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Multitalent Dremel: Aufsätze und Alternativen

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Der Dremel ist praktisch und der Inbegriff für eine ganze Werkzeuggattung. TechStage zeigt die wichtigsten Aufsätze und Zubehörteile für das beliebte Multifunktionswerkzeug.

Was die Flex für einen Winkelschleifer ist und der Kärcher für einen Hochdruckreiniger, ist der Dremel für das Multifunktionswerkzeug. Der Hersteller hat zwar viele Werkzeuge im Programm aber der Name Dremel steht als Synonym für kompakte Multifunktionswerkzeuge. Diese Bezeichnung ist allerdings nur ein Oberbegriff, der auch ein Taschenmesser oder ein Oszillationswerkzeug beschreiben könnte. Sagt man jedoch “Ich brauche einen Dremel”, weiß jeder, dass ein kleines handliches Rotationswerkzeug gemeint ist, mit dem man bohren, schleifen, fräsen und sägen kann.

Das muss nicht immer ein Dremel sein und es gibt durchaus günstige Alternativen, mit denen sich auch arbeiten lässt. Man sollte sich jedoch vorher die Frage stellen - Lohnt es sich, zum günstigeren Gerät zu greifen oder spart man am falschen Ende? Um die Frage beantworten zu können, muss man wissen, was das Dremel Multifunktionswerkzeug alles kann.

Die ersten Punkte, die ganz klar für einen Dremel und gegen günstigere Alternativen sprechen, sind Form, Größe und Antrieb. Bei anderen Herstellern muss man sich für ein Netzgerät von Hersteller A, ein Akku-Gerät von Hersteller B oder einem Mini-Gerät von Hersteller C entscheiden. Dremel hat sie dagegen alle.

Da gibt es beispielsweise den Lite, den Stylo+, den 8220 mit Akku oder den 4300 mit Netzkabel. Und der Vorteil dabei ist, es muss nicht bei einem Dremel bleiben. Die Werkzeugaufnahme ist standardisiert und Zubehör sowie Vorsatzgeräten passen auf fast alle Modelle. So kann man den kleinen Micro mit Akku für feinste Arbeiten nutzen oder den größeren 4000er mit Kabel für aufwändigere Schleifarbeiten und dennoch dieselben Werkzeuge verwenden.

Selbst viele Konkurrenzwerkzeuge nutzen dieselbe Werkzeugaufnahme mit einer Spannzange von 3,2 mm, damit der Kunde auch auf das Werkzeug von Dremel zurückgreifen kann. Kaum ein Hersteller hat so ein umfangreiches Angebot an Fräser, Schleif- und Polierwerkzeuge wie Dremel und um den Kunden das Kaufargument zu nehmen, setzen auch andere Hersteller mit einer kleineren Werkzeugauswahl auf diesen Schaftdurchmesser.

Schleifen und fräsen können alle Multifunktionswerkzeuge. Beim Bohren wird es dagegen etwas komplizierter. Gerade sehr kleine und dünne Bohrer müssen exakt geführt werden, damit einerseits die Bohrungen gerade werden und andererseits der Bohrer nicht abbricht.

Die Workstation von Dremel ist eine Art Bohrmaschinenständer mit der man senkrechte Löcher ebenso bohren kann, wie schräge, da sich die Halterung der Workstation neigen lässt. Zusätzlich bietet sie eine Aufnahme für Zubehör und bei Verwendung der biegsamen Welle, lässt sich der Dremel auch daran aufhängen.

Wer plant, mit dem Dremel auch zu bohren, sollte sich auf jeden Fall die Workstation von Dremel gönnen und die Arbeit erleichtern.

Auch das Dremel-Bohrfutter sollte nicht fehlen. Gedacht ist es dazu, Bohrer verwenden zu können, die einen dünneren Schaftdurchmesser besitzen. Es nimmt aber ebenso alle Standardwerkzeuge mit einem Schaftdurchmesser von 3,2 mm auf und erleichtert somit den Werkzeugwechsel.

Vorteilhaft ist das Bohrfutter ebenso, wenn Zubehör anderer Hersteller verwendet werden soll, welches keinen Schaftdurchmesser von 3,2 mm nutzt.

Die biegsame Welle hat für den Dremel ganz klar ihre Vorteile. Sie lässt sich leichter führen, vibriert weniger und der Dremel kann bei seiner Arbeit mit hoher Drehzahl die Wärme besser abgeben.

Biegsam steht in diesem Fall allerdings nicht für besonders flexibel. Enge Radien sollten mit der Welle vermieden werden und auch das Eigengewicht der Welle darf man nicht unterschätzen. Liegt die biegsame Welle ungünstig, kann sie die Arbeit anstrengender machen, als den Dremel direkt in die Hand zu nehmen.

Wer viele Gravierarbeiten plant und dabei die biegsame Welle nutzen möchte, sollte auf jeden Fall zusätzlich den Werkzeugständer nutzen. Damit lässt sich der Dremel aufhängen und so positionieren, dass die biegsame Welle eine echte Arbeitserleichterung ist. Optimal ist eine Position, bei der die Welle mit einem leichten Bogen von einer höheren Position kommt.

