Mikroskope

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Extreme Vergrößerungen helfen uns, die Welt zu verstehen und Dinge zu überprüfen. TechStage hat sich im Bereich der günstigen Mikroskope für Hobby und Schule umgesehen und zeigt, was man beim Kauf beachten sollte.

Egal, ob beim Basteln oder als spannende Freizeitbeschäftigung für Kinder – Mikroskope erlauben ganz neue Einblicke und sind dabei nicht einmal teuer. Doch wofür soll man sich entscheiden? Auflicht oder Durchlichtmikroskop, analog oder digital? Die Auswahl an Geräten ist riesig. Wir haben uns ein paar günstige Mikroskope getestet und erklären, wie sie sich unterscheiden und worauf man bei der Auswahl achten sollte.

Dieser Ratgeber gehört zu den Themenwelten Werkstatt und Kinder – hier beschäftigen wir uns mit Ratgebern wie Die wichtigsten Gadgets für die Werkstatt oder testen Produkte wie etwa Kameras für den Kinder-Fahrradanhänger.

Wer sich mit dem Thema befasst, stolpert zunächst über die Begriffe Auflicht- und Durchlichtmikroskopie. Die Durchlichtmikroskope kommen etwa im medizinischen Bereich häufig vor und sehen so aus, wie man sich ein Mikroskop immer vorgestellt hat. Hier sitzt das zu vergrößernde Objekt auf einem Objektträger zwischen Lichtquelle und Mikroskop-Optik. Damit das in der Praxis funktioniert muss das Objekt lichtdurchlässig sein, was ohne entsprechende Vorbereitung nur bei Flüssigkeiten und winzigen/dünnen Präparaten funktioniert. Das schränkt die Einsatzmöglichkeiten für Privatanwender stark ein.

Für die private Nutzung deutlich spannender sind deshalb die Auflichtmikroskope, bei Licht und Optik oberhalb des zu vergrößernden Objektes sitzen. So lassen sich auch feste und undurchsichtige Dinge stark vergrößert darstellen.

Beide Bauformen gibt es mittlerweile als analoge und als digitale Varianten. Während man bei der analogen Variante mit den Augen durch das sogenannte Okular sieht, zeigen digitale Mikroskope die Vergrößerung auf Monitor, PC oder Smartphone an. Im unteren Preissegment bis 70 Euro sind alle erhältlichen Durchlichtmikroskope analog. Die Auflicht-Variante gibt es sowohl digital als auch analog.

Wie stark ein Mikroskop vergrößert, ist nicht vorgegeben. Die erhältlichen Modelle für Durchlichtmikroskopie bis 70 Euro haben eine Vergrößerung zwischen dem zwanzig und dem tausendfachen. Bei den digitalen Geräten liegt die Vergrößerung zwischen unter zehnfach bis hin zu tausendfach. Was man tatsächlich benötigt, hängt vom Einsatzzweck ab. Was auffällt, die Angaben zwischen analog und digital scheinen unterschiedlich berechnet zu werden. Ein Abtauchen in Miniaturwelten ist aber mit allen Modellen möglich.

Während hochwertige Mikroskope in der Regel auf mehrere Objektive mit unterschiedlicher Brennweite und hochwertigen Glas-Linsen setzen, kommt bei günstigen Varianten häufig nur ein Zoomobjektiv und/oder Kunststoffglas zum Einsatz. Weiterer großer Unterschied zwischen günstig und teuer ist das Stativ, an dem Lichtquelle, Objekt und Vergrößerungsoptik angebracht sind. Während dieses bei teuren Modellen exakt aus Metall gefertigt und entsprechend schwer ist, verwenden günstige analoge und digitale Mikroskope einfache Rahmen aus Kunststoff oder verzichten ganz darauf.

Bei der Kaufentscheidung für das Mikroskop zum Geburtstag des Sohnes war klar, es soll ein klassisches analoges Modell, mit mehreren Linsen und verstellbarem Stativ sein. Nicht teuer, aber zumindest kein Ramsch für Kleinkinder. Augenscheinlich passende Angebote gibt es von namhaften Herstellern von Preisen zwischen 20 und weit über 100 Euro. Die Entscheidung fiel auf das Modell Galileo Science von Clementoni mit hundert bis sechshundertfacher Vergrößerung. Da es sich um ein Durchlichtmikroskop handelt und wir wissen, dass hier nicht alles einfach angesehen werden kann, kaufen wir zusätzlich ein Set mit verschiedenen Präparaten auf Objektträgern für etwa 20 Euro.

