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DJI FPV Praxistest

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Die FPV-Drohne von DJI eignet sich für actionreife Flüge und Highspeed-Sessions und ist so besonders anfällig für Beschädigungen. TechStage zeigt, welches Zubehör sinnvoll ist und welche Ersatzteile verfügbar sind.

Dieser Ratgeber gehört zu unserer Themenwelt Drohnen. Hier finden sich neben Einzeltests von DJI FPV (Testbericht), DJI Air 2S (Testbericht) oder dem FPV-Einsteigerset für 200 Euro (Testbericht) auch diverse Ratgeber zu Themen wie FPV am Simulator, EU-Drohnenverordnung oder den Race-Track im Garten.

So genial das Gesamtpaket der DJI FPV auch ist, so teuer ist es auch. Und so ein Technik-Schatz will ordentlich behandelt und gewartet werden, um möglichst lange Spaß daran zu haben. Außerdem stellt sich insbesondere bei diesem Modell, welches nicht für ruhige Videoflüge gedacht ist, die Frage nach der Verfügbarkeit von Ersatzteilen. Zwar ist im Rahmen der Zusatzversicherung Care&Refresh ein Austausch des Fluggerätes zu einem pauschalen Preis möglich, aber nicht beliebig oft.

Als wichtigstes Zubehör für jede Drohne empfinden wir eine vernünftige Transportmöglichkeit, um das Equipment sicher und bequem von Ort zu Ort zu bringen. Theoretisch reicht der Originalkarten, der ist allerdings weder praktisch noch stabil oder sexy. Hier bietet der Markt bereits kurz nach der Markteinführung der Drohne jede Menge an passenden Rucksäcken, Taschen und Koffern.

Kompakte Soft-Cases sind insbesondere dann praktisch, wenn die Drohne zusammen mit anderem Equipment in einem großen Rucksack transportiert werden soll. Die Stabilität ist für den Alltagsgebrauch ausreichend. Allerdings ist das Tragen per Griff nur für kurze Strecken geeignet. Gleiches gilt für die besonders stabilen, aber schweren Koffer: Für Wanderungen oder den Transport auf Fahrrad oder Motorrad sind sie nur bedingt geeignet. Diese Variante ist aus unserer Sicht nur dann ratsam, wenn Flugort und Parkplatz nicht weit voneinander entfernt sind. Aus eigener Erfahrung sind Rucksäcke ein guter Kompromiss aus Platzangebot, Stabilität und Bequemlichkeit. Wer plant mit seiner FPV raus in die Natur zu gehen und sie bei Ausflügen dabei zu haben, der sollte sich für einen Rucksack entscheiden.

Am günstigsten sind universelle Kamerataschen und Rucksäcken. Deren gepolsterte Einlagen sind frei platzierbar und ermöglichen so eine individuelle Gestaltung des Innenraums. Privat nutzen wir solche Rucksäcke bereits seit Jahren sowohl für unsere Multicopter als auch für unsere Kameraausstattung. Die Vorteile dieser Variante sind die universelle Einsetzbarkeit und der günstige Preis.

Hübscher und sicherer sind Cases, Rucksäcke und Koffer mit passgenauen Schaumstoffeinlagen. Doch hier gibt es enorme Unterschiede beim Platzangebot und so heißt es genau hinsehen, um nicht enttäuscht zu werden. Wer sich für so eine speziell zugeschnittene Lösung interessiert, sollte zuerst klären, was eigentlich alles transportiert werden soll. So bieten einige Produkte zwar ausreichend Stauraum für Drohne, Sender und Brille, Platz für Zubehör oder zusätzliche Akkus fehlt aber.

Außerdem stellt sich noch eine Frage: Soll das Equipment in Einzelteilen oder zusammengebaut transportiert werden? So können bei einigen Transportmöglichkeiten beispielsweise die Propeller an der Drohne verbleiben. Bei anderen Taschen müssen diese beim Transport entfernt werden. Gleiches gilt für die Antennen der FPV-Brille. Praktischer sind erfahrungsgemäß jene Taschen, bei denen das Equipment weitgehend flugfertig transportiert werden kann.

Gehen wir vom Besitz der Fly-More-Combo aus, müssen folgende Dinge mitkommen: Drohne, Handsender, FPV-Brille, 3 Flug-Akkus, Brillen-Akku, Ladegerät, Mehrfachlade-Adapter, Propeller und Kleinzeug wie Kabel. Außerdem ist es immer ratsam zusätzlichen Platz für Speicherkarte, Actioncam etc. zu haben. Anbei einige konkrete Produkte mit einer kurzen Einschätzung unsererseits.

Die DJFEI Tragetasche (Softcase) für 38 Euro bietet Platz für Drohne, Sender, Brille (inkl. Akku) und einen zweiten Flug-Akku. Die Propeller können während des Transports an der Drohne verbleiben. Die vier Antennen der Brille müssen allerdings abgeschraubt werden. Dank Schulterriemen geht der Transport bei einer mittleren Distanz in Ordnung. Wir würden das Case allerdings in einem Rucksack verstauen.

