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Kaufberatung: VR-Gaming-PC unter 550€ bauen

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Lohnt es sich, die überteuerten Preise aktueller Grafikkarten zu zahlen? TechStage meint nein – aber es gibt andere PC-Komponenten, die man derzeit so günstig wie nie bekommen kann. Wir zeigen, wo sich ein Upgrade lohnt.

Das Großartige an einem PC ist, dass man die Komponenten mit ein wenig Bastelei austauschen kann. So sorgt man nicht nur dafür, dass der eigene Gaming-Rechner auf dem aktuellen Stand bleibt, man spart in vielen Fällen eine Menge Geld gegenüber dem Kauf eines fertigen PCs oder gar eines Gaming-Notebooks. Hardware-Upgrades sind dabei in den meisten Fällen einfach. Aufmachen, rausschrauben, umstecken, anschließend und gut ist es. Wenn nicht, dann helfen zahlreiche Tipps, etwa hier bei unseren Kollegen der c’t. Wichtig ist nur, dass man vor dem Kauf prüft, ob die neuen Komponenten zueinanderpassen, etwa bei CPUs und Mainboard-Sockeln. Auch sollte man vor dem Einbau einer neuen Komponente das BIOS und den Chipsatz des Mainboards updaten – oft werden neue Features oder eine bessere Kompatibilität per Software nachgereicht.

Leider kommt es aktuell zu massiven Preisschwankungen bei den unterschiedlichen Komponenten. Speicher wie NVMe-SSDs wird etwa immer billiger, Grafikkarten dagegen kosten aktuell viel zu viel – wenn sie überhaupt lieferbar sind. TechStage sieht sich deswegen die wichtigsten Komponenten für ein Upgrade an und sagt, ob es sich lohnt, aktuell zuzuschlagen.

Bei AMD ist die Zen-3-Architektur in 2020 neu auf den Markt gekommen, in den Tests unserer Kollegen der c't punktet die CPU auch richtig. Und wie immer folgte auf die neue Ankündigung erst einmal eine Knappheit. Dabei hat sich leider wenig getan. Die Zen-3-CPUs von AMD sind immer noch teuer, sie liegen aktuell über dem eigentlichen Ausgabepreis. Sehr ärgerlich, vor allem, weil diese hohe Nachfrage auch dafür sorgt, dass die Preise für ältere AMD-Prozessoren stabil und vergleichsweise hoch bleiben. Der AMD Ryzen 3 3100 kam etwa im April 2020 für knapp 130 Euro in den Handel. Aktuell kostet er immer noch 110 Euro. Dabei fiel er zwar im letzten Herbst unter die 90 Euro-Grenze, zog aber zum Jahreswechsel wieder an.

Intel dagegen hat es geschafft, die 10 Generation seiner Core-i-Prozessoren in vernünftigen Mengen zu produzieren. Das sorgt dafür, dass die Preise deutlich gefallen sind – wir sind in der seltsamen Situation, dass Intel günstiger ist als AMD. Ein Beispiel: Ein Intel Core i5-10400 kostet (ohne Lüfter) zur Einführung im Juni 2020 knapp 200 Euro, jetzt ist er bei 160 Euro. Das zieht sich dann auch bei der vorherigen Generation durch. Vorsicht allerdings: Generation 10 der Intel-CPUs nutzt den neuen Sockel 1200, während die Generation 9 noch den Sockel 1151 v2 verwendet. Diese sind zueinander nicht kompatibel.

Einschätzung: Eine neue CPU zu kaufen ist aktuell frustrierend. Die AMD-Prozessoren versprechen zwar gute Leistung, aufgrund der hohen Nachfrage sind die Preise aber leider für aktuelle wie auch vorherige CPU-Generationen zu hoch. Bei Intel zahlt man weniger, dafür muss man wahrscheinlich auch sein Mainboard auf den neuen Sockel aufrüsten.

Beim Mainboard muss man aktuell zwei Dinge wirklich beachten: Wird die aktuelle CPU-Generation von AMD & Intel unterstützt – und hat es PCIe 4.0? Letzteres wird vor allem dann wichtig, wenn man die neuen Grafikkarten wirklich ausnutzen möchte. Wer eine AMD-CPU der Zen-3-Generation kauft, der sollte auf ein Board mit X570- oder B550-Chipsatz setzen. Beide bringen je mindestens einen x16-PCIe-Slot auf Basis von PCIe 4.0 mit, der für die neuen Grafikkarten vorgesehen ist. Derzeit dürfte das auch der einzige Bereich sein, in dem PCI Express 4.0 so richtig punkten kann. Mehr Details zu den aktuellen AMD-Chipsätzen, auch für ältere CPUs, zeigen wir im Ratgeber Mainboard: Motherboards für AMD-CPUs. Die gute Nachricht: Beide Chipsätze sind größtenteils abwärtskompatibel zu älteren AM4-Sockel-CPUs.

