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Die kleinsten Handys sind kaum größer als ein Daumen und bieten dennoch Display und Tastatur. Dabei kosten sie teilweise unter 20 Euro. Eine Übersicht.

Superkleine Handys sind Nischenprodukte. So erfüllen die Zäpfchen-großen Geräte etwa als Gefängnis-Mitbringsel ihren fragwürdigen Zweck. Sinnvoll sind sie für ein größeres Zielpublikum zum Beispiel als Notfallhandy beim abendlichen Joggen, auf Reisen oder beim Ausgehen. Das bietet sich vor allem an, da einige der Winzlinge mit unter 20 Euro sehr günstig sind.

Das Soyes S7+ hat in etwa die Kantenlänge einer Kreditkarte bei einer Dicke von unter 7 Millimetern. In die schlanken Maße schafft es der Hersteller ein 1,5 Zoll großes Farb-Display mit einer Auflösung von 240 × 180 Pixeln unterzubringen, touch-fähig ist es nicht. Die Bedienung erfolgt ausschließlich über die hintergrundbeleuchteten Knöpfe. Gerade beim umständlichen Eintippen von Namen über das Zahlenfeld wird einem schmerzhaft bewusst wie komfortabel doch ein Touchscreen mit virtueller Tastatur ist.

Als Extra hat das Soyes S7+ eine Kameraeinheit mit drei Linsen in optischer Anlehnung an die iPhone-Kamera auf seiner Rückseite. Einen tatsächlichen Sensor mit der schwachen Auflösung von 0,9 Megapixel besitzt nur eine der drei Linsen. Die damit geschossenen Bilder sind unterirdisch und erinnern an die ersten Gehversuche früher Foto-Handys. Das Soyes S7+ speichert die Bilder nur, wenn zuvor eine Micro-SD-Karte eingelegt wurde. Dort können Nutzer auch MP3-Songs speicher und sie über den lauten aber flachen internen Lautsprecher abspielen. Bluetooth kennt das Handy nicht, einen Klinken-Port hat es ebenfalls nicht. Allerdings kann es USB-Kopfhörer ansteuern. Ganz praktisch ist die LED-Leuchte an der Rückseite des Handys.

Im Inneren sorgt ein Mediatek MTK6261M dank schlankem Betriebssystem ohne Spiele, Animationen oder ähnlichem Schnickschnack für schnelle Reaktionszeiten. Der 400-mAh-Akku soll das Handy sechs Tage lang im Standby mit Strom versorgen, bevor es über die Micro-USB-Buchse geladen werden muss. In den Optionen stehen viele Sprachen bereit, darunter auch Deutsch.

Das wirklich Besondere ist sein günstiger Preis. So kostet es bei Banggood inklusive Versand in den Farben Weiß (Kauflink), Schwarz (Kauflink) und Grün (Kauflink) nur gut 16 Euro.

Warum der Hersteller sein Handy-Winzling Long-CZ J8 und nicht Short-CZ J8 genannt hat, wird wohl sein Geheimnis bleiben. Denn mit 6,8 × 2,3 × 1,1 Zentimeter und 18 Gramm gehört es klar zu den zu kurz geratenen Handys. Es bietet ein 1,7 Zentimeter großes OLED-Display, Micro-USB, Speicher für 500 Telefonnummern, eine Gesprächszeit von fünf Stunden und eine Standby-Zeit von vier Tagen. Außerdem verbindet es sich via Bluetooth zum Beispiel mit einem Bluetooth-Kopfhörer (für unter 30 Euro im Vergleichstest), um zu telefonieren oder den FM-Transmitter für UKW-Empfang zu nutzen. Es kommt in einer schwarzen und einer goldenen (!) Ausführung und kostet etwa 19 Euro plus 4 Euro Versand.

Zanco hat sich spezialisiert auf besonders kleine Handys. Mit dem Zanco Tiny T1 erreicht die Miniaturisierung des Handys seinen vorläufigen Höhepunkt. Zwischenzeitlich sah es jedoch danach aus, als ob der Zwerg nie Serienreife erfährt. Denn die erfolgreich finanzierte Kickstarter-Kampagne wurde im Juni 2018 aufgrund eines Streits zwischen Hersteller und Vermarkter abgebrochen, die Backer erhielten ihr Geld zurück. Das hielt den Produzenten Zini Mobiles jedoch nicht davon ab, das Zanco Tiny T1 dennoch als angeblich kleinstes Handy der Welt auf den Markt zu bringen.

Seine gesamte Technik steckt in einem 4,7 × 2,1 × 1,2 Zentimeter großen Gehäuse und wiegt dabei zarte 13 Gramm. Trotzdem hat darauf ein monochromes OLED-Display mit einer Diagonale von 1,2 Zentimeter Platz, das mit einer Auflösung von 64 × 32 Pixel sogar SMS-Nachrichten anzeigen kann. Die T9-Tastatur ist voll funktionsfähig. Das Zanco Tiny T1 besitzt einen Lautsprecher und ein Mikrofon zum Telefonieren im 2G-Netz, es kann sich via Bluetooth aber auch mit Headsets verbinden.

Als Prozessor kommt ein Mediatek MTK6261D zum Einsatz, der von 32 MByte RAM unterstützt wird. Auf den 32 MByte großen internen Speicher passen bis zu 300 Kontakte. Der Akku soll drei Tage im Standby durchhalten, beziehungsweise für drei Stunden Gesprächszeit sorgen. Geladen wird das Zanco Tiny T1 über Micro-USB, bei der SIM-Karte setzt das Gerät freilich auf das Nano-Format. Als Gimmick verzerrt das Gerät auf Wunsch die Stimme des Besitzers. Offiziell gibt es das Mini-Handy nicht in Deutschland, ein paar wenige Händler importieren es jedoch.

