NFC-Tags für Android und iPhone ab 20 Cent

Ratgeber: Was NFC-Tags alles können

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Beschreibbare NFC-Tags kosten nur wenige Cent und erweisen sich im Alltag als praktische Helfer für Android und iPhone. Wir zeigen, was mit den Tags machbar ist.

Fast jedes Android-Handy kann NFC-Tags lesen und beschreiben. Auch Apple-Geräte sind seit iOS 13 NFC-tauglich. Beim Lesen ist dabei keine spezielle App notwendig, das übernehmen die Smartphones selbst. Dabei sind viele Einsatzzwecke denkbar. Ein selbst konfiguriertes Tag in Form eines Aufklebers am Wohnzimmertisch für Gäste beispielsweise: Besucher halten ihr Smartphone nur kurz dran – schon verbindet sich das Handy automatisch mit dem passwortgeschützten WLAN. Dies ist ein einfacher und kurzer Befehl, der in unserem Fall mit 103 Byte relativ wenig Speicherplatz auf einem NFC-Tag belegt. Das ist nur ein Beispiel für die cleveren Funktionen, die mit den richtigen Tags möglich sind.

Wenn ein Android-Smartphone NFC unterstützt, dann kann man damit so ziemlich alles machen. Verschiedene aktuelle und ältere Geräte verstanden sich im Test hervorragend mit allen getesteten Apps und unseren NFC-Aufklebern.

Einziges Hindernis: Die NFC-Funktion sparen sich manche Hersteller gerne ein oder nutzen sie, um ihre High-End-Geräte etwas vom Mittelfeld abzugrenzen. Dennoch muss man nicht unbedingt riesige Summen ausgeben, wie unser Preisvergleich zeigt. Aktuelle Software und NFC gibt es aktuell beispielsweise beim Alcatel 1S (2021) mit Android 11 ab 110 Euro oder beim Nokia 3.1 Plus mit Android One (10.0) ab 115 Euro.

Apple sperrte sich lange gegen den Einsatz von NFC-Tags bzw. die Freigabe der Funktionen für Drittentwickler. Das hat sich mit iOS 13 geändert. Ganz so frei wie der Umgang bei Android waren Apple-Nutzer weiterhin nicht – so war unter anderem das Beschreiben von Tags mit URLs oder WLAN-Zugangsdaten nicht möglich; früher brauchte man ein Android-Smartphone, um Tags für iPhone-Nutzer beschreiben zu können. Mit Apps wie NFC21 Tools ist inzwischen aber auch das Beschreiben von Tags möglich.

Unverändert ist die Möglichkeit, Kurzbefehle per NFC-Tag auszuführen. So kann man etwa einen Aufkleber auf dem Tisch im Büro anbringen und beim Ablegen des Smartphones das WLAN einschalten und den Klingelton aus, während der Aufkleber im Auto Bluetooth aktiviert und der auf dem Nachttisch den Wecker einschaltet und den Flugzeugmodus aktiviert.

Wie das im Detail funktioniert, zeigt die Fotostrecke.

NFC-Aufkleber sind die günstigste Möglichkeit, an die vielseitig einsetzbaren Tags zu kommen. Für etwas mehr Geld gibt es die Tags auch in Form von Plastikkärtchen oder Schlüsselanhängern, sie sind unempfindlicher gegen äußere Einflüsse – und eignen sich beispielsweise für den Einsatz im Freien. Je nach Anwendungsgebiet machen alle Varianten Sinn: Dünne Aufkleber für Visitenkarten (Kontaktdaten), robuste Aufkleber für den Einsatz im Auto (Bluetooth an, Navigation starten), kunststoffbeschichtete Tags für den Nachttisch (Flugzeugmodus an, Wecker stellen, alle Lichter aus), Schlüsselanhänger (am Gästeschlüssel mit WLAN-Zugang).

Für erste Experimente bieten sich auch Starter-Sets an, die unterschiedliche Varianten zum Ausprobiere enthalten. Im Verhältnis sind die einzelnen Tags allerdings deutlich teurer. Wer größere Stückzahlen benötigt, bekommt die Aufkleber deutlich billiger, etwa bei Ebay oder direkt aus China – im 100er-Pack kostet ein Tag dann noch etwa 13 Cent; die Lieferzeit beträgt aber einige Wochen.

