LTE-Überwachungskameras mit microSD & Solarpanel: Autarke Sicherheit ohne Strom & DSL

Überwachungskameras mit LTE, Solarpanel, Akku und microSD

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Wenn Strom und Internet fehlen, schlägt die Stunde für Überwachungskameras mit LTE, Akku und Solar. Alternativ sind auch 4G-Wildkameras eine interessante Option.

Wer einen Bereich ohne Zugang zu Strom und Internet, wie Schrebergärten (Ratgeber), Baustellen, Scheunen oder Schutzhütten, überwachen möchte, benötigt eine autark funktionierende Überwachungskamera. Hierfür kommen Modelle mit integrierter Mobilfunkverbindung, Solar-unterstütztem Akkubetrieb und lokaler Speichermöglichkeit über eine microSD-Karte infrage.

Derartige Überwachungskameras sind auch als Backup-Lösung denkbar, wenn etwa die in einer Anlage über einen herkömmlichen Stromanschluss sowie WLAN und Internet betriebenen Modelle aufgrund eines Stromausfalls nicht mehr funktionieren. Dass man mit einer solchen Gefahr auch in Mitteleuropa rechnen muss, zeigt eine Veröffentlichung des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft GDV. Die Organisation hat dazu mehrere Katastrophenschützer und Krisenmanager befragt. Für Wolfram Geier, Abteilungsleiter für Risikomanagement und internationale Angelegenheiten im Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) zählt ein Blackout „zu den größten Risiken für unser Land“.

Im Folgenden stellen wir LTE-Überwachungskameras mit Akku und Solarbetrieb vor und erklären, was es bei der Auswahl alles zu beachten gilt.

Überwachungskameras mit LTE, Akku und Unterstützung für microSD-Karten zur lokalen Speicherung von Videos sind ab knapp 200 Euro erhältlich. Viele Hersteller befassen sich allerdings nicht mit dem Thema, sodass die Auswahl auf Produkte von Annke, Arlo, Hikvision, 7Links (Pearl) und Reolink beschränkt ist.

Die beiden Auslaufmodelle Reolink Go 4G (Testbericht) und die Pan & Tilt-Variante Go PT sowie die 7Links LTE Pan & Tilt (Pearl) differenzieren bei der Erkennung von bewegten Objekten nicht zwischen Menschen, Autos oder Tieren. Da dadurch jede erkannte Bewegung eine Warnmeldung erzeugen kann, wird die Anzahl von Alerts schnell unübersichtlich. Besser sind Kameras, die bewegte Objekte einer bestimmten Kategorie wie Menschen oder Fahrzeugen zuordnen können und damit weniger Fehlalarme erzeugen, indem man die Überwachung zum Beispiel nur auf Menschen beschränkt. Die anderen LTE-Kameras wie die Reolink Go Plus, die Arlo Go 2 (Testbericht), die Reolink Go PT Plus (Testbericht), die Reolink Duo 4G und die Annke 4G LTE.

Neben starr ausgerichteten Kameras bietet Reolink mit den Modellen Go PT und Go PT Plus (Testbericht) noch Varianten mit schwenk- und neigbarer Optik. Sogenannte Pan & Tilt-Kameras können gegenüber den Modellen mit starrem Objektiv einen deutlich größeren Bereich überwachen. In Zahlen ausgedrückt: Während bei starren Varianten die Größte des Sichtfelds zwischen 115 und 130 Grad liegt, beträgt es bei Pan & Tilt-Varianten bis zu 355 Grad und bietet somit fast eine Rundumsicht. Auch die 7Links LTE Pan & Tilt von Pearl gehört zu dieser Klasse.

Die Akku-Kapazitäten der LTE-Kameras liegen zwischen 6.000 und 14.400 mAh. Das mag auf den ersten Blick ein großer Unterschied sein, doch der ist in der Praxis ist längst nicht so relevant, wie es zunächst scheint. Mit einem von den jeweiligen Herstellern für die Überwachungskamera passenden Solarpanel, das in der Regel eine Ladeleistung von 3 Watt bis 6 Watt bietet, reichen bereits wenige Sonnenstunden am Tag aus, um den Akku wieder aufzuladen.

