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Ambilight Nachrüsten

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Der von Philips bekannte Ambilight-Effekt am TV ist fantastisch! Erweitert er doch den Fernsehinhalt über farbige LED-Strips auf die Wand. In diesem Ratgeber vergleichen wir Nachrüstsets.

Wer natives Ambilight will, sollte beim Kauf eines neuen Fernsehers gleich auf eine entsprechende Unterstützung achten. Aktuell können das ausschließlich Fernseher der Marke Philips. Dabei hält sich die Mehrinvestition dafür verglichen mit Fernsehern ohne Ambilight in Grenzen. Mehr dazu in unserer Kaufberatung 4K-TV: UHD-Fernseher gibt’s ab unter 250 Euro.

Doch es gibt auch Möglichkeiten, dieses effektvolle Feature nachzurüsten. Ein Lösungsansatz greift das HDMI-Signal ab und überträgt die passenden Bildinformationen auf den LED-Strip der am Rand der Rückseite des Fernsehers klebt. Das nutzt etwa die Philips Hue Sync Box. Ein weiterer Anbieter ist Dreamscreen 4K, den wir in diesem Ratgeber allerdings außen vor lassen, da das Gerät nicht mehr in Deutschland vertrieben wird. Für technisch versierte Nutzer stehen auch Raspberry-Lösungen bereit. Einen alternativen Weg geht Govee Immersion, es greift die Farbinformationen über eine Kamera ab.

Das Govee Immersion TV Set kostet 75 Euro, ist jedoch während Aktionen häufig günstiger. Dem Set liegt neben dem RGB-LED-Strip und der Steuereinheit außerdem eine Kamera bei, welche die Farbinformationen des Fernsehers ausliest. Der LED-Streifen, dessen LED-Elemente einzeln angesteuert werden können, eignet sich laut Govee für Fernseher von 55 bis 65 Zoll. Wir probieren es an einem 75-Zöller aus und hatten damit keine Probleme.

Die Installation der Hardware ist einfacher, als von uns vorab befürchtet. Im Grunde benötigten wir dazu kaum länger als zehn Minuten. Dafür zieht man zunächst die Schutzschicht an den selbstklebenden LED-Streifen ab und positioniert diesen an den Rändern auf der Rückseite des TVs. Der LED-Streifen besteht aus vier über Kabel miteinander verbundenen Elementen. Die Anleitung zeigt deutlich, welcher LED-Strip wohin gehört.

Anschließend will die Kamera angebracht werden, die dafür ebenfalls einen selbstklebenden Fuß besitzt. Laut Anleitung klebt man die Kamera mittig an den Rahmen oberhalb des TVs. Wir empfehlen jedoch, die Kamera unterhalb des TVs zu kleben. So wirkt sie optisch weniger störend. In der App kann die Positionierung angepasst werden. Im letzten Schritt klebt man eine kleine Steuereinheit mittig auf die Rückseite des Fernsehers und verbindet alle Elemente über Kabel miteinander.

Über die Govee-App findet die weitere Einrichtung statt. Dafür kleben Käufer zunächst sechs mitgelieferte Schaumstoffrechtecke an in der Anleitung bestimmte Stellen des TV-Screens. Die App erkennt daraufhin selbstständig, wo sich die Bereiche des Fernsehers befinden, die für die passenden Farbinformationen relevant sind. Die Kalibrierung kann auch im Nachhinein manuell angepasst werden. Dafür zeigt die App das Kamerabild, in dem der Nutzer ein Rechteck um den Fernseher zieht.

In der App ist es außerdem möglich, den LED-Streifen auf Musik reagieren zu lassen, im Videomodus etwa zwischen Video und Spiel zu variieren, Farbschemata selbst zu programmieren und vorgefertigte Szenen wie Kerzenlicht, Sonnenuntergang oder Regenbogenfarben zu wählen. Die Möglichkeiten sind überraschend vielfältig. Noch dazu ist die App übersichtlich und selbsterklärend. Das haben wir von anderen chinesischen Unternehmen schon deutlich schlechter gesehen.

Das Govee Immersion TV Set schaltet sich nicht mit dem Fernseher an. Allerdings ist sie dauerhaft im WLAN und reagiert auf die Sprachassistenten von Amazon und Google. Neben dem simplen Ein- und Ausschalten hört das Set auch auf das Wechseln von Szenen, dem Anpassen der Helligkeit und vielem mehr.

Das Govee Immersion TV Set erzeugt bei hell erleuchteten Räumen einen dezenten Ambilight-Effekt. Denn die LED-Streifen sind nicht besonders hell. Sobald der Raum jedoch abgedunkelt wird, strahlen die Farben erfreulich intensiv hinter dem Fernseher hervor. Die jeweiligen Farbinformationen werden mit einer leichten Verzögerung dargestellt. Auch scheinen die Farben nicht immer perfekt zum Bildschirminhalt zu passen. Allerdings fällt das nur auf, wenn man entsprechende Testvideos laufen lässt. Beim normalen Betrachten von Videos und Filmen konzentriert man sich üblicherweise auf den Inhalt. Dieser wird vom Ambilight-Effekt des Govee Immersion TV Sets moderat aber stimmig unterstützt.

Wer ein paar kompatible Philips Hue Lampen (Testbericht), die aktuelle Hue Bridge und einen Rechner hat, kann bereits Ambilight nachrüsten. Dafür installiert man auf dem Rechner die Sync-Software, bestimmt in der Smartphone-App welche Hue-Lampe an welcher Stelle im Raum steht und verbindet den Fernseher via HDMI-Kabel oder Chromecast mit dem Rechner. Nun greift die Software den Bildschirminhalt des Computers ab und überträgt die Lichtinformationen an die Hue-Lampen. Das funktioniert ausreichend, ist aber im Normalfall umständlich. Mehr dazu in unserem Ratgeber Philips Hue Sync im Test: Das Nachrüst-Ambilight.

Doch es geht auch deutlich besser, einfacher – und teurer. Dafür benötigt man die Philips Hue Sync Box und idealerweise den Philips Hue Gradient Lightstrip. Theoretisch arbeitet die Sync Box auch mit klassischen Hue-Lightstrips und weiteren Leuchtmitteln von Philips Hue zusammen. Allerdings können die LEDs am Gradient Lightstrip einzeln angesteuert werden, was für ein deutlich besseres Ambilight-Erlebnis sorgt. Ganz neu soll Philips Hue gegen Ende 2021 auch weitere Gradient-Lösungen im Portfolio haben. Dazu gehört etwa der Gradient Light Tube, eine Lichtröhre, die ebenfalls hinter dem TV angebracht wird und den Ambilight-Effekt erzeugt.

Das Prinzip ist einfach: Die Sync Box hängt direkt an einem HDMI-Port des Fernsehers und hat wiederum selbst vier HDMI-Ports, an die weitere Zuspieler wie Playstation 5 (Testbericht), Streaming Sticks (Vergleich) und Blu-Ray-Player (Kaufberatung) angeschlossen werden. So erkennt sie die passenden Farbinformationen und gibt sie direkt und nahezu verzögerungsfrei an die Hue-Leuchtmittel weiter.

Die Installation geht ganz Hue-typisch einfach von der Hand. Die Sync-App zeigt Schritt für Schritt, was dafür nötig ist. Leider ist die zusätzliche Installation der Sync-App zur Hue-App nötig. Einmal eingerichtet gibt es die Möglichkeit sich zwischen den Modi Video, Musik und Game zu entscheiden. Im Modus Musik reagiert das Licht auf den Ton des angeschlossenen Zuspielers. Über ein Mikrofon wie das Govee Immersion TV Set, um die von anderen Quellen im Zimmer gespielte Musik zu interpretieren, gibt es nicht.

Zusätzlich kann der Nutzer über die Sync-App die Intensität bestimmt. Im Test hat sich die Option Moderat bewährt. Bei höheren Einstellungen werden die Lichteffekte schnell hektisch und lenken eher ab, als dass sie das Bildgeschehen unterstützen. Die Variation der Helligkeit bezieht sich auf alle mit dem System verknüpften Leuchtmittel. Leider ist es nicht möglich, diese einzeln in ihrer Leuchtkraft anzupassen.

