Nistkasten mit Solar-Kamera und Live-Übertragung ab 50 Euro

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Nistkästen mit integrierter WLAN-Kamera versprechen spannende Bilder vom Vogelnachwuchs. Wir zeigen, was nötig ist und geben Ratschläge für die Umsetzung.

Der Naturschutzbund Bayern rät dazu, neue Nistkästen in Gärten bis Ende März anzubringen. Eine gute Gelegenheit, einen Nistkasten mit integrierter Kamera aufzuhängen. So kann man zum Schutz der heimischen Vögel beitragen und gleichzeitig interessante Einblicke in die Natur zu erhalten. Wir zeigen verschiedene Ansätze und erklären deren Vor- und Nachteile.

Dass es sich bei der Idee der mit Kamera ausgestatteten Nistkästen um mehr als nur eine fixe Nerd-Idee handelt, bestätigt uns Sonja Dörfel, die Pressereferentin vom Landesbund für Vogelschutz (LBV):

Kameras in Nistkästen ermöglichen uns einmalige Einblicke in das ansonsten eher geheime Vogelleben während Brut und Aufzucht der Jungen. Dabei können wir viel Neues über die verschiedenen Vogelarten lernen, zum Beispiel konnte mit unserer Webcam an einem Wanderfalken Nistkasten eine Paarung gefilmt werden – eine sehr seltene Aufnahme. Auch die zahlreichen anderen Nistkästen-Webcams des LBV, wie die von Meise, Star und Waldkauz, erfreuen sich großer Beliebtheit und werden täglich von zahlreichen Menschen genutzt. Die Technik ermöglicht uns neue Einblicke in die Welt der Vögel und begeistert viele Menschen für die Natur, die zuvor oft noch keine Berührungspunkte mit dem Schutz von Vögeln und anderen Arten hatten."

Für die Tiere ist die Kamera keine Beeinträchtigung: "Die Vögel stören sich nicht an den Kameras und werden nicht am Brüten gehindert. Wenn der Nistkasten groß genug ist und den Tieren ausreichend Platz lässt, stören sich die Vögel nicht an den Kameras und verhalten sich ganz normal.

Unser erster selbstgebauter Nistkasten hing in der letzten Saison in einem Garten auf etwa 160 Zentimetern Höhe. Knapp eine Woche nach der Installation sind Meisen eingezogen. Zuerst waren sie emsig mit dem Nestbau beschäftigt und flogen den Kasten im Minutentakt mit neuem Nistmaterial an.

Nach etwas über einer Woche hatten es die Meisen geschafft und der Nistkasten war fertig eingerichtet. Inmitten von Gräsern, Moos und dünnen Zweigen ist ein kreisrundes Nest entstanden. Als wir das nächste Mal nach den Vögeln sehen, liegen bereits fünf Eier im Nistkasten. In den teils noch recht kühlen Nächten hält ein Elterntier den Nachwuchs auf Temperatur.

Knapp zwei Wochen später sind aus den Eiern fünf kleine Jungtiere geschlüpft. Diese sehen zwar noch etwas schwach und gerupft aus, die Eltern tun aber alles, um sie aufzupeppen. Von nun an werden die Tiere alle paar Minuten von den Eltern mit Futter versorgt. An dieser Stelle ein kleiner Hinweis: Wie wir aus einigen Beiträgen im Internet erfahren, sollten die Tiere dabei kein fettiges Winterfutter wie Meisen-Knödel oder Erdnuss-Stückchen bekommen. Dieses Futter ist für die heranwachsenden Vögel nur schwer oder im schlimmsten Falle gar nicht verdaubar. Wer neben dem Nistkasten noch ein Futterhaus für Vögel im Garten hat, sollte dies bedenken und das Nahrungsangebot dementsprechend anpassen.

Wenige Tage später sieht der Nachwuchs schon deutlich kräftiger und gesünder aus. In den Nächten wärmt eines der Elterntiere die jungen Meisen. Sobald ein Elterntier zum Nistkasten zurückkehrt, reißen die kleinen Vögel ihre Schnäbel auf und drängen sich um das neue Futter. Hier gilt klar das Gesetz des Stärkeren. Beim Beobachten fällt auf, dass sich drei der fünf Jungvögel besonders gut durchsetzen können. Beim Kampf ums Futter gehen die zwei schwächsten Vögel immer häufiger leer aus.

Nur zweieinhalb Wochen später wirkt der Nistkasten plötzlich sehr verlassen. Ein Blick durch die Kamera bringt Gewissheit. Die Meisen-Familie ist schon wieder ausgeflogen. Die kleinen Meisen werden nach nur 14 bis 23 Tagen flügge und verlassen den Brutkasten zusammen mit den Elterntieren. Zurück bleiben die zwei kleinsten Meisen. Diese haben es leider nicht geschafft und so liegen zwei kleine verendete Mini-Meisen im verlassenen Nistkasten. Das ist zwar schade, gehört aber zum Kreislauf der Natur. Drei gesunde Meisen hat der Nistkasten immerhin hervorgebracht. Und die Brutzeit der Meisen dauert noch bis in den August hinein. In dieser Zeit werden die Vögel noch ein bis zweimal für Nachwuchs sorgen. Die nächsten Bewohner haben schon wenige Tage nach dem Ausmisten mit dem Einzug begonnen und das Spiel begann von vorne.

Noch ein Hinweis zur verwendeten Technik: Dank einiger Leserbriefe haben wir erfahren, dass die von uns genutzte Hikam beim Aktivieren der IR-Beleuchtung bei manchen Kameras ein deutlich hörbares Geräusch verursacht. Wer seine Kamera dauerhaft mit Strom versorgt, sollte die Belichtung manuell auf nur Tagessicht oder nur Nachtsicht umschalten, um das laute Umschalten zu verhindern und die Vögel nicht zu stören. Bei Kameras ohne dauerhaften Stromanschluss hilft das wenig, da etwa die günstige Hikam die Einstellungen beim Abkoppeln des Stroms verliert. Wer die Webcam nur bei Bedarf mit Strom versorgt, kann das IR-Modul alternativ komplett deaktivieren. Dazu wird die Kamera aufgeschraubt und der Stromstecker des Moduls ausgesteckt.

Einfache Nistkästen für Singvögel sind bereits für etwa 15 Euro erhältlich. Solche Modelle sind allerdings nur bedingt für die Ausstattung mit einer WLAN-Kamera geeignet. Das Problem ist die Höhe der Kästen. Diese muss ausreichen, um die Kamera über dem eigentlichen Nistraum zu platzieren, ohne diesen einzuschränken. Zwar wäre es möglich ein Loch ins Dach zu sägen, die Kamera wäre dann aber vollkommen ungeschützt und die Technik würde sich beim ersten Regenschauer verabschieden. Eine Bastellösung zum Schutz der Kamera sieht nicht nur unschön aus, sondern ist außerdem ähnlich aufwendig wie der komplette Neubau des Kastens. Für eine optimale Umsetzung bleibt deshalb nur der Selbstbau oder der Kauf spezieller Nistkästen mit Kameravorbereitung. Diese sind allerdings nur von wenigen Herstellern verfügbar und verhältnismäßig teuer.

Für unseren Ratgeber haben wir ein interessantes Fertigmodell des Herstellers Oertl zur Verfügung gestellt bekommen. Der Kasten mit dem Namen Varika Cam ist für die Integration einer Kamera ausgelegt und verfügt über eine bequem in der Größe verstellbare Fluglochöffnung für verschiedene Vogelarten. Das Ungewöhnlichste an dem Nistkasten ist das verwendete Material. Der Kasten kommt zu 100 Prozent aus dem 3D-Drucker und besteht aus einem Holz-Biokunststoff-Verbund mit Kammern zur besseren Isolierung. Der Hersteller verspricht eine hohe Witterungsbeständigkeit und eine lange Lebensdauer. Den Nistkasten gibt es sowohl einzeln als auch im Set mit Kamera. Laut der Erfahrungen einiger Leser, scheint das Material in Praxis aber nicht bei allen Vögeln gut anzukommen und so ist bleibt die Variante aus Holz empfehlenswerter.

Zusätzlich haben wir von Oertl eine einzelne WLAN-Kamera für einen eigenen Nistkasten zur Verfügung gestellt bekommen. Solche speziellen Nistkastenkameras haben letztlich keinen Lautsprecher an Bord und einen für den Zweck voreingestellten Schärfebereich. Anregungen und Baupläne für Nistkästen gibt es beispielsweise beim Landesbund für Vogelschutz. Auf der Homepage sind zudem weitere Tipps und Tricks rund um das Thema zu finden.

Der Selbstbau aus Holz ist ein schönes Selbstbauprojekt für Eltern und Kinder. Der Arbeitsaufwand ist überschaubar und an einem Nachmittag erledigt. Mit Materialkosten von etwa 20 bis 30 Euro ist diese Variante zwar teurer als fertige Kästen, dafür aber auch individueller und besser geeignet. Das benötigte Werkzeug sollte in vielen heimischen Werkstätten bereits vorhanden sein. Bei uns kamen Lochsäge , Handsäge, Schleifpapier und Akkuschrauber zum Einsatz. Zusätzlich werden Holz, Schrauben und Holzleim benötigt. Da wir für unser DIY-Projekt eine Stromversorgung per Solar-Powerbank planen, haben wir den Technikteil des Kastens mit Acrylglas statt mit Holz abgedeckt.

Hier ein paar grundlegende Ratschläge zur korrekten Anbringung eines Nistkastens:

  • Nicht in Richtung der Wetterseite aufhängen – in die Einflugöffnung sollten kein Regen und Wind eindringen. Allerdings sollte der Standort nicht in der knalligen Sonne liegen. Der Naturschutzbund rät zur Anbringung Richtung Südosten.
  • Die Einflugschneise zur Öffnung sollte frei sein.
  • Die ideale Höhe für Nistkästen heimischer Singvögel liegt zwischen 150 bis etwa 350 Zentimetern. Größere Tiere hausen gerne etwas weiter oben und bevorzugen Höhen zwischen vier und sechs Metern.
  • Der Standort ist idealerweise gegen Katzen- und Marder geschützt.
  • Bei größeren Bäumen hängt der Nistkasten idealerweise an einem mitteldicken Ast. Zu dünn sollten die Äste aber nicht sein, da die Vögel keine ständigen Windbewegungen mögen.
  • Zur Befestigung dienen entweder für die Bäume unschädliche Aluminiumnägel oder eine ummantelte Drahtschlinge.
  • Damit es zu keinen Nachbarschaftsstreitigkeiten kommt, sollen die Nistkästen mindestens zehn Meter weit auseinander hängen.

Weitere und sehr detailliertere Anleitungen finden sich auf der Seite des Bundes für Umwelt und Naturschutz.

Die technische Ausstattung der Kamera-Nistkästen ist schnell erklärt. Letztlich sind nur eine Stromversorgung und eine WLAN-Kamera mit Nachtsichtfunktion nötig. Am bequemsten ist die Nutzung einer günstigen Kamera mit 5-Volt-Stromversorgung per USB. Diese hängt entweder an einem Netzteil oder direkt an einer Powerbank (Themenwelt) .

Allerdings eignen sich nicht alle WLAN-Kameras für das Vorhaben. Grundvoraussetzung für eine gelungene Umsetzung: Die WLAN-Kamera muss einen verstellbaren Fokus haben, um den Nahbereich scharf darstellen zu können. Der normalerweise übliche Schärfebereich liegt deutlich weiter weg, als die benötigten 15 bis 20 cm. Bei der im Fachhandel erhältlichen Hikam S6 klappt das Ändern durch Hinein- oder Herausschrauben der Kameralinse. Damit das ohne Auseinanderschrauben des Gehäuses funktioniert, legt Oertl ein 3D-gedrucktes Werkzeug bei. Das Fokussieren ohne dieses Spezialwerkzeug ist nur minimal aufwendiger und dauert etwa fünf Minuten. Bei einigen Kameras muss vorher allerdings Sicherungslack entfernt werden. Das kann aufwändiger sein, klappt aber meist ebenfalls problemlos.

Die Kamera sollte zudem über einen IR-Nachtsichtmodus verfügen. Die meisten Kameras können die Videos außerdem auf Speicherkarte aufzeichnen oder bei Bewegungserkennung eine Benachrichtigung auf das Smartphone versenden. Wichtig ist, dass die Kameras eine Livebild-Funktion haben.

Die von Fachhändler erhaltene S6-Kamera ist so, oder sehr ähnlich, unter zig anderen Bezeichnungen und Firmierungen erhältlich. So scheint beispielsweise die Yi Home Camera (Testbericht) nahezu identisch zu sein. Die WLAN-Kamera von Hama sieht der S6 ebenfalls zum Verwechseln ähnlich. Die Preise liegen je nach Anbieter, zwischen 30 und 70 Euro. Die Nutzung einer 20-Euro-Indoor-Kamera klappt ebenfalls prima. Hier war das Fokussieren zwar etwas aufwändiger, aber der Lautsprecher ist mit nur einem Handgriff abgesteckt.

Zur Stromversorgung eignen sich mit der Kamera verbundene USB-Netzteile oder Powerbanks mit oder ohne Solarmodul. Bei der Nutzung einer USB-Verlängerung oder einer Powerbank wird zusätzlich eine wasserdichte Box benötigt, um die Schnittstellen gegen Feuchtigkeit zu schützen. Der Anbieter Oertl schickt uns zusätzlich zur Kamera eine Kunststoffschachtel mit dem Namen Dribox. Soll das USB-Kabel der Kamera zu einem Netzteil verlängert werden, sind aktive Verlängerungskabel gefragt. Diese ermöglichen Distanzen von bis zu 20 Metern.

Mittlerweile haben wir eine Handvoll Kameranistkästen für den eigenen Garten und den Freundeskreis gebaut und dabei praktische Erfahrungen gesammelt. Da die verschiedenen Kästen mit unterschiedlicher Hardware ausgestattet sind, zeigen wir nun unsere Erkenntnisse und geben konkrete Empfehlungen.

Bei den Nistkästen empfehlen wir grundsätzlich den Selbstbau der Behausung aus Holz statt etwa aus 3D gedrucktem Kunststoff. Hier sind individuelle Gestaltungsmöglichkeiten und natürliche Materialien gegeben und auch die Unterbringung der technischen Komponenten ist problemlos möglich. Echtholz sieht am besten aus, kann in Zweifel aber deutlich teuer als etwa eine Variante aus Sperrholz sein. Aus unserer Sicht lohnt sich das Investment.

Unser erster Kasten ist inzwischen seit mehreren Jahren Wind und Wetter ausgesetzt und sieht trotzdem noch ordentlich aus. Die Kamera im Inneren hatte bis zuletzt funktioniert. Dann fiel allerdings das USB-Kabel zur Stromversorgung via Powerbank unserem Rasenmäher zum Opfer. Unser Solarmodul hatten wir zwischenzeitlich für ein anders Projekt zweckentfremdet. Im Nachhinein ist die kabellose Lösung aber nachweislich praxistauglicher – was natürlich auch von der Lage des Kastens abhängt. Unsere Kamera wird jetzt durch eine leicht modifizierte, solarbetriebene Überwachungskamera mit internem Akku für 40 Euro ersetzt. Für die Nutzung im Nistkasten haben wir die Kamera aufgeschraubt und den internen Lautsprecher abgesteckt, um jegliche Signaltöne der Kamera zu unterbinden. Der Fokusbereich wurde ebenfalls angepasst. Das ist bei unserer Kamera aber deutlich aufwändiger als bei billigen IP-Kameras, da man erst viele Schrauben lösen muss, bis man an das eigentliche Objektiv herankommt.

