OLED-TV unter 700 Euro: Günstig zum neuen 4K-Fernseher

UHD-OLED-TV Sony KD-65AG9 im Test: Schwärzestes Schwarz

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OLED-Fernseher fallen im Preis und sind inzwischen eine echte Alternative zu LCD. Die Kaufberatung zeigt, worauf man achten muss, welche Features an Bord sein sollten und wie man eine Beleuchtung vergleichbar mit Ambilight nachrüsten kann.

2022 wird ein spannendes Jahr für OLED-Fans. Samsung liefert nach vielen Jahren erstmals wieder neue TV-Gerät mit OLED statt LCD. Noch dazu fallen die Preise für viele andere Geräte. Die ersten 48-Zoll-Fernseher kosten unter 700 Euro, 55-Zoll-OLEDs bekommt man unter 800 Euro, ohne dass man bei der Ausstattung sparen muss.

Wer einmal einen OLED-Fernseher hatte, der will nichts anderes mehr. Dank der grandiosen Schwarzwerte sehen Filme und Serien darauf einfach noch besser aus. Das gilt vor allen für neue Serien und Filme, die in knackigen Farben und hoher Auflösung daherkommen. Allerdings war OLED lange synonym für „teuer“. Doch das ändert sich gerade. Denn wie meist im Herbst steht ein Modellwechsel an und das bedeutet, dass man gute Fernseher der letzten Generation günstiger bekommen kann.

Wir zeigen, was man von einem OLED-Fernseher für unter 800 Euro erwarten kann und wo man diesen kaufen kann. Wer deutlich weniger ausgeben möchte, dem empfehlen wir unsere Kaufberatung 4K-TV: UHD-Fernseher gibt’s ab unter 250 Euro, hier bekommt man allerdings vor allem LED-Panels und kleine Größen. Wer ein besonders wuchtiges TV-Gerät sucht, der sollte unseren Artikel Große Fernseher für kleines Geld: 4K-TVs ab 70 Zoll unter 700 Euro lesen. Für die schnelle Übersicht zu allen Preisen empfehlen wir den Ratgeber: Die günstigsten UHD-TVs aus allen Kategorien.

Beim Thema Auflösung können wir uns kurz halten. UHD oder als Marketingbegriff 4K mit 3840 x 2160 Pixeln ist die Auflösung der Wahl. Darunter gibt es im Fernsehmarkt keine sinnvollen Geräte mehr. 8K-Geräte (also mit 7680 x 4320) bringen zwar eine höhere Pixeldichte, allerdings fehlen noch immer die Inhalte. Gerade, wer Inhalte vorrangig per Streaming-Dienst oder klassisches Fernsehen bekommt, reicht ein gutes UHD-Panel die nächsten Jahre. Mehr dazu im Artikel 8K TV ab 1300 Euro: Lohnt ein Fernseher-Upgrade von 4K?

Wie immer bei Fernsehern gilt: je kleiner, desto günstiger. Bei UHD-TVs mit OLED-Panel ist die Untergrenze bei 48 Zoll (ca. 122 cm) Bildschirmdiagonale, das entspricht 122 cm. Allerdings ist das unserer Meinung arg klein – vor allem, da Modelle mit 55 Zoll (ca. 140 cm) nur wenig mehr kosten oder sogar günstiger sind. Größere Fernseher machen natürlich noch mehr Spaß, allerdings steigt der Preis dann sprunghaft an. OLED-TVs mit 65 Zoll Diagonale kosten mindestens 1290 Euro.

Bei einem UHD-Fernseher kann man übrigens deutlich näher sitzen als bei Full-HD-Geräten. Panasonic etwa empfiehlt als Faustregel 1,5 x Bildschirmdiagonale, gerne aber etwas näher. Sprich, der 55-Zöller kann bis zu 2,10 Meter entfernt stehen.

Selbst im 55-Zoll-Preisbereich schwanken die Preise enorm. Sie reichen von knapp 770 Euro für einen Hisense 55A8G bis zu 2999 Euro für einen Loewe bild i.55 dr+. Wo ist also der Unterschied? Wurde beim Hisense-TV gespart? Und wenn ja, wo?