Der DJFEI Koffer für 67 Euro bietet sogar Platz für die gesamte Fly-More-Combo inklusiver beider zusätzlicher Akkus und des Mehrfach-Laders. Hier können zwar die Antennen der FPV-Brille angeschraubt bleiben, allerdings müssen die Propeller demontiert werden. Der Koffer wirkt stabil, ist für längere Strecken aber zu schwer und wegen der fehlenden Umhängeschlaufe auch noch unbequem.

Für lange Fußmärsche deutlich besser geeignet ist der Hardshell-Rucksack von Honbobo für 57 Euro. Neben der kompletten Fly-More-Combo hat hier zusätzlich der Einhand-Controller Platz. Der einzige Haken an diesem Deal: Die Antennen der Brille und die Propeller der Drohne müssen für den Transport demontiert werden.

Dies ist beim großen FPV-Koffer von MC-Cases für satte 210 Euro nicht der Fall; hier dürfen Propeller und Antennen angeschraubt bleiben. Der wasserdichte und stoßfeste Koffer bietet Platz für die ganze Fly-More-Combo samt Einhand-Controller und zwei weiteren Flug-Akkus. Selbst für zusätzlich Ersatzteile ist genügend Platz. Durch das hohe Gewicht und die sperrigen Abmessungen ist dieser Koffer allerdings nicht für Wanderungen oder Radtouren geeignet.

Wer ähnlich viel Platzangebot sucht, aber bequemer unterwegs sein möchte, der sollte sich den 199 Euro teuren FPV-Rucksack von MC-Cases ansehen. Dieser ist zwar etwas weniger stabil, bietet aber enorm viel Platz und ist erfahrungsgemäß sehr gut verarbeitet. Auch hier müssen Propeller und Antennen nicht abgeschraubt werden.

Wer eine universelle und günstige Lösung für unterwegs sucht, der sollte sich beispielsweise den PEDEA DSLR-Rucksack für 45 Euro ansehen. Diesen Kamera-Rucksack nutzen wir bereits seit einiger Zeit privat und haben dort aktuell die DJI FPV untergebracht.

Ein Kompromiss aus passgenauem Schaumstoff und individueller Raumeinteilung sind Koffer mit Rasterschaumstoff. Mehr dazu im Ratgeber Unterwegs perfekter Schutz für teure Technik.

Zubehör, welches wir auch privat für unsere Drohnen benutzen, sind beispielsweise optional erhältliche KFZ-Ladegeräte für den 12V-Anschluss im PKW. Wer plant die Drohne unterwegs und im Urlaub zu benutzen sollte diese auch während der Fahrt nachladen können.

Einen Umhängegurt für den Handsender würden wir ebenfalls empfehlen. Bei Nichtbenutzung muss man die Fernbedienung so nicht immer ablegen. Beim Steuern im Sitzen ist dieses Extra nicht so wichtig wie beim Lenken im Stand. Für beide Szenarien empfehlen wir den Kauf einer Akku-Halterung für die Videobrille.

Soll die FPV hauptsächlich zur Aufnahme von hochwertigen Videosequenzen benutzt werden, raten wir zur Nutzung von Grau- oder ND-Filtern. Die Filter für die DJI FPV sind einzeln und in Sets erhältlich. Aus eigener Erfahrung sollte man hier zu mindestens mittelpreisigen Modellen greifen, da die billigen Filter häufig zulasten der Bildqualität gehen, anstatt diese zu verbessern.

Um die Drohne vor Beschädigungen, Verschmutzungen und Feuchtigkeit zu schützen raten wir zudem zur Nutzung einer Start- und Landematte. Solche Pads sind in diversen Formen, Farben und Größen für 10 bis 25 Euro erhältlich. Im Idealfall sind diese mit Bodennägeln fixierbar – ansonsten reicht häufig schon ein leichter Windzug oder die heranfliegende Drohne und die Matte hebt ab.

Ebenfalls praktisch sind Motorschutzkappen. Diese schützen die vier Motoren beim Transport und eignen sich insbesondere bei der Nutzung von universellen Taschen und Rucksäcken. Bei der Nutzung von passgenauen Schaumstoffeinlagen kann man darauf verzichten.

Abdeckungen für die Anschlüsse an der Videobrille sind ebenfalls sinnvoll, um diese vor Staub und Dreck zu schützen. Das Set für die Anschlüsse links und rechts kostet bei Amazon etwa 4 Euro. Für den Transport empfehlen wir zusätzlich einen Schutz für die empfindlichen Linsen der Videobrille und der Steuerknüppel.

Wer seine Drohne auf dem Flugfeld fernab jeder Steckdose nachladen will, sollte sich unseren Ratgeber Powerstations: mobile 230-V-Steckdose für Camping, Hobby und Garten ansehen.

Einige Teile der Drohne sollten erfahrungsgemäß in ausreichender Menge bevorratet werden. Dazu gehören insbesondere Propeller und Flug-Akkus. Die Akkus würden wir im Fly-More-Kit zusammen mit dem Mehrfachladeadapter kaufen. Bei sehr häufiger Nutzung kann auch irgendwann ein Austausch der Landebeine anstehen.

Andere Teile verschleißen zwar nicht wirklich, sie gehen aber schnell verloren oder werden mal am Flugplatz verloren. Dazu gehören die abschraubbaren Steuerknüppel (Rocker) des Handsenders oder die Schutzabdeckung der Kameraeinheit.

Bei keiner anderen Drohne von DJI ist die Ersatzteilversorgung so wichtig wie bei der FPV. Anders als bei den Video-Drohnen (Bestenliste) wird es hier häufiger mal krachen. So komfortabel die Hinderniserkennung auch sein mag, wer das Potenzial der Drohne nutzen will, fliegt mindestens im Sport-, besser noch im manuellen Modus. Und hier ist die integrierte Hinderniserkennung nicht aktiv und so sind Crashes vorprogrammiert. Und diese dürfte die FPV selbst mit optional erhältlichem Schutzbügel aus Metall nicht immer schadlos überstehen.

DJI hat zwar eine gute Verfügbarkeit angekündigt, in offiziellen Shops oder im Preisvergleich sind aktuell allerdings nur einige wenige Ersatzteile zu finden, was bereits zu einiger Kritik innerhalb der Community geführt hat. Aktuell unproblematisch verfügbar sind lediglich die Hüllen der Arme, die obere Kunststoffabdeckung, die Landebeinchen, die Kameraeinheit samt Gimbal und Ersatz-Steuerknüppel.

Wer seine FPV nach einem Crash selbst reparieren will, muss nur lang genug suchen. Bei Amazon und Ebay sind bereits jetzt sehr viele einzelne Komponenten der DJI FPV erhältlich. Anbei eine kleine Aufzählung von Teilen, die wir bei der Recherche entdeckt haben:

  • Arme für vorne und hinten ab circa 19 Stück oder 71 Euro im Set (Ebay
  • Motoren für je 24 bis 30 Euro (EbayAmazon
  • Motor-Propeller-Adapter für 5 bis 6 Euro (EbayAmazon
  • 4in1 ESC für 57 bis 60 Euro (EbayAmazon
  • GPS-Modul für 27 bis 32 Euro (EbayAmazon
  • Body Shell (Grund-Rahmen) für 16 bis 23 Euro (EbayAmazon
  • Kühlrippen für die ESC-Einheit 7 Euro (Ebay
  • Abdeckung hinterer Teil für 5 Euro (Ebay
  • Flachbandkabel für GPS-Empfänger 7 Euro (Ebay
  • Bracket-Shell (Querstrebe unter der Haube) für 8 Euro (Ebay
  • Battery Stand Bracket für 4 Euro (Ebay
  • TOF Board (nach unten gerichtete Sensorik) für 19 Euro (Ebay
  • Lüfter für die Elektronik für 20 bis 22 Euro (EbayAmazon
  • Kamerahülle bzw. Objektivrahmen für 28 Euro (Ebay
  • Abdeckung Motoren hinten für je 4 Euro (Ebay
  • Gimbal-Arm, -Abdeckung oder Aufhängung für 5 bis 9 Euro (EbayAmazon
  • LED-Einheit für die vorderen Landebeine je 9 Euro (Ebay
  • Nach unten gerichtete LED für 6 Euro (Ebay

Zudem gibt es bereits die diverse Tuningmöglichkeiten. Das beginnt mit einfachen Aufklebern um Drohne, Brille und Sender aufzuhübschen. Stickersets für die DJI FPV sind zwischen 10 und 25 Euro erhältlich.

Aus praktischer Erfahrung empfehlen wir einen Blick auf die diversen Polster und Kopfgurte zu werfen. Diese sind insbesondere dann sinnvoll, wenn die FPV-Brille mit den Standardpolstern nicht exakt passt.

Für Brillenträger gibt es ebenfalls ein praktisches Tuning für die FPV-Brille: Korrekturlinsen. Diese gibt es beispielsweise bei Banggood für 32 Euro je Paar. Aktuell die Linsen mit -2 bis -8 Dioptrien erhältlich.

Zur Grundausstattung gehört allen voran eine sichere Transportmöglichkeit. Wer hier nicht zweimal kaufen will, sollte unbedingt im Vorfeld prüfen, was alles hineinpassen soll und ob Antennen oder Propeller abgeschraubt werden müssen.

Beim Zubehör finden wir Landematte, Umhängegurt und eine zusätzliche Polsterung wichtig. Wer keine Probleme mit seitlichem Lichteinfall in der Brille hat, kann auf die Polster verzichten.

Obwohl wir den Abschluss des Care&Refresh-Paketes raten, ist es erfreulich, dass mittlerweile dennoch so viele Einzelkomponenten erhältlich sind. Einfache Reparaturen können so auch selbst erledigt werden, ohne die Drohe einsenden zu müssen.

Wer sich grundsätzlich mal zum Thema Drohnen und FPV informieren will, sollte sich unsere Ratgeber FPV-Drohnen: Multicopter mit Brille und Kamera, FPV-Simulatoren zum Einsteigen und Trainieren oder EU-Drohnenverordnung: So fliegen Drohnen legal ansehen.

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