Head-up-Display fürs Auto zum Nachrüsten ab 20 Euro

Head-up-Display Auto

Teile diesen Beitrag

Beliebt auf TechStage

JBL, Sonos, Sony: Outdoor-Lautsprecher mit Akku für die beste Party draußen

JBL, Sonos, Sony: Outdoor-Lautsprecher mit Akku für die beste Party draußen

Tuya Smart Home im Test: Über 400.000 Geräte mit einer App verwalten

Tuya Smart Home im Test: Über 400.000 Geräte mit einer App verwalten

Schwimmen, Springen, Rasen: Total verrückte Stunt-Cars und RC-Spielzeug ab 20 Euro

Schwimmen, Springen, Rasen: Total verrückte Stunt-Cars und RC-Spielzeug ab 20 Euro

Kühlen und Bewässern im Garten: Sprühnebler  von Gardena & Co. im Test

Kühlen und Bewässern im Garten: Sprühnebler  von Gardena & Co. im Test

Nachrüstbare Head-up-Displays als Ergänzung der Geschwindigkeitsanzeige gibt es bereits ab 20 Euro. Worauf man beim Kauf achten sollte, zeigt dieser Ratgeber.

Das Head-up-Display (kurz: HUD) fürs Auto projiziert relevante Fahrdaten wie die Geschwindigkeit, gefahrene Kilometer und Drehzahl mit einem Projektor direkt in das Sichtfeld auf die Windschutzscheibe. Der Fahrer muss für einen Blick auf den Tachometer (Head-Down-Display) nicht mehr den Kopf senken, die Augen bleiben stets auf die Straße gerichtet. Das ist nicht nur bequem, sondern auch sicher. Damit handelt es sich in gewisser Weise um eine Form von Augmented Reality (erweiterte Realität), bei der Informationen aus dem Display mit der Sicht auf echte Umgebung in der Fahrtrichtung verschmelzen.

Hersteller wie etwa BMW, Mercedes-Benz, Audi, Mazda oder Peugeot bieten für viele Neuwagen mit voll integrierten HUDs als Sonderausstattung an. Diese müssen jedoch bereits vor dem Kauf konfiguriert werden und sorgen für einen ordentlichen finanziellen Aufschlag beim Kaufpreis des Neuwagens, der nicht selten ins Vierstellige geht. Das professionelle Nachrüsten der Sonderausstattung ist – wenn überhaupt möglich – umständlich und teuer.

Mit einer Lösung für OBD2 (On-Board-Diagnose) geht das viel einfacher und vor allem günstiger – wenn auch nicht ganz so elegant. Alternative gibt es zudem Systeme, die GPS nutzen oder in Verbindung mit dem Smartphone arbeiten. Wir zeigen, welche Möglichkeiten es auf dem Markt gibt und worauf man bei einem Kauf achten sollte.

Seit 2004 kommt jeder Neuwagen in Europa mit einem OBD2-Port zum Auslesen einheitlich normierter Diagnose-Codes. Ihn nutzen unter anderem Werkstätten, um die Kapazität der Batterie, Abgaswerte und vieles mehr zu sehen. Aber der Port kann mehr, spuckt er doch so ziemlich alle Fahrzeug-relevanten Daten in Echtzeit aus. Dazu gehören unter anderem Tempo, Drehzahlmesser, Spritverbrauch, Kühlwassertemperatur und gefahrene Kilometer. Das machen sich über den Port angeschlossene Head-up-Displays zunutze, die diese Information verzögerungsfrei einblenden.

Die Geschwindigkeit lässt sich nicht nur über den OBD2-Port auslesen, sondern alternativ auch über GPS-Daten ermitteln. Zusätzlich gibt auch unzählige Smartphone-Apps. Als Alternative kommen dann Handyhalterungen mit halbtransparentem Klappspiegel zum Einsatz. Diese sorgen dafür, dass der Fahrer das Handy-Display im Sichtfeld sieht.

Wir haben das Lescars Universal-Head-up-Display ausprobiert. Grundsätzlich wirkt es ordentlich verarbeitet. Der Spiegel ist laut Hersteller nur für Smartphones mit einer maximalen Bildschirmdiagonale von 5,3 Zoll geeignet. Im Test bereiteten allerdings auch größere Mobiltelefone keine Probleme. Die Auflagefläche ist leicht gummiert. Trotzdem kann es vorkommen, dass besonders glatte Telefone in Kurven verrutschen und im schlimmsten Fall in den Fußraum fallen. Das kann während der Fahrt zu gefährlichen Situationen führen. Auch wer auf der Rückseite Haltehilfen wir Popsockets und Co. klebt, könnte Probleme bekommen.