Zunächst zahlt man auf alle Fälle Design, Materialien und Namen. Günstige OLEDs sehen zwar gut aus, wer aber hochwertiges Metall sucht, der wird fast nur Plastik finden. Damit kann man leben. Der nächste Bereich ist die Software. Die günstigen Geräte, egal von LG oder Hisense, nutzen ein eigenes Betriebssystem. LG setzt auf WebOS, Hisense nutzt Vidaa. Diese Systeme sind nicht schlecht, allerdings fehlt ihnen die Marktmacht eines Android-TV-OS, was sich beispielsweise nicht verfügbaren Apps von kleineren Streaming-Anbietern niederschlägt. Das kann man aber mit einem Streaming-Stick leicht umgehen, unsere Bestenliste: Top 5 der Streaming-Sticks mit 4K ab 60 Euro zeigt passende Produkte. Etwas zickiger ist dagegen die Belegung von Fernsehsendern. LG beispielsweise ist berühmt-berüchtigt dafür, dass man Sender nicht so einfach auf die Fernbedienung legen kann oder dass eine Konfiguration mit einem Neustart verschwindet.

Die größten Unterschiede merkt man nur mit Messgeräten oder wenn man beide Produkte gegenüberstellt. Die günstigen Geräte haben oft eine etwas niedrigere Gesamthelligkeit. Das gilt nicht für die HDR-Spitzen, bei denen kleine Bereiche des Bildausschnitts besonders hell werden, sondern wenn etwa eine Szene komplett in weißem Schnee spielt. Wer TVs eher abends oder in dunkleren Umgebungen nutzt, der sollte damit wenig Probleme haben. OLED-Geräte sind meist etwas weniger hell als gute LC-Display-Fernseher, diesen Abstrich muss man für die besseren Schwarzwerte in Kauf nehmen.

Besitzer einer Next-Gen-Konsole sollten allerdings aufpassen. Denn etwa die Hisense-OLED-Geräte haben eigentlich 120 Hz, allerdings schalten die Spiele nicht in den 4K@120Hz-Modus, wie verschiedene Tests im Web zeigen. Grundsätzlich werden die Funktionen unterstützt, etwa ist ALLM (Automatic Low Latency Mode, automatischer Modus für geringe Latenz) wird aktiviert. Hier sollte man eher zu einem Modell von LG, Philips oder Sony greifen und vorab im Web prüfen, ob der Fernseher 4K@120Hz beherrscht.

Die wichtigsten Anschlüsse am Fernseher dürften die HDMI-Ports sein. Wer hier etwas einsteigt, der wird schnell von vielen Formaten und Bezeichnungen erschlagen. Um es kurz zu machen: Ein UHD-OLED sollte mindestens HDMI 2.0 bieten. Ab dieser Version kann man sichergehen, dass Inhalte mit 3840 × 2160 Pixel und 60 Hz dargestellt werden können. Unter HDMI 1.4 sollte man auf keinen Fall gehen, da erst ab diesem Standard die UHD-Auflösung übertragen werden kann. Das ist aber kein Problem, da es derzeit keinen OLED-TV mehr auf dem Markt gibt, der weniger als HDMI 2.0 beherrscht.

HDMI 2.1 ist noch besser. Der Standard hebt die Datenrate deutlich an, was etwa zu unkomprimiertem DTS- oder Dolby-Sound führt. Außerdem sind verschiedenen Funktionen und Protokolle für Next-Gen-Konsolen wie Xbox Series S/X oder Playstation 5 mit an Bord. Mehr dazu weiter unten im Text.

