Nie mehr gießen: Automatische Bewässerung mit Gardena & Co. für innen und außen

Bewässerungssysteme

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Elektropumpen mit Solar, Netzstrom oder Batterie versorgen Blumen und Pflanzen autonom mit Wasser. Einfache Lösungen zur Bewässerung gibt es ab 30 Euro.

Wer kümmert sich eigentlich um Pflanzen, wenn man außer Haus oder im Urlaub ist? Wenn keine freundlichen Nachbarn zur Verfügung stehen, kann man auf technische Lösungen zurückgreifen. Diese gibt es bereits ab 30 Euro und sie funktionieren zuverlässig. Sogar Selbstbausysteme und Bewässerungsanlagen mit Solarbetrieb bietet der Markt.

Dieser Beitrag erscheint in unserer Themenwelt Garten. Hier geben wir etwa auch einen Überblick zu verschiedenen Bewässerungsanlagen für Garten und Haus, vergleichen die Top 4 der Indoor-Gärten oder zeigen, wie man mit Sprühneblern für günstige Abkühlung auf der Terrasse sorgt.

Für die automatisierte Bewässerung braucht man generell vier Komponenten: Wasser, Wasserbehälter, Pumpe und Schläuche. Die Pumpe kommt in ein Gefäß wie einen Eimer und leitet das Wasser zu den Pflanzen über die Schläuche weiter. Hat man viele Pflanzen, muss die Pumpe mehr Leistung bringen und der Wasserbehälter entsprechend größer sein. Günstige Einstiegsgeräte versorgen beispielsweise zehn Pflanzen gleichzeitig mit Wasser.

Dann stellt sich die Frage, ob das Bewässerungssystem nur den nächsten Urlaub überbrücken oder Kräuter & Co. langfristig mit Wasser versorgen soll – entsprechend unterschiedlich sind die Ansprüche an die Lösungen. Soll das Ganze dann auch noch zu bestimmten Uhrzeiten bewässern oder gar smart auf Regen und Luftfeuchtigkeit reagieren, müssen Steuereinheit und gegebenenfalls Sensoren eingeplant werden. Zudem sollten die Lösungen Überschwemmungen verhindern können. Ist das nicht der Fall empfehlen wir den Zukauf von entsprechenden Sensoren, die eine Mitteilung auf das Smartphone senden, oder der komplette Eigenbau – dazu später mehr.

Budget-Modelle wie der Royal Gardneer NX-7370 oder der baugleiche Blumfeldt Aquanova starten bei Amazon ab 30 Euro. Das reicht, um Pflanzen im Urlaub mit Wasser zu versorgen. Ein Wasserbehälter ist nicht im Lieferumfang enthalten; hier reicht ein Eimer aus dem Baumarkt.

Die günstigen Sets bieten nur eine eingeschränkte Schlauchlänge. In der Regel liegt diese bei zehn Metern. Entsprechend müssen zu bewässernden Pflanzen nah an der Pumpe stehen.

Die restliche Inbetriebnahme ist einfach. Die Pumpe kommt in einen Wasserbehälter. Im Anschluss stellt man Bewässerungsfrequenz und -dauer am Automaten ein. So kann man die Pumpe beispielsweise dreimal täglich für 60 Sekunden aktivieren – oder nur mittwochs für zwei Minuten. Aber Achtung: Mit den Einstellungen muss man experimentieren und genau planen. Andernfalls bekommen die Pflanzen zu viel Wasser oder der Wasservorrat geht aus, bevor man aus dem Urlaub zurück ist.

Zudem wird bei den Budget-Modellen früher oder später die Pumpe ausfallen, denn die wird mit Strom aus AA-Batterien versorgt. Laut Hersteller soll das einen Betrieb für 30 Tage gewährleisten. Wir empfehlen allerdings, maximal 14 Tage mit den billigen Modellen einzuplanen; schließlich geben die Hersteller bei der Laufzeit keine Häufigkeit der Bewässerung an. Wer sparsame Pflanzen bewässert, kommt mit einem 10-Liter-Eimer sowie einer maximalen Bewässerungszeit von 30 Sekunden pro Tag für etwa einen Monat hin.

