Offroad-RC-Autos: Ferngesteuerte Jeeps, Monster Trucks und Buggys ab 20 Euro

Revell Control 2020 RAM 1500

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Ferngesteuerte Geländeautos versprechen Spaß bei der Fahrt über Schotter, Wiesen und Waldboden. Wir zeigen coole RC-Autos für den Offroad-Einsatz.

Wir begeben uns in diesem Beitrag mit ferngesteuerten Autos abseits befestigter Pisten. RC-Geländeautos gibt es in vielen Typen und Varianten, von schnell und robust bis hin zu kletterfreudig ist alles dabei. Wir erklären den Unterschied zwischen einem Crawler, einem originalgetreuen Scaler und einfachen RC-Auto fürs Gelände. Wir zeigen ferner, welche Fahrzeuge zwischen 20 Euro und über 200 Euro auf dem Markt zu haben sind.

Weitere ferngesteuerte Autos finden sich in unserer Themenwelt RC-Spielzeug. So haben wir uns für den Ratgeber Highspeed mit RC-Autos: Rasante Flitzer ab 50 km/h bis 200 Euro mit rasanten Buggys auf die Piste gewagt. Einen groben Überblick zu RC-Autos vermitteln wir zudem im Ratgeber ferngesteuerte Autos: Schneller Spaß ab 30 Euro.

Crawler gehören zu den Offroad-Champions unter den RC-Autos. Der Name leitet sich vom englischen Begriff „to crawl“ (deutsch: „kriechen“) ab. Ein Crawler ist also ein „Kriecher“. Diese Kategorie zeichnet sich durch besonders ausgeprägte Offroad-Eigenschaften aus, mit denen sie selbst durch schwierigstes Gelände über Stock und Stein „klettern“. Crawler verfügen über riesige Räder, weiche Reifen und Stoßdämpfer mit extrem viel Spiel. Mehr über diese Kategorie erklären wir detailliert im Ratgeber Ferngesteuerte Crawler: Robuste RC-Geländeautos ab 30 Euro.

Die Klettereigenschaften stehen beim Crawler im Vordergrund, weniger das Aussehen oder Tempo. Bei vielen Varianten ist aus diesem Grund das Design minimalistisch gehalten und besteht aus einer rudimentären Karosserie mit stabilem Chassis, robuster Bereifung und ausgeprägter, flexibler Federung. Crawler sind nicht wirklich schnell – die Qualität kommt beim Klettern zum Tragen. Varianten mit besonders hohem Fahrwerk für den Einsatz auf Felsen und Steinen heißen „Rock Crawler“. Besonders schnelle Crawler für felsigen Untergrund nennt man zudem „Rock Racer“.

Bei einem Scaler handelt es sich um eine möglichst originalgetreue Nachbildung eines echten Geländewagens. In vielen Fällen ist das RC-Auto maßstabsgetreu – wovon sich wiederum der Name herleitet, denn „Scale“ heißt Maßstab auf Englisch. Hier spielt das Aussehen und die Liebe zum Detail eine große Rolle inklusive LED-Beleuchtung und Accessoires.

Ein Scaler kann geländetauglich sein, sofern Antrieb und Achsen dafür ausgelegt sind. So gibt es einfache Spaßfahrzeuge mit der Optik eines Geländewagens bis hin zu echten Offroad-Autos für Waldböden und Schotter als Untergrund. Je besser das Gefährt im Gelände unterwegs ist, desto langsamer fährt es in der Regel und umgekehrt. RC-Offroader, die eher für rasante Fahrten und Rennen gedacht sind, nennt man auch „Basher“ – abgeleitet vom Begriff „to bash“ (Englisch für „schlagen“).

Eine Mischform aus Crawler und Scaler gibt es auch – den Scale-Crawler. Dieser klettert wie ein Crawler, die Karosserie ist aber detailgetreu einem echten Geländeauto nachempfunden.

Bei einem Buggy handelt es sich um einen flotten und robusten Alleskönner für rasante Rennen auf unbefestigtem Untergrund. Im Gegensatz zu einem klassischen Rennauto, das nur für Asphalt ausgelegt ist, überstehen RC-Buggys Ausflüge ins Gelände dank großer Räder und üppiger Federung. Das Ganze erinnert an einen Rennwagen mit überdimensionierten Rädern. Wie schnell diese Buggys sein können, zeigen wir im Ratgeber Highspeed mit RC-Autos: Rasante Flitzer ab 50 km/h bis 200 Euro. Eine Spielart davon ist der Truggy – eine Mischung aus Truck und Buggy.

Wer sich mit dem ferngesteuerten Auto auf schwieriges Gelände begeben will, sollte auf den passenden Antrieb und die richtigen Achsen achten. Fährt man nur auf der Wiese oder Kies, reicht meistens ein günstiges Fahrzeug mit großen Reifen und Federung sowie Allradantrieb.