Neben den Standard-Formaten in Form von Aufklebern und Kunststoffkarten, die das folgende Preisvergleichswidget zeigt, gibt es die NFC-Tags beispielsweise auch in Form von Schlüsselanhängern, runden Kunststoff-Münzen, als Mini-Karten oder Anhängern.

In den nächsten Abschnitten zeigen wir, was sich mit den günstigen Tags alles anstellen lässt.

Im Test haben wir Tags mit Kontaktdaten beschrieben und auf Visitenkarten geklebt. Das Android-Telefon öffnet nach dem Scannen des Tags sofort die Kontakte-App und bietet an, den Datensatz zum eigenen Adressbuch hinzuzufügen. Wir nutzten dafür die Tags NTAG213 vom Marktführer NXP mit 137 Byte verfügbarem Speicher. Darauf passen aber nur der Name, eine kurze Mail-Adresse sowie die Telefonnummer, dann ist der Chip voll. Für diesen Einsatzzweck empfehlen wir NFC-Tags mit mehr Speicher. So bieten nach NDEF-Formatierung die nur minimal teureren NTAG215 480 Byte und die NTAG216 868 Byte verfügbaren Speicher. iPhones können übrigens ohne zusätzliche App nichts mit den Adress-Tags anfangen, wohl aber mit anderen Datentypen wie einer Web-Adresse – beim Aufhalten des Smartphones öffnet sich dann der Safari-Browser. Wer auch Kontakte einlesen möchte, kann sich einer App wie NFC21 Reader bedienen.

Aber es ist auch möglich, die Tags sozusagen proprietär zu beschreiben. Dann machen sie nur das, was sie sollen, wenn man sie mit der passenden App ausliest. So ist nur wenig Speicherplatz nötig, gleichzeitig sind aber komplexe Aufgabenstellungen möglich, die tiefer in Android eingreifen. Ein derartig beschriebenes Tag bringt insbesondere das Handy dazu, einen Hotspot zu starten, die Lautstärke auf Maximum zu stellen, einen Klingelton abzuspielen, die Bildschirmrotation auszustellen, die Navigation zu einem gewissen Ziel zu starten und vieles mehr – auf Wunsch alles gleichzeitig. Ganz verrückt wird es, wenn NFC-Tags die Smart-Home-Steuerung übernehmen: Mit dem Handy aufs Tag tippen, um das Licht zu schalten oder die Musik zu starten? Dazu später mehr.

Die richtige App vorausgesetzt, ist das Beschreiben der Tags keine große Sache. Dabei gibt es zwei unterschiedliche Ansätze: Tags, die universell vom Smartphone ausgelesen werden und Tags, die vorinstallierte Apps benötigen.

Die App NFC Tagwriter by NXP für Android beschreibt sie universell. Unter anderem folgende Befehle sind möglich:

  • Kontaktdaten hinterlegen
  • mit geschütztem WLAN verbinden
  • eine URL aufrufen
  • mit bestimmtem Bluetooth-Gerät verbinden
  • E-Mail verschicken
  • Telefonnummer anrufen
  • eine App starten
  • geschriebenen Text vorlesen
  • SMS versenden

Das Schöne: Der NFC Tagwriter kombiniert beliebig viele diese Aktionen miteinander, die Anzahl wird lediglich von der Speicherkapazität des Chips limitiert. Einmal beschrieben, kann die App einen Schreibschutz aktivieren. Dieser ist dann allerdings dauerhaft, der Inhalt lässt sich nicht mehr ändern.

Diese Funktionen lassen sich mit NFC21 Tools auch unter iOS abbilden. Viele Befehle führt das iPhone auch direkt aus, für andere ist aber – zumindest derzeit – eine Reader-App nötig.

Die kostenlose App Trigger bietet deutlich mehr Möglichkeiten. Allerdings kann das Smartphone das Tag nur richtig interpretieren, wenn Trigger auch installiert ist. Ansonsten springt Android nach dem Einlesen in den Google Play Store.

So macht Trigger keinen Sinn, um für Besucher ein NFC-Tag mit den WLAN-Zugangsdaten bereitzustellen. Hier sollte der NFC Tagwriter by NXP genutzt werden. Trigger bietet sich an, wenn immer das eigene Smartphone zum NFC-Lesen genutzt wird, zum Beispiel im eigenen Auto.

