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Flexible Druckauflage für SLA-Drucker

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Resin-Druckerzeugnisse von der Druckplatte zu bekommen, kann wegen der guten Haftung schwierig sein. Abhilfe versprechen magnetische Auflagen für etwa 20 Euro. TechStage verrät, warum sich die Investition lohnt.

Dieser Ratgeber gehört zu unserer Themenwelt 3D-Drucker. Hier testen wir neben FDM-Druckern, wie Creality CR-200B (Testbericht) und Anet A8 Plus (Testbericht), auch SLA-Drucker wie den Anycubic Mono X (Testbericht) oder die Wasch- und Härtekammer UW-01 von Creality (Testbericht). Außerdem veröffentlichen wir an dieser Stelle allgemeine Ratgeber wie STL-Dateien gratis: Kostenlose Vorlagen für den 3D-Drucker oder die Kaufberatung Resin für 3D-Drucker: Flexibel, extra stabil oder abwaschbar.

In unserem Artikel Top 10: Die besten 3D-Drucker für Filament und Resin im Vergleich zeigen wir, welche Geräte in den Einzeltests am meisten überzeugt haben.

Dieses Mal widmen wir uns einem günstigen und sehr praktischen Zubehör-Teil für SLA-Drucker: Flexiblen und magnetischen Druckauflagen.

Erfahrungsgemäß sitzen fertige SLA-Druckerzeugnisse sehr fest an der Druckplatte und sind häufig nur mit Kraftanstrengungen herunterzubekommen. Wer hierbei nicht vorsichtig vorgeht, riskiert Beschädigungen am Objekt und der Druckplatte. Mit etwas Glück sprechen wir hier von kleinen optischen Makeln an der Unterseite der Drucke. Mit etwas Pech können allerdings auch Teile abbrechen und das Ergebnis so völlig zerstört werden.

Genau an diesem Punkt setzen die flexiblen Druckplatten an. Auf die Standard-Druckplattform kommt eine selbstklebende Magnetfolie und darauf sitzt dann die magnetische Druckauflage. Diese besteht aus einem dünnen Stahlblech und ist dementsprechend flexibel. Nach dem Druckvorgang wird dieses Stahlblech heruntergenommen und leicht durchgedrückt. Dadurch sollen sich die Druckobjekte ganz ohne Kraftanstrengung lösen.

Wir haben uns eine solche Druckauflage für den Anycubic Mono X (Testbericht) auf Ebay bestellt. Eine Herstellerangabe war dem Angebot nicht zu entnehmen. Im Nachhinein stellt sich unsere Flex-Steel-Plate als ein Produkt des Herstellers Two Trees heraus, von dem wir in der Vergangenheit beispielsweise denn FDM-Drucker Sapphire Plus (Testbericht) in der Redaktion hatten.

Der Lieferumfang ist auf das allernötigste beschränkt. In unserem Päckchen befinden sich lediglich die selbstklebende magnetische Unterlage und die darauf haftende Druckauflage aus Stahlblech. Eine Anleitung oder ein Zettel mit weiterführenden Links ist nicht beigepackt. Das erscheint wenig dramatisch, da das Produkt ja weitestgehend selbsterklärend ist. Einige Hinweise hätten wir uns trotzdem gewünscht, da es bei der Installation Punkte gibt, die man unbedingt beachten muss.

So steht zu Anfang eine sehr gründliche Reinigung der originalen Druckplatte an. Diese spülen wir mehrfach mit Isopropanol ab und schrubben sie mit Küchenpapier trocken. Anschließend warten wir etwa 10 Minuten, bis sich selbst die letzten Reste an Alkohol verflüchtigt haben. Nun folgt das Aufkleben der ebenfalls flexiblen Magnetauflage. Um die Klebewirkung an keiner Stelle durch fettige Fingertapser zu beeinträchtigen, nutzen wir hierbei Einmalhandschuhe. Das exakte, bündige Aufbringen der Matte erfordert Augenmaß und Fingerspitzengefühl; zumindest dann, wenn die Matte exakt mittig sitzen soll.

Anschließend halten wir uns an die Ratschläge in diversen Foren und lassen die Verklebung mindestens 24, besser noch 48 Stunden lang durchtrocknen, bevor es weitergeht. Nach der Trocknungszeit und dem Anbringen der magnetischen Stahlplatte ist die Druckplattform dann endlich einsatzbereit.

Der nächste Schritt ist zwar logisch, trotzdem wäre spätestens hier ein Hinweis in Form einer Anleitung fällig gewesen, um Fehler und Beschädigungen des Druckers zu vermeiden.

Durch das Anbringen von Magnet- und Stahlplatte ist die Druckplattform um einige Millimeter dicker und muss unbedingt neu gelevelt werden. Geschieht das nicht, stimmt der Nullpunkt der z-Achse nicht und die Druckplattform würde beim Absenken das Monochrom-Display eindrücken und beschädigen oder gar zerstören.

Der Leveling-Prozess unterscheidet sich dabei nicht von der herkömmlichen Vorgehensweise, allerdings heißt es hier genau hinsehen und aufpassen. Die Höhe der flexiblen Druckauflagen inklusive Magnetmatte unterscheidet sich nämlich von Hersteller zu Hersteller und so kann es passieren, dass die Langlöcher der Druckauflage nicht ausreichen, um den entstandenen Höhenunterschied auszugleichen. Um herauszufinden, ob dies der Fall ist, entnehmen wir zunächst den Resin-Tank und senken die z-Achse ohne montierte Druckplattform auf den Nullpunkt an. Nun versuchen wir Druckplattform inklusive Magnetmatte und Stahlplatte auf die entsprechende Halterung zu schieben. Wenn das klappt, wird an dieser Stelle der normale Leveling-Prozess durchgeführt.

Bei uns funktioniert das Aufschieben aber auch nach dem Lockern der Schrauben in den Langlöchern nicht, da diese schlicht zu kurz sind. Die Platte ist jetzt um etwa zwei Millimeter zu dick und wäre uns beim Absenken direkt ins Display gerauscht. Wir müssen also noch einen Zwischenschritt ausführen, welcher so auch in zahlreichen Nutzerberichten beschrieben ist.

Um den Endschalter der z-Achse an die neuen Maße anzupassen, müssen wir diesen beim Mono X um einige Millimeter absenken. Da der Endstop bei unserem Drucker durch einen kleinen Metallbügel am Haltearm der Druckplattform ausgelöst wird, ist das einfach umsetzbar. Wir schrauben den Metallbügel ab und setzen ihn mithilfe von kleinen Abstandshaltern, Distanzringen oder Beilagscheiben um einige Millimeter tiefer. Jetzt sitzt der Bügel weiter unten und löst den Endschalter entsprechend früher aus. Nach dem erneuten Absenken auf Z=0 (noch ohne montierte Druckplattform) zeigt sich, dass die Maßnahme erfolgreich war, denn wir können die Druckplattform problemlos in die Halterung einschieben.

Nun folgt das klassische Ausrichten mit einem Blatt Papier. Dazu legen wir ein Blatt zwischen Druckplattform (inklusive Druckauflage) und Display. Dann drücken wir die Druckplattform gleichmäßig auf die Belichtungseinheit und ziehen die vier Leveling-Schrauben fest. Als letzter Schritt wird der Nullpunkt im Drucker gespeichert und der erste Druck kann starten.

Bei uns funktioniert das System genau, wie wir uns das vorgestellt hatten. Die Klebefläche der magnetischen Auflage hält trotz Resin-Bad zuverlässig und auch die Stahlplatte sitzt fest, ohne sich zu lösen oder zu verschieben.