Ein stärkerer Akku bietet natürlich bei Extrembedingungen mit tagelangem Schlechtwetter und niedrigen Temperaturen klare Vorteile. Wer eine LTE-Überwachungskamera in Gebieten mit solchen Wetterbedingungen einsetzen möchte, sollte daher auf eine große Akku-Kapazität achten. Oder alternativ zu einem Modell mit größerem Solarpanel greifen. Das gibt es etwa vom Hersteller Hikvision, der in erster Linie professionelle Kunden bedient, was man nicht nur an den sehr robusten Montagehalterungen bemerkt, sondern auch daran, dass er etwa das Modell 2XS6A26FWD mit einem 40-Watt-Solarpanel ausstattet.

Was beim Auto der Hubraum ist bei Überwachungskameras die Auflösung: Je höher diese ausfällt, desto mehr Details bieten die Aufnahmen, was hauptsächlich dann interessant ist, wenn Anwender bestimmte Objekte näher heranzoomen möchten. So kann ein Autokennzeichen mit einer Full-HD-Variante womöglich nicht mehr genau identifiziert werden, während das mit einer Überwachungskamera mit größerer Auflösung problemlos funktioniert. Dafür sind etwa die LTE-Überwachungskameras von Reolink und Annke geeignet, die mit einer Auflösung von 2560 × 1440 Pixel (QHD) eine um 78 Prozent höhere Auflösung als die Full-HD-Varianten von 7Links, Arlo und Hikvision bieten.

LTE-Überwachungskamera Auflösung (Breite x Höhe) Pixelanzahl Verhältnis zu Full-HD
Reolink Go Plus, Go PT Plus, Duo 4G, Annke 4G LTE 2560 x 1440 3.686.400 + 78 Prozent
Arlo Go 2, 7Links, Hikvision 1920 x 1080 2.073.600 Full-HD

In der Regel bieten Überwachungskameras wie die Reolink-Varianten Go Plus und GO PT Plus in Verbindung mit Infrarot-LEDs nur eine Nachtsicht in Schwarz-Weiß. Die Varianten 7Links Pan & Tilt LTE, Arlo Go 2, Reolink Duo 4G bieten dank Spotlight-LEDs auch eine Nachtsicht in Farbe. Allerdings beträgt die Reichweite dann nur 10 bis 15 Meter, während die Schwarz-Weiß-Nachtsicht bis zu 30 Meter weit reicht.

Ohne kostenpflichtiges Cloud-Abo funktioniert bei der Arlo Go 2 (Testbericht) so gut wie nichts. Wer die Kamera mit allen Funktionen nach der dreimonatigen kostenlosen Cloud-Testphase weiterverwenden möchte, muss monatlich mindestens 2,99 Euro für den Arlo Secure Plan bezahlen. Sind mehrere Arlo-Kameras im Einsatz, steigt der Preis auf 9,99 Euro.

Auch andere Hersteller bieten wie Reolink auch ein kostenpflichtiges Cloud-Abo, schränken aber die Funktionalität ihrer Kameras nicht ein. Sie sind also vollständig mit lokalem Speicher in Form von microSD-Karten nutzbar.

Als Alternative zu klassischen Überwachungskameras mit LTE können Anwender auch sogenannte 4G-Wildkameras zur Überwachung eines Objekts einsetzen. Mit integriertem Bewegungsmelder, Nachtsichtfunktion und langen Batterielaufzeiten sind diese Varianten nicht nur für Förster und Jäger interessant. Mehr dazu bietet der Beitrag „Wildkameras: Fotofallen zum Beobachten und Überwachen“.

