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Notebooks mit OLED-Display ab 1750€: Lohnt sich der Aufpreis?

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OLED-Displays bei Notebooks leuchten im Vergleich zu IPS-Panels bunter, haben einen höheren Kontrast und schnelle re Reaktionszeiten. Doch nicht alles ist besser. Wir machen den Check.

Seit Jahren verwenden Smartphone-Hersteller bei vielen ihrer Smartphones OLED-Panels (Kaufberatung) . Auch bei TV-Geräten sind die organischen Displays schon lange zu finden. Dort sind sie jedoch im Vergleich zu Fernsehern mit IPS-Panel noch immer recht teuer, wie unsere Kaufberatung: 4K-TVs mit OLED ab 1000 Euro zeigt.

Bei Notebooks gibt es sie so richtig erst seit 2019. Dabei setzen quasi alle OLED-Notebook-Hersteller auf das 15,6 Zoll große Samsung-Panel SDCA029. Das Panel hat eine Auflösung von 3840 × 2160 Pixeln, eine Bildwiederholungsrate von 60 Hz und eine Reaktionszeit von 1 ms. Diese Eckdaten haben alle OLED-Notebooks seit 2019 gemein, in den Details gibt es aber durchaus Unterschiede. Genauere Informationen zum Panel hält Panelook bereit.

Das Dell XPS 15 7590 gehörte zu den ersten Notebooks der aktuellen OLED-Generation. Sein Display ist matt, nicht berührungsempfindlich und schafft laut Dell eine Helligkeit von 400 cd/m². Kurz darauf brachte Asus das Zenbook Pro Duo auf den Markt, welches zusätzlich zum OLED-Panel ein weiteres Display über der Tastatur mitbringt. Laut Asus ist das Haupt-Panel ein Samsung ATNA56WR06-0. Ein Check mit HW-Info bringt dann wieder die bekannte Samsung-Device-ID SDCA029 zutage.

Das OLED-Display im Asus Zenbook Pro Duo ist glossy, hat dafür aber eine touch-sensitive Oberfläche. Zur Helligkeit macht Asus keine Angabe. Wir haben uns beide Notebooks besorgt, um die Frage zu klären, ob sich der Aufpreis für ein OLED-Display lohnt.

Dell XPS 15 7590Asus Zenbook Pro Duo
mind. Preis (03/20)19002900
OLED-PanelSamsung SDCA029Samsung ATNA56WR06-0
Displaygröße in Zoll15,615,6
Verhältnis16:916:9
Auflösung in Pixel3840 × 21603840 × 2160
Oberflächemattreflektierend
Touch
Reaktionszeit lt. Hersteller in ms11
Helligkeit lt. Hersteller in cd/m²400440
max. Wert b. voller Helligkeit in cd/m²417359
min. Wert b. voller Helligkeit in cd/m²351321
durchschn. Wert b. voller Helligkeit in cd/m²386340

Ganz OLED-typisch fallen sofort die knalligen Farben auf. Alle Bilder wirken übersättigt und deutlich intensiver als bei einem IPS-Panel. Betrachtet man das gleiche Bild oder Video parallel auf einem OLED- und einem IPS-Display, wirkt es beim IPS fast, als läge ein Grauschleier darüber.

Gerade bei Videos spielt OLED seine Farbstärke voll aus. Inhalte wie Animationsfilme und Naturdokus wirken derart plastisch, dass man am liebsten hineingreifen würde. Auch dunkle Videos, die zum Beispiel Weltraumphänomene zeigen, beeindrucken auf einem OLED-Notebook.

Das Samsung-Panel stellt alle Farben des DCI-P3-Farbraums dar, eignet sich also zur Bildbearbeitung. Wer überwiegend hellen Hintergrund nutzt, also viel online liest oder in Office-Anwendungen arbeitet, könnte sich an dem leichten Rotstich stören. Ein IPS-Panel ist neutraler. Wer das OLED-Panel nutzt, sollte in Windows den Dark Mode aktivieren. Das schont zum einen die Augen und Akku, da schwarze Pixel bei OLEDs keine Energie verbrauchen.

Die Blickwinkel der beiden Notebooks sind extrem stabil. Auch bei sehr spitzer Betrachtung verändert sich die Farbdarstellung kaum; die Kontraste bleiben hoch. Allerdings kann man bei einem weißen Bild einen Regenbogeneffekt beobachten.

Tatsächlich gibt es in der TechStage-Redaktion unterschiedliche Meinungen zur farblichen Wirkung der beiden OLED-Notebooks. So ergötzt sich das größere Lager an der lebendigen und leicht überzogenen OLED-Darstellung, während eine Minderheit die natürlichere Darstellung der IPS-Displays bevorzugt.

Uns erinnert das an die Zeit, als OLED-Displays in Smartphones eingeführt wurden. Auch damals beschwerten sich viele über die unnatürliche Wirkung eines OLED-Panels. Mittlerweile sind die Diskussionen verstummt. Die Smartphone-Hersteller haben die OLED-Schwächen in ihren Geräten derart reduziert, dass sie IPS-Panels nun in quasi allen Bereichen überlegen sind.