In besonders schwierigem Gelände wie Sand oder Schlamm ist eine Starrachse oder ein gesperrtes Differenzial hilfreich. Bei einer starren Achse sind beide Räder durch einen Achskörper fest miteinander verbunden. Das erlaubt eine maximale Verschränkung und eine konstante Bodenfreiheit unter dem Differenzial. Die Geländegängigkeit hängt stark von der Achsverschränkung ab. Diese gewährleistet eine Traktion durch den Bodenkontakt aller vier Räder ohne zusätzliche Hilfsmittel wie eine Differenzialsperre. Für Bastler gibt es zudem bei hochpreisigen Varianten die Möglichkeiten, das Differenzial bei Bedarf selbst zu sperren.

Zum Einsatz kommen häufig Motoren, die direkt an den Antriebsachsen montiert sind. Viele geländegängige Fahrzeuge nutzen zudem eine Portalachse. Diese Form liegt samt Differenzial deutlich höher als eine herkömmliche Achse und besitzt ein Vorgelegegetriebe pro Rad. Solche Ausstattungsmerkmale finden sich allerdings erst bei teureren RC-Autos.

Wer für den kurzen Spaß für zwischendurch ein ferngesteuertes Geländeauto sucht, muss nicht viel Geld ausgeben. Bereits ab 20 Euro bekommen Käufer einfache RTR-Modelle („Ready to Run“) mit einer Fernsteuerung mit 2,4 GHz. Diese ist mittlerweile zum Standard geworden und weniger anfällig für Störungen als das analoge System im MHz-Bereich. Zudem braucht es nur kleinere Antennen. Damit ist es kein Problem, wenn mehrere Personen mit dem gleichen RC-Car in unmittelbarer Nähe fahren.

Bei den meisten Fahrzeugen in dieser Preisklasse handelt es sich vorrangig um einfaches Spielzeug in Geländeoptik mit einer Länge von bis zu 20 Zentimetern. Die Höchstgeschwindigkeit liegt hier meistens zwischen 5 und 25 km/h.

Bei den RC-Geländeautos im Preisbereich bis 200 Euro finden sich Scaler von Geländefahrzeugen sowie Monster Trucks, Buggys und Truggys, die mit einem Tempo von 25 bis 50 km/h unterwegs sind. Diese nutzen zum Teil schon leistungsstarke und verschleißarme Brushless-Motoren mit elektronischem Fahrtenregler sowie Allradantrieb mit ausgeprägter Federung. Damit kommen diese RC-Offroader auf unbefestigtem Gelände gut zurecht. Empfehlenswert ist zudem eine spritzwassergeschützte Elektronik.

Für eine ausgiebige Testfahrt haben wir den Revell Control 2020 Ram 1500 genutzt. Die Nachbildung des Pick-up-Trucks Ram 1500 im Maßstab 1:10 verfügt über eine starke Federung, um auch auf Waldboden oder Wiesen zurechtzukommen. Die UVP von Revell beträgt rund 82 Euro, der Truck kostet bei Ebay etwa 60 Euro. Das Fahrzeug ist 42 cm lang, 17 cm breit und 21 cm hoch. Revell empfiehlt die Nutzung ab 8 Jahren. Die 2-Kanal-Fernsteuerung funkt mit 2.4 GHz. Als Energiequelle dient ein Lithium-Polymer-Akku (LiPo) mit 7,4 V, der über ein USB-Ladegerät in knapp 2 Stunden aufgeladen ist. Die Fahrtdauer liegt unserer Erfahrung nach bei knapp 15 bis 20 Minuten. Allerdings haben wir den RC-Pickup über steile Hügel gescheucht.

Optisch weiß der Ram von Revell zu gefallen, die Elektronik ist spritzwassergeschützt und in einem Gehäuse gut abgeschirmt. Mangels Proportionalsteuerung ist die Bedienung nicht so genau. Was aber halb so wild ist, da der Offroader nicht sonderlich schnell ist. Die Federung ist sehr stark ausgeprägt, was hilfreich ist, um Hindernisse zu überwinden. Sowohl auf einer Wiese als auch Schotter, Sand und Waldboden kamen wir gut zurecht. Die Klettereigenschaften eines Crawlers bringt der Ram 1500 aber nicht mit. Das Fahrwerk besteht nahezu ausschließlich aus Kunststoff. Das erweckt nicht den Eindruck, sehr stabil und haltbar zu sein. Bei besonders schwierigem Untergrund ist deshalb Vorsicht geboten.

Näher angesehen haben wir uns zudem den Carrera Profi RC Ford F-150 Raptor PX. Das Geländeauto hat einen Maßstab von 1:18 mit offizieller Lizenz von Ford. Vorbild ist ebenfalls ein Pick-up, diesmal der legendäre Raptor F-150. Das RC-Auto mit Brushless-Antrieb ist „ready to run“ (RTR) und kostet bei Amazon knapp 100 Euro. Vor der ersten Nutzung muss man nur den Akku aufladen und in das Batteriefach im Chassis einlegen. Hierzu nimmt man die ABS-Karosserie ab und verbindet den Akku mit dem Elektromotor. Zum Einsatz kommt ein Lithium-Ionen-Akku, der für eine Fahrdauer von 15 bis 20 Minuten ausreicht. Aufgeladen ist der Akku in etwa 90 Minuten über das beigelegte Ladegerät mit USB-A-Anschluss. Die Fernsteuerung benötigt zwei AA-Batterien und funkt mit 2,4 GHz.