Zunächst steht es dem Nutzer offen, bei Trigger Einschränkungen zu definieren. So ist ein NFC-Tag auf Wunsch beispielsweise nur zu gewissen Uhrzeiten oder bei bestehender WLAN-Verbindung lesbar, respektive führt es nur dann die zugewiesene Aktion aus. Im nächsten Menü stellt die App, unterteilt in verschiedene Kategorien, dutzende Möglichkeiten zur Verfügung, die tiefer in das System eingreifen:

  • WLAN-Hotspot aktivieren
  • Navigation mit bestimmtem Ziel starten
  • Klingelton abspielen
  • Medienwiedergabe starten
  • auf stumm stellen
  • Alarm stellen
  • Display-Helligkeit bestimmen
  • Autorotation ein- oder ausschalten
  • Tweet senden
  • Flugmodus

Dabei haben, unabhängig von der Größe des NFC-Tags, beliebig viele Aktionen darauf Platz. Schließlich wird nur die App geöffnet und eine ID angegeben. Trigger selbst hinterlegt diese ID dann mit den Aktionen. Ein mögliches NFC-Szenario im Auto:

  • Text vorlesen: Gute Fahrt!
  • Bluetooth: ein
  • Bluetooth verbinden mit Autoradio
  • öffne Spotify
  • Medienwiedergabe starten
  • öffne Maps mit Ziel Zuhause und starte Navigation

Auch wenn NFC direkt keine Smart-Home-Anwendungen unterstützt, kann man mit einem kleinen Trick so ziemlich alles über die winzigen Tags steuern. Möglich macht dies Ifttt. Dafür erstellt man in Ifttt ein neues Applet und wählt als If-Regel den Service webhooks. In der Dokumentation ist eine personalisierte URL ersichtlich, die beim Aufrufen eine bestimmte Aktion durchführt. Diese URL schreiben wir dann auf ein NFC-Tag. Hält man ein Handy daran, öffnet sich die URL und Ifttt löst ein eingestelltes Event aus. Das schöne dabei: Jedes Smartphone, das die URL ansteuert, löst das geplante Event aus.

Möglich wären hier etwa Tags unter dem Couchtisch, welche Lichtrezepte bei Philips Hue aktivieren. Oder ein Tag neben dem Nachttisch, welches die smarte Heizung ausschaltet. Oder das Tag im Auto, das die Beleuchtung zu Hause rot (oder grün) blinken lässt, damit die bessere Hälfte weiß, dass man unterwegs nach Hause ist. Mit etwas Fantasie und wenig Geld lässt sich so beinahe das gesamte Smart-Home steuern.

Ein praktischer Ansatz sind smarte Türschlösser. Statt eines Schlüssels nutzt man das Smartphone oder einen NFC-Tag, um die Tür zu entriegeln. Das hat nicht nur den Vorteil, dass man keinen Schlüssel in der Tasche suchen muss. Auch kann man einfach die Smartphones der Gäste (temporär) freischalten oder ihnen eine NFC-Karte geben. Geht diese verloren, kein Problem, man sperrt sie einfach im Schloss. Unsere Kaufberatung Sichere Smartlocks für die Haustür zeigt Details zu diesen Schließsystemen.

Die App NFC Taginfo by NXP ist das Schweizer Taschenmesser unter den NFC-Analyse-Apps. Sie liest beliebige NFC-Tags aus und zeigt deren Payload, IC-Typen und IC-Info. Sie extrahiert und analysiert Datensätze im NDEF-Format. Dabei unterstützt sie alle vom NFC Forum genehmigten Schreibverfahren.

NFC-Tags sind praktisch, günstig und maßlos unterschätzt. Ob als nerdiges Statement auf der Visitenkarte, im Auto zum Starten von Musik und Navigation oder als schneller Login bei passwortgeschützten WLAN – ihre Einsatzzwecke sind vielfältig. Geradezu schwindelerregend groß werden sie im Zusammenspiel mit Ifttt. Noch dazu sind die Tags sehr günstig geworden.

Auch iPhone-Nutzer können mit den günstigen NFC-Tags etwas anfangen – vieles geht inzwischen sogar ohne Zusatz-Apps ab Werk. Wir würden uns freuen, wenn Apple sich dem Thema weiter öffnet – und unsere coolen NFC-Visitenkarten künftig auch bei iOS durch einfaches Draufhalten funktionieren.

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