Vor jeder Nutzung muss man zunächst die App öffnen und das Mobilgerät platzieren. Wer nicht will, dass sein Telefon während der Fahrt zu viel Akkukapazität verliert, schließt es zusätzlich an ein Ladekabel an. Für die Nutzung sind außerdem Anwendungen nötig, die zum einen GPS für die Geschwindigkeitsberechnung nutzen und außerdem die Anzeige in der vertikalen Ebene spiegeln. Wir empfehlen dafür zum Beispiel DigiHUD. Apps wie Navier HUD navigieren den Fahrer zum Ziel.

GPS-basierte Systeme haben den Nachteil, das Tempo des Fahrzeugs leicht verzögert darzustellen. Auch benötigen sie je nach Qualität der verbauten Antennen nach dem Start der App eine Minute oder länger, bis sie genügend Satelliten für eine Geschwindigkeitsanzeige gefunden haben. Dass die Anzeige im Tunnel ausfällt, versteht sich von selbst.

Eine günstige Variante für den Einsatz mit einem Handy ist das Lescars GPS Tacho. Es kostet bei Amazon (Kauflink) 17 Euro. Ähnlich funktioniert auch der Universalspiegel HUD von Banggood (Kauflink) für 17 Euro.

Am sinnvollsten platziert man das Head-up-Display hinter dem Lenkrad auf dem Armaturenbrett und zieht das mitgelieferte Kabel zum OBD2-Port, der sich meist unterhalb des Lenkrads befindet. Wo genau, variiert von Auto zu Auto. Dabei sieht das Kabel wenig elegant aus. Wir empfehlen, es in Ritzen oder hinter der Armatur zu verstecken.

In unseren Fall hatten wir zwei Jahre lang das Lescars Head-up-Display HUD-55C im Einsatz. Es kostet bei Amazon (Kauflink) derzeit 40 Euro. Sein 5,5 Zoll großer Bildschirm spiegelt die Information auf eine auf der Windschutzscheibe geklebten Folie. Das Gerät funktioniert auch ohne Folie, dann reflektieren sich in der Scheibe aber unschöne Dopplungen. Zudem lässt sich bei direkter Sonneneinstrahlung die Anzeige kaum entziffern. Das Ablesen während eines hellen Sommertages macht auch mit Folie Probleme, ist jedoch möglich. Unschön: Die Folie wirkt vorrangig von außen wie ein Fremdkörper.

Allerdings kann man die oben erwähnten Universal-HUDs, also die Auflagefläche mit Klappspiegel für das Smartphone, häufig mit OBD-2-HUDs nutzen. Man legt statt des Handys schlicht den Bildschirm des HUDs unter den Spiegel. Im Test erwies sich das als praktikable Lösung.

Empfindliche Augen stellen beim Lescars Head-up-Display HUD-55C ein Flimmern fest. Es hat einen Helligkeitssensor, der die Anzeige in der Nacht abdunkelt. Trotzdem ist sie einigen Nutzern in der Nacht zu hell. Uns hat das im Test nicht gestört. Insgesamt waren wir in den zwei Jahren mit dem Gerät sehr zufrieden. Egal, ob es auf dem Armaturenbrett 55 oder -10 Grad hatte, das HUD setzte nie aus und zeigte zuverlässig das Fahrtempo.

Der ADAC verriet auf Nachfrage, dass eine auf die Windschutzscheibe geklebte Reflexionsfolie das Fernsichtfeld beeinflussen können und damit nach § 22a StVZO genehmigungspflichtig sind. Auch die OBD2-HUDs ohne Klebefolie, die ungesichert auf dem Armaturenbrett liegen, können bedenklich sein. Hier ist es wichtig, diese sicher zu befestigen. Sonst könnte im Schadensfall eine Versicherung nicht zahlen, falls deswegen ein Unfall verursacht wird.

Das zweite Gerät, welches wir einige Monate nutzten, ist das Lescars HUD mit aufklappbarer Projektionsfläche von Pearl (Amazon Kauflink). Bei ihm ist es nicht nötig, eine Folie auf die Frontscheibe zu kleben, wodurch es von außen weniger auffällt. Seine Darstellung ist flimmerfrei und bei direkter Sonneneinstrahlung besser ablesbar als beim HUD-55C. Das L1 ist eines der günstigsten Varianten mit OBD2-Anschluss für das Auto. Es kostet bei Banggood (Kauflink) knapp 25 Euro inklusive Versand aus China.

Relativ neu am Markt sind auf dem Armaturenbrett aufstellbare Displays. Diese funktionieren ähnlich wie ein HUD, ziehen ihre Daten also entweder über den OBD2-Anschluss oder über GPS. Allerdings ist die Anzeige frontal ablesbar und wird nicht über eine Folie oder Reflexionsscheibe gespiegelt. So könnten sie im Zweifelsfall einen Teil des Sichtfelds einschränken. Bei den meisten Automodellen sollten Fahrer aber problemlos über sie hinwegblicken können.