Das Platzangebot in den meisten günstigen Kauf-Nistkästen ist leider zu gering und so bleibt dann nur das Aufsetzen der Kameraeinheit. In der Regel funktioniert das zwar, sieht je nach Aufwand aber nur mäßig gut aus. Im einfachsten Fall wird eine Öffnung in den Deckel des Nistkastens gesägt, die Kamera darüber platziert und das Ganze mit einer wasserdichten Box verklebt.

Aus leidvoller Erfahrung sollte man hier unbedingt frühzeitig das Kabel zur Stromversorgung der Kamera mit einplanen, da das Lösen des Klebers arbeitsintensiv ist. Fest verkleben und direkt im Kasten zu integrieren ist deshalb bestenfalls eine Notlösung. Wenn etwas geändert werden soll, sind so immer größere Arbeiten fällig. Das funktioniert etwa nicht, wenn der Kasten bewohnt ist. Der Königsweg wäre daher ein Kasten mit unabhängigem Zugang zur Kameratechnik. Eine Korrektur der Kameraausrichtung oder der Wechsel der Speicherkarte sind dann problemlos möglich, selbst wenn das Vogelhaus bewohnt ist. Die Vögel sollten während solcher Eingriffe trotzdem unterwegs sein und noch keinen Nachwuchs im Nest haben.

Wer die Kamera unbedingt direkt in den Kasten integrieren möchte, sollte beim Kauf unbedingt die Abmessungen von Vogelhaus und Kamera beachten. Outdoor-Überwachungskameras sind in der Regel deutlich zu groß. Besser funktionieren kompakte WLAN-Kameras für den Indoorbetrieb. Gute Erfahrungen haben wir etwa mit einer günstigen und flachen WLAN-Kamera von Amazon gemacht. Neben Full-HD-Auflösung bietet die Kamera einen Nachtsichtmodus, internen Speicher via Speicherkarte und einen Bewegungsmelder für rund 20 Euro. Außerdem ist die Kamera zu Alexa kompatibel und so funktioniert die Vogelhausbeobachtung auch bequem via Amazon Echo Show.

Die 2-Wege-Audioübertragung brauchen und wollen wir allerdings nicht. Das Deaktivieren des internen Lautsprechers ist mit wenigen Handgriffen erledigt. Nach dem Aufschrauben des Gehäuses muss das Lautsprechermodul lediglich abgesteckt werden. Wer die Kamera anderweitig nutzen will, kann die Gegensprechfunktion jederzeit wieder reaktivieren.

Für eine scharfe Bildübertragung müssen wir bei dieser Kamera obendrein den Fokus verändern. Im Auslieferungszustand stellt die Kamera erst ab einer Entfernung von etwa 30 cm scharf – deutlich zu weit, für die Nutzung im 28 cm hohen Nistkasten. Also heißt es den Sicherungslack um das Objektiv mit einem Cuttermesser entfernen und den Fokus per Hand zu justieren. Das funktioniert gut, ist aber aufwändig. Wir sichern die Einstellung mit einem Tropfen Heißkleber. Der lässt sich einfach entfernen und so kann man den Fokus schnell wieder in den Originalzustand zurückversetzen.