Nach dem Druckvorgang entnehmen wir die gesamte Druckplatte und reinigen sie zunächst von überschüssigem Resin. Anschließend lösen wir die Stahlplatte von der Magnetauflage. Dies klappt dank einer kleinen überstehenden Ecke problemlos. Ein leichtes Durchbiegen der Platte sorgt dafür, dass sich die Objekte von ganz alleine oder mit minimalem Kraftaufwand von der Oberfläche lösen. Ein Traum! Das Hantieren mit Cuttermesser, Rasierklinge und Metallschaber hat so endlich ein Ende und der Druckvorgang wird aus unserer Sicht so um ein ganzes Stück komfortabler.

Einschränkend müssen wir sagen, dass wir bisher lediglich kleine bis mittelgroße Teile auf der Stahlplatte gedruckt haben. Bei sehr großen Objekten, die den Bauraum des Mono X voll ausnützen, kann es durch das Gewicht zu Problemen mit der Haftung zwischen Magnetplatte und Stahlblech kommen. Hier helfen im Zweifel Druckbett-Klammern, wie wir sie aus dem FDM-Druck kennen. Um eine möglichst dauerhafte und zuverlässige Haftung zu garantieren, empfehlen wir immer eine ordentliche Reinigung. Nur wenn die Resin-Reste vor dem Lösen der Stahlplatte entfernt werden, gelangen sie nicht zwischen Blech und Magnetauflage. Wer sich nicht daran hält, riskiert eine schlechtere Haftung – insbesondere an den Ecken.

Mit der Verklebung zwischen Magnetauflage und eigentlicher Druckplattform haben wir keinerlei Probleme. Bei uns sitzt die Matte extrem fest. Ob dies bei allen Herstellern der Fall ist, können wir nicht beantworten. Aber laut Recherche halten auch günstige Noname-Auflagen zuverlässig, zumindest, wenn man beim Aufkleben ordentlich arbeitet.

Die Druckauflagen gibt es für Preise zwischen 10 und 30 Euro. Beim Kauf muss man unbedingt auf die Größenangaben achten, um eine passgenaue Matte für den eigenen Drucker zu bekommen. Der Preis ist aus unserer Sicht völlig gerechtfertigt. Betrachtet man die Kosten für Resin, haben wir durch Beschädigungen beim Lösen der Druckmodelle schon deutlich höhere Kosten verursacht.

Im Preisvergleich sind eine Handvoll Druckauflagen gelistet. Folgt man den Angeboten, stehen aber zumindest meist mehrere Größen zur Auswahl. Wer hier nicht fündig wird, sollte beispielsweise bei Amazon nach Angeboten suchen. Die im Test verwendete Steel-Plate von Two Trees gibt es alternativ beispielsweise bei Banggood.

Aus unserer Sicht sind die magnetischen Druckauflagen für SLA-Drucker ein Must-Have-Zubehör für alle, die schon Probleme beim Lösen von Druckobjekten hatten. Die überschaubaren Kosten sind hinsichtlich des Komforts völlig gerechtfertigt.

In den diversen Kundenbewertungen lässt sich erkennen, dass sich die verschiedenen Hersteller hauptsächlich durch Preis, Dicke der Magnetmatte und den Umfang der Dokumentation unterscheiden. Von Haftungsproblemen der Verklebung wird sowohl bei teuren als auch bei günstigen Modellen berichtet. Erfahrungsgemäß sind diese Probleme in der Regel durch unzureichende Reinigung und zu kurze Trocknungszeiten zurückzuführen. Bei der Installation sollte man sich also Zeit lassen und sorgfältig arbeiten. Dies gilt insbesondere für den Leveling-Prozess.

Nur wer sehr große und schwere Objekte druckt, könnte in der Praxis Probleme bekommen. Aber selbst dann würden wir es aufgrund der niedrigen Anschaffungskosten auf einen Versuch ankommen lassen; im Zweifel helfen hier Klammern, um die Stahlplatte zu fixieren.

Das wichtigste Zubehör für SLA-Drucker haben wir in einem eigenen Ratgeber zusammengefasst. Wer beim Spülen und Nachhärten der Resin-Drucke unnötige Sauerei vermeiden möchte, sollte unsere Test der UW-01 von Creality oder die dazugehörige Kaufberatung zum Thema Wash&Cure-Stations lesen.

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