Nokia, Gigaset & Co.: Europäische Alternativen zu Xiaomi

Nokia G21

Teile diesen Beitrag

Beliebt auf TechStage

Lohnt sich refurbished? Sparen mit 3 Jahren Garantie auf gebrauchte iPhones, Playstations & Co.

Lohnt sich refurbished? Sparen mit 3 Jahren Garantie auf gebrauchte iPhones, Playstations & Co.

Sicher Radfahren: Dashcam, Radar, Helme mit Blinker und Airbag

Sicher Radfahren: Dashcam, Radar, Helme mit Blinker und Airbag

Smarte Masturbatoren knallhart getestet: High-Tech-Sexspielzeug für Männer ab 25 Euro

Smarte Masturbatoren knallhart getestet: High-Tech-Sexspielzeug für Männer ab 25 Euro

So findet ihr die perfekte Tastatur für Büro, Homeoffice und Gaming

So findet ihr die perfekte Tastatur für Büro, Homeoffice und Gaming

Führt noch ein Weg an Smartphones aus China vorbei? Wir zeigen Alternativen zu Xiaomi oder Oppo von Herstellern aus Europa und sogar Deutschland.

In den vergangenen Jahren überzeugte Huawei die Käufer und Fachpresse durch das in der Regel überdurchschnittlich gute Preis-Leistungs-Verhältnis. Doch die US-Sanktionen haben der Erfolgsstory von Huawei ein jähes Ende bereitet. Ein am 19. Mai 2019 erlassenes Dekret der damaligen US-Regierung schränkt die Zusammenarbeit von US-Unternehmen mit chinesischen Firmen ein – darunter Huawei. Der Vorwurf lautet, dass einige chinesischen Unternehmen mit Netzwerktechnologie für die Volksrepublik Spionage betreiben würden. Seit Dezember 2020 steht Huawei gemeinsam mit weiteren chinesischen Unternehmen auf einer schwarzen Liste. Auch unter der US-Regierung von Präsident Biden bleiben die Sanktionen bestehen.

Die Folgen: Seit Mai 2019 müssen Geräte von Huawei ohne Google-Apps und Dienste auskommen. Zudem dürfen in den USA tätige Unternehmen ohne Sondergenehmigung nicht mit Huawei zusammenarbeiten. Das betrifft unter anderem Google, Qualcomm, Intel und Microsoft. Zwar kann das Unternehmen weiterhin die Open-Source-Software Android nutzen, aber ohne Dienste wie Google Play Store, YouTube, Gmail oder Maps sind die Geräte in Ihrer Nutzung eingeschränkt. Zudem droht dem Hersteller durch die Sanktionen ein Chip-Mangel. Aktuelle Smartphones wie das Huawei Nova 9 (Testbericht) oder das neuste Flagship Huawei P50 Pro (Testbericht) bieten tolle Hardware, müssen aber auf Google-Dienste und viele Apps von US-Anbietern sowie 5G verzichten.

Einer der größten Nutznießer ist Xiaomi, das mittlerweile vor Samsung an der Spitze der Anbieter in Europa steht. Die Geräte von Xiaomi zeichnen sich durch hervorragende Hardware aus – unterbietet die Konkurrenz dennoch beim Preis. Mehr zu den Geräten erklären wir im Ratgeber Warum sind die Xiaomi-Smartphones so gut? Vorwürfe der Spionage konnte Xiaomi bisher entkräften, weshalb es auch von keinem Bann betroffen ist. Datenschützer kritisieren allerdings den Umgang des Unternehmens mit persönlichen Nutzerdaten. So soll Xiaomi das Nutzerverhalten tracken und nur unzureichend verschlüsselt auf chinesischen Servern speichern, berichtet Forbes. Ebenfalls auf dem Vormarsch sind chinesische Hersteller wie Realme, Oppo, Vivo oder OnePlus.

