Lautsprecher, Subwoofer und AV-Receiver: Das braucht man wirklich für gutes Heimkino

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Der neue Riesenfernseher oder Beamer ist aufgebaut, beim Sound ist die Enttäuschung aber groß? TechStage erklärt, was für ein überzeugendes Filmerlebnis nötig ist.

Trotz bestem Bild von Beamer oder Fernseher machen Film-Sessions wenig Spaß, wenn der Ton nicht stimmt. Wenn auf dem Bildschirm Bomben explodieren, soll der Sessel beben – eben ganz wie im Kino. Gleichzeitig müssen Gespräche klar und deutlich klingen, um entspannt der Handlung folgen zu können. Moderne Flachbildfernseher können da aufgrund ihrer dünnen Bauart enttäuschen, vor allem Bass vermisst man hier schnell. Beamer kommen sogar meist ganz ohne Lautsprecher oder die sind bestenfalls als Notlösung ausreichend.

Am einfachsten sorgt der Kauf einer Soundbar für Abhilfe. Die gibt es in unterschiedlichsten Preis- und Leistungsklassen, mit und ohne zusätzlichen Subwoofer und mit zahlreichen Surround-Modi für bisweilen erstaunlich dreidimensionalen Klang. Wer zu diesem Thema mehr wissen will, sollte sich unseren Artikel Soundbars: Fetter Klang für flache TVs (Ratgeber) durchlesen. Im Artikel hier beschäftigen wir uns stattdessen mit einem anderen, vermutlich sogar besseren Weg: AV-Receiver und mehrere Lautsprecher für perfekten Raumklang.

Wer mit dem Begriff nichts anfangen kann oder damit veraltete Technik aus Hifi-Zeiten verbindet: Der Name AV-Receiver kommt tatsächlich aus der Zeit, als Hifi-Anlagen noch eingebaute Radio-Empfänger hatten, ansonsten gibt es aber wenig Übereinstimmungen. Häufig haben die meist schwarzen oder silbernen Kästen im Gegensatz zu reinen AV-Verstärkern heute immer noch analoges und oftmals auch digitales Radio an Bord. Im Prinzip ist ein moderner AV-Receiver die Schaltzentrale, um verschiedene Multimedia-Geräte miteinander zu verbinden. Plattenspieler und Tapedeck sind dabei längst Streaming-Boxen (Bestenliste), Spielekonsolen (Ratgeber: Die Next-Gen-Konsolen), Blu-ray-Player und Fernseher (Ratgeber 4K-TVs) gewichen. Der Receiver dient als Sammelstelle all dieser Geräte und ersetzt gleichzeitig die alte Hifi-Anlage.

Wenn klar ist, dass es keine Soundbar, sondern ein 5.1-, 7.1- oder Atmos-System mit Einzellautsprechern und AV-Receiver sein soll, sollten sich Interessenten Fragen zur Aufstellung und dem verfügbaren Geld machen. Wichtig ist etwa die Größe des Raumes, die Aufstellbarkeit der Lautsprecher im Raum und nach den Nachbarn – gerade in einer Mietwohnung freut es nicht jeden, wenn das Haus beim neuesten Blockbuster bebt.

Wer keinen Platz für Standlautsprecher hat, greift lieber zu kleineren Regal-Lautsprechern und wenn partout kein Subwoofer Platz findet, muss es eben ohne gehen. Selbst die Raumform und die darin befindlichen Möbel nehmen Einfluss auf den Klang. So benötigen Standlautsprecher für guten Klang meist Abstand zur Wand, klingen in Ecken bisweilen dumpf. (Frontfire)Subwoofer können durch ungünstige Positionierung Raummoden entstehen lassen, durch die Bass im Raum stellenweise deutlich verstärkt und an anderen Stellen kaum wahrnehmbar ist. In diesem Ratgeber soll das aber keine weitere Rolle spielen, hier geht es in erster Linie um die technischen Aspekte beim Kauf einer ordentlichen Heimkino-Anlage.