Die Oberfräse ist ein tolles Werkzeug, um Konturen zu fräsen oder Kanten zu abzurunden. Für filigrane Arbeiten ist sie jedoch zu schwer und zu unhandlich. Da kommt das Oberfräsen-Vorsatzgerät für den Dremel ins Spiel. Mit den passenden Fräsern ist es ebenso einsetzbar wie eine große Oberfräse ermöglicht es jedoch, auch deutlich kleinere Werkstücke zu bearbeiten. Neben der Standardvariante sind auch spezielle Fräser für Fugen und Wandfliesen erhältlich.

Der Oberfräsenvorsatz lohnt sich jedoch nur dann, wenn man auch die entsprechenden Arbeiten dazu hat. Inklusive der passenden Fräser summiert sich der Kaufpreis und würde ebenso für eine günstige Oberfräse oder kleine Kantenfräse reichen. Man sollte sich auch bewusst sein, dass der Oberfräsenvorsatz aus Kunststoff besteht und wirklich nur für filigrane Arbeiten gedacht ist. Modellbauer werden ihre Freude damit haben, Holzwerker sollten lieber zu einer richtigen Oberfräse greifen.

Für wenig Begeisterung hat aus eigener Erfahrung der Kreis- und Parallelschneider gesorgt. Die Idee dahinter ist gut, die Umsetzung hat jedoch ihre Tücken, was zum einen an einem zu großen Abstand zwischen dem eingespannten Dremel und der zu bearbeitenden Oberfläche liegt. Bedingt durch den vorgegebenen Schaftdurchmesser von 3,2 mm, werden lange Werkzeuge wie der beigefügte Mehrzweck-Spiralfräser sehr labil und exaktes Arbeiten ist nur in weichen Materialien möglich.

Auch das nach unten offene U-Profil als Auflage ist nicht ganz vorteilhaft. Möchte man am Rand des Werkstückes in das Material fräsen, liegt nur ein Schenkel des Profils auf dem Material auf und der andere hängt in der Luft. Der ganze Parallel- und Kreisschneider kippt daher einfach um. Für exakt runde Ausschnitte sollte man lieber zur Lochsäge oder einem Forstnerbohrer greifen.

Zum Schneiden dünner Holzbretter oder Kunststoffplatten bietet sich der Kreissägenvorsatz an. Der Aufsatz mit dem 31,8-mm-Sägeblatt erlaubt Schnitte von einer Tiefe von maximal 6,35 mm. Wer dickere Materialien schneiden möchte, sollte einen Blick auf den Ratgeber Diese Sägen gehören in jede Hobby-Werkstatt werfen.

Wer im eigenen Garten mit einer Kettensäge arbeitete, kann diese bequem zu Hause nachschärfen. Der Kettensägenschärfer für den Dremel kommt zusammen mit vier Schärf- und Schleifsteinen zum Kunden und ist daher zu Sägen mit unterschiedlichen Zahnabständen kompatibel. Der Kauf lohnt sich aus unserer Sicht allerdings nur bei intensiver Nutzung der Säge.

Um das Arbeiten mit dem Dremel noch bequemer zu machen, eignen sich neben der flexiblen Welle auch der anschraubbare Winkelvorsatz und der Präzisionshandgriff. Gerade bei lange andauernden Fräs- und Sägearbeiten sind diese beiden Zubehörteile extrem praktisch und nicht zu unterschätzen.

Alternativen zum echten Dremel gibt es viele und mit so manchem Modell lassen sich auch ein paar Euro sparen. Wirklich groß sind die Preisunterschiede jedoch nicht und aus Qualitätsgründen sollte man erfahrungsgemäß lieber zum Original oder zumindest zu einem namhaften Hersteller greifen. Für seltene und wenig anspruchsvolle Einsätze tun es natürlich auch günstigere Modelle. Insbesondere bei akkubetriebenen Geräten fehlt es allerdings häufig an Leistung. Für die Nachbearbeitung von beispielsweise 3D-Drucken ist das zwar ausreichend, beim Schneiden oder Fräsen kommen diese Geräte aber schnell an Ihre Grenzen.

Der Dremel alleine ist bereits ein Multifunktionswerkzeug, dank des vielfältigen Zubehörs, wird er jedoch zum echten Multitalent. Während einige Aufsätze, wie der Kreissägenvorsatz eher eine Notlösung darstellen, sind andere Teile, wie die bewegliche Welle, in sehr vielen Situationen hilfreich und anwendbar.

Beim Zubehör sollte man jedoch etwas genauer hinschauen und insbesondere bei günstigen Produkten von Drittherstellern die Rezensionen lesen. Nicht jedes Teil ist gleich gut geeignet und häufig gerät man damit schneller an Grenzen als mit dem Originalzubehör.

Wer sich aber bewusst ist, dass es sich um ein “Mini-Werkzeug” handelt, welches seine Leistung aus der Drehzahl und nicht der Kraft holt, kann den Dremel effektiv und vor allem enorm umfangreich einsetzen. Alternativen lohnen sich nur dann, wenn man sich 100 prozentig sicher ist, dass nicht mehr als das beigelegte Zubehör benötigt wird und das Gerät nur selten zum Einsatz kommt.

Weitere Artikel zu diesem Thema haben wir in unserer Themenwelt Werkzeug veröffentlicht. Dort finden sich Artikel wie Werkzeug für die Nerd-Werkstatt (Ratgeber) , mobile Lötkolben (Vergleichstest) oder Schneiden und Gravieren mit dem Laser (Ratgeber) . Zudem haben wir Kaufberatungen zu den Themen Akkuschrauber , Sägen und Schleifmaschinen im Angebot.

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