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Fensterputzroboter, Akku-Fenstersauger, Akku-Wischer
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Putzen mit dem Lappen war gestern: Automatische Fensterputzroboter und Akkusauger versprechen mühelos saubere Fenster. Wir haben uns diese Lösungen einmal näher angesehen.

Fensterputzen nervt. Brauchbare Roboter sind mit Preisen ab 300 Euro kein Schnäppchen, aber schon für 50 Euro gibt es elektronische Helferlein, die den Arbeitsaufwand zumindest reduzieren – und das Ergebnis verbessern. Wir haben uns einen Fensterputzroboter von Hobot sowie jeweils einen Akku-Fenstersauger und Akkuwischer von Kärcher näher angesehen. Darüber hinaus zeigen wir weitere Alternativen zum Fensterreinigen.

Putzroboter versprechen eine bequeme Art des Fensterreinigens – gerade bei großen Fenstern. Mittels Unterdruck saugen sich die Roboter an der Scheibe fest. Mit rotierenden Köpfen, über die ein Mikrofasertuch gespannt ist, erfolgt die Reinigung der Glasoberfläche. Anhand von Sensoren erkennt die Maschine, wo das Fenster endet. Zusätzlich befestigt man das Gerät mit einem Sicherungsseil, damit der Roboter nicht abstürzt. Den Strom bezieht der Roboter aus einer Steckdose. Der integrierte Akku sorgt lediglich dafür, dass das Gerät bei einem Stromausfall nicht gleich von der Scheibe fällt.

Der Hobot 388, der in Deutschland von Sichler als Fensterputz-Roboter PR-200 über Pearl vertrieben wird, verfügt über zwei drehbare Köpfe mit Mikrofasertuch sowie einen integrierten kleinen Behälter für Reinigungsmittel. Zur Ausstattung gehören ein Sicherungsseil mit Karabinerhaken sowie ein Netzteil und eine Fernbedienung. Eine Flasche mit Reinigungsmittel liegt dem Produkt bei, genauso wie zwei Ersatzköpfe mit 14 zusätzlichen Mikrofasertüchern.

Bevor man mit dem Putzvorgang startet, sollte man den Akku des Roboters aufladen, das kann bis zu 4 Stunden dauern. Der Akku dient allerdings nur als Notfallmaßnahme bei einem Stromausfall. Der Roboter hält damit bei einer vollen Akkuladung bis zu 20 Minuten durch. Für den Gebrauch erfolgt die Stromversorgung über das mitgelieferte Netzteil. Das Kabel bietet mit einer Länge von 6 Metern ausreichend Spielraum.

Anschließend füllt man das Reinigungsmittel in den Behälter am oberen Ende des Geräts und bringt dann das Sicherungsseil an, das sich am unteren Ende des Roboters befindet. Dafür bietet sich beispielsweise eine Gardinenstange an. Das Seil hat eine Länge von 4,5 Metern und hält mittels Karabinerhaken. Es soll verhindern, dass der Fensterputzroboter auf den Boden stützt und kaputtgeht, falls er nicht am Fenster haften bleibt. Das Befestigen des Sicherungsseiles ist leider nicht in jeder Wohnung möglich. Allerdings saugt sich der Roboter sehr fest an die Scheibe, sodass der Putzvorgang auf eigenes Risiko auch ohne Seil möglich ist. Zumindest bei Einsätzen des Roboters an Außenfenstern in luftiger Höhe sollte man das Seil an der Heizung befestigen. Bei Regen sollte man den Putzroboter allerdings gar nicht im Außenbereich nutzen.

Für den Start hält man den Roboter an die Fensterscheibe und betätigt den Kippschalter. Sofort springt das Gebläse an, der Roboter saugt sich an der Scheibe fest. Der Lautstärkepegel entspricht in etwa einem handelsüblichen Staubsauger. Die Bedingung des Fensterputzroboters erfolgt entweder über die Fernbedienung oder die Smartphone-App für Android und iOS. Um mit dem Putzvorgang zu beginnen, wählt man eines der drei automatischen Putzvorgänge (von oben nach unten, von links/rechts beginnend). Anwender können die Bewegungsrichtung des Roboters zusätzlich manuell über die App oder Fernbedienung beeinflussen. Die Maschine stoppt nach dem Abschluss des Programms automatisch und gibt einen Piepton von sich, bis man das Gerät ausschaltet.

Für den ersten Putzvorgang empfiehlt der Hersteller zunächst den trockenen Modus. Hierzu deaktiviert man per Taste die Sprühvorrichtung mit dem Putzmittel. Der Roboter spult jetzt sein Programm ab und bewegt sich über die Fensterscheibe. Dabei sammelt er vor allem Staub auf. Ist das Programm abgeschlossen, startet man erneut – diesmal mit aktivierter Sprühvorrichtung. In regelmäßigen Abständen verteilt die Maschine das Reinigungsmittel über die Scheibe und poliert diese dann mit den rotierenden Mikrofasertüchern. Bei Bedarf kann man per Knopfdruck zusätzlich Reinigungsmittel über die Scheibe verteilen. Für eine größere Balkontür braucht das Gerät etwa 5 Minuten, bis der Vorgang abgeschlossen ist.

Das Ergebnis des Putzvorgangs ist erstaunlich gut und nahezu streifenfrei. Man sollte allerdings die Mikrofasertücher nach drei bis vier Putzvorgängen tauschen – sonst bleiben unschöne Spuren des Roboters auf der Scheibe sichtbar. Die Mikrofasertücher eignen sich für die Waschmaschine bis zu 60 Grad – aber nicht für den Trockner. Für starke Verunreinigungen taugt der Roboter allerdings nicht – in erster Linie entfernt er Staub, leichte Schmutzreste, Pollen und Fingerabdrücke von der Fensterscheibe.

Ist die Fensterscheibe besonders schmutzig, sollte man die betroffenen Stellen vorher mit einem Lappen von Hand sauber machen und als Finish dann den Roboter über das Fenster laufen lassen. Probleme hatten wir zudem bei einem rahmenlosen Spiegel, hier hatte der Roboter Probleme zu erkennen, wo dieser aufhört. Nach der Hälfte der Arbeit stellt das Gerät die Arbeit mit einem Warnton ein. Besonders praktisch ist der Roboter bei sehr großen Fenstern, die schwer zugänglich sind, beispielsweise bei Dachschrägen. Mit einem Preis von 300 Euro ist der Spaß aber nicht preiswert.

Auf dem Markt tummeln sich mittlerweile einige Fensterputzroboter. Das Gerät von TTLIFE ähnelt bei Funktionsweise und Ausmaßen dem Hobot 388. Ebenfalls ovalförmig und mit zwei Putzköpfen ausgestattet ist der Hobot 198. Der Hobot 268 (Testbericht) (in Deutschland auch als Sichler Fensterputz-Roboter PR-041 V3 vertrieben) und Hobot 288 hingegen sind rechteckig. Hier kommen viereckige Halterungen für Mikrofasertücher zum Einsatz, die größer sind. Das hat den Vorteil, dass das Gerät damit eine ausgedehntere Fläche schneller putzen kann.

Wer beim Fensterputzern lieber selbst Hand anlegen will, kann zu einem Fenstersauger greifen. Dabei handelt es sich im Prinzip um einen Akkusauger mit einem integrierten Fensterabzieher. Der Akkusauger entfernt dabei das überschüssige Wasser, das mit dem Wischer abgetragen wird.

Der Kärcher WV 6 Plus besteht aus einem Akkusauger mit Fensterabzieher und einer zusätzlichen Sprühflasche, auf der sich Halterung für einen Wischlappen befindet. Zum Lieferumfang gehören zwei verschieden breite Fensterabzieher, der Akkusauger mit Auffangbehälter für das überschüssige Wasser, eine Sprühflasche mit einer Halterung für zwei verschiedene Wischlappen und ein Netzteil zum Laden des Akkus. Ein Reinigungsmittelkonzentrat liegt ebenfalls bei.

Zunächst füllt man das Konzentrat in die Sprühflasche und füllt den Behälter dann mit Wasser auf. Anschließend verschraubt man die Sprühvorrichtung und die Halterung für die Lappen, die man bequem per Klettverschluss anbringt. Vor Benutzung des Akkusaugers sollte der Akku vollständig geladen werden, was etwa zwei Stunden dauert. Der Akku des Fenstersaugers hielt bei voller Ladung etwa 1,5 Stunden am Stück durch.

Die Handhabung ist relativ simpel. Man verspritzt die Reinigungsflüssigkeit großzügig mit der Sprühflasche auf der Fensterscheibe und verteilt diese dann gleichmäßig mit dem Wischlappen. Anschließend nimmt man den aufgeladenen Akkusauger zur Hand und aktiviert diesen per Knopfdruck. Jetzt bewegt man gleichmäßig den Fensterabzieher entlang der Fensterscheibe nach unten. Das überschüssige schmutzige Wasser wird aufgesaugt und in einem Behälter gesammelt. Ist dieser voll, meldet sich das Gerät mit einem Piepton.

Im Idealfall findet man ein sauberes Fenster ohne Streifen vor – allerdings erfordert das ein wenig Übung, bis es mit dem streifenfreien Glanz klappt. Das Ergebnis kann sich aber absolut sehen lassen. Bei Fenster klappte das Putzen hervorragend, bei einem großen Spiegel weniger, da nach Gebrauch immer noch viele Schlieren zu erkennen waren. Der Vorteil des Systems: Durch die manuelle Handhabung kann man auch hartnäckigen Schmutz entfernen. Der Akkusauger hilft, die Bildung von Streifen einzuschränken oder sogar zu verhindern. Der Nachteil: Bei einem großen Fenster kann es schwierig werden, überall mit dem Akkusauger hinzukommen. Dafür bietet Kärcher einen Verlängerungsstab an, auf dessen Ende man den Wischlappen und den Akkusauger montiert.

Fenstersauger mit Akku und vergleichbaren Funktionen und ähnlicher Akkuleistung findet man zudem bei Herstellern wie Severin, Leifheit, AEG, Bosch und Tristar zu Preisen zwischen 40 und 60 Euro.

Der vibrierende Akkuwischer für Fenster und andere glatte Oberflächen hilft beim Säubern hartnäckiger Verschmutzungen. Per Knopfdruck startet der Akkuwischer den Elektromotor und beginnt zu vibrieren. Über eine weitere Taste verteilt man mit dem Akkuwischer zusätzlich Reinigungsflüssigkeit auf dem Fenster, damit sich hartnäckiger Schmutz besser löst. Das Gerät tränkt dazu den Lappen für kurzen Zeitraum mit Reinigungsmittel und schaltet sich anschließend automatisch ab. Dafür befindet sich ein Behälter an dem Akkuwischer, den man mit Reinigungsmittelkonzentrat von Kärcher und Wasser befüllt. Zum Lieferumfang gehören außerdem zwei Wischlappen, die man per Klettverschluss an dem Akkuwischer befestigt, ein Ladekabel für den Akku sowie mehrere Tütchen mit Reinigungsmittelkonzentrat.

Der Kärcher KV 4 offenbart seine Stärken bei besonders hartnäckigen Verschmutzungen – selbst klebrige Rückstände der letzten Weihnachtsdeko konnte das Gerät entfernen. Zwar saugt der Lappen des Akkuwischers überschüssiges Wasser auf. Für einen zufriedenstellenden Putzvorgang empfehlen wir zusätzlich einen Fensterabzieher, sonst bleiben hässliche Streifen sichtbar. Als schlagkräftige Lösung für saubere Fenster hat sich die Kombination aus dem Kärcher KV 4 zum Reinigen der Fensterscheiben und dem Kärcher WV 6 Plus zum Abziehen der überschüssigen Flüssigkeit herausgestellt – beide sind als Set für knapp über 110 Euro erhältlich.

Wer genug davon hat, nur mit Muskelkraft und großem Aufwand die Fenster zu putzen, findet mit einem Fensterputzroboter oder einem Fenstersauger praktische technische Hilfsmittel.

Bequeme Naturen greifen zum Fensterroboter, der das Fensterputzen komplett übernimmt. Das ist besonders hilfreich bei riesigen Fenstern oder Fenstern an Dachschrägen. Beim regelmäßigen Putzen der Scheiben erzielen Putzroboter ein zufriedenstellendes Ergebnis. Bei größeren Verschmutzungen muss man aber vorab von Hand nachhelfen, dafür eignen sich die autonomen Helfer nicht. Etwas nervig ist das Gefummel mit Netzteil und Befestigungsseil – hier wäre auf Dauer ein Roboter mit reinem Akkubetrieb wünschenswert.

Wer selbst Hand anlegen will, findet im akkubetriebenem Fenstersauger eine sehr effektive Alternative zum herkömmlichen Fensterabzieher. Mit dem Modell von Kärcher erzielten wir bei Fenstern ausgezeichnete Ergebnisse – lediglich bei einem Spiegel klappte das nicht auf Anhieb. Der Akkuwischer von Kärcher wiederum ist eine sehr wirkungsvolle Lösung, um stark verschmutzte Scheiben zu reinigen, ohne großer Kraft aufzuwenden. Beide Geräte zusammen bilden ein schlagkräftiges Team.

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