Wer als Kunde Sorge hat, Opfer politischer Konflikte zu werden oder einem alltäglichen, mobilen Begleiter aus dem Reich der Mitte prinzipiell misstraut, kann einen Blick auf Alternativen aus Europa werfen. Ganz ohne Beteiligung chinesischer oder US-amerikanischer Unternehmen geht es aber nicht. So gut wie alle Smartphones sowie wichtige Komponenten werden in der Hightech-Metropole Shenzhen in China zusammengebaut. Das trifft selbst auf einen Großteil der Geräte europäischer Anbieter zu. In nahezu jedem Gerät werkelt ein Modem des US-Unternehmens Qualcomm. Software wie Android oder iOS stammen aus den Vereinigten Staaten.

Gigaset gehört zu den ganz wenigen Herstellern, die Ihre Produkte tatsächlich in Deutschland fertigen. Die Endmontage erfolgt im Werk in Bocholt. Die Komponenten dazu stammen allerdings von Zulieferern aus Asien. Das Unternehmen dürften die meisten hierzulande von stationären Telefonen kennen. Einen Namen hat sich das Unternehmen zudem als Sponsor des FC Bayern gemacht. Gigaset war ursprünglich ein Teil der Siemens Home and Office Communication Devices und ist heute eine unabhängige AG.

Das aktuelle Top-Modell ist das Gigaset GS5 (Testbericht). Dabei handelt es sich um ein Mittelklasse-Handy für 270 Euro mit austauschbarem Akku, der auch kabelloses Laden über Induktion erlaubt. Ebenfalls gefragt sind die Modelle GS290, Gigaset GS4 (Testbericht), Gigaset GS3, Gigaset GX290 (Testbericht) sowie GX290 Plus (Testbericht). Beim GX290 handelt es sich um ein Outdoor-Smartphone (Bestenliste) mit langer Akkulaufzeit. Das Unternehmen bedient daneben noch die Nische für Senioren-Handys wie das Gigaset GS4 Senior (Testbericht) sowie Gigaset GS195 LS (Testbericht). Dabei kommt eine angepasste Benutzeroberfläche für ältere Menschen zum Einsatz, die einfach zu bedienen sein soll. Worauf es dabei ankommt, erklären wir in der Kaufberatung: Was müssen Senioren-Handys können?

Die Smartphones von Gigaset eignet sich für alle, die ein preiswertes Smartphone der Mittelklasse suchen und den Produktionsstandort Deutschland stärken wollen. Dank austauschbarem Akku sorgt der Hersteller zudem für Nachhaltigkeit.

Sehr exotisch ist Carbon Mobile. Das Unternehmen mit Sitz in Berlin produziert mit dem Carbon 1 MK II das weltweit einzige Smartphone aus Karbonfaser. Die Kollegen von Heise Online haben das Gerät bereits getestet. Das Smartphone bietet gehobene Mittelklasse-Technik für knapp 300 Euro wie die CPU Mediatek Helio P90, ein OLED-Display mit 6 Zoll und 8 GByte RAM sowie 256 GByte internen Speicher. Dank des Gehäuses aus Karbon wiegt das Handy nur 125 Gramm.

Da Karbonfasern Funkwellen abschirmen, musste Carbon Mobile einige Herausforderungen meistern. Hierzu kommt eine Kombination aus neuartigen, patentierten Verbundstoffen mit dem Namen Hybrid Radio Enable Composite Material (HyRECM) zum Einsatz, die Funkwellen nicht abschirmt. Das verwendete Karbon soll nach Unternehmensangaben derzeit zum Teil aus Industrieabfällen stammen. In Zukunft möchte man ausschließlich nachhaltige Quellen für das Karbon nutzen. Der Einsatz von Kunststoff und Metall wird signifikant reduziert. Die Produktion der Geräte erfolgt derzeit aber noch in Asien. Künftig soll die Herstellung aber nach Flensburg verlagert werden.

Ebenfalls auf Nachhaltigkeit und Produktion in Deutschland setzt das Unternehmen Shiftphone aus Falkenberg (Hessen). Mit einem Handy in modularer Bauweise soll mehr Nachhaltigkeit möglich sein, indem viele Bauteile wie der Akku austauschbar sind. Bei der Produktion achtet der Hersteller auf faire Bedingungen. Für seine Bemühen hat das Unternehmen den Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2021 erhalten. Technisch entspricht das SHIFT5me der Mittelklasse, beim SHIFT6mq handelt es sich um ein Gerät der gehobenen Mittelklasse. Das neueste Oberklasse-Modell SHIFT13mi soll dieses Jahr in den Handel gehen. Allerdings sind die Mobiltelefone derzeit schwer zu bekommen und in erster Linie beim Unternehmen selbst zu bekommen.

