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Kinder per DECT, WLAN, FHSS oder doch analogem Funk überwachen? Mit App oder ohne? Video oder nur Audio? TechStage zeigt, welche Babyfones was können und worauf man achten sollte, wenn man die Geräte mit in den Urlaub nimmt.

Abends, endlich Ruhe. Baby und/oder Kleinkinder schlafen, Zeit zur Entspannung. So wirklich kommen aber gerade neue Eltern nur zur Ruhe, wenn sie wissen, dass sie beim Weinen des Kindes sicher benachrichtigt werden. Das ist besonders dann wichtig, wenn man nicht zu Hause ist, sondern beispielsweise in einem Hotel – sobald Corona Reisen wieder erlaubt. Wir zeigen, welche Geräte mit den überlasteten WLANs oder den großen Entfernungen in Hotels funktionieren.

Die Väter bei TechStage haben sich mehrere Babyfones angesehen und verschiedene Techniken über die letzten Jahre ausprobiert. In diesem Ratgeber zeigen wir neuen Eltern, worauf man beim Kauf achten sollte, warum DECT unserer Meinung nach WLAN aussticht und wie man im Hotel möglichst zuverlässig über das schreiende Kind informiert wird.

Für die Übertragung setzen alle Babyfones inzwischen auf irgendeine Art von Funk. Die günstigsten Geräte nutzen ein unreguliertes, analoges Funknetz, etwa auf 446 MHz oder 864 MHz. Digitale Funker sind auf 2400 MHz unterwegs. Wenn sie kein WLAN nutzen, setzen sie auf FHSS (Frequence Hopping Spread Spektrum), damit sie mit anderen Geräten im gleichen Funkband nicht ins Gehege kommen. DECT-Geräte funken wie kabellose Telefone (Vergleichstest) zwischen 1880 und 1900 MHz.

Bei den Übertragungstechniken ist der Analogfunk unserer Meinung nach die schlechteste Wahl. Nicht nur kann das andere Geräte in dem Bereich stören, in größeren Wohnanlagen besteht das Risiko, dass man Geräusche anderer Sendern empfängt. Vor allem, da die Geräte sehr gute Reichweiten haben (analoger Funk geht teilweise über Kilometer), nimmt aber in der Qualität ab. Ja, die Geräte sind günstig, sobald man aber in der Stadt wohnt, würden wir davon abraten. Der analoge Funk bietet zudem nur Audio, kein Video.

FHSS und DECT sind beides gute Techniken, wobei DECT unserer Meinung nach noch ein klein wenig besser ist. Mit einer Reichweite von bis zu 300 m bietet DECT einen guten Empfangsbereich. Allerdings bietet DECT keine Videoübertragung.

FHSS funkt auf 2,4 GHz, dem gleichen Frequenzbereich wie viele WLANs. In der Praxis leidet die Qualität vor allem dann, wenn viele andere WLANs aktiv sind, also vor allem in der Stadt. Die meisten FHSS-Geräte haben eine Übertragungsreichweite von bis zu 250 m, einige kommen aber an die 300 m von DECT heran. Neben Audio übertragen viele FHSS-Geräte einen Videostream.

AnalogFHSSDECTWLAN3G/4G
Frequenz446 MHz/ 864 MHz2400 MHz1880 bis  1900 MHz2400 MHz, 5000 MHz
Audio
Video
Reichweitebis 5000 mbis 250 mbis 300 mWLAN-AbdeckungMobilfunkabdeckung

WLAN war eine vor einigen Jahren sehr hipp bei Babyfones, inzwischen gibt es aber nicht mehr viele Geräte. Die Vorteile sind klar: Ist eine WLAN-Abdeckung da, kann man sowohl im lokalen Netz wie übers Internet die Daten abrufen, meist über eine App auf dem Smartphone oder dem Tablet. Das ist elegant und vor allem zu Hause praktisch. Allerdings nur, bis nachts das Handy auf voller Lautstärke und Helligkeit losgeht, das weckt die Eltern deutlich rabiater als die Handgeräte eines DECT-Gerätes. Zudem kann es durch Stromsparmechanismen vorkommen, dass die App im Handy nicht anschlägt. Ist das Smartphone aus, kommt zudem nichts an. Insofern wundert es wenig, dass nicht mehr viele Anbieter im WLAN-Bereich unterwegs sind.