Dank Allradantrieb, großer Reifen, Öldruckstoßdämpfer und Differenzialgetriebe soll das RC-Auto auf Wiesen, Waldböden sowie Schotterpisten zurechtkommen. Die Geländegängigkeit ist allerdings nicht so stark ausgeprägt wie beim RAM 1500 von Revell. Der vollgefederte Ford F-150 ist eher ein „Basher“ und erreicht laut Hersteller bis zu 50 km/h. Alle Fahrzeuge von Carrera der Profi-RC-Reihe teilen sich das gleiche Chassis, etwa der RC-Drifter (Ratgeber) von Carrera. Dieses ist also nicht ausschließlich fürs Gelände entworfen. Auf Waldboden oder einer gemähten Wiese kommt das Fahrzeug noch zurecht. Über größere Steine, Äste und tiefes Gras gelangt der Raptor allerdings nicht so gut und bleibt dann schnell stecken. Die Karosserie macht einen stabilen Eindruck, sodass eine Unachtsamkeit nicht gleich zu einem Totalschaden führt.

Wer damit aber mit Vollgas fahren will, sollte lieber eine asphaltierte Straße wählen. Handling und Aufbau erinnern stark an die schnellen Buggys, die wir uns für den Ratgeber Highspeed mit RC-Autos: Rasante Flitzer ab 50 km/h bis 200 Euro angesehen haben. Der Raptor beschleunigt flott und fährt sehr agil. Auf befestigtem Untergrund bietet er ein hohes Maß an Kontrolle. Bei hohem Tempo sollten Fahrer allerdings aufpassen, nicht gegen Gegenstände zu fahren. Halten sich Personen in der Nähe auf, ist besondere Vorsicht geboten.

Das übrige Angebot an schnellen RC-Autos fürs Gelände bis 200 Euro ist groß und reicht von originalgetreuen Geländeautos über Buggys und Truggys bis hin zum Monster Truck. Besonders angetan hat es uns der martialische und schnelle RC-Offroader Reely Rat Max XL (Testbericht). Das besonders große Modell ist beim Design an einen postapokalyptischen Kinoklassiker angelehnt. Der Offroad-Racer kostet bei Conrad 199 Euro.

Wer sich auf schwieriges Terrain begeben will und nicht so viel Wert auf Tempo legt, greift zum Crawler. Mehr über dieser Kategorie der Geländeautos verraten wir im Ratgeber Ferngesteuerte Crawler: Robuste RC-Geländeautos ab 30 Euro. Professionelle RC-Modelle liegen jenseits der 400 Euro. Im Preisbereich bis 50 Euro gibt es bereits Crawler im Kleinformat mit gefedertem Fahrwerk, Allradantrieb und vom Chassis entkoppelten Achsen mit großer Bodenfreiheit und Achsverschränkung.

Für Fortgeschrittene finden sich zahlreiche RTR-Modelle zwischen 50 und 200 Euro. Eine gute Wahl für Einsteiger ist das Revell Control Rock Monster ab 60 Euro. Der Aqua Crawler von Revell wiederum ist spritzwassergeschützt und kann durch Pfützen und flache Bäche bis zu einer Tiefe von wenigen Zentimetern waten. Neben rein minimalistischen Vertretern für felsigen oder matschigen Untergrund gibt es auch realistische Scale-Crawler mit starken Klettereigenschaften wie den Reely Free Men 2.0 (Testbericht).

Bereits ab 20 Euro bekommt man ferngesteuerte Geländeautos für Ausflüge auf unbefestigte Pisten. Vor dem Kauf sollte man wissen, wo und wie man das RC-Fahrzeug einsetzen will. Wer lieber über schwieriges Gelände klettern möchte, greift zum Crawler. Einfache Modelle dieser Art gibt es schon für unter 50 Euro.

Wer ein originalgetreues Fahrzeug wünscht, wählt einen Scaler oder Scale-Crawler, die einem echten Geländeauto oder Pick-up nachempfunden sind. Bei ferngesteuerten Monster Trucks, Truggys oder Buggys mit einer Geschwindigkeit von 50 km/h oder mehr ist allerdings zu beachten, dass das hohe Tempo meistens zulasten der Geländetauglichkeit geht.

Mehr über Kletterkünstler fürs Gelände erklären wir im Ratgeber Ferngesteuerte Crawler: Robuste RC-Geländeautos ab 30 Euro. Besonders schnelle RC-Buggys und Rennautos zeigen wir im Ratgeber Highspeed mit RC-Autos: Rasante Flitzer ab 50 km/h bis 200 Euro. Wer ein Fahrzeug für waghalsige Manöver sucht, dem empfehlen wir den Ratgeber RC Drift Cars im Wohnzimmer: Ferngesteuerte Flitzer ab 25 Euro.

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