Qualitativ sind die Automaten von Royal Gardineer & Co. akzeptabel. Beim mitgelieferten Schlauch und bei der Pumpe merkt man einfach, dass es sich um Billig-Produkte handelt. Der Schlauch passt nur mit viel Kraft in die Öffnungen der Bewässerungseinheit. Die Pumpe wird nach einiger Zeit im Gebrauch den Geist aufgeben – als Filter kommt nur ein sehr grobes Plastiknetz zum Einsatz. Laut diversen Rezensionen auf Amazon darf man etwa mit einer Lebensdauer von zwei bis drei Jahren rechnen. Ist das Wasser am Einsatzort etwa sehr kalkhaltig, führt das zu schnellerem Verschleiß.

Aber was ist, wenn es regnet oder die Pflanzen schon genug Wasser haben? Für rund fünf Euro mehr baut man sich einfach einen Bewässerungsautomaten mit smarten Funktionen. Der ist dann sogar mit einem Netzteil am Strom angeschlossen. Beispielhaft haben die Kollegen des Make-Magazins (Ausgabe 02/2020) eine Variante konstruiert, die sogar im Dauerbetrieb Überschwemmungen verhindert. Der Wasservorrat befindet sich nämlich in einem Blumenkasten direkt unter den Pflanzen. Die stehen auf einer Platte, durch die alles überflüssig geförderte Wasser wieder in den Vorratsbehälter zurückfließt. Da auch bei Dauerpumpen maximal so viel Wasser in den Behälter läuft, wie abgepumpt wird, kann nichts überfließen. Das gilt auch, falls einer der Schläuche zu den Töpfen undicht wird, da sich auch die undichte Stelle stets über dem Blumenkasten und der Rücklaufmöglichkeit in der Deckelplatte befindet. Bei den kommerziellen Modellen gibt es so eine Wasserrückgewinnung nicht. Die richtige Wassermenge ermittelt die DIY-Bewässerung für jede Pflanze individuell durch Boden-Feuchtigkeitssensoren. Die komplette Bastelanleitung und Komponenten findet man auf heise online.

Für derzeit 80 Euro findet man das Aquabloom Solar-Bewässerungs-Set von Gardena. Es nutzt eine solarbetriebene Pumpe, um Pflanzen mit Wasser zu versorgen. Im Gegensatz zum Budget-Modell oder dem Eigenbau setzen Gardena und Kärcher auf die Micro-Drip-Technik. Statt dass zu einer bestimmten Zeit das Wasser läuft, versorgen Micro-Drip-Schläuche die Pflanzen längerfristig oder nach Zeitplan mit geringen Mengen Wasser. Das ist vor allem beim Anbau von Gurken und Tomaten wichtig, denn diese Pflanzen brauchen einen dauerhaft feuchten Boden, um irgendwann knackig auf dem Teller zu landen.

Im Starterset sind 20 Meter Schlauchlänge, 15 Rohrhalter und 20 Tropfer enthalten. Laut Gardena ist das die maximale Tropferanzahl, damit die angegebenen Werte zu Bewässerungsdauer und Wasserverbrauch stimmen. Wem das zu wenig ist, der kann sich diverse Micro-Drip-Komponenten dazukaufen; etwa einen längeren Schlauch, Ventile oder weitere Tropfer. Aber Gardena ist teurer. Wer das Schlauchsystem günstig will, findet bei Shops wie Banggood günstige Komplettsets ab 19 Euro. Sogar einen Nachbau des vertikalen Kräutergarten Gardena Natureup gibt es bei Banggood. Während das Original ab 33 Euro kostet, zahlt man im chinesischen Online-Shop ab 11 Euro.

Aquabloom kommt direkt an einen Wassereimer und zieht sich dort das Wasser. Das integrierte Solarpanel in der Steuereinheit versorgt drei mitgelieferte AA-Akkus mit Strom. So lädt sich das System selbstständig wieder auf. Insgesamt bietet die Solarbewässerung von Gardena 14 Bewässerungsprogramme. Hier legt man fest, wie oft und wie lange die Pflanzen bewässert werden sollen. In unserer Testphase im Juli 2022 hat das System dauerhaft durchgehalten. Das Solarpanel hat stets ausreichend die Akkus geladen, sodass das System unterbrechungslos gelaufen ist. Das kann natürlich je nach Positionierung des Panels und je nach Sonnenstunden variieren.

