Xiaomi Mi 11 Ultra

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Die beste Kamera ist immer die, die man dabei hat. Wir erklären, was man von Smartphone-Kameras in verschiedenen Preisbereichen erwarten darf.

Die beste Vollformat-DSLR nutzt nichts, wenn sie zu Hause liegt, während man gerade in tolles Fotomotiv gefunden hat. Mit fortschreitender Technik sind solche teuren Profikameras gar nicht mehr nötig, denn vergleichsweise günstige Digitalkameras ersetzen sie für die meisten Gelegenheitsfotografen schon seit Jahren. Das gilt längst auch für Smartphone-Kameras, die je nach Preisklasse des Handys teure Digitalkameras längst verdrängt haben. Denn neben der immer besseren Qualität von Smartphone-Kamera bieten die einen weiteren Vorteil: Sie sind immer mit dabei und entsprechend schnell zur Hand.

In diesem Ratgeber konzentrieren wir uns auf die Technik der Smartphones – genauer: auf die Kameratechnik. Wer mehr Informationen oder Tipps und Tricks zum Fotografieren mit dem Smartphone an sich haben will, sollte einen Blick auf unseren Ratgeber Fotografie: So gelingen tolle Bilder mit dem Smartphone werfen. Unsere Preisangaben im Artikel beziehen sich auf den Straßenpreis aktueller Geräte ab 2021, die UVP ist normalerweise mehr oder weniger deutlich höher. Außerdem gelten diese Angaben für Android-Smartphones – iPhones liegen normalerweise deutlich über den von uns gewählten Preisbereichen.

Wer ein günstiges Smartphone sucht, für den haben wir schlechte Nachrichten: Neben Speichermenge, Chipsatz und diversen anderen technischen Bereichen sparen Hersteller im Segment bis 200 Euro vor allem an der Kamera. Gute Modelle in diesem Preisbereich kommen mit den zwei sinnvoll verwendbaren Objektiven für Weitwinkel („normale“ Hauptkamera) und Ultraweitwinkel, die oft noch durch überflüssige Makro- oder Tiefensensoren erweitert werden. Die Hauptkamera sollte 48 oder 64 Megapixel und eine Blende von f/1.8 oder besser haben.

Die hohe Megapixelzahl deutet normalerweise auf Pixel Binning hin, bei dem die Informationen aus mehreren Pixeln (in dieser Preisklasse meist 4) zu einem verbesserten Pixel zusammengefügt werden, um die generelle Bildqualität im Hinblick auf Schärfe, Farbwiedergabe, Bilddynamik und Bildrauschen zu verbessern. Entsprechend knipst ein entsprechendes Smartphone in der Voreinstellung trotz der hohen Megapixel-Zahlen Bilder mit 12 oder 16 Megapixel, die besonders unter schwierigen Lichtverhältnissen bessere Ergebnisse als ohne Pixel Binning liefern. Meist bieten solche Geräte auch die Möglichkeit, Fotos mit voller Auflösung zu knipsen. Das lohnt sich nur bei hellem Tageslicht und kann dann eine höhere Bildschärfe und mehr Details zutage fördern.

Je niedriger die Blendenzahl, desto besser kommt die Kamera mit wenig Licht zurecht. Gerade bei günstigen Smartphones sollte man hier aber nicht zu viel erwarten, da bei günstigen Modellen oftmals zusätzlich an anderen Komponenten wie Bildsignalprozessoren, Software und Objektiven gespart wird. Der Ultraweitwinkel (umgangssprachlich auch einfach Weitwinkel genannt) hat bei guten Smartphones aus dem Preisbereich bis 200 Euro bis 8 Megapixel und kommt bauartbedingt auf eine schlechtere (also höhere) Blendenzahl. Normalerweise ist die Qualität des Weitwinkels im Vergleich zur Hauptkamera deutlich schlechter, was sich hauptsächlich durch weniger Schärfe und entsprechend geringeren Detailreichtum und mehr Bildrauschen auch bei guten Lichtverhältnissen bemerkbar macht. Zudem werden Farben und Kontraste sichtbar unterschiedlich im Vergleich zur Hauptkamera eingefangen – das sollte eigentlich nicht sein.

In der Preisklasse ab 200 Euro ändern sich im Vergleich zu den günstigeren Smartphones vorwiegend zwei Dinge. Einerseits steigt die Qualität der einzelnen Komponenten, was im Schnitt zu besserer Bildqualität führt. Außerdem kommt ein wichtiges neues Hardware-Feature hinzu: der optische Bildstabilisator (OIS – Optical Image Stabilizer).

Bei den Komponenten steigt primär die Leistung der Chipsätze und damit verbunden auch die Leistungsfähigkeit der Bildsignalprozessoren. Sie erlaubt umfangreichere Software-Überarbeitungen, was zu gesteigerter Bildqualität führt. Da bei einer Digitalkamera Software wichtiger als Hardware ist, ist das wesentlich ausschlaggebender als die einhergehende Qualitätsverbesserung von Optik und Objektiven. Das beschreibt auch der Begriff Computational Photography, also computergesteuerter Fotografie. Mit ihrer Hilfe werden Dinge möglich, für die früher hochwertige Mechanik und Optik zuständig war. Als Beispiel sei hier Bokeh genannt. Die gewollte Unschärfe (meist) des Hintergrundes in einem Bild hebt künstlerisch das eigentliche, scharfe Motiv hervor. Früher geschah dies durch optische Effekte, was aus Platzgründen in einer Smartphone-Digitalkamera physikalisch unmöglich ist. Daher werden solche Effekte heute per Software berechnet – und das inzwischen auch in der Mittelklasse sehr gut. Zudem steigt so die gesamte Bildqualität, da Bildfehler besserer herausgerechnet werden können.