Nützliches Zubehör fürs Heimkino:

Eine entscheidende Frage ist das zur Verfügung stehenden Budget. Da eine gute Heimkino-Anlage nicht alle paar Monate (oder Jahre) ersetzt wird, empfehlen wir hier auch bei kleinerem Geldbeutel grundsätzlich, lieber einige wenige hochwertigere Komponenten zu kaufen und die Anlage später Stück für Stück zu erweitern. Hier bieten AV-Receiver-Anlagen durch ihre Modularität große Vorteile im Vergleich zu Soundbars, die normalerweise nicht nachrüstbar sind. So ist es sinnvoller, zu Beginn einen guten Receiver mit nur einem Lautsprecherpaar zu erstehen, statt gleich eine komplette billige 5.1-Anlage zu kaufen. Im ersten Fall können später Subwoofer und zusätzliche Lautsprecher, wie Center und Surround-Speaker, dazugekauft werden. Wer bei der Billiganlage mit Sound oder Funktionen später nicht mehr zufrieden ist, muss alles neu kaufen. Da sich dieser Ratgeber eher an „normale“ Sound-Enthusiasten statt an audiophile Großverdiener richtet, sollte in allen Fällen ein moderater Mittelweg gewählt werden. So ist es wenig zielführend, Sitzmöbel für besseren Sound aus dem Wohnzimmer zu verbannen und Anlagen für etliche tausende oder zehntausende Euro gehen über normales Gelegenheitshören weit hinaus. Wer so viel Geld ausgeben möchte, sollte am besten gleich über Kauf und Installation solcher Luxus-Anlagen durch Spezialisten nachdenken, statt sie selbst zusammenzustellen und aufzubauen.

Sind die obigen Fragen geklärt, geht es um die genaue Zielsetzung der neuen Anlage. Steht möglichst hochwertiges Musikhören im Vordergrund, sollte die Wahl beim Receiver eher auf eine Stereo-Endstufe mit einem hochwertigen Lautsprecherpaar fallen. Soll die Anlage in erster Linie im Heimkino-Betrieb, also beim Filmschauen, genutzt werden, muss es eine Anlage mit 5.1 (Hauptlautsprecher vorne außen, Center vorne in der Mitte und Lautsprecher seitlich neben den Zuschauern sowie Subwoofer) oder größer werden. Dann können Anlagen mit eher kleinen Lautsprechern reichen. Wem diese gern als „Brüllwürfel“ verschrienen Miniboxen selbst zum gelegentlichen Musikhören nicht reichen, der sollte zumindest das vordere äußere Lautsprecherpaar größer dimensionieren oder generell bessere Lautsprecher wählen. Normalerweise bieten auch 5.1- oder 7.1-AV-Receiver für Musik 2.0- oder 2.1-Modi. Richtig gut sind sie meist erst in gehobener Preisklasse jenseits der 1000 Euro. Den meisten Interessenten dürften aber auch deutlich günstigere Modelle reichen. Wichtig ist in allen Fällen: Der AV-Receiver (oder für Musik die Stereo-Endstufe) müssen technisch die Anforderungen erfüllen, die sich Interessenten selbst gesteckt haben.

Führende und bekannte Marken bei AV-Receivern sind etwa Yamaha, Denon, Marantz, Pioneer und Onkyo. Wer hier kauft, zahlt vielleicht mehr als bei günstiger Noname-Ware, bekommt aber hohe Qualität. Interessenten sollten beachten, wie viele Anschlussmöglichkeiten die Verstärker bieten. Die meisten Receiver stellen Nutzern vier bis acht HDMI-Eingänge und ein oder zwei HDMI-Ausgänger zur Verfügung. So lassen sich dann mehrere Zuspieler wie Blu-Ray-Player, Kabelbox, Streaming-Box, Spielekonsole und PC direkt daran anschließen. Als Ausgabemedium dienen dann Fernseher oder Beamer.