Als die Bestellung zum Geburtstag ankommt, wird aus Vorfreude schnell Ernüchterung. Das Mikroskop kommt zwar mit einer ganzen Reihe an Zubehör und einer gut gemachten und ausführlich bebilderten deutschsprachigen Anleitung zum Kunden, allein das niedrige Gewicht des Kunststoff-Mikroskops und die Qualität von Pinzette, Pipette & Co. lassen aber nichts Gutes erahnen. Und so kommt es auch. Die Verarbeitung selbst ist zwar in Ordnung, die verwendeten Teile sind allerdings schlicht ungeeignet. Das beginnt beim Scharfstellen – während es bei teuren Mikroskopen einen Grob- und einen Feinantrieb gibt, verfügt das Science-Mikroskop lediglich über eine viel zu grobe stufige Einstellung für die Distanzregelung. Und der Schärfepunkt sitzt, zumindest bei unserem Exemplar, genau zwischen zwei der Abstufungen. Um das Bild einigermaßen scharf zu sehen, muss der Antriebsknopf zwischen den Stufen festgehalten werden. Selbst dann bleibt die Darstellung hinter allen Erwartungen zurück. Die Kunststofflinsen erzeugen eine extreme Randunschärfe und so ist bestenfalls ein Bruchteil des Bildes zu erkennen. Da ist es auch egal, ob man die kleinste oder die größte Vergrößerungsstufe wählt – hier ist fast nichts zu sehen. Der Effekt wird durch die günstigen Präparate auf Kunststoffscheiben noch verstärkt.

Das Galileo-Mikroskop wird für Schulkinder ab 9 Jahren empfohlen und kostet zwischen 32 und 39 Euro. Aktuell ist das Modell bei Amazon auf 20 Euro reduziert – wir wissen warum. Leider kommt so keine Freude auf, weder bei jungen noch bei erwachsenen Anwendern. Mit der miesen Darstellungsqualität vertreibt das Mikroskop schnell jeglichen Forscherdrang. Durch die im Set enthaltenen Kleinteile kann man das Modell auch nicht als Spielzeug für Jüngere empfehlen.

Auf der Suche nach Alternativen entscheiden wir uns unter anderem für ein analoges Taschenmikroskop. Das Carson MP-250 ist ein Auflichtmikroskop mit hundert- bis zweihundertfacher Vergrößerung, LED- und UV-Lichtquelle für rund 25 Euro. Um die Vergrößerung auf Bild oder Video zu bannen, verfügt das kompakte Gerät über eine Halterung für Smartphones. Wer will, kann hier auch klassische Objektträger für Durchlichtmikroskope einsetzen und diese betrachten.

Trotz der geringen Größe verfügt das Taschenmikroskop über eine gute Haptik und ist ordentlich verarbeitet. Im Praxistest überrascht das Modell mit einer deutlich besseren Darstellung als das Schülermikroskop. Zoom und Scharfeinstellung funktionieren stufenlos und sind ausreichend leichtgängig. Sowohl das Betrachten von Objekten auf der Tischplatte als auch beim Studieren der Objektträger hinterlässt das MP-250 einen rundum guten Eindruck. Durch die stabile und robuste Konstruktion ist das Modell sowohl für Kinder als auch für Erwachsene geeignet.

Die Nutzung zusammen mit dem Smartphone funktioniert ebenfalls. Allerdings gibt es hier klare Einschränkungen. Da das Smartphone lediglich in die Halterung am Okular eingeklemmt wird, muss man es ständig festhalten. Da schon leichteste Bewegungen zur Unschärfe führen, beginnt der Fokus der Smartphone-Kamera zu pumpen. Scharfe Fotos zu bekommen ist so alles andere als einfach. Aus unserer Sicht bleibt der Aufsatz ein netter Gag oder ein Notbehelf.

Trotzdem, für knapp über 20 Euro liefert das Taschenmikroskop insgesamt eine insgesamt gute Leistung und ein sehr faires Preis-Leistungs-Verhältnis.

Als zusätzliche Alternativen haben wir uns zwei günstige digitale Auflichtmikroskope in die Redaktion geholt. Die einfache Variante ist ein namenloses Digital-Mikroskop mit USB-Anschluss, LED-Lichtquelle und Vergrößerung von 40x bis 1000x. Solche Modelle gibt es in zig Ausführungen für 20 bis 30 Euro. Neben einer kleinen Tragetasche gehört noch ein einfaches Kunststoff-Stativ und ein USB-A-auf-USB-C-Adapter zum Lieferumfang. Andere Modelle verzichten auf das Zubehör, sind aber ansonsten vergleichbar. Neben Computern mit Linux, macOS oder Windows, funktionieren auch Android-Smartphones und Tablets mit dem USB-Mikroskop. Über internen Speicher oder eine eigene Stromquelle verfügt das Gerät nicht.

Wir nutzen im Test unser Smartphone mit einer App mit dem Namen AN98, da diese auf Anhieb funktioniert. In der knappen, schlecht übersetzten Anleitung werden alternativ gleich eine Handvoll Apps empfohlen.

In der Praxis funktioniert das USB-Mikroskop erfreulich gut. Die Darstellung ist trotz mäßiger Auflösung in Ordnung bis gut. Knackscharf ist das Gezeigte zwar nicht, es ist aber alles gut erkennbar. Das Scharfstellen bedarf zwar etwas Übung, mit der Zeit funktioniert das Fokussieren aber schnell und zuverlässig. Enttäuschend ist hier lediglich das viel zu leichte Kunststoff-Stativ, welches instabil, wacklig und zu wenig flexibel ist. Wer sich so ein USB-Modell holt, sollte unbedingt auf eine andere Konstruktion setzen oder ganz auf das Stativ verzichten. Wer das Gerät mit einer Halterung nutzt, bekommt ausreichend ordentliche Fotos in der Auflösung von 640 x 480 Bildpunkten. In der Praxis hat das Modell sowohl den Kindern als auch den Erwachsenen gut gefallen. Das einfache Handling überzeugt – allerdings werden hier immer Smartphone, Tablet oder Computer benötigt.

Als zweite digitale Lösung haben wir uns deshalb für ein Modell von Wisamik mit integriertem 4,3-Zoll-LCD und SD-Kartenslot für 69 Euro entschieden. Dieses verfügt ebenfalls über ein einfaches Stativ, LED-Beleuchtung und bis zu tausendfacher Vergrößerung – über den Wert der kleinsten Vergrößerung schwiegt der Hersteller. Die 2 Megapixel-Kamera nimmt neben Fotos im .jpeg-Format (1920 x 1088) auch Videos mit FHD-Auflösung auf. Dank integriertem Akku, funktioniert das Modell auch abseits eines Stromanschlusses.

Die Darstellung auf dem kleinen Monitor ist erfreulich hochwertig. Das Präparat ist scharf und ausreichend hell – zumindest, wenn die Fokussierung sitzt. Und das ist aufgrund des wackeligen und ungenauen Stativs leider nicht bei jeder Vergrößerungsstufe ganz einfach. Mit etwas Herumprobieren kommt man aber zu einem brauchbaren Ergebnis. Trotzdem, hier gibt es sicherlich deutlich bessere Lösungen – die dann allerdings auch mehr kosten.

Das Problem des Stativs kommt auch bei der Aufnahme von Fotos zum Tragen. Hier reicht der Druck auf die Aufnahmetaste, um das Foto zu verwackeln. Das Konstrukt ist schlicht zu wenig stabil. Immerhin gibt es für scharfe Bilder eine Lösung. Wer will, kann das Mikroskop per Micro-USB an den heimischen Computer oder an ein Android-Smartphone anstecken. Wir verwenden testweise unser Macbook und die App AN98. Beides funktioniert auf Anhieb und problemlos. Da für die Aufnahme nun nicht mehr am Mikrofon herumgedrückt werden muss, gelingen dann problemlos scharfe und ansehnliche Fotos.

Das Wisamic-Mikroskop gefällt allen Altersstufen, allerdings haben jüngere Kinder so ihre Probleme mit dem Fokussieren. Das insgesamt problemlose Handling und die Möglichkeit, das Gerät auch ohne Computer oder Smartphone zu benutzen, ist insbesondere bei der Verwendung als Schülermikroskop sinnvoll. Insgesamt schneidet die Darstellung einen Tick besser ab als beim billigen USB-Mikroskop. Für rund 70 Euro hatten wir uns trotzdem eine insgesamt etwas weniger wackelige Konstruktion gewünscht. Sinnvoller wäre hier ein vom Mikroskop getrennter Monitor.

Mikroskope müssen nicht teuer sein, um ordentliche Ergebnisse zu liefern und Freude zu machen. In der Preisklasse unter 70 Euro muss man allerdings Abstriche machen und mit Einschränkungen leben.

Günstige Kinder- und Schülermikroskope aus Kunststoff können wir nach unseren Erfahrungen am wenigsten empfehlen. Hier sorgen neben der wackeligen Konstruktion primär die billigen Linsen für große Enttäuschung. Die Darstellung ist derart unscharf, dass man schnell die Lust am Mikrokosmos verliert. Deutlich bessere Ergebnisse liefern überraschenderweise die günstigen Taschenmikroskope, die unseren Preis-Leistungs-Tipp bekommen. Diese haben zwar eine insgesamt niedrigere Vergrößerung, diese funktioniert dann allerdings zuverlässig und in ordentlicher Qualität.

Noch einen Tick besser gefallen uns die digitalen Mikroskope, trotz deren zum Teil niedriger Bildauflösung. Das gemeinsame Betrachten an Bildschirm oder Smartphone ist deutlich angenehmer als der Blick durchs Okular. Der LCD am Mikroskop ist zwar sehr schick und praktisch, letztlich ist das gelieferte Bildmaterial aber identisch zu den deutlich günstigeren USB-Mikroskopen. Wer sowieso immer Rechner, Tablet oder Smartphone zur Verfügung hat, kann so ordentlich sparen und deren Display zur Darstellung verwenden. Soll das Mikroskop auch ohne zusätzliches Equipment funktionieren, bleibt nur der Griff zur LCD-Variante oder einem analogen Mikroskop.

Wer ein Gerät für Hobby oder Nachwuchsforscher sucht, sollte nach unserer Erfahrung lieber ein kompaktes Taschenmikroskop oder ein günstiges digitales Mikroskop als in ein klassisches analoges Durchlichtmikroskop in unzureichender Qualität investieren.

Dieser Ratgeber gehört zu den Themenwelten Werkstatt und Kinder – hier beschäftigen wir uns mit Ratgebern wie Gadgets für die Werkstatt oder testen Produkte wie etwa Kameras für den Kinder-Fahrradanhänger und bauen Arcade-Automaten für Retro-Games.

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