TechStage | Tests, Ratgeber und Kaufberatungen zu Smartphones, Smart Home, Computer und Technik, die Spaß macht

Pulsoximeter: Sauerstoffsättung ab 6 € messen
Beliebt auf TechStage
Die abgefahrensten Sommer-Gadgets: Von praktisch, über kurios, bis hin zu lebensgefährlich
USB-C-Zubehör und Adapter für's Macbook: Bildschirm, Netzwerk, Speicherkarten & Co.
Ratgeber: Poco F3, X3 Pro, M3 Pro & Co. - warum sind die Xiaomi-Smartphones so gut?
Ratgeber Soundbars: Fetter Klang für flache TVs

Ein Pulsoximeter misst schnell den Puls und die Sauerstoffsättigung im Blut. Das hilft Sportlern und kann bei COVID-19-Infektionen hilfreich sein. TechStage sieht sich ein günstiges und ein teures Gerät an.

Eins der Krankheitsbilder von COVID-19 ist die schlechtere Versorgung mit Sauerstoff. Davon merkt man zu Beginn wenig, doch fällt die Sauerstoffversorgung im Blut, kann der Gesundheitszustand schnell kritisch werden.

Zur Vorbeugung gibt es spezielle Messgeräte, die den Puls und die Sauerstoffsättigung im Blut (SpO2) am Finger messen können. Wir erklären in diesem Ratgeber, wie die Geräte funktionieren, wo ihre Einschränkungen liegen und ob sich günstige China-Pulsoximeter groß von teureren Markenprodukten unterscheiden.

Die Messung des Sauerstoffgehalts im Blut ist mit den Pulsoximetern nicht invasiv. Das bedeutet, dass keine Körperflüssigkeiten notwendig sind, es muss also kein Blut genommen werden oder Ähnliches. Die Geräte arbeiten mit Leuchtdioden, die Licht in verschiedenen Wellenlängen durch den Finger schicken. Abhängig davon, wie viel Licht absorbiert wird, kann das Gerät die prozentuale Sauerstoffsättigung im Blut messen. Bei gesunden Nutzern sollte die Sättigung zwischen 94 und 100 Prozent liegen. Liegt die Messung kontinuierlich bei oder unter 90 bis 92 Prozent, sollte man einen Arzt kontaktieren.

Allerdings darf man sich nicht von einer Messung allein in Panik versetzen lassen. Tatsächlich können mehrere Punkte das Ergebnis beeinflussen. Zunächst ist alles schlecht, was das Licht “bremst”, vor allem dunkel lackierte Nägel können die Messung verfälschen. Auch bei dunkler Hautfarbe kann es sein, dass die Geräte die Sättigung überschätzen, wie eine Untersuchung zeigte .

Zuletzt ist es wichtig, welcher Finger gemessen wird. Eine Versuchsreihe von 2015 ergab , dass der Mittelfinger der dominanten Hand in der Versuchsreihe den höchsten Blutsauerstoffanteil anzeigt, gefolgt vom Daumen der dominanten Hand.

Kommt man also in einen niedrigen SpO2-Bereich, sollte man die Messung zunächst an anderen Fingern verifizieren. Parallel dazu sollte man die Atemzüge pro Minute zählen. Dieser Wert liegt laut der Fachzeitschrift Lungenärzte im Netz bei 12 bis 16. Ein erhöhter Wert, etwa 22 bis 24 Züge können auf eine niedrigere Sauerstoffaufnahme hinweisen, ohne dass man konkrete Luftnot hat.

Die meisten Pulsoximeter messen zugleich den Puls, beides erscheint nach kurzer Zeit auf dem Bildschirm.

Für diesen Ratgeber haben wir zwei Pulsoximeter länger ausprobiert. Den günstigen Teil übernimmt das “Fingertip Pulse Oximeter YK-80C ” von Yonker. Es ist baugleich mit vielen anderen Produkten, die Händler wie Aliexpress oder Banggood für Preise zwischen 6 Euro und 10 Euro verkauft. Auf der anderen Seite haben wir das Medisana PM100 Pulsoximeter geholt, das bei etwa 30 Euro liegt.