Neben der reinen Anzahl an HDMI-Ein- und Ausgängen ist zudem die Spezifikation der HDMI-Ports wichtig. Wer moderne Spielekonsolen darüber betreiben will, sollte auf HDMI 2.1 achten – damit werden 4K-Auflösung in 120 Hertz und sogar 8K in 60 Hertz latenzfrei durch den Receiver an den Fernseher geschleift. Spieler freuen sich über weitere Features wie ALLM (Automatic Low Latency Mode). Zudem sollte ARC (Audio Return Chanel) oder besser eARC für die gleichzeitige Wiedergabe von Bild und Ton mit hohen Datenraten vorhanden sein. Nützlich ist zudem HDMI-CEC (Consumer Electronics Control), mit dessen Hilfe sich per HDMI-1.3 (oder höher)-verbundene Geräte mit nur einer Fernbedienung steuern und koppeln lassen. So wird etwa der Fernseher automatisch eingeschaltet, wenn der Blu-Ray-Player seine Arbeit aufnimmt. Grundsätzlich sollten HDMI-Kabel immer einen höheren Übertragungsstandard als das „schlechteste“ Gerät haben. Soll ein 60-Hertz-Fernseher angesteuert werden, kann das ein abwärts-kompatible HDMI-2.1-Kabel problemlos. Andersherum bleibt der Bildschirm ggf. schwarz oder die Wiedergabe ist auf niedrige Hertz-Zahl begrenzt, wenn Zuspieler oder Fernseher mehr wollen, aber etwa ein 2.0-Kabel verwendet wird.

Für möglichst verlustfreies Musikhören sind normalerweise zusätzlich optische Anschlüsse vorhanden. Wer seinen alten Platten- oder CD-Spieler ebenfalls anschließen will, sollte zudem auf passende Anschlüsse wie Chinch achten. Alte Spielekonsolen wie eine Nintendo Wii verlangen nach analogen Videoanschlüssen wie Composite- oder Component-Eingängen, das kann, muss aber bei aktuellen Receivern nicht schwierig werden. Zur Not können in den meisten Fällen passende Adapter für Abhilfe sorgen.

Aktuelle AV-Receiver bieten zudem immer mehr Funktionen wie eingebaute Musikstreaming-Clients ab Werk über LAN oder WLAN, AirPlay 2 oder Bluetooth und erhalten wie Smartphones OTA (Over the Air) Firmware-Updates. Gesteuert werden die Receiver normalerweise zusätzlich zu Bedienknöpfen am Gerät und Fernbedienung über das Smartphone. Zusätzlich sind häufig Sprachassistenten wie Amazon Alexa, Google Assistant oder Apples Siri mit an Bord, mit denen sich die Grundfunktionen der Geräte per Sprache steuern lassen.

Multiroom-Wiedergabe via Spotify Connect, Sonos, Google Chromecast und Amazon Prime Music oder proprietären Lösungen wie HEOS und Bluesound von Marantz und Denon (gehören beide zu Konzernmutter Sound United) gehören heute schon fast zum „guten Ton“. Gerade bei den proprietären Systemen muss alles aus einer Hand kommen, Hersteller-übergreifend kann es zu Problemen kommen. Zumindest eine zweite Zone, also etwa im Nebenraum stehende Lautsprecher, können über nahezu alle halbwegs aktuellen Verstärker angespielt werden. Manche Funktionen lassen sich später noch nachrüsten – etwa durch Streaming-Sticks wie Amazon Fire 4K oder Apple TV. Die bringen dann auch Musikdienste wie Spotify, Deezer, Tidal und Co. auf die Ohren, sofern das der Receiver nicht können sollte. Normalerweise gehört das aber bei modernen AV-Receivern zum Standard-Repertoire, ab der unteren Mittelklasse auch in High-Res wie mit WAV-, FLAC-, oder ALAC-Daten.

Neben der richtigen äußeren Hardware wie den passenden Anschlüssen muss der AV-Receiver zudem die richtige interne Hardware und die richtige Codec-Unterstützung mitbringen. So sollten sich Interessenten vor dem Kauf anschauen, ob das gewünschte Modell alle benötigten Sound- und Videocodecs mitbringt. Die wichtigsten Unterstützungen sind dabei Dolby Atmos und DTS:X sowie das weniger verbreitete, aber sehr gute Auro-3D, das vorwiegend bei Marantz und Denon eingesetzt wird.