Wer eine neue Intel-CPU kauft, der muss mit der Generation 10 auch auf den neuen Mainboard-Sockel 1200 (LGA) wechseln. Vorsicht, hier haben nicht alle Mainboards automatisch PCIe 4.0. Wir würden beim Upgrade auf alle fälle zu so einem Board raten, Motherboards im Formfaktor µATX gibt es ab knapp 90 Euro. Für etwa 25 Euro mehr bekommt man die ersten ATX-Mainboards mit Sockel 1200 und PCIe 4.0.

Empfehlung: Die Mainboards sind gut verfügbar und im Preis ordentlich gefallen. Wer eine neue CPU kauft, der sollte zudem gleich auf die PCIe 4.0 setzen. Gerade bei den Grafikkarten hat der Standard eine große Zukunft. Wer Geld sparen will, der sollte eine Kombination aus Ryzen Zen 3 und einem B550-Board fahren, hier gibt es solide Markenprodukte ab etwa 70 Euro. Wer auf den X570-Chipsatz spechtet, der zahlt zwar mehr, allerdings sind die Preise seit letztem Jahr kontinuierlich gefallen und pendeln sich auf einem stabilen Niveau ein. Los geht es hier ab etwa 130 Euro. Dafür bekommt man Boards, die mehr Schnittstellen und deutlich mehr RAM-Slots bieten.

Upgrade-willige mit Intel-CPU müssen wahrscheinlich beides gleichzeitig hochziehen. Wegen des neuen Sockels gibt es keine Abwärtskompatibilität mehr. Dafür sind die Preise vergleichbar vernünftig, für den Preis einer aktuellen AMD Zen-3-CPU bekommt man einen Gen 10 Core i5 und das passende Mainboard.

Aktuelle Systeme setzten größtenteils auf DDR4-Speicher. Die Preise für die Module schwanken ein wenig. Im Vergleich zum letzten Jahr fielen die Kosten allerdings, vor allem, wenn man sich die Preise für Kits mit 16 GByte und 32 GByte ansieht. Kurz gesagt, die 16 GByte-Kits (2 x 8 GByte) bekommt man für um die 70 Euro, 32 GByte (2 x 16 GByte) kosten um die 130 Euro.

Wir raten zu mindestens 16 GByte, gerade die AAA-Spiele wie Cyberpunk 2077 oder der Microsoft Flight Simulator (Ratgeber) nehmen alles, was sie bekommen können. Wenn das Mainboard zwei Steckplätze für RAM hat, sollte man daher direkt auf 32 GByte gehen.

Empfehlung: Wer weniger als 16 GByte in seinem Gaming-System hat und AAA-Titel spielt, der sollte sich ein Upgrade überlegen. Die Preise sind in Ordnung, wenn kein aktueller Bedarf besteht, kann man abwarten, bis es ein Angebot gibt.

Flash-basierter Speicher sollte in jedem aktuellen PC vorhanden sein – denn SSDs sind einfach so viel schneller als klassische Festplatten. Aktuell steht aber ein weiterer Wechsel an. Von der SATA-6-Schnittstelle geht der Trend zur NVMe, die direkt an den PCIe-Bus des Mainboards angebunden ist. In der Praxis bedeutet das deutlich höhere Datenraten, zumindest unter bestimmten Voraussetzungen.

Mechanischer Speicher ist zwar langsamer als die Flash-basierten Speicher, besitzt aber einen unschlagbaren Preispunkt. Wer also vor allem viel Speicherplatz braucht, der im Zweifel etwas langsamer sein darf, der kann immer noch eine klassische HDD einbauen.

Empfehlung: Wer jetzt neuen Massenspeicher braucht, der sollte möglichst zu einer NVMe greifen. Diese liegen beim Preis pro TByte inzwischen gleichauf mit SATA-SSDs, sind aber deutlich schneller. Sollte das eigene Mainboard keinen passenden Slot besitzen, kann man sie ohne Geschwindigkeitseinbußen über einen PCIe-Slot nachrüsten, wie der Artikel NVMe wird günstig: Schnellen Speicher einfach nachrüsten zeigt.

