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Marktübersicht: 4K-Beamer werden bezahlbar
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4K beziehungsweise UHD ergibt bei Beamern mit ihren riesigen Bilddiagonalen Sinn, war aber bisher sehr kostspielig. Doch es kommt Bewegung in den 4K-Beamer-Markt.

Bei Fernsehern ist UHD/4K der neue Auflösungsstandard, Full-HD ist so gut wie tot. Dabei gibt es 4K-Fernseher bereits ab 250 Euro (Kaufberatung). Die Hersteller von Heimkino-Beamern ziehen nun nach und zeigen neue Geräte mit 4K/UHD-Auflösung zu deutlich günstigeren Preisen als noch vor wenigen Monaten.

Echtes 4K bietet mit einer Auflösung von 4096 × 2160 Pixeln mehr als die vierfache Anzahl an Pixeln als der bisherige Standard Full-HD mit 1920 × 1080 Pixeln und sogar 20-Mal so viel wie der DVD-Standard mit 720 × 480 Pixeln. Neben 4K, dem Standardformat für Digitale Kinos (DCI) im Seitenverhältnis 17:9, gibt es auch das etwas geringer auflösende Ultra-HD oder UHD mit 3840 × 2160 Pixeln im bekannten 16:9 Format.

Viele Hersteller werfen beide Formate in einen Topf. So spricht zum Beispiel Apple bei der Videofunktion ihrer iPhones von einer 4K-Auflösung, obwohl es sich hier mit 3840 × 2160 Pixeln im 16:9 Format streng genommen um UHD handelt. Auch TV-Hersteller nutzen teilweise verwirrende Angaben zur Auflösung. Als Faustregel gilt: Steht auf einem TV-Gerät der Begriff 4K UHD, handelt es sich wahrscheinlich um UHD. Wird dagegen 4K oder 4K2K verwendet, könnte das Gerät echtes 4K bieten. Sicher können sich Käufer nur sein, in dem sie die Pixelangabe beachten, auch wenn der Unterschied zwischen UHD und 4K gering ist. Mehr Infos haben unsere Kollegen von der c't im FAQ zu 4K und Ultra HD .

4K ist seit vielen Jahren ein großes Thema bei TV-Geräten. Dabei ergibt die hohe Auflösung bei Beamern und ihren teilweise massiven Bildschirmdiagonalen nochmal mehr Sinn als bei kleineren Fernsehern. Denn Auflösung und Bilddiagonale definieren den idealen Sitzabstand zum Bild. Ist dieser zu hoch, entgehen dem Zuschauer Details, ist er zu niedrig, können sichtbare Pixel die Seherfahrung trüben.

Den idealen Sitzabstand zu berechnen ist keine exakte Wissenschaft. Zu viele individuelle Faktoren wie zum Beispiel die Sehstärke der Person beeinflussen ihn. Auch finden sich online unzählige selbst ernannte Experten mit Empfehlungen. Bei unserer Recherche hat sich folgende Faustformel herauskristallisiert: Für Full-HD-Auflösung entspricht in etwa die 2,5-fache Bildschirmdiagonale dem idealen Sitzabstand. In Zeiten von 4K und UHD verringert sich dieser Abstand deutlich auf etwa die Hälfte, wir rechnen also mit der 1,25-fachen Bildschirmdiagonale als groben Anhaltspunkt für den perfekten Abstand zu 4K-Bildern.

Dementsprechend sollte der Durchschnittsnutzer bei einem 65-Zoll-Full-HD-Fernseher etwa einen Abstand von gut vier Metern einhalten, um alle Details wahrzunehmen und dennoch keinen Pixelmatsch zu sehen. Bei 65 Zoll in 4K verringert sich der Idealabstand auf gut zwei Meter.

Beamer mit ihren massiven Bilddiagonalen profitieren entsprechend mehr von einer 4K- oder UHD-Auflösung. Projiziert ein Heimkino-Beamer ein 120-Zoll-Bild, was gut drei Meter Bildschirmdiagonale entspricht, auf die Leinwand, sollte der ideale Full-HD-Abstand bei 7,6 Metern liegen. Eine Entfernung, welche die meisten Wohnzimmer nicht hergeben. 120 Zoll bei 4K-Auflösung entspricht einem Abstand von 3,8 Metern, ein für viele deutlich realistischerer Abstand.

Zum bestmöglichen 4K-Genuss gehört neben dem Ausgabegerät auch immer das hochauflösende Quellmaterial. Mittlerweile bieten zahlreiche Filmstudios ihre Werke auf 4K-Ultra-HD-Blu-ray an, denen meist noch eine zweite Version in Full-HD beiliegt. Zwischen den beiden Varianten kann es dennoch ziemliche Unterschiede geben. In unserem Test zur 4K-Tauglichkeit der Xbox One X (Testbericht) fiel uns das etwa bei „Fast & Furious 8“ auf. Die UHD-Variante war vor allem zu Beginn enorm übersättigt, fast schon zu bunt. Die HD-Version dagegen war deutlich weniger bunt. Leider gibt es keine einheitlichen Regeln, wann eine UHD-Version zu sehr bearbeitet wurde. Wir empfehlen die Webseite Blu-Ray-Rezensionen vom c’t-Autor Timo Wolters. Der zeigt in den meisten Tests die konkreten Unterschiede zwischen den verschiedenen Medien, wie man hier beim Review von Aquaman gut sieht.