Bei der Nutzung sind beide Geräte gleich einfach: Man schaltet sie ein, legt den Finger ein und wartet kurz. Nach knapp sieben Sekunden zeigt das Mediasana-Gerät die Sauerstoffsättigung als SpO2-Wert samt aktuellem Puls an. Das Oximeter von Yonker ist ähnlich schnell. Im direkten Vergleich war es aber etwas schwieriger, den Finger korrekt zu platzieren. Hier macht das Medisana-Gerät einen besseren Job.

Bei den Werten gibt es dagegen keinen Grund zur Kritik. Beide Produkte zeigen in mehreren Messungen die gleichen Werte für die Sauerstoffsättigung an. Auch die Pulsangabe unterscheidet sich höchstens minimal und innerhalb der Toleranzgrenzen von wenigen Schlägen.

Beide Geräte decken einen Bereich von 70 bis 100 Prozent Sauerstoffsättigung ab, sind also ausreichend, um bei einer Unterversorgung zu warnen. Gleichzeitig warnen die Hersteller davor, dass man sich nicht nur auf dieses Gerät verlassen sollte.

Tatsächlich konnten wir in der praktischen Nutzung keine großen Unterschiede zwischen den Produkten feststellen, es gab bei Messungen kaum Abweichungen zwischen den Produkten. Wer es noch genauer möchte, der kann sich Produkte mit einem Messbereich ab 0 Prozent oder ab 35 Prozent Sauerstoffsättigung holen. Das dürfte aber vor allem für den medizinischen Gebrauch gedacht sein, für den Hausgebrauch reicht der Bereich von 70 bis 100 Prozent.

Neben einem dedizierten Oximeter ist diese Messung der Sauerstoffsättigung immer häufiger Teil von Sportuhren und Fitness-Trackern . Kein Wunder, schließlich arbeiten die Sensoren ähnlich wie Puls-Erkennung, da liegt es nahe, die Daten mit auszuwerten. Bei Multisportuhren wie etwa der Polar Vantage V2 (Testbericht) fließen diese Werte auch in die Trainingsinformationen mit ein und werden aktiv auswertet. Andere Geräte, etwa die Fitbit Versa Sense (Testbericht) nehmen die Daten auf und zeigen sie im Dashboard der App mit an.

In der Praxis ist es bei den Uhren und Trackern noch wichtiger, einen Trend statt einer einzelnen Messung zu glauben. So lieferte die Huawei GT2 (Testbericht) eines Kollegen teilweise Werte um die 86 Prozent, die dann aber schnell wieder auf eine Sättigung über 96 Prozent sprangen. Die Fitbit Versa 3 (Testbericht folgt) misst die Sauerstoffsättigung nur während des Schlafs, liefert also keine ständig aktualisierten Werte.

Ein Oximeter ist eine sinnvolle und günstige Erweiterung für die Hausapotheke. Die Geräte sind simpel zu bedienen und liefern eine schnelle Einschätzung dazu, ob hinter einem schlechten Gefühl ein tatsächliches Problem stecken könnte.

In unserer Stichprobe haben wir im normalen Betrieb kaum Unterschied zwischen einem Markenprodukt und einem günstigen Gerät aus Fernost bemerkt.

Unserer Meinung nach kann man, wenn man gesund ist und so ein Gerät in der normalen Hausapotheke haben möchte, ohne Probleme zur günstigeren Variante greifen. Wenn man eine Vorerkrankung im Bereich der Lunge hat, sollte man aber auf jeden Fall seinen Arzt konsultieren.

Tags:

Affiliate-Information

- Bei den mit gekennzeichneten Links handelt es sich um Provisions-Links (Affiliate-Links). Erfolgt über einen solchen Link eine Bestellung, erhält TechStage eine Provision. Für den Käufer entstehen dadurch keine Mehrkosten.