Schwarzwerte sind bei IPS- und TN-Panels bauartbedingt nie perfekt. Denn ihre Hintergrundbeleuchtung arbeitet auch dann, wenn eigentlich schwarz dargestellt werden soll. Dann schimmert sie leicht durch die schwarzen Pixel hindurch und lässt sie grau erscheinen.

Auch kann die nicht immer ganz homogene Hintergrundbeleuchtung bei IPS-Panels vor allem bei schwarzer Darstellung für Lichthöfe, sogenanntes Backlight Bleeding, sorgen. Bei OLEDs gibt es keine Hintergrundbeleuchtung, jedes Pixel leuchtet selbst und wird individuell angesteuert. So ist ein schwarzes Pixel auch wirklich schwarz – einen besseren Kontrast schafft keine andere Panel-Technik. Aus diesem Grund gibt es auch kein Backlight Bleeding.

Was es jedoch gibt, ist eine unterschiedliche Helligkeitsverteilung. So messen wir bei weißer Darstellung auf voller Helligkeitsstufe beim XPS 15 7590 an seiner hellsten Stelle links oben 417 cd/m² und an seiner dunkelsten Stelle rechts unten 351 cd/m². Beim Asus Zenbook Pro Duo ist die Differenz weniger groß, dafür auf einem insgesamt dunkleren Niveau. Hier messen wir an der hellsten Stelle mitte unten 359 cd/m² und an der dunkelsten Stelle rechts oben 321 cd/m². Im Schnitt kommt das XPS 15 7590 damit auf 386 cd/m² und das Asus Zenbook Pro Duo auf 340 cd/m². Das ist vor allem beim Dell XPS 15 7590 ein guter Wert, aber kaum besser als bei normalen IPS- oder TN-Displays. Zum Vergleich: Das günstige IPS-Panel im Dell XPS 15 9570 schafft in seiner Mitte gut 400 cd/m² und an den Ecken etwa 320 cd/m².

Bei voller Helligkeit kann man mit dem OLED-Dell auch im Freien arbeiten. Das liegt vor allem an seiner guten Helligkeit, aber auch an der Entspiegelung. Trotzdem fällt auf, dass das Display weniger matt ist, als man es von anderen entspiegelten Displays gewohnt ist. Es ist eher einer Mischung aus glänzend und matt, wie man im Bild unten gut sieht. Beim Zenbook Pro Duo hat man im Freien mit heftigen Spiegelungen auf dem reflektierenden Display zu kämpfen, die das Ablesen der Inhalte gerade bei direkter Sonneneinstrahlung erschweren.

Der hohe Kontrast, die intensiven Farben und die schnelle Reaktionszeit von 1 ms sprechen für die Nutzung von OLED-Displays beim Gaming. Eine Einschränkung betrifft die Bildwiederholungsrate von 60 Hz. Viele Panels in Gaming-Notebooks schaffen 120 Hz, manche gar 240 Hz.

Ein Problem, mit dem vor allem frühere Generationen von OLEDs zu kämpfen hatten, ist der sogenannte Burn-In-Effekt: Einige Pixel, die mehr beansprucht werden als andere, verlieren schneller an Helligkeit. Wie stark dieser Effekt beim Samsung-OLED-Panel ist, können wir nicht sagen. Es könnte jedoch sein, dass dieses OLED-Panel weniger gut altert als ein vergleichbares IPS- oder TN-Panel.

Das Gigabyte Aero 15 ist mit einem Preis von derzeit 1750 Euro eines der günstigsten Notebooks mit dem OLED-Panel Samsung SDCA029. Etwa 1900 Euro zahlen Käufer für das hier besprochene Dell XPS 15 7590. Nach oben sind die Preise mehr oder weniger offen. So kostet etwa das Razer Blade 15 in der Studio Edition stolze 4400 Euro.

Wer aktuell ein Notebook mit einem OLED-Display wünscht, zahlt selbst bei den günstigeren Kandidaten an die 2000 Euro. Sie alle nutzen das gleiche 15,6-Zoll-UHD-Panel von Samsung. Dennoch gibt es je nach Notebook Unterschiede. Sie sind matt oder glänzend, manche haben einen Touchscreen – und die Helligkeit ist ohnehin verschieden.

Alle bieten einen perfekten Schwarzwert und damit theoretisch einen unendlich hohen Kontrast, leuchtende Farben, schnell Reaktionszeiten und sehr gute Blickwinkel. Auf der anderen Seite beträgt die Bildwiederholfrequenz nur 60 Hz und das Weiß hat einen Rotstich. Erfahrungswerte, ob das Samsung-Panel im Alter ungleichmäßigen Helligkeitsverlust erfährt, gibt es noch nicht.

Die Meinung der TechStage-Redaktion zum OLED-Panel ist gespalten. Die Mehrzahl findet es überragend. Gerade bei der Betrachtung von Videos spielt OLED seine Stärken voll aus. Einige bevorzugen jedoch die natürlichere Darstellung von IPS-Panels. Wir freuen uns schon jetzt auf die nächsten Generationen der OLED-Panels für Notebooks. Vergleichbar zu OLED in Smartphones, erwarten wir bald günstigere Preise (Kaufberatung OLED-Smartphone unter 300 Euro ), natürlichere Farbdarstellungen und höhere Bildwiederholungsraten. Aktuell empfehlen wir vor dem Kauf das OLED-Notebook auszuprobieren.

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