Im Zusammenhang mit HDMI ist das Thema ARC (Audio Return Channel) und eARC (enhanced Audio Return Channel) wichtig. Diese Technik erlaubt es, den Ton eines Zuspielers (egal ob Streaming-Client im Fernseher oder externe IP-TV-Box) an ein angeschlossenes Gerät, etwa eine Soundbar (Themenwelt) wie die Bose Smart Soundbar 900 (Testbericht) zu schicken. Das geschieht automatisch, sodass man nicht mehr manuell etwas umstellen muss. Selbst günstige OLEDs haben die Funktion an Bord, die meisten bieten inzwischen sogar eARC. Diese Weiterentwicklung ermöglicht eine höhere Bandbreite für das Tonsignal, Dolby Atmos etwa kann damit unkomprimiert von der Quelle zur Soundbar fließen.

Für HDMI 2.1 ist aber unabdingbar, dass alle Komponenten den Standard unterstützen. Sprich, TV, Zuspieler – und Kabel. Letztere sollten den Aufdruck "HDMI Ultra High Speed" besitzen. Nicht alle tun das, wie unser Ratgeber HDMI-Kabel ab 5 Euro: Unterschiede, HDMI 2.1, 4K, HDR zeigt. Doch solange man kurze Kabel (unter 1 m) verwendet, kann man mit wenig Geld alle Kabel gegen neue HDMI 2.1 Kabel austauschen.

Bei den günstigen OLED-TVs dominiert LG mit seinem WebOS-Betriebssystem. Das ist per se nicht schlecht, WebOS ist ein ausgereiftes und gutes Betriebssystem für Fernseher. Es gibt zwar weniger Apps als etwa für Android OS, die wichtigsten Streaming-Clients (Netflix, Disney+, DAZN oder Sky Ticket) sind aber problemlos in aktuellen Versionen verfügbar. Spannend ist, dass viele der WebOS-Geräte zusätzlich Airplay 2 besitzen, damit kann man einfach Inhalte von iPhone, iPad oder Macbook auf den Fernseher streamen.

Wenn die Auswahl nicht reicht, kann man einen Android-basierten Streaming-Stick, etwa den Nvidia Shield TV (Testbericht) anschließen, eine solide Alternative mit breitem App-Angebot ist der Amazon Fire TV Stick 4K (Testbericht). Weitere Alternativen zeigen wir im Artikel Streaming Boxen im Vergleich.

Die Lichtshow der Ambilight-TVs von Philips ist für viele ein Kaufargument. Blickt man allerdings in die Preisliste, so zahlt man für einen Ambilight-tauglichen OLED mindestens 1050 Euro, deutlich mehr als beispielsweise für ein Modell von LG ohne die Leuchten. Deswegen würden wir allen Schnäppchenjägern raten, eine Hintergrundbeleuchtung einfach am günstigeren Fernseher nachzurüsten.

Das funktioniert inzwischen ab 65 Euro, etwa mit den Produkten von Govee. Wie die Lösung im Detail arbeitet, zeigen wir im Beitrag Ratgeber: Ambilight an jedem TV ab 75 Euro nachrüsten. Der große Vorteil von Nachrüstlösungen ist, dass man sie zu einem neuen TV-Gerät einfach mitnehmen und so auch bei einem späteren Upgrade Geld sparen kann.

Wer eine Xbox Series X (Testbericht) oder eine Playstation 5 (Testbericht) besitzt, den lockt vielleicht die Aussicht auf einen neuen OLED-Fernseher. Dabei sollte man aber ein paar Dinge beachten: Die aktuellen Konsolen können Inhalte mit mehr als 60 Hz anzeigen, dazu muss aber sowohl der Fernseher, der HDMI-Anschluss und das verwendete Kabel mindestens HDMI 2.1 unterstützen.

Das ist unter 800 Euro machbar, mit einer Diagonale von 48 oder 55 Zoll (erneut sind es die LG-Geräte, die hier preislich locken). Wer sein Budget auf 1500 Euro erweitert, der bekommt neben LG auch Sony-OLEDs und Philips-Geräte mit integriertem Ambilight.