Im Test sind wir von der Zuverlässigkeit, Einfachheit, Leuchtintensität und Helligkeit der Sync Box im Zusammenspiel mit dem Gradient Lightstrip begeistert. Die Sync Box schaltet sich stets zusammen mit dem Fernseher ein und der Gradient Lightstrip beginnt sein beeindruckendes Farbspiel. Auch der Wechsel zwischen den an der Sync Box hängenden HDMI-Zuspieler funktioniert reibungslos.

Die Ambilight-Nachrüstlösung von Philips ist nahezu perfekt – gerade, wenn man ein Gradient-Leuchtmittel wie den Gradient Lightstrip verwendet. Billig ist die Lösung jedoch nicht. So kostet die Sync Box etwa 230 Euro. Für den Gradient Lightstrip fallen – je nach Größe – weitere 160 bis 200 Euro an.

Wer es eine ganze Ecke nerdiger will, sollte sich die Bastellösungen mit einem Raspberry Pi anschauen. Dafür ist es zunächst nötig, das Bildsignal auf den Ambilight-Rechner zu bekommen. Das geht entweder über einen USB-TV-Stick, per IPTV oder einem DVB-Receiver wie der Dreambox. Schwierig wird es, wenn externe HDMI-Zuspieler dazu kommen. Grundsätzlich lässt sich das HDMI-Signal über einen vorgeschalteten Splitter zwar abgreifen, der HDCP-Kopierschutz macht dies jedoch zumindest bei digitaler Übertragung zunichte. Also kommt das analoge Bildsignal dank eines Grappers umgewandelt über den Splitter an den Ambilight Rechner. Die Qualität des SD-Analogsignals ist für die benötigten Bildinformationen ausreichend.

Für den Nachbau braucht der Bastler eine RGB-Lichterkette, deren LEDs sich über einen IC einzeln ansteuern lassen. Dafür bieten sich etwa WS2812B oder auch dessen Nachfolger SK6812 an. Zusätzlich benötigt man ein passendes Netzteil für die LEDs und einen Controller wie einen Raspberry. Dabei muss der Controller zur Wahl des Steuer ICs passen.

Für eine Anleitung mit Video und Software-Links empfehlen wir den heise+-Artikel Licht Chi-Chi.

Wer ohnehin gerade mit dem Gedanken spielt, sich einen neuen Fernseher zu kaufen, kann auf die ganzen Nachrüstlösungen verzichten und gleich zu einem Philips-Gerät greifen, welches Ambilight nativ unterstützt. Dabei sind die Preisunterschiede zu Fernsehern ohne Ambilight nicht besonders hoch. Hier im Preisvergleich zeigen wir die günstigsten Philips-Fernseher mit Ambilight.

Ambilight sieht einfach toll aus! Wer jedoch keinen entsprechenden Philips-Fernseher hat, muss auf Nachrüstlösungen zurückgreifen. Hier ist der Markt recht übersichtlich. Im Grunde gibt nur zwei fertige Lösungen, die ohne viel Bastelarbeit auskommen. Das beste Ergebnis erhalten Käufer mit der Philips Hue Sync Box in Verbindung mit dem Hue Gradient Lightstrip. Diese Lösung ist einfach, zuverlässig und extrem beeindruckend. Allerdings mit etwa 400 Euro auch teuer.

Viel günstiger ist das Govee Immersion TV Set. Für 75 Euro oder weniger kann es zwar bezüglich des Ambilight-Effekts nicht mit Hue mithalten. Auch wird einige die Kamera stören. Dennoch gefällt das Ergebnis gerade in abgedunkelten Räumen. Zusätzlich bietet die App viele Funktionen und der LED-Strip auf der Rückseite hört auch auf Alexa und Google.

Für mehr spannende Lichteffekte empfehlen wir den Ratgeber Fackeln, Ambilight & Laser: Smarte und günstige Lichteffekte für Zuhause.

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