Der Name Nokia ist bei Handys eine Legende der Nullerjahre. Seit dem Verkauf des finnischen Unternehmens an Microsoft ging es aber nur noch bergab, bis die Amerikaner endgültig den Stecker bei Windows Phone und seinen mobilen Sparte gezogen haben. Mittlerweile gehören die Markenrechte dem finnischen Unternehmen HMD Global, das seit 2017 Android-Smartphones unter dem Namen Nokia anbietet. Die Produktion erfolgt allerdings über den taiwanesischen Hersteller Foxconn in China.

HMD Global arbeitet sehr eng mit Google zusammen. So nehmen alle aktuellen Handys der Marke Nokia am Programm „Android One“ teil. Die Hersteller verzichten auf weitgehende Anpassungen der Benutzeroberfläche. Dafür verspricht HMD Global Android-Updates für Modelle der X-Reihe für 3 Jahre sowie Sicherheitspatches für 4 Jahre. Bei den Smartphones der G-Reihe soll ein System-Update für 2 Jahre möglich sein mit monatlichen Sicherheitspatches für 3 Jahre.

Echte Oberklasse-Modelle finden sich im aktuellen Sortiment von Nokia nicht – das letzte Gerät dieser Kategorie war das Nokia 9 Pureview (Testbericht) von 2019. Die aktuellen Modelle bietet maximal solide Mittelklasse. Eingeteilt sind die aktuellen Handys in die X-, G- und C-Reihe. Zu den derzeitigen Top-Modellen der Finnen gehören das Nokia X50, Nokia X10 (Testbericht) und Nokia X20 (Testbericht) sowie das Outdoor-Smartphone Nokia XR20 (Testbericht). In der G-Reihe finden sich Smartphones bis 200 Euro (Bestenliste), etwas das Nokia G21 (Testbericht), Nokia G11 sowie deren Vorgänger Nokia G20 (Testbericht) und Nokia G10 (Testbericht). Bei der C-Reihe handelt es sich um einfache Einstiger-Smartphones. Ebenfalls noch gefragt sind die älteren, aber preiswerten Modelle Nokia 3.4 (Testbericht) und Nokia 5.4 (Testbericht). Zudem produziert Nokia weiterhin Feature Phones.

Viele Personen dürften das „Cat“-Logo von Caterpillar schon auf Baumaschinen gesehen haben. Die Marke steht allerdings auch für Smartphones, die besonders viel einstecken können. Zwar handelt es sich bei dem Baumaschinenriesen um ein US-Unternehmen – die Lizenz für die Herstellung der Mobiltelefon-Sparte gehört aber der britischen Bullitt Group Ltd. Der Hersteller hat sich in den letzten zehn Jahren auf besonders widerstandsfähige Mobiltelefone spezialisiert. Neben den Mobilgeräten von Cat stammt auch das Motorola Defy (Testbericht) von Bullit. Die Herstellung der Geräte erfolgt allerdings über chinesische Partner.

Zu den beliebtesten Modellen gehören das Cat S62 Pro (Testbericht), Cat S52 (Testbericht) sowie das Cat S42. Das Cat S62 Pro kratzt preislich an der Oberklasse, seine Komponenten verorten es aber klar in der Mittelklasse. Das Besondere am Cat S62 ist neben der robusten Verarbeitung die integrierte Wärmebildkamera. Auch das Outdoor-Smartphone Cat S52 ist trotz seines Preises bei Käufern wegen der eleganten Erscheinung gefragt. Wie sich die Geräte von Cat gegen andere Outdoor-Handys behaupten, zeigt unsere Top 10 der Outdoor-Smartphones.

Die Geräte von Cat sind zwar in erster Linie für Baustellen gedacht. Aber auch Outdoor-Fans oder Handwerker dürften mit den Geräten aufgrund der hohen Widerstandsfähigkeit glücklich werden. Über eine hohe Leistungsfähigkeit oder tolle Displays verfügen die Handys aber nicht. Hervorzuheben sind die Garantiebestimmungen sowie die hohe Kulanz des Herstellers im Schadensfall, die sogar unabsichtliche Wasserschäden abdeckt. Mehr Smartphones, die dem Wasser trotzen, zeigen wir in der Top 10: Wasserdichte Smartphones bis 400 Euro.