Wichtige Videounterstützungen sind Dolby Vision, dynamisches HDR 10 und hohe Auflösungen sowie Bildfrequenzen. HDR 10+ wird derzeit kaum unterstützt. Oftmals können AC-Receiver Bildmaterial selbstständig hochskalieren, etwa Full-HD auf 4K. Das spart Umschaltzeiten und Konfigurationen am Fernseher oder Beamer, ist heute aber nur noch teureren Modellen vorbehalten. Modernde Fernseher und Beamer können das aber heute sowieso fast immer und noch dazu in guter Qualität. Bei höherpreisigen Modellen ab 500 Euro sollte alles andere enthalten sein, zumindest bei Geräten ab Erscheinungsjahr 2020.

Interessenten sollten sich vor dem Kauf überlegen, welchen Standard sie später nutzen wollen, da gerade die Audio-Standards mit unterschiedlichen Lautsprechern umgesetzt werden und jeder AV-Receiver eigene Stärken und Schwächen hat. Für besonders umfangreiche Lautsprecherinstallationen ist zudem die ausreichende Anzahl der Vor- und Endstufen im AV-Receiver wichtig – oftmals weisen Verstärker mehr Vor- als Endstufen auf, um bei Bedarf per zusätzlicher Endstufe die Kanal-Anzahl später erhöhen zu können. Grundsätzlich wird für jeden Lautsprecher ein Endstufen-Kanal benötigt, normalerweise bieten aktuelle Receiver fünf bis 13 Kanäle. Sieben ist derzeit ein guter Mittelweg.

Ein weiteres Feature bezieht sich auf die eingangs angesprochene Raumsituation. Die beste Anlage klingt nicht gut, wenn zu viele Störfaktoren vorhanden sind – und die sind wegen Möbeln und Bauform von normalen Wohnungen immer da. Moderne AV-Receiver kommen daher mit digitalen Klangoptimierern bis hin zur Raumvermessung mit anschließender Laufzeitkorrektur und zahlreichen anderen Helferlein. Diese stammen meist von den führenden Firmen Audyssey oder Dirac und nennen sich etwa MultEQ XT oder Diryc Live. Je nach Qualität und Ausführung gibt es dafür zusätzliche Einmessmikrofone, bisweilen geschieht das sogar über das Smartphone und für Dirac wird ein PC oder Laptop benötigt. Der Receiver versucht dann, einzelne Frequenzen so zu steuern, dass brummige Bässe und überspitze Höhen vermieden werden. Zudem dürfen Nutzer selbst per Equalizer nachsteuern.

Beliebte AV-Receiver im Überblick:

Im Alltag kann aber manchmal schon einfaches Umpositionieren der Lautsprecher oder verschieben einzelner Möbelstücke wahre Wunder bewirken. Ein Subwoofer rechtwinklig in einer Raumecke etwa ist meist keine gute Idee. Letztendlich sind automatische Einmesssysteme aber nicht das Nonplusultra – es muss dem Hörer gefallen. Zusätzlich zum Umstellen von Möbeln oder Lautsprechern hilft dann meist schon das typische Auto-Setup, mit dem AV-Receiver grundlegende Aspekte wie Raumgröße, Lautsprecherabstand, Größe der Lautstärke und einiges mehr der Reihe nach abfragt.

Bei der Wahl der Lautsprecher gilt es ebenfalls einiges zu beachten. Wie viele „Boxen“ benötigt werden, hängt von der angepeilten Wiedergabeart ab. Musik wird in Stereo genossen, dazu benötigt es also eine gute Endstufe und ordentliche Lautsprecher. Die kleinen „Brüllwürfel“, die oft in günstigen 5.1-Komplettsets angeboten werden, dürften den meisten Nutzern nicht reichen. Oft werden hier Standlautsprecher empfohlen, die dank mehr Volumen kräftigeren Bass versprechen. Tatsächlich hängen Klang und Leistung aber nicht nur von der Größe, sondern vielmehr von der eingebauten Technik ab. Außerdem benötigen Standlautsprecher deutlich mehr Platz in der Wohnung, etwa, weil sie Abstand zur Wand benötigen, um ihr Klangbild frei entfalten zu können. Daher gilt: Lieber gut aufgestellte Regallautsprecher als ein gerade so in die Ecke gepresster großer Lautsprecher. Die räumlichen Besonderheiten können später zudem in die Wahl der Lautsprecher einfließen. Lebendige, also sehr hellhörige Räume mit wenig Dämpfung durch Teppich, Tapete oder weiche Möbel wie Couch oder Sessel können dann mit Speakern mit etwas weniger Klarheit ausgeglichen werden, akustisch tote, also stark gedämpfte Räume mit besonders klaren Lautsprechern.