Wer die kleinste Einstellung nimmt, bewässert alle 12 Stunden für 10 Minuten. Das entspricht 0,17 Liter pro Durchgang. Wer das System mit einem 10-Liter-Eimer nutzt, kann entsprechend 60-mal bewässern. Das entspricht unter dem Strich 30 Tagen.

Für den gleichen Preis findet man von Gardena auch die Urlaubsbewässerung. Sie besteht aus Pumpe mit Netzteil, drei Verteilern mit zwölf Ausgängen sowie 30 Metern Tropfschlauchlänge. Mit diesem System kann man bis zu 36 Pflanzen mit Wasser versorgen. Dafür braucht man aber eine Steckdose in der Nähe. Zudem kann man die Bewässerungszyklen nicht einstellen. Hier ist nur eine tägliche Bewässerung für jeweils eine Minute möglich.

Wer langfristig größere Mengen an Pflanzen automatisiert bewässern will, sollte sich Lösungen von Gardena oder Kärcher ansehen. Die nutzen ein Netzteil zur dauerhaften Stromversorgung. Preislich geht es hier ab rund 100 Euro los. Die Systeme eignen sich etwa zur Bewässerung von Hochbeten auf der Dachterrasse oder für den Kräutergarten auf dem Stadtbalkon. Auch hier kommt das Micro-Drip-System zum Einsatz.

Das Schlauch-System ist aber nur die halbe Miete. Wie bei den anderen Bewässerungsoptionen braucht man auch hier Wasserpumpe und Behälter. Als Wasserzulieferer kommt in Abhängigkeit von Größe und Tiefe des Wasserbehälters eine kleine oder große Pumpe zum Einsatz. Die Unterschiede der Modelle liegen vor allem in der Pumpleistung. Die kleine Pumpe, die Teil des Micro-Drip-Startersets ist, schafft bis zu 2 Liter Wasser pro Stunde zu den Pflanzen. Das reicht für gut 10 Kräuter, bei Tomaten & Co. entsprechend weniger Pflanzen. Die größere Regenfasspumpe Solo von Gardena transportiert bis zu 2000 Liter pro Stunde, die BP2 von Kärcher 3000 Liter – weitere Modelle sogar 5000 oder gar 13.000 Liter. Für einen Balkon ist das aber übertrieben. Solche Pumpen sind eher etwas für den Schrebergarten.

Nachteil bei der ganzen Sache: Irgendwer muss natürlich die ganzen Wassermengen regelmäßig nachfüllen. Das bedeutet, dass man einmal alle ein bis zwei Wochen – je nach Pumpe und Wasserbehälter – auffüllen muss. Ist der Behälter größer als ein 10-Liter-Eimer, darf man mehrmals laufen.

Vorteil: Wie der Eigenbau kann auch die Gardena-Lösung smart sein. Beispielsweise, indem man sich die Pumpe Solo zulegt und dann den Bewässerungscomputer Smart Water Control montiert. Der ist wiederum zu den Feuchtesensoren von Gardena kompatibel. Der Kostenpunkt liegt dann allerdings gleich bei 400 Euro aufwärts.

Wer in den Urlaub fährt und will, dass seine Pflanzen bei der Rückkehr noch leben, ist bereits mit den billigen Bewässerungsautomaten von Pearl & Co. gut bedient. Ab 30 Euro kann man wenig falsch machen. Solarbetriebene Lösungen erhöhen den Bewässerungszeitraum. Will man hingegen, dass etwa Kräuter langfristig und nahezu autonom gedeihen, muss man entweder ein solches System basteln oder auf die kommerziellen Produkte mit Netzteil von Gardena setzen.

Alternative Bewässerungssysteme für Wasseranschlüsse haben wir im Ratgeber: Wer braucht welche Bewässerungsanlage zusammengefasst.

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