Mond mit dem Smartphone fotografieren: So gelingt die perfekte Aufnahme ab 10 Euro

Mondfotografie mit dem Smartphone: So gelingt es

Teile diesen Beitrag

Beliebt auf TechStage

Top 10: Das sind die besten Smartphones bis 750 Euro

Top 10: Die besten Smartphones bis 750 Euro – Spitzenleistung zum fairen Preis

Überwachungskameras mit Beleuchtung ab 90 Euro: Modelle, Preise, Technik

Überwachungskameras ab 80 Euro: Außenleuchten mit Kamera, Flutlicht & Co.

Geschenkratgeber: RC-Autos, Bagger, Flugzeuge und Hubschrauber zu Weihnachten

Geschenktipp RC-Spielzeug: Ferngesteuerte Autos, Bagger, Hubschrauber & Co.

Digitalradio: DAB+ im Auto und zu Hause ab 25 Euro nachrüsten

Digitalradio: DAB+ im Auto und zu Hause ab 25 Euro nachrüsten

Mit einem Smartphone und etwas Zubehör schafft man erstaunliche Aufnahmen vom Mond. Wir verraten, was für ein gutes Mondfoto notwendig ist.

Der Mond ist ein zugleich faszinierendes wie dankbares Fotomotiv und liefert selbst Anfängern eindrucksvolle Ergebnisse. Das Tolle ist, dass weder ein sündhaft teures Teleskop noch eine spezielle Kamera oder ähnliches nötig sind. Wenn das eigene Smartphone gewisse Kriterien erfüllt, kann man schon ohne großes Equipment tolle Aufnahmen erzielen. Wenn man zusätzlich ein Teleskop ab 80 Euro verwendet, reichen schon Mittelklasse-Smartphones (Ratgeber). Wir haben uns die Nächte um die Ohren geschlagen, viel ausprobiert – und zeigen, was es alles zu beachten gibt.

Der Mond ist hell, ja. Entsprechend kann man ihn eigentlich in fast jeder Umgebung fotografieren. Dennoch: in Städten oder in der Nähe von Flughäfen und Industrieanlagen sorgt ein hoher Streulichtanteil der Stadtbeleuchtung für ungünstige Bedingungen. Die eine oder andere Straßenlaterne stört die Mondfotografie nicht unmittelbar, dennoch ist ein möglichst dunkler Ort für die nächtliche Mondjagd besser geeignet. Im Zweifelsfall ist der Feldweg am Stadtrand eine gute Idee.

Ein hilfreiches Tool zur Standortsuche ist The Photographers Ephemeris, welches für den eigenen Standort nicht nur Sonnen- und Mondstand angibt, sondern auch den Winkel über dem Horizont. Wer das Tool einsetzt, kann im Zweifelsfall auch von der Terrasse oder dem Balkon ein gutes Mondfoto schießen.

Unserer Erfahrung nach gelingen erste gute Bilder, wenn man den Mond hoch am Himmel fotografiert. Dann ist er ein leichtes Ziel. Wer hingegen schon etwas Erfahrung hat, sollte sich den Mond mal bei Auf- oder Untergang vornehmen und ihn beispielsweise mit einem Gebäude oder Wald im Vordergrund ablichten.

Selbst eine Smartphone-Kamera schafft es, den Mond so abzulichten, dass große Krater und Konturen sichtbar werden. Hierzu braucht man unserer Erfahrung nach nur eine Smartphone-Kamera, die drei Kriterien erfüllt: Erstens mindestens ein 10-facher Hybrid-Zoom – eine Kombination aus optischen und digitalen Zoom. Das sorgt für die nötige Schärfe. Zweitens ein Pro-Modus also ein Modus der Kamera, bei dem man Fokus, ISO-Wert, Belichtungszeit & Co. manuell einstellen kann. Der digitale Zoom sollte zudem mindestens bei 30-facher Vergrößerung liegen, damit man den Mond auch nah genug heranbekommt.

Wir haben für die Mondfotografie bisher die Smartphones Huawei P30 Pro (Testbericht), Huawei P40 Pro (Testbericht), Samsung Galaxy S20 Ultra (Testbericht) sowie Samsung Galaxy S21 Ultra (Testbericht) und Galaxy S22 Ultra (Testbericht) genutzt. Darüber hinaus gibt es viele weitere Smartphones, welche die Kriterien erfüllen. Unser Preisvergleich zeigt eine Übersicht.

Wer mit Smartphone oder Kamera fotografiert, braucht zudem ein stabiles Stativ. Kann man bei Mondaufgang wegen des hohen Restlichts theoretisch auch noch Fotos aus der Hand machen, geraten Bilder mit Stativ einfach schärfer – denn bei längerer Belichtungszeit ist es unmöglich, das Handy mit der Hand stabil zu halten. Zugunsten der Verwacklungsfreiheit empfehlen wir zudem die Timer-Funktion von Smartphones. Unserer Erfahrung nach sollte der Timer mindestens auf 10 Sekunden eingestellt sein. Das reicht in aller Regel, um grobe Wackler im Bild zu vermeiden. Ansonsten reicht schon die Handbewegung vom Display weg nach dem Auslösen des Fotos, um die Qualität drastisch zu senken.

Um den Mond gut abzulichten, sollte man ISO-Wert auf 50 oder 100, Blende auf f/1.8 und Belichtungszeit auf 1/1000 einstellen. Auch im Pro-Modus kann der Autofokus gut funktionieren – im Zweifelsfall stellt man aber auf manuellen Fokus und die weiteste mögliche Entfernung (unendlich). Bei einigen Smartphones hilft zudem die künstliche Intelligenz etwas nach. Sobald die Kamera den Mond erkennt, schaltet sie in einen Mondmodus für detailliertere Aufnahmen. Für einen freihändigen Schnappschuss lässt sich das Ergebnis bei 30-fachem Zoom sehen. Mit Stativ wäre das Bild noch schärfer.

Zum Vergleich: Für professionelle Aufnahmen braucht man freilich eine digitale Spiegelreflexkamera (DSLR) oder Systemkamera mit ausreichender Brennweite wie unsere Kaufberatung: Die Beste Systemkamera zeigt. Ab einer verfügbaren effektiven Brennweite von 300 Millimetern geht es bei Profis los. Das Huawei P30 Pro kommt etwa auf 125 Millimetern. Für erste Experimente reicht aber auch das aus.

Wer noch detaillierte Mondfotos will, aber keine teure Kamera hat, muss sich mit einem Teleskop behelfen. Für den Hobby-Mondfotografen reicht unserer Erfahrung nach bereits eine simple Smartphone-Halterung und ein Einsteigerteleskop für rund 100 Euro. Hier bekommen selbst ein iPhone XR oder gar massiv in die Jahre gekommenes iPhone 6 (Markteinführung 2014!) den Mond einigermaßen scharf – ganz ohne Pro-Modus. Wir empfehlen allerdings Smartphones, die mindestens einen zweifachen optischen Zoom besitzen. Dadurch wird der Mond auf dem Bild von der Größe eines Cent-Stücks etwa so groß wie eine 2-Euro-Münze.

Entsprechende Halterungen gibt es für Teleskope bereits ab 10 Euro. Diese schraubt man an das Okular des Teleskops. Anschließend steckt man das Smartphone in eine Halterung direkt vor die Linse. Ein bisschen Gefummel ist hier nötig, dafür ist das Ergebnis dann aber auch erfreulich. Wir nutzen etwa die Halterung von Gosky für rund 19 Euro seit über zwei Jahren.

Für unseren Test haben wir ein Skywatcher 70/700 Refraktor-Teleskop (Linsenteleskop) verwendet. In der Anschaffung ist das in aller Regel günstiger, als etwa ein Reflektor-Teleskop (Spiegelteleskop). Unserer Erfahrung nach ist eine Öffnung von 70 Millimeter auch die Mindestanforderung für ein zufriedenstellendes Mondfoto. Weniger geht auch, qualitativ bewegt man sich dann aber ganz rasch in Richtung einfacher Smartphone-Fotografie. Als Okular verwenden wir eines mit 25 Millimeter Brennweite ohne Zoom oder Weitwinkel. Das ist ausreichend für einen blickfüllenden Mond und meist ist so ein einfaches Okular auch schon im Set mit dem Einsteiger-Teleskop dabei. Bei Amazon findet man es für 146 Euro.

Auch das Bebest XA90 hat uns überzeugt. Es bietet eine Öffnung von 90 Millimetern und wird mit einem 20-Millimeter-Okular von Pössel geliefert. Es wirkt gut verarbeitet, es gibt eine Transporttasche und das Stativ ist deutlich wertiger als beim Skywatcher. Hier zahlt man mit Code BGdcf0fa derzeit 200 Euro bei Banggood.

Bei vielen Refraktor-Teleskopen ist ein Stativ bereits im Kaufpreis inbegriffen. Aber Achtung: Wenn man sich ein Billig-Teleskop besorgt, ist meist auch das Stativ von schlechter Qualität und entsprechend wackelig. Wir empfehlen daher aus eigener Erfahrung den Kauf in einem Fachgeschäft oder auf Empfehlungen aus der Astronomie-Community zu hören. Die Facebook-Gruppe Astronomie für Anfänger und Einsteiger (Link zu Facebook) ist beispielsweise sehr aktiv. Hier hilft die Community nicht nur bei der Kaufentscheidung, sondern auch wie man seine Mondfotografie-Skills verbessert.

Zuletzt funktioniert natürlich auch noch die Kombination aus Kamera und Teleskop mit einer entsprechenden Halterung. Aber Achtung: Unser Skywatcher würde die Last einer Kamera nicht tragen – dafür ist das Gewicht zu hoch. Entsprechend verzieht sich das Bild des Teleskops. Für den günstigen Einstieg empfehlen wir daher eher die Mondfotografie mit Einsteiger-Teleskop und Smartphone.

Der Mond ist der leichteste Einstieg in die Astrofotografie. Er ist verhältnismäßig nah an der Erde dran und ist ein dankenswerter Kandidat für Anfänger. Selbst mit einem Smartphone bekommt man den Erdtrabanten ins Bild. Wer hingegen bei der Astronomie ein neues Hobby wittert, sollte sich auf jeden Fall ein Teleskop zulegen. Das ist in aller Regel günstiger als eine Kamera und bietet nicht nur den Blick auf den Mond, sondern auch auf lichtstarke Nebel. Erste nähere Blicke beziehungsweise Schnappschüsse von Venus oder Saturn sind ebenfalls möglich.

Wer hingegen bereits eine Systemkamera oder Spiegelreflex zu Hause hat, sollte sich auf heise online den Ratgeber zur Mondfotografie durchlesen. Hier wird im Detail erklärt, wie man den Mond mit solchen Kameras optimal ablichtet.

Der Autor dieses Beitrags kann zudem die Website Astronomie.info empfehlen. Rein optisch sieht die zwar aus wie aus den 1990er Jahren, dafür bekommt man hier tagesaktuelle Infos zum Stand der Himmelskörper und Uhrzeiten, wann sich ein Blick in den Himmel lohnt.

Wenn nicht nur der Mond das Foto-Objekt der Begierde ist, empfehlen wir unsere Bestenliste: Die 10 besten Kamera-Smartphones. Und wer seine Fotos gleich ausdrucken will, findet in diesem Beitrag Die besten mobilen Mini-Fotodrucker.

Tags:

Affiliate-Information

- Bei den mit gekennzeichneten Links handelt es sich um Provisions-Links (Affiliate-Links). Erfolgt über einen solchen Link eine Bestellung, erhält TechStage eine Provision. Für den Käufer entstehen dadurch keine Mehrkosten.