Wie beim AV-Receiver gilt: Sollen die Lautsprecher für Musik, Film oder beides genutzt werden? Für Filmton eignen sich Surround-Sets mit möglichst gleichartigen und gleich großen Lautsprechern plus Subwoofer. Hier ist es hilfreich, wenn alle Boxen vom gleichen Hersteller und aus der gleichen Reihe stammen, da gleichklingende Technik für Mittel- und Hochtöner verwendet wird. Unterschiedliche Größen, etwa für die beiden Hauptlautsprecher vorne, sind dabei nebensächlich. Beim aktiven Subwoofer hingegen spielt der gleiche Hersteller eine untergeordnete Rolle. Für Musik sollten es am besten zwei gute Standlautsprecher sein, am besten mit Bi-Amping zum Anschluss von Hoch- Mittel- und Tiefton an je eine (oder mehrere) Endstufen des Receivers. Der muss dann aber über einzeln zuweisbare Endstufen verfügen.

Eine gute Mischung ist ein Set bestehend aus zwei großen Standlautsprechern für Musik, die bei Filmen von Surround-Speakern und Subwoofer unterstützt werden. Dabei sollte dann aber der Center-Speaker, der für klare und volle Sprache im Film zuständig ist, ausreichend dimensioniert werden. Je nach Raumsituation kann es besser sein, zwei kleinere statt einem großen Subwoofer zu nutzen. Damit lassen sich ungünstige Schallverteilungen ausgleichen, außerdem sind zwei Subs meist kräftiger als einer. Apropos Raumsituation: Wer nicht sehr leidensfähige Nachbarn hat, sollte Front-statt Downfire-Subwoofer bevorzugen. Die brauchen weniger Leistung und bringen die Bausubstanz weniger zum Beben. Woofer mit 12 Zoll (darunter sollte es nicht gehen) gelten zudem als präziser als große 18-Zöller. Die sind dafür meist kräftiger und spielen tiefer – für Heimkino gut, für Musik nicht zwingend. Da normalerweise aktive Subwoofer zum Einsatz kommen, also Modelle mit eingebautem Verstärker, muss der eingeplante AV-Receiver lediglich einen passenden Anschluss bieten – und das tun heute so gut wie alle Modelle.

Apropos aktiv: Grundsätzlich gibt es alle Lautsprecher aktiv, also mit eingebauter Endstufe, normalerweise sind sie aber passiv ausgelegt und werden vom AV-Receiver mit Leistung versorgt. Subwoofer sind sogar überwiegend aktiv ausgelegt. Auch bei der Anschlussart gibt es zwei Möglichkeiten: Per Kabel oder kabellos. Hifi-Enthusiasten bevorzugen ausreichend dickes und qualitativ hochwertiges Kabel, einfacher sind Funkverbindungen.

Aktive Subwoofer im Überblick:

Aufgestellt werden Stereo-Lautsprecher zum Musikhören im sogenannten Stereodreieck. Dabei ist der Abstand der beiden Lautsprecher zueinander genauso groß wie der Abstand zum Hörer, es ergibt sich von oben betrachtet also ein gedachtes, gleichschenkliges Dreieck. Für Surroundsound beim Filmschauen, bei dem Sound nicht nur von vorn, sondern auch von der Seite, hinten oder gar oben kommen soll, benötigt man deutlich mehr Lautsprecher – oder technische Tricks. Bei diesen überwiegend objekt- statt kanalbasierten Tonformaten wie Atmos/DTS:X verteilt der AV-Receiver Ton in Echtzeit auf die passenden Lautsprecher. Dadurch entsteht eine besonders hohe akustische Dichte, die für maximale Immersion sorgt.