Um die Filme in voller Auflösung abzuspielen, braucht man nicht nur den passenden Beamer oder TV, sondern auch ein entsprechendes Abspielgerät. Nicht jeder Blu-Ray-Player kann auch UHD. Wer also auf ein 4K-fähiges Wiedergabegerät aufrüstet, sollte einen entsprechenden Player mit einplanen. Diese müssen dabei nicht teuer sein. In unserer Themenwelt „UHD/Blu-Ray-Player“ stellen wir vier Produkte im Detail vor. Der Preis-Leistungssieger ist dabei der Sony UBP-X700 . Alle Artikel zur Themenwelt:

Neben den klassischen Playern kann auch die Xbox One UHD-Blu-Rays abspielen, das gilt sowohl für die One S wie auch die One X. Im Artikel „Xbox One X im 4K-Test: Spaßzentrale für UHD-TVs“ erklären wir, warum sie sich ziemlich gut schlägt.

Alternativ bieten sich Streaming-Dienste als 4K-Zuspieler an. Netflix und Amazon zeigen die allermeisten ihrer eigenproduzierten Serien und Filme in dem hochauflösenden Format. Auch Apple, Google und Sky haben entsprechendes Material, teilweise gegen Aufpreis, im Portfolio. Viele 4K-Fernseher und -Beamer kommen mit entsprechenden Smart-Features und streamen die Inhalte direkt selbst. Falls nicht, gibt es zahlreiche 4K-Streaming-Boxen wie zum Beispiel den nur 60 Euro teuren Fire TV Stick 4K (Testbericht). Aber auch Googles Chromecast Ultra oder Apples aktuelles Apple TV verstehen 4K. Wir empfehlen dazu unseren Streaming-Boxen-Vergleich (Die besten Streaming Sticks).

Beamer mit nativer 4K-Auflösung kosten mindestens 4500 Euro. Vor etwa zwei Jahren kosteten vergleichbare Beamer noch ab 6000 Euro. Der Preis fällt also. Allerdings deutlich weniger schnell als im Massenmarkt TV, wo 4K-Fernseher bereits ab 250 Euro (Kaufberatung) den Eigentümer wechseln.

Zu den Beamern mit nativer 4K-Auflösung gesellen sich zahlreiche Modelle mit UHD-Upscaling, die bereits ab 1000 Euro den Besitzer wechseln. Sie können eigentlich nur Full-HD wiedergeben, verschieben aber dank eines Chips von Texas Instruments die Pixel schnell horizontal und vertikal und vervierfachen so ihre Auflösung. An der Anzahl der Mikrospiegel ändert sich jedoch nichts. Texas Instruments nennt diese Technik Pixel-Shift, Spötter Faux-K. Erstaunlicherweise kommt diese Technik recht nah an native 4K-Beamer heran und kostet dennoch nur einen Bruchteil. Dank ihr sind die Preise für 4K-Beamer seit 2017 rapide gefallen.

Hier im Preisvergleich zeigen wir die aktuell günstigsten Beamer mit 4K-Upscaling. Bereits um die 1000 Euro gibt es einige Modelle. Vor wenige Wochen hatten wir den ausgezeichneten Full-HD-Projektor Xiaomi Mi Kurzdistanz-Beamer im Test. Allerdings verkauft Xiaomi auch eine Version mit 4K-Upscaling. Banggood (Kauflink) will für dem 4K-Beamer mit dem Gutscheincode BG2091448 1450 Euro plus Versand aus China.

Sony belegt die ersten Plätze der günstigsten Beamer mit echtem 4K. Der Sony VPL-VW260ES ist mit knapp 4400 Euro der günstigste. Zu seiner Einführung im August 2017 kostete er noch 5000 Euro und hielt diesen Preis bis zum Mai 2018.

Der Sony VPL-VW270ES markiert den Nachfolger des VPL-VW260ES. Er ist seit dem August 2018 auf dem Markt und kostet 4600 Euro. Alle Sony-4K-Beamer setzen auf die im Kinobereich genutzte SXRD-Technik und bieten eine Lichtleistung von 1500 Ansi-Lumen. Zum Kontrast macht Sony keine Angaben, der sollte jedoch dank HDR-Unterstützung vergleichsweise hoch sein.

Der JVC DLA-N5B ist genauso wie sein großer Bruder der JVC DLA-N7B erst seit September 2018 auf dem Markt. Der N5B kostet 5400 Euro, der N7B 7500 Euro. Der N5B leuchtet mit 1800 Ansi-Lumen und bietet einen Kontrast von 40.000 : 1. Der N7B ist mit 1900 Ansi-Lumen etwas heller und mit einem Verhältnis von 80.000 : 1 deutlich kontrastreicher.

Native 4K-Beamer sind noch immer teuer. Für 4400 Euro ist mit dem Sony VPL-VW260ES ein äußerst attraktiver Beamer mit echtem 4K erhältlich. Die Preise fallen deutlich langsamer als etwa die 4K-TVs (Marktübersicht), doch es gibt immer wieder Aktionen zu den einzelnen Geräten. Bei Interesse lohnt es sich den Markt zu beobachten und einen Preisalarm etwa bei Geizhals zu setzen.

Im Beamer-Einstiegsbereich ist es sinnvoll auf 4K-, beziehungsweise UHD-Upscaling zu achten. Entsprechende Beamer sind bereits unter 1000 Euro zu haben und bieten ein deutlich besseres Bild als reine Full-HD-Beamer. Wem das egal ist, der sollte sich unseren Beitrag Billig vs teuer: Sechs Beamer von 60 bis 700 Euro im Vergleich. Dort berichten wir auch vom BW-VP5 im Test: Überraschend guter HD-Beamer für 60 Euro.

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