Notstromgenerator Ferrex von Aldi ausprobiert: Gut & günstig, aber Alternativen haben mehr Leistung

Stromgenerator Ferrex FE-INV1500
Pro und Contra
  • günstiger Preis
  • ordentliche Verarbeitung
  • reine Sinuswelle
  • kompakte Abmessungen
  • nur 1000 W
  • hohe Lautstärke
  • nicht für Innenräume
  • 4.0

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Lange Stromausfälle sind selten. Trotzdem raten Gemeinden und Städte, sich auf einen Blackout vorzubereiten. Ganz passend dazu bietet Aldi aktuell einen Stromgenerator mit Benzinmotor an. Wir haben den Inverter ausprobiert und zeigen, welche Alternativen es gibt.

Dieser Ratgeber gehört zu den Themenwelten Powerstation und unserem Blackout-Ratgeber. In diesem Artikel geben wir eine Einschätzung zum Stromgenerator bei Aldi ab und nennen Alternativen.

Aldi Nord bietet aktuell den Ferrex Stromgenerator mit 1,76 PS und einer Leistung von bis zu 1200 W für 199 Euro an. Das Angebot ist sowohl wegen des niedrigen Preises als auch wegen der aktuell angespannten Energieversorgung interessant. Doch lohnt sich der Kauf?

Kommen wir zunächst zu den Daten des luftgekühlten Inverter-Stromgenerators. Das Gerät ist mit Abmessungen von 34 x 33 x 31 cm und einem Gewicht von rund 12 kg verhältnismäßig kompakt und kann bequem mit dem auf der Oberseite angebrachten Handgriff transportiert werden. Neben einem Überlastungsschutz ist auch ein Ölschutzschalter an Bord. Fällt der Ölstand unter das Minimum, schaltet sich der Generator selbstständig ab. Das schützt vor Beschädigungen des Motors. Gestartet wird per Handzug, wie man das etwa vom Rasenmäher kennt. Der Motor mit einem Hubraum von 56 cm³ leistet 1,76 PS und liefert dauerhaft 1000 W. Kurzzeitig (bis zu drei Minuten) sind sogar bis zu 1200 W möglich. Der Strom an der 230-V-Steckdose wird als reine Sinuswelle abgegeben und so können auch empfindliche und sensible elektronische Geräte wie Notebook, Drucker oder Messgeräte betrieben werden. Zusätzlich stehen zwei USB-Anschlüsse zur Verfügung. Hier können Smartphone & Co. ohne zusätzliches Netzteil geladen werden.

In den ersten Praxistests zeigt sich das Gerät als zuverlässig, auch wenn wir mehrere Versuche brauchen, bis das Gerät lautstark die Arbeit aufnimmt. Lärm- und Geruchsentwicklung sind mit anderen Invertern vergleichbar. In der Praxis sollte man die hohe Geräuschentwicklung aber nicht unterschätzen.

Der laut der ordentlichen Anleitung im Lieferumfang enthaltene Einfüllstutzen fehlte bei unserem Generator. Ansonsten hinterlässt das Gerät einen guten Eindruck. Sowohl Dokumentation als auch Verarbeitung geben keinen Anlass für Beschwerden. Wer sich für das Gerät entscheidet, sollte am besten auch einen Benzinkanister und Motorenöl (15W40 laut Empfehlung der Anleitung) dazu bestellen. Der Benzintank fasst drei Liter, was für etwas mehr als drei Stunden Betrieb ausreicht.

Natürlich wollten wir auch wissen, wie sich das Angebot von Aldi gegenüber den Mitbewerbern schlägt. Dazu haben wir zunächst nach Angeboten für den Ferrex Stromerzeuger gesucht. Überraschung: Der Hersteller Ferrex verkauft seine Stromerzeuger auch etwa bei Hofer in Österreich, ist sonst aber nicht zu finden. Letztlich scheint es sich also weniger um einen Hersteller, als um ein Label für Discounter zu handeln.

Bei der Suche nach dem eigentlichen Hersteller ist uns dann ein Gerät von Scheppach ins Auge gestochen: Der Scheppach SG1500i, welcher zwar einen anderen Farbton, aber identische Leistungsdaten wie der Ferrex von Aldi hat. Der Preis im Scheppach-Onlinestore liegt allerdings satte 100 Euro über dem Angebot von Aldi. Die UVP des Pendants von Scheppach liegt sogar bei 399 Euro. Auf Ebay gibt es das Gerät (allerdings nicht lagernd) für etwa 270 bis 280 Euro.

Der Aldi-Preis ist auf jeden Fall interessant und vergleichsweise günstig. Laut Preisvergleich gibt es derzeit nur drei Benzin-Stromerzeuger für weniger als 250 Euro. Die hier gebotenen Geräte Güde GSE 950, Einhell TC-PG 10/E5 und Eurom GE720 sind für zwischen 152 und 185 Euro erhältlich. Eine Konkurrenz für das Modell von Aldi sind sie aber nicht. Hier stehen nur 650 W bis 680 W Dauerleistung zur Verfügung, was aus unserer Sicht und in Anbetracht der Kostenersparnis zu wenig ist. Hier schneidet der Ferrex-Inverter auf jeden Fall besser ab.