Noch kleiner ist das Angebot an Babyfones mit eigenem 3G- oder 4G-Modem. Meist sind es Geräte mit WLAN und Mobilfunkfunktion. Das macht sie sehr spannend für den Einsatz in Hotels, dort ist das mobile Netzwerk meist deutlich stabiler als das WLAN und man hat eine gute Reichweite, etwa vom Zimmer bis ins Restaurant. Das ist allerdings immer abhängig von der Versorgung vor Ort.

Zugegeben, vor dem ersten Kind war dem Autoren die Idee suspekt, sein Kind ständig per Video zu überwachen. Nach den ersten Jahren möchte man die Funktion aber nicht mehr missen. Denn so sieht man mit einem Blick, ob das Kind schläft und nur unruhig träumt, oder ob es wirklich wach ist. Wir würden entsprechend immer zu einem Gerät mit Audio- und Video raten, zumindest, solange es nicht im Internet hängt. Denn gerade ältere Babyfons sind alles andere als sicher, wie die Kollegen von heise bereits 2015 meldeten. Regelmäßig finden sich Streams aus Kinderzimmer im Web. Wer zu Hause kein zusätzliches Einfallstor öffnen möchte, dem raten wir zu einem Babyfone mit Video auf Basis von FHSS.

Im Hotel scheitert man meist an der Reichweite, vor allem, wenn Restaurant und Zimmer in anderen Bereichen des Gebäudes liegen. Da man die Kinder aber hier meist überwachen möchte, während man noch wach ist – etwa beim Abendessen, nachdem die Kinder schlafen gegangen sind – klingen WLAN-Babyfones wie die beste Lösung. Doch hier gibt es mehrere technische Probleme: Hotel-WLANs sind meist stark belastet. Viele haben zudem ein Vorschaltseite, die man mit den Babyfones nicht überwinden kann.

Wer auf Video verzichten kann, dem bleibt Audio. Hier sollte man vorab im Hotel anfragen, ob die Telefonanlage etwa eine Babyfone-Funktion hat. Alternativ kann man zu einem Gerät mit 4G greifen (Ratgeber Tarife bis 5 Euro) oder man lässt ein Smartphone beim Kind liegen und nutzt eine App darauf. Wie haben gute Erfahrungen mit der kostenlosen App MAM Babyphone gemacht (für Android und iOS), auch wenn das Video nicht immer funktioniert. Eine hoch gelobte Alternative ist Babyphone 3G (Android und iOS), die allerdings kostenpflichtig ist. Natürlich kann man trotzdem sein Babyfone mitnehmen, vielleicht ist die Reichweite ja ausreichend. Oder man holt sich ein günstiges analoges Gerät und nimmt notfalls Störungen der Frequenz in Kauf.

Die Auswahl des passenden Babyfones ist nicht einfach. Wer Audio und Video möchte, der sollte zu einem FHSS-Gerät greifen. Wenn DECT wichtig ist, dann ist man auf Audio beschränkt, das kann in den meisten Fällen reichen. Wer ein WLAN-Babyfone nimmt, der sollte gleich eins mit Mobilfunk-Modul nehmen, um notfalls auf 3G/4G ausweichen zu können. Analoge Geräte sollte man nur nutzen, wenn man keine anderen Sender in der Umgebung hat.

Für zu Hause würden wir zu einem simplen FHSS-Gerät mit Video raten oder einem einfachen DECT-basiertes Produkt. Wer seine Kinder nachts sowieso hört und das Gerät mit einem Produkt wie einem Tablet oder einem Echo Show (Testbericht) koppeln möchte, der kann auch zu einem WLAN-basierten Babyfone greifen. Dann aber sollte man eine bekannte Marke nehmen, die das Thema Update und sicherer Zugriff aus dem Web auch ernst nimmt. Eine Variante mit 4G eignet sich für alle, die das Produkt im Hotel oder Campingplatz verwenden wollen.

Wer seine Kinder im Auto im Blick haben möchte, der sollte unseren Artikel zu Baby-Kameras im Auto lesen. Und wer noch nach Ablenkung für die Kleinen sucht, der findet Tipps in unseren Artikeln Hörspiele für Kinder: Tonies, Spotify und Alternativen oder Kopfhörer für Kinder: Darauf kommt es beim Kauf an.

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