Die LTE-Überwachungskameras werden mit oder ohne Solarmodul verkauft. Wer erst später per Sonne den Akku laden möchte, kann ein passendes Modell nachkaufen. Dritthersteller bieten auch Dachrinnenhalterungen zur Befestigung von Solarmodulen an, sodass es auch ohne Bohrung stabil befestigt werden kann. Und sollte am Aufstellort der Kamera die Sonne keine Chance haben, um über das Solarmodul den Akku zu laden, gibt es von Reolink noch ein 4,5 Meter langes Verlängerungskabel für das Solarmodul.

Einen Livestream über LTE anzuschauen kostet Datenvolumen. Und das nicht zu knapp. Eine Stunde Live-Übertragung im 1440p-Modus (Standard-Bitrate: 3 Mbit/s) verbraucht etwa 2 GByte Daten. Wer hingegen nur auf Benachrichtigungen schaut, benötigt entsprechend weniger. Dementsprechend kann der Betrieb eine LTE-Überwachungskamera bereits mit einem Datenvolumen von wenigen Hundert Megabyte pro Monat sinnvoll sein. Wer sich an Werbe-SMS nicht stört, muss für einen entsprechenden Tarif nicht einmal etwas bezahlen. 200 MByte mit maximal 25 MBit/s und eine kostenfreie SIM-Karte gibt es dauerhaft kostenfrei bei der O2-Marke Netzclub. Ist das Inklusiv-Datenvolumen aufgebraucht, reduziert sich die Geschwindigkeit auf 64 KBit/s. Kostenfallen gibt es keine.

Wer hingegen LTE-Überwachungskameras professionell einsetzen möchte, benötigt einen Tarif mit großem Inklusiv-Volumen oder einer Flat. Auf Vergleichsportalen finden Anwender günstige Angebote. Mehr zum Thema bietet unser Ratgeber Die besten monatlich kündbaren Tarife: Unlimited ab 20 €, 18 GByte D2 für 15 €.

Statt einer LTE-Überwachungskamera kann man für die Überwachung von Objekten in Gebieten ohne Strom und WLAN auch einen mobilen 4G/5G-Router und eine WLAN-Überwachungskamera mit Akku und Solarpanel (Bestenliste) verwenden. Da allerdings die Laufzeit von mobilen 4G/5G-Routern auf wenige Stunden begrenzt ist, sollte man sich mit der Anschaffung einer Powerstation (Bestenliste) befassen.

Überwachungskameras mit LTE gibt es nur von wenigen Herstellern. Und sie sind nicht billig: Die günstigsten Modelle gibt es für etwa 200 Euro. Allerdings bieten diese nur eine einfache Erkennung von sich bewegenden Objekten. Die etwas teureren Modellen ab etwa 250 Euro können immerhin zwischen Fahrzeugen und Menschen unterscheiden.

Ein Modell mit hoher Auflösung wie die Varianten von Reolink und Annke sind dann erste Wahl, wenn Bilder mit hohen Details gefragt sind, auf denen man etwa ein Kfz-Kennzeichnen ablesen möchte. Und soll ein möglichst großer Bereich überwacht werden, sind sogenannte Pan & Tilt-Variante von Vorteil, weil sie dank schwenk- und neigbarer Objektive fast eine Rundumsicht bieten, während starre Varianten je nach Modell nur ein Sichtfeld zwischen 105 und 130 Grad bieten.

Die Modelle von Hikvision richten sich an professionelle Anwender. Robuste Halterungen, leistungsfähige Solarpanels sowie starke Akkus sorgen für einen hohen Preis, der nicht meist die 1000-Euro-Marke überschreitet.

Mehr Informationen zum Thema bietet die Themenwelt Überwachungskamera. Einen guten Überblick zu aktuellen Modellen liefert der Beitrag WLAN, Cloud, Solar: Überwachungskameras für innen & außen ab 30 Euro. Und über passende Mobilfunktarife für LTE-Überwachungskamera informiert der Artikel „LTE und 5G: Die besten und günstigsten Tarife für mobiles Surfen“. Last but not least bietet der TechStage-Beitrag „Gadgets gegen den Blackout: Strom erzeugen, Kochen und Filtern“ interessante Tipps für einen Stromausfall.

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