Auch die Größe und die automatische Abschaltung bei zu wenig Öl gefallen uns gut. Zwar wird die Leistung als reine Sinuswelle ausgegeben, was positiv ist, allerdings sind 1000 W nicht besonders üppig. Um TV, PC, Kühlschrank und ähnliche Verbraucher zu betreiben, ist der Generator zwar stark genug, bei Haartrocknern, Toastern oder etwa Werkzeugen wie Sägen, kommt man aber schnell an die Maximalleistung heran. Für echte Stromfresser, wie Elektrogrill, Wasserkocher, Induktionskochplatte oder stationäre Elektrowerkzeuge ist der Inverter von Aldi völlig ungeeignet. Hier werden in der Regel 1500 W und mehr benötigt.

Generatoren mit mindestens 1500 W (1,5 kW) gibt es laut Preisvergleich ab 330 Euro in Form des Einhell TC-PG 25/1 mit 5,6 PS, zwei 230-V-Steckdosen und einer Dauerleistung von 2100 W. Hier ist dann auch der Betrieb von starken Verbrauchern möglich.

Der günstigste Generator mit mindestens 5500 W ist der Zipper TI-STE2800 mit 4,22 PS für rund 378 Euro. Der gleich teure Einhell TC-PG 35/E5 liefert bis zu 2600 W. Der Zipper ZI-STE2800IV für 385 Euro schafft dauerhaft 2800 W. Eine Dauerleistung von 3000 W gibt es beim Modell Champion Power Equipment CPG4000E1 ab 499 Euro.

Wer weder Garten noch Balkon zur Verfügung hat, muss sich grundsätzlich eine Alternative zum benzinbetriebenen Stromgenerator überlegen. Deren Nutzung in den Innenräumen ist wegen der Abgase lebensgefährlich und deshalb nicht zulässig. Auch der hohe Lärmpegel ist aus unserer Sicht abschreckend.

Eine fast lautlose und völlig abgasfreie Alternative sind mobile Solargeneratoren mit 230-V-Steckdose, USB-Ports und 12-V-Ausgängen. Diese erzeugen Strom mithilfe eines Solarpanels und speichern ihn in internen Akkus. Der Strom steht somit jederzeit zur Verfügung, auch wenn gerade keine Sonne scheint.

Wer möchte, kann solche Powerstations auch ohne Photovoltaik an der Steckdose aufladen und die Geräte lediglich als Notstromspeicher oder mobile Energiequelle für Arbeiten fernab der Steckdose nutzen. Manche Modelle, wie Ecoflow Delta (Testbericht) und Anker Powerhouse 757 (Testbericht), verfügen sogar über eine USV-Funktion und können die angeschlossenen Verbraucher bei einem auftretenden Stromausfall unterbrechungsfrei weiter versorgen.

Der Nachteil der Geräte: Solargeneratoren sind deutlich teurer als vergleichbar leistungsfähige benzinbetriebene Generatoren. So ist in unserer Top 10 Powerstations bis 500 Euro lediglich ein Modell in der Lage, über 1000 W auszugeben. Die kompakte Ecoflow River (Testbericht) für knapp 370 Euro schafft das zwar, dank Boost-Funktion, allerdings wäre der interne Stromspeicher von unter 300 Wh innerhalb von nur knapp über zwei Stunden leer gesaugt. Hier braucht es mehr Kapazität. Die Bluetti EB70 (Testbericht) mit 716 Wh und einer Dauerleistung von 1000 W gibt es ab 669 Euro – ohne Solarpanel. Das Set aus Flashfish UA1100 (Testbericht) mit 1000 W und 1100 Wh gibt es inklusive mobilem 100-W-Panel für derzeit 978 Euro bei Banggood. Die Lieferung erfolgt aus einem EU-Land und so kommen immerhin keine zusätzlichen Gebühren hinzu. Generatoren mit Leistungen von 2000 W und mehr kosten dann gleich mehrere tausend Euro. Welche Geräte in den Einzeltests am besten abgeschnitten haben, zeigt unsere Top-10-Solargeneratoren: Die besten Powerstations mit Photovoltaik.

Der benzinbetriebene Stromgenerator Ferrex bei Aldi ist ein günstiges und gutes Angebot. Wer mit 1000 W Leistung auskommt, bekommt aktuell kein vergleichbar starkes Gerät zum gleichen oder gar günstigeren Preis. Wer mehr als 2000 W Leistung benötigt, muss mit Kosten ab etwa 330 Euro rechnen.

Noch teurer, dafür völlig ohne Abgase und zudem lautlos, sind Solargeneratoren. Auch diese sind eine spannende Alternative für eine autarke Stromversorgung. Die Investition ist allerdings ungemein höher, wie unserer Bestenliste Powerstations bis 500 Euro und unsere Top-10-Solargeneratoren: Die besten Powerstations mit Photovoltaik zeigen.

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