Besonders einfach, schnell und günstig ist die Kombination aus aufgesetzter Solar-Überwachungskamera mit Akku für rund 40 Euro und einem fertigen Nistkasten aus dem Baumarkt oder Onlineshop. Bei Amazon gibt es günstige Nistkästen ab 10 Euro. Als Umbauung für die Technik eignen sich etwa Kunststoffbehälter oder Lebensmittelboxen. Lautsprecher in der Kamera sollte man generell abstecken – das Anpassen des Fokus ist ebenfalls ratsam, aber im Zweifel aufwändig. In der Praxis hält unsere Billig-Überwachungskamera nun seit mehreren Wochen mit wenig Sonnenschein durch und der Akku ist zu Sonnenuntergang immer zuverlässig geladen. Bei den Überwachungskameras sollte man genau die Produktbeschreibung studieren. Einige Modelle erlauben kein Livebild! Sie registrieren zwar Bewegungen und zeichnen diese auf, eine Beobachtung in Echtzeit ist dann aber nicht möglich. Die verlinkte Kamera erlaubt das Livebild und die Aufzeichnung per Bewegungssensor.

Flexibler ist das modulare System mit kleiner, nachtsichttauglicher WLAN-Kamera für 10 bis 20 Euro, Pass-Trough-Powerbank ab 20 Euro und USB-Solarpaneel für etwa 15 Euro. Da solche Kameras in der Regel für den Indoorbetrieb gedacht sind, bleibt hier aber die Gefahr, dass die Technik den Geist aufgibt. Auch die Powerbank muss unbedingt ordentlich und wasserdicht verpackt sein. Wer will, kann alternativ eine Solar-Powerbank für etwa 35 bis 50 Euro benutzen. Zu viel sollte man sich von den meist kleinen Panels aber nicht erwarten.

Der Vorteil des modularen Systems ist die Tatsache, dass die Einzelkomponenten auch jederzeit in anderen Projekten weiterverwendet und unabhängig voneinander platziert werden können. Bei der Auswahl der Kamera sollte man sich für ein Modell mit Full-HD-Auflösung und Einbindung ins Netzwerk entscheiden. Zwar funktionieren auch extrem billige Mini-Kameras mit direkter WLAN-Verbindung zum Smartphone, deren Reichweite ist aber sehr gering und so muss man für die Nutzung immer in der Nähe des Nistkastens sein. Die verlinkte Baby- und Haustierkamera ist hingegen im Heimnetzwerk eingebunden und kann so etwa über unseren weit entfernten Echo Show wiedergegeben werden. Auch bei diesen Kameras sollten interne Lautsprecher abgesteckt und der Fokus angepasst werden.

Ein Nistkasten mit integrierter Kamera ist ein schönes Garten- und Bastelprojekt mit echtem Mehrwert. Zum einen schafft er dringend benötigte Brutmöglichkeiten für heimische Vogelarten, zum anderen liefert er interessante Einblicke in deren Tagesabläufe und Verhaltensweisen.

Am einfachsten, allerdings am teuersten, ist der Kauf eines fertigen Systems. Deutlich günstiger und häufig besser ist die Selbstbauvariante mit einer günstigen Solar-Überwachungskamera ab 40 Euro. Die alternative Kombination aus Solarmodul, Pass-Trough-Powerbank und WLAN-Kamera ist flexibler, aber teurer. Fertige Nistkästen gibt es ab 10 Euro. Besser und schöner sind speziell für den Zweck konzipierte DIY-Nistkästen aus der eigenen Werkstatt.

Erfahrungsgemäß sind die Vögel froh um jede Nistgelegenheit. Material, Aufbau und Größe des Nistkastens spielen dabei nur eine untergeordnete Rolle. Unser mit dem Lasercutter ausgeschnittener Kasten scheint ersten interessierten Vögel noch mit seinem Geruch von verbranntem Holz zu irritieren. Wir hoffen, dass sich das mit der Zeit legt und wir im Frühjahr in allen Kästen neue Bewohner begrüßen können.

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