Der zweite wichtige Punkt: optische Bildstabilisatoren. Sie gleichen ungewollte Handbewegungen wie Zittern aus und ermöglichen so längere Belichtungszeiten ohne ungewollte Bewegungsunschärfe. Mehr Licht bedeutet bessere Bildqualität durch mehr Schärfe, adäquatere Farbwiedergabe und weniger Bildrauschen. Die günstigsten Smartphones mit OIS haben wir in einem Ratgeber zusammengefasst. Mittels Profi- oder Expertenmodi dürfen Anwender in der Mittelklasse auf viele Vorgänge beim Fotografieren wie Belichtungszeit, Weißabgleich und Fokuslevel selbst bestimmen – das ist bei günstigen Modellen eher die Ausnahme.

Oberhalb der 400-Euro-Grenze für ein Smartphone verbessern sich natürlich die einzelnen Komponenten weiter. Bildverarbeitende Prozessoren werden noch stärker und können eine noch größere Datenmenge in kürzerer Zeit berechnen, wodurch der Leistungsumfang der verwendeten Software weiter steigen kann. Das ermöglicht etwa, bessere Faktoren bei Pixel Binning als 4:1. So entwickelten Samsung und Xiaomi etwa Kameras mit 108 Megapixel, bei der Pixel Binning auf 12:1 ausgeweitet wurde. Die Kameras sind etwa in Samsung Galaxy S21 Ultra (Testbericht) und Xiaomi Mi 11 Ultra (Testbericht) zu finden.

Hinzu kommen weitere Funktionen und neue oder verbesserte Technik. So arbeitet der Fokus dank zusätzlicher Technik wie Laser präziser, die Bildsensoren werden größer. Die Kombination aus Sensor, Optik und Blende kommt mit weniger Licht zurecht, Blitz-LEDs werden heller und werfen natürlicheres und an das Motiv angepasste Licht, es gibt zusätzliche Software-Effekte und vieles mehr. Der in unseren Augen neben den besseren Nachtaufnahme-Qualitäten größte Fortschritt in der Preisklasse ab 400 Euro ist allerdings das Hinzukommen optischer Teleobjektive. Die gibt es heute meist in den Vergrößerungsstufen 3-fach bis 10-fach, letzteres aber erst mit zunehmend höherem Preis der Smartphones. Damit vergrößern entsprechende Smartphones entfernte Motive verlustfrei und erweitern den Handlungsspielraum des Fotografen deutlich.

Mittels Hybrid-Zoom, also einer Mischung aus optischem und digitalem Zoom, können entsprechende Highend-Handys Objekte sogar noch näher heranholen und geben diese immer noch in sehr hoher Bildqualität wieder. 2021 sind einige Hersteller wie Oneplus außerdem die Qualität der Weitwinkellinsen angegangen. Erstmals erreichten diese Zweitlinsen Megapixel-Zahlen, die mit um 50 Megapixel in etwa so hoch wie die der Hauptlinse waren. Zusammen mit anderen Überarbeitungen stiegt die Qualität des Weitwinkels in etwa auf das Niveau der Hauptlinse.

Ein Smartphone für wenig Geld mit entsprechend einfacher Kamera ist besser als keine Kamera. Viel erwarten sollte man bei Handykameras bis 200 Euro aber nicht. Gute Modelle machen zwar bei Tageslicht passabel Aufnahmen, bei schlechtem Licht macht Fotografieren damit aber keinen Spaß mehr. Das gilt normalerweise generell für den Weitwinkel, die weiteren Linsen (Makro, Tiefensensor) sind hier ohnehin überflüssig.

In der Mittelklasse bis 400 Euro sieht das schon besser aus. Hier gibt es zusätzlich zu den vorherigen Pluspunkten immer häufiger optische Bildstabilisatoren, die zumindest Aufnahmen mit der Hauptkamera auch bei weniger optimalen Lichtverhältnissen oft gut gelingen lassen. Der Weitwinkel ist hier zudem besser, wenn auch noch nicht wirklich gut.

Ab 400 Euro beginnen Smartphones mit guten Kameras. Hier fallen die einzelnen Komponenten immer besser aus und es kommen immer häufiger endlich optische Teleobjektive hinzu. Zudem steigt die Fähigkeit, ordentliche Nachtaufnahmen zu erstellen und der Weitwinkel bietet im Schnitt endlich vernünftige Qualität. Wer also gute Kameras will, deren Aufnahmen auch in der Vergrößerung noch toll aussehen, kommt um eine höhere Investition nicht herum.

Weitere Informationen haben wir in unserem Ratgeber Fotografie: So gelingen tolle Bilder mit dem Smartphone festgehalten. Auf der Suche nach einem guten Kamera-Smartphone hilft zudem unsere Top 10: Die günstigsten Smartphones mit optischem Teleobjektiv und Ultraweitwinkel. Der Frage, was Zusatzobjektive in Smartphones wirklich bringen, sind wir im Artikel Budget-Phones mit Triple-Cam: Mehr als ein Marketing-Gag nachgegangen.

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