Dieser Artikel ist vom Februar 2021 und da gibt es beim Thema Grafikkarten nur einen Tipp: Abwarten, solange es geht. Denn auch wenn Nvidia mit der RTX 3000-Serie und AMD mit der neuen XT-Familie eigentlich komplett neue Generationen von Grafikkarten vorgestellt haben, so sind die Preise derzeit absolut überzogen. Kein Wunder, schon wieder haben sich Schürfer von Bitcoin und anderer Cryptowährungen auf die neuen Karten gestürzt und den Markt quasi leer gekauft. Dazu kommen wohl Engpässe bei der Produktion und der Lieferung – Corona lässt grüßen.

Leider sorgt das dafür, das auch ältere Grafikkarten im Preis massiv gestiegen sind. Ein konkretes Beispiel ist die ASRock Phantom Gaming D Radeon RX 580 8G. Die Karte ist von 2018 und inzwischen zwei Generationen alt. Im August 2020 ging die Karte für knapp 160 Euro über die Ladentheke, ein guter Preis für eine solide, wenn auch ältere Grafikkarte. Ende Februar 2021 kostet sie 750 Euro. Das ist mit nichts zu rechtfertigen. Kurz, wer aktuell eine alte Grafikkarte verkaufen will, der sollte das tun. Alle anderen sollten so lange wie möglich ausharren, bis die Preise wieder einigermaßen normal sind.

Einschätzung: Wer kann, der sollte mit dem Kauf warten und direkt auf eine der neuen Grafikkarten wechseln, sobald sich die Preise wieder normalisieren. Die neuen Modelle sind deutlich schneller als die vorherigen Generationen, wie unser großer Vergleichstest zu Grafikkarten zeigt.

Das Netzteil liefert den notwendigen Strom für alle Komponenten. Relevant wird das vor allem dann, wenn man die CPU oder die Grafikkarten aufrüstet. Es lohnt sich, vor einem Upgrade die Stromversorgung zu checken. Die aktuellen Grafikkarten sind stromhungrig, die Hersteller empfehlen Netzteile mit 600, 650 oder sogar 750 Watt. Dabei sind aber sehr große Sicherheitsmargen mit eingeplant, wahrscheinlich kommt man mit deutlich weniger aus. Ein wichtiger Punkt ist dabei die CPU, AMD-Prozessoren und Intel-Produkte haben deutlich unterschiedliche Anforderungen.

Ein guter Weg ist das Tool der Overclocker von Extreme Outervision. Es ist durchdacht, gut verständlich und beachtet bei der Berechnung der Leistung alle Komponenten im PC. Wer die Informationen gegenchecken möchte, der kann dazu etwa das Tool von Be Quiet nutzen.

Wir empfehlen beim Kauf zwei Dinge: Ein Puffer von etwa 50 W bis 100 W ist nie verkehrt. Zudem sollte man darauf achten, ein Netzteil mit 80 Plus Zertifizierung zu bekommen. Diese besitzen einen zertifizierten Wirkungsgrad von über 80 Prozent. Wie immer ist das aber nicht so einfach, schließlich gibt es 80 Plus Standard, Bronze, Silver, Gold, Titanium und Platinum. Als Faustregel gilt: Je wertvoller das Metall, desto besser der Wirkungsgrad. Das Konsortium hinter 80 Plus erklärt es in dieser Tabelle

Zertifikat 10 % Last20 % Last50 % Last100 % Last
80 Plus Standard82%85%82%
80 Plus Bronze85%88%85%
80 Plus Silber87%90%87%
80 Plus Gold90%92%89%
80 Plus Platinum92%94%90%
80 Plus Titanium90%94%96%94%

Empfehlung: Wir raten allen PC-Schraubern zu einem 80 Plus Silber oder Gold-Netzteil, diese dürften die meisten Ansprüche erfüllen und liefern einen hohen Wirkungsgrad zu einem vernünftigen Preis. Anfassen muss man das Netzteil aber erst, wenn es deutlich unterhalb der geforderten Wattzahl liegt oder wenn das System instabil ist – etwa, weil das Netzteil überhitzt. Kaufen kann man Netzteile eigentlich jederzeit, sie unterliegen höchstens Schwankungen, wenn Aktionstage sind.

Ein Wechsel des Gehäuses dürfte für viele eine abschreckende Vorstellung sein. Schließlich muss man alle Komponenten ausbauen, Kabel neu verlegen und alles wieder zusammenbauen. Warum also ein Wechsel? Lüftung könnte ein Grund sein. Neuere Gehäuse verzichten inzwischen meist auf den Platz für optische Laufwerke an der Front und bauen stattdessen zwei oder drei zusätzliche Ventilatoren ein, die kühle Luft von vorne ansaugen. Ein weiterer guter Grund ist der Einbau einer (All-in-One-)Wasserkühlung um die CPU oder die Grafikkarte auch bei sommerlichen Temperaturen kalt zu halten. Mehr dazu in unserer Kaufberatung Wasserkühlung: High-End-PCs besser kühlen.