Für eine bessere Ablesbarkeit verfügen viele Modelle über einen Sonnenschutz, der wenige Zentimeter über den Bildschirmrand ragt. Ihr Vorteil: Häufig stehen mehrere Darstellungsformate der Inhalte zur Verfügung. Wir haben folgende Artikel gefunden, verschickt wird aus China:

Immer mehr OBD2-Geräte wie das Lescars Head-up-Display verbinden sich über Bluetooth mit korrespondierenden Smartphone-Apps zum Auslesen und Dokumentieren von Diagnose-Fehlercodes der Steuergeräte. Auch können einige Anwendungen die Fahrzeugdaten anzeigen und aufzeichnen.

Die Bluetooth-Einstellungen des Modells von Lescars verstecken sich etwas verzwickt im Menü, ohne die Hilfe der Anleitung ist sie kaum zu finden. Als Analyse-Apps können wir Piston und EOBD Facile empfehlen, wobei letzteres nur in der Bezahlversion den vollen Funktionsumfang bietet. Letztendlich ist das Auslesen des Autos jedoch nur für eine kleine Zielgruppe relevant und bringt im Alltag keinen Mehrwert. Allerdings sind Varianten mit Bluetooth nicht immer teurerer.

Im Grunde ähneln sich die meisten Head-up-Displays. Ihr größter Unterschied ist die Art der Projektion und das Display. Während das HUD-55C überladen und bunt wirkt, konzentriert sich das minimalistische Head-up-Display von Lescars mit aufklappbarer Projektionsfläche auf das Tempo und einen weiteren, frei wählbaren Datensatz. Folgende Informationen zeigen die meisten Modelle an:

  • Geschwindigkeit (dauerhafte Anzeige)
  • Drehzahl
  • Kraftstoffverbrauch
  • Fahrdauer
  • Fahrstrecke
  • Batteriespannung
  • Kühlwassertemperatur
  • Uhrzeit
  • Warnung beim Überschreiten einer vorher definierten Höchstgeschwindigkeit
  • Hinweis bei langer Fahrt ohne Pause

Bis auf den Kraftstoffverbrauch, der sich in den Optionen nicht anpassen lässt, war die Anzeige aller Werte sehr genau. Daten wie Fahrdauer und Fahrstrecke werden beim Ausschalten zurückgesetzt.

Von Haus aus zeigen beide Geräte 107 Prozent der realen Geschwindigkeit an. Damit passt sich die Anzeige dem realen Tachometer an, der bis zu sieben Prozent zu viel anzeigen darf. Wer also das tatsächliche Tempo sehen will, stellt diesen Wert auf 100 Prozent.

Unsere Erfahrung hat gezeigt, dass zusätzliche Daten neben der reinen Geschwindigkeit im Alltag kaum eine Rolle spielen und eher ablenken als helfen. Deswegen bevorzugen wir eine minimalistische Anzeige gegenüber einer überladenen Lösung.

Günstige und nachrüstbare Head-up-Displays sind bei Weitem nicht so gut wie die viel teureren nativen Lösungen direkt vom Hersteller, die neben der reinen Geschwindigkeit oft auch Pfeile zur Navigation einblenden. Trotzdem helfen sie dem Fahrer dabei, sich auf die Straße zu konzentrieren und so Unfälle zu vermeiden. Schließlich muss er nicht mehr durch das Lenkrad auf den Tachometer schielen, um etwas abzulesen.

Wir haben uns so sehr an die digitale Head-up-Anzeige gewöhnt, dass es sich nun umständlich und falsch anfühlt, den analogen Tacho zu lesen. Wir empfehlen jedoch beim Kauf auf ein ausreichend langes OBD2-Kabel, einen Helligkeitssensor und vor allem auf eine minimalistische Anzeige zu achten. Zu viele Daten im Sichtfeld lenken eher ab, als dass sie helfen. Die Auflagefläche mit Klappspiegel für Smartphones ist die günstigste Möglichkeit, ein Head-up-Display nachzurüsten. Allerdings ist es auch umständlich, vor jeder Fahrt die entsprechende App zu öffnen und das Handy im Sichtfeld des Fahrers zu platzieren.

Weitere nützliche Gadgets zeigen wir in der Themenwelt Auto. Als praktische und einfach zu montierende Einparkhilfe haben sich Kabellose Rückfahrkameras zum Nachrüsten ab 80 Euro herausgestellt. Falls die Autobatterie schlapp macht, braucht es nicht unbedingt eine Überbrückung mit einem anderen Fahrzeuge. Mehr dazu erklären wir im Ratgeber Autobatterie: Starthilfe per Powerbank und Ladegeräte zur Pflege. Wer dagegen Geld sparen und Strafzettel vermeiden möchte, dem empfehlen wir die Top 5: Die besten elektronischen Parkscheiben mit Zulassung.

Tags:

Affiliate-Information

- Bei den mit gekennzeichneten Links handelt es sich um Provisions-Links (Affiliate-Links). Erfolgt über einen solchen Link eine Bestellung, erhält TechStage eine Provision. Für den Käufer entstehen dadurch keine Mehrkosten.