Die Produkte des niederländischen Unternehmens Fairphone stehen für Nachhaltigkeit bei der Produktion und Langlebigkeit durch eine modulare Bauweise sowie Ersatzteile. Das aktuelle Modell Fairphone 4 (Testbericht) nutzt hierzu einen austauschbaren Akku und weitere wechselbare Komponenten wie Lautsprecher, Hörmuschel, USB-Buchse, Akku, Kamera, Frontkamera und Display. Die Garantie beträgt stolze 5 Jahre, darüber hinaus sollen Käufer Ersatzteile selbst austauschen können. Bei der Software verspricht Fairphone ebenfalls ein Support von 5 Jahren. Das alles verlängert die Lebensdauer enorm.

Schon bei der Produktion versucht das Unternehmen, Müll zu vermeiden. Für jedes verkaufte Fairphone 4 recycelt der Hersteller ein altes Smartphone oder eine ähnliche Menge Elektroschrott. Ressourcen wie Gold, Aluminium, seltene Erden, Kunststoffe, Wolfram und Zinn sollen aus fairem Handel stammen. Die Mitarbeiter des chinesischen Produktionslieferanten von Fairphone erhalten zudem einen hohen Bonus. Für den Preis von knapp 600 Euro bekommt man allerdings nur Komponenten auf dem Niveau eines einfachen Mittelklasse-Smartphones. Sich fürs Gute einsetzen, hat seinen Preis.

Der Hersteller Wiko stammt aus Frankreich, produziert seine Handys aber in China. Die meisten der Handys sind dem Einsteigerbereich bis 100 Euro (Bestenliste) zuzuordnen und kosten zwischen 65 und 165 Euro. Zu den beliebtesten Modellen gehört das Wiko Y52.

Das französische Unternehmen Archos bietet mit dem X67 5G nur noch ein aktuelles Modell an. Dabei handelt es sich um ein robustes, aber hochpreisiges Outdoor-Smartphone für knapp unter 700 Euro mit Mittelklasse-Technik.

Das war es dann schon bei den europäischen Handy-Herstellern. Die französische Marke Alcatel gehört seit 2005 zum chinesischen Hersteller TCL. Das Unternehmen hinter der spanischen Marke BQ ist mittlerweile insolvent.

Smartphone-Hersteller aus Europa gibt es tatsächlich noch. Mit Gigaset und Carbon Mobile finden sich sogar zwei deutsche Produzenten. Allerdings ist ein Smartphone heutzutage ohne Produktionsanlagen in China nicht möglich. Immerhin übernimmt Gigaset die Endmontage in Bocholt, die Komponenten stammen aber aus China. HMD Global, das Unternehmen hinter der Marke Nokia, produziert komplett im Reich der Mitte. Was die Software angeht, besteht durch Android eine extreme Abhängigkeit von Google und den USA. Die Beteiligung der zwei Weltmächte am eigenen Mobilgerät kann man nicht verhindern, aber reduzieren, indem man auf europäische Marken setzt.

Echte Top-Geräte findet man aber nicht. Viele Modelle gehören höchstens der Mittelklasse oder dem Einsteigerbereich an. Die Hersteller bedienen sich zumeist Nischen, etwa Senioren-Handys wie dem Gigaset GS4 Senior (Testbericht), Outdoor-Smartphones wie das Nokia XR20 (Testbericht) oder nachhaltige Mobiltelefone wie das Fairphone 4 (Testbericht). Im Fokus stehen bei Nokia dafür längere Update-Zyklen für Android (Ratgeber) oder bessere Garantiebedingungen, wie man sie bei Cat oder Fairphone findet.

Tags:

Affiliate-Information

- Bei den mit gekennzeichneten Links handelt es sich um Provisions-Links (Affiliate-Links). Erfolgt über einen solchen Link eine Bestellung, erhält TechStage eine Provision. Für den Käufer entstehen dadurch keine Mehrkosten.