Ein anderer Wechselgrund sind Anschlüsse an der Front. USB-C beispielsweise gehört inzwischen für viele zum Alltag, die meisten Mainboards haben neben einem Anschluss an der Rückseite passende Stecker, mit denen sich ein USB-C-Anschluss an der Gehäusefront verbinden lässt. Und dann ist natürlich noch das Design. Beim Auswahl des neuen Gehäuses sollte man lediglich auf den Formfaktor des Mainboards achten.

Empfehlung: Gehäuse unterliegen keinen großen Preisschwankungen, hier kann man zugreifen oder warten, bis das Lieblingsmodell in einer Aktion günstiger zu bekommen ist. Wenn man aber schon aufrüstet, dann sollte es zumindest ein Gehäuse mit USB-C an der Front sein. Und wer mehr als 1000 Euro in eine Grafikkarte investiert, sollte sich vielleicht überlegen, diese mit einem vertikalen Einbau mehr in Szene zu setzen.

Kommen wir weg von den internen Komponenten hin zum Monitor. Anders als bei TVs für Konsolen gibt es hier eine riesige Auswahl für Gamer. Abhängig ist das von den eigenen Vorlieben und der Leistung der Grafikkarte. Drei Dinge sollten dabei zusammenpassen: Die Auflösung, die Bildwiederholrate und die Bauform.

In unserer Kaufberatung Gaming-Monitore: Displays zum Zocken widmen wir uns vor allem den ersten beiden Punkten. Wenn die Grafikkarte stark genug ist, sollte man sich langsam überlegen, entweder die Bildwiederhohlrate auf 75 Hz, 144 Hz oder gar 240 Hz hochzuziehen. Das sorgt für einen sehr schicken und flüssigen Bildaufbau und verhindert das hässliche Screen-Tearing.

Alternativ kann man sich den Sprung auf eine höhere Auflösung überlegen. Grundsätzlich sollte man inzwischen mindestens mit 1920 x 1080 Pixeln zocken. Wer mehr Platz will, der kann auf 2560 x 1440 Pixel (WQHD) oder sogar 3840 x 2160 Pixel (UHD) umsteigen. Oder man nutzt eine andere Bilddiagonale bei 3440 x 1440 Pixel etwa (Ultra Wide QHD) bleibt das Bild gleich hoch, wird aber links und rechts breiter. Das macht vor allem dann Spaß, wenn man einen gekrümmten Monitor nutzt. Dann steigt die Immersion merkbar, wie wir im Artikel Curved Gaming Monitor: Dann lohnen sich gekrümmte Bildschirme zeigen. Wichtig ist aber immer, dass die Grafikkarte mit der Größte und der Detailtiefe des darzustellenden Bildes mithalten kann.

Empfehlung: Monitore schwanken kaum in den Preisen, von Verkaufsaktionen abgesehen. Hier kann man entsprechend abwarten und zuschlagen, wenn das Gerät oder die Geräteklasse der Wahl gerade günstig ist.

Die meisten PC-Gamer sind zugleich Bastler, die ihr System kennen und aufrüsten, wenn es eine Engstelle gibt. Derzeit locken zwar die neuen Grafikkarten (die tatsächlich eine großartige Leistung bringen), aber sie sind einfach viel zu teuer. Da macht es mehr Sinn, eine schnelle NVMe einzubauen und Windows darauf umzuziehen und dem System gleich noch ein wenig Arbeitsspeicher zu spendieren.

Wer zudem auf eine RTX 3090 oder eine vergleichbare Grafikkarte von AMD aufrüsten möchte, der sollte ein Upgrade der CPU und des Mainboards überlegen. Die neue Grafikkarten-Generation kann nicht nur PCI Express 4.0 verwenden, in älteren Systemen kann der Prozessor zudem ein Flaschenhals sein. Wir haben das selbst schmerzlich beim Test der RTX 3090 sehen müssen. Unser Testsystem von 2018 mit Core i5 8400 ist zu langsam, als dass die Karte ihr volle Leistung ausbringen kann. Entsprechend sollte man ein Upgrade von CPU und Mainboard vielleicht vorziehen, denn zumindest bei Intel-Systemen bekommt man aktuell gute Preise.

Wir werden diesen Artikel etwa alle halbe Jahre aktualisieren und hoffen, dass die GPU-Preise bis zum Sommer in vernünftige Regionen fallen.

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