. Die Dashcams der zweiten Tabelle haben zusätzlich GPS mit an Bord. Im dritten Teil sind Dashcams mit einer höheren Auflösung von mindestens 2K aufgelistet, im vierten Reiter stehen Dashcams mit zweitem Kameramodul.

Wer sich eine Dashcam zulegen möchte, muss letztlich auf drei Dinge achten. Die Dashcam muss die Loop-Funktion unterstützen, sollte idealerweise einen eigenen Akku verbaut haben und über gute Bildqualität und ein ausreichend großes Sichtfeld verfügen. Beschleunigungssensor, Bewegungserkennung und GPS sind praktische und sinnvolle Extras. Die Bedienung direkt am Gerät ist vollkommen ausreichend, da die Einstellungen nur einmalig gemacht werden müssen. Wer seine Daten komfortabel bearbeiten möchte, braucht ein Modell mit WLAN an Bord.

Wer günstig kauft, kann ebenso gut auf die Dashcam verzichten. Der Test einer 17-Euro-Dashcam (Testbericht) zeigt deutlich, dass sich deren Anschaffung nicht lohnt. Welche Kameras besser abschneiden, zeigt unser Dashcam-Vergleichstest.

Wer sich ein genaueres Bild einzelner Dashcams machen will, kann einen Blick auf unsere Einzeltests werfen. Diese Dashcams haben wir bereits getestet:

Weitere nützliche Gadgets fürs Auto haben wir in unserer Themenwelt parat. Darunter finden sich unter anderem Rückfahrkameras, akustische Einparkhilfen, Head-up-Displays und Starthilfen.

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