Mit 20 Gramm ist das Zanco Bee gut 50 Prozent schwerer als das Zanco Tiny T1 und trotzdem noch ein Fliegengewicht. Es kommt mit den Maßen 7,2 × 2,3 × 1,3 Zentimeter und bietet ein monochromes OLED-Display mit einer Diagonale von 1,7 Zentimeter und einer Auflösung von 64 × 48 Pixel.

Sein Akku fasst 240 mAh und hält drei Tage im Standby respektive drei Stunden Gesprächszeit im 2G-Netz durch. Laden lässt sich der Akku über Micro-USB. Apps gibt es natürlich keine, dafür verzerrt es auf Wunsch ebenfalls die Stimme. Das scheint ein gern gesehenes Gimmick bei den Knast-Handys zu sein; oder es ist das einzige, das die schwachbrüstige Hardware noch als „verkaufsförderndes Ausstattungsmerkmal“ zu leisten imstande ist. Auch Bluetooth ist für eine Verbindung mit einem Headset an Bord. Auf Kamera, Touch-Display, Vibrationsalarm und weiteren Schnickschnack hat Zanco zugunsten der geringen Größe verzichtet. Das winzige Handy ist auch unter dem Nahmen Zanco Fly erhältlich. Auf Ebay (Kauflink) kostet das Telefon knapp 30 Euro plus Versand.

Das Zanco Beetle will kein Feature-Phone, sondern ein waschechtes Smartphone sein. Angeblich ist es sogar das kleinste Smartphone der Welt, auch wenn sich die smarten Funktionen in Grenzen halten. Allen voran: Es hat kein Smartphone-Betriebssystem wie Android, sondern etwas proprietäres. Es ist 4 × 6,4 × 1,1 Zentimeter groß und wird über ein winziges Touch-Display mit einer Diagonale von 3,9 Zentimeter und einer Auflösung von 240 × 240 Pixel bedient – vermutlich ist der Touchscreen der Grund, warum der Hersteller das Beetle zum „Smartphone“ erklärt.

Der Akku fasst 320 mAh und soll vier Tage im Standby durchhalten. Angaben zur Gesprächslaufzeit oder zum Gewicht finden sich nicht. Das Zanco Bee hat Bluetooth, FM-Radio, Stimmverzerrer (yes!), 2-Megapixel-Kamera mit Videofunktion an Bord und unterstützt Sprachaufnahmen. Selbst ein MP3-Player wurde integriert. Dessen Sinn erschließt sich uns bei 32 MByte nicht erweiterbaren Speicher jedoch nicht.

Das Zanco Beetle kostet über Ebay (Kauflink) inklusive Versand etwa 43 Euro.

Die Miniaturisierung des Zanco Tiny T1 zu unterbieten, ist schwer. Trotzdem kommt das Mini Thumb Handy L8Star BM70 verdammt nah ran: Es ist 6,4 × 2,4 × 1,2 Zentimeter groß und wiegt 18 Gramm. Man kann damit wie üblich telefonieren. Optional lässt sich an der Rückseite auch einen Silikonstöpsel befestigen, um es als Headset zu tragen.

Der 300-mAh-Akku reicht für fünf Tage Standby oder zwei Stunden Dauertelefonie. Geladen wird der Akku über Micro-USB. Das OLED-Display mit einer Diagonale von 1,7 Zentimeter löst 64 × 48 Pixel auf. Die kleine Tastatur navigiert durch Telefonbuch, Nachrichten, Anrufverlauf, SMS und Kalender. Das Menü ist sogar deutschsprachig. Dabei ist das L8Star BM70 nochmal günstiger als das Zanco Bee.

Das Cyrus cyr10041 ist unter verschiedenen Bezeichnungen auf dem Markt, zum Beispiel auch unter Cyrus CM1. Mit den Maßen von 8,9 × 5,2 × 1 Zentimeter und etwa 50 Gramm ist es schon fast ein Riese unter den Zwergen. Das OLED-Display misst 2,5 Zentimeter in der Diagonalen und löst 128 × 64 Pixel auf. Es versteht Bluetooth und sendet und empfängt SMS.

Das wirklich besondere ist aber, dass es sich hier um ein Outdoor-Handy mit IP68-Zertifizierung handelt. Es hält damit einem Tauchgang von einer Stunde in einer Tiefe von bis zu 1,5 Metern stand, bevor Wasser eindringt. Ihm sollen nach Herstellerangaben auch Stürze aus zwei Metern Höhe nicht anhaben können – ein echtes Novum bei dem günstigen Preis und kleinen Formfaktor.

Winzige Handys bieten zwar kaum Funktionen, kosten dafür wenig Geld und passen in wirklich jede Tasche. Noch dazu übertrumpfen sie bezüglich ihrer Akku-Laufzeit sogar häufig die Großen. Auch deswegen bieten sie sich als Zweithandy oder Notfallhandy an, zum Beispiel beim Joggen oder auf Reisen. Das Outdoor-Modell Cyrus cyr10041 überrascht mit einer IP68-Zertifizierung und ist damit der ideale Begleiter bei Segelturns oder langen Wanderungen. Die Mobilzwerge von Zanco bieten neben ihrer geringen Größe und dem unauffälligen Design außerdem eine Stimmenverzerrung – ein Schelm, wer hier an illegale Einsätze denkt.

Wer sein Telefon zwar möglichst klein, aber dennoch wirklich smart haben möchte, sollte sich unsere Kaufberatung Display-Zwerge: Android-Smartphones bis 4 Zoll ansehen.

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