Folgende Funktionen sind für aktuelle oder angehende Besitzer einer Next-Gen-Konsole relevant:

  • HDMI 2.1: Die aktuellen Konsolen liefern Daten über diesen Standard, den sollte auch der Fernseher erfüllen. HDMI 2.1 ist mit die Grundvoraussetzung, damit 4K@120Hz funktioniert und Dolby Atmos unkomprimiert wiedergegeben wird.
  • eARC: Die Weiterentwicklung des Audio Return Channels, ARC, profitiert vom höheren Datendurchsatz von HDMI 2.1. Die Technik kann man nutzen, um Ton unkomprimiert über kompatible HiFi-Systeme oder Soundbars wiederzugeben.
  • Variable Refresh Rate (VRR): Die neue Xbox hat VRR an Bord, die Playstation 5 bekommt die variable Bildwiederholungsrate VRR mit einem Update im März 2022. Damit können die Konsolen die Bildwiederholungsrate ständig an das Spielgeschehen anpassen. Das kann unter anderem Stottern im Bild oder den unschönen Tearing-Effekt verhindern, bei dem es aussieht, als wäre das Bild „zerrissen“.
  • Auto Low Latency Mode (ALLM): Playstation 5 und Xbox Series X/S können den automatischen Modus für geringe Latenz (ALLM) nutzen, um TV und Konsole automatisch auf die geringste Latenz zu schalten. Damit schaltet der TV beispielsweise von selbst in einen Gaming-Modus und sorgt dafür, dass Befehle des Spielers möglichst schnell umgesetzt werden.

Folgende günstige OLED-Fernseher bieten alle genannten Funktionen:

Wer etwas Kaffeesatzleserei betreiben oder sein Glück als Zocker versuchen möchte, der könnte darauf spekulieren, dass neue OLEDs preislich nachlassen und die Rabatte für ältere Geräte noch günstiger werden. Tatsächlich zeigt ein Blick in den Preisverlauf von OLED-Fernsehern, die 2021 auf den Markt kamen, dass sie seit Januar zwischen 26 und 41 Prozent verloren haben. Traditionell werden neue Produkte den Entertainment-Messen IFA im Herbst und der CES im Januar vorgestellt, sie kommen dann im ersten Quartal auf den Markt und fallen übers Jahr bis zum Weihnachtsgeschäft.

Corona sowie die Knappheit bei Halbleitern (heise online Herzstück Halbleiter: Warum die globale Lieferkrise gefährlich bleibt) haben diesen Rhythmus durcheinandergebracht. Beim Eintauchen in die Preishistorie fällt aber auf, dass OLED-TVs in den ersten drei bis vier Monaten nach Marktstart am meisten im Preis nach unten gehen, danach flacht die Kurve ab und es gibt nur noch einzelne Ausschläge. Sprich, wer auf einen brandneuen Fernseher schielt, der sollte die Preise drei bis vier Monate nach der Verfügbarkeit im Auge behalten.

Die Preise für OLED-TVs waren noch nie so günstig, bislang waren knapp unter 1000 Euro die Untergrenze. Inzwischen fallen die ersten 55-Zoll-Fernseher unter die 800 Euro und es sind sogar gute und aktuelle Geräte von bekannten Herstellern wie LG darunter. Bei OLEDs tummeln sich sowieso weniger No-Name-Marken, was mit den deutlich teureren Paneelen zu tun haben dürfte. Der Zeitpunkt für einen Umstieg auf einen OLED-Fernseher ist entsprechend günstig.

Groß beachten muss man eigentlich nichts, selbst die günstigen Produkte sind technisch auf einem aktuellen Niveau. Einzig Besitzer von Next-Gen-Konsolen sollten auf eine Bildrate von 100/120 Hz sowie HDMI 2.1 achten. Wer aber nur Filme und Serien ansieht, der ist mit 50/60 Hz gut bedient.

Weitere Artikel zum Thema haben wir in der Themenwelt Fernseher veröffentlicht. Dort geben wir unter anderem einen Überblick zu den Betriebssystemen wie Android OS, Tizen oder Web OS und zeigen die aktuellen TV-Schnäppchen im Artikel Ratgeber: Die günstigsten UHD-TVs aus allen Kategorien.

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