Für Surround werden normalerweise ein Center-Lautsprecher für gute Sprachverständlichkeit in der Mitte unter Fernseher oder Leinwand, die beiden zuvor erwähnten Hauptlautsprecher und zwei weitere Lautsprecher neben den Zuschauern benötigt. Ein Subwoofer sorgt für den nötigen Tiefgang (5.1 – fünf Satelliten und ein Subwoofer). Eine Erweiterung stellt 5.2 mit zweitem Subwoofer oder 7.1/7.2 mit zusätzlichen Lautsprechern hinter den Zuschauern dar. Wer es auf die Spitze treiben will, setzt zusätzlich zwei oder vier Top Firing Module oder auch Hight-Lautsprecher ein (7.1.2 oder 7.2.4), die durch ihre Form und die hohe Platzierung Ton von oben auf die Hörer werfen. Damit lässt sich Dolby Atmos und DTS:X wiedergeben. Für Auro-3D sind ein 5.1-System und je zwei High-Lautsprecher vorn und hinter den Zuhörern notwendig.

Für die Montage hinter und neben den Zuhörern gibt es entweder diverse Lautsprecherständer oder spezielle Wandlautsprecher. Als seitliche Lautsprecher müssen bei bestimmten 3D-Soundinhalten sogenannte Dipole verwendet werden, die Ton nach vorn und hinten gleichzeitig abstrahlen. Das ist hauptsächlich für THX-Ultra und Dolby ProLogic wichtig, spielt bei dem moderneren Dolby Digital oder DTS keine wichtige Rolle. Wer keine Boxen an oder in der Decke platzieren will, kann sich zudem mit Top Firing Modulen/Hight-Lautsprechern behelfen, die auf das vordere Stereo-Paar gestellt werden und durch Reflexion über die Zimmerdecke ebenfalls Sound „von oben“ abgeben.

Neben der Art der Platzierung und der daraus teilweise resultierenden Bauart der Lautsprecher sind weitere Faktoren beim Kauf wichtig. Neben dem Budget (Faustformel Enthusiasten: Das Hauptlautsprecherpaar darf für Musik mehr als und gerne bis zum Dreifachen des Receivers kosten) gibt es technische Parameter und nicht zuletzt den persönlichen Geschmack, der in die Kaufentscheidung mit einfließen sollte. Zu den technischen Daten gehören Angaben wie der Wirkungsgrad, der zumindest als grober Anhalt dienen darf. Besonders niedrige Wirkungsgrade wie etwa 80 dB fordern teils deutlich mehr Leistung vom Verstärker, können dafür aber andere Besonderheiten wie sehr hoch liegende akustische Präzision ermöglichen. Andererseits ist ein besonders hoher Wirkungsgrad von über 100 dB allein nicht zwingend ein Garant für hohe Pegel – hier kommt es auf die Qualität an. Ähnliches gilt für Watt-Zahlen, die Leistungsfähigkeit suggerieren. Unterschieden wird hier zwischen Dauer- und Impulsbelastbarkeit, der wichtigere Wert ist die Dauerbelastbarkeit. Auch hier gilt: Ein hochwertiger Lautsprecher mit 80 Watt kann „lauter“ und voller klingen, als ein Pendant mit angeblichen 200 Watt. Bei namhaften Herstellern dürfen möglichst hohe Angaben für Schalldruck und Watt aber als Anhalt dienen. Das gilt auch für Angaben zur passenden Raumgröße für Lautsprecher. Generell sollte ein Lautsprecherset zur Raumgröße passen. Die meisten Hersteller geben dafür grobe Vorgaben an, damit sich ein unterdimensioniertes Set nicht im zu großen Raum „verliert“.

Die in Ohm angegebene Impedanz stellt heute für moderne AV-Receiver meist kein Problem dar. Lautsprecher liegen hier oftmals im Bereich 4 bis 8 Ohm, Receiver bieten eine deutlich größere Bandbreite. Nicht zuletzt ist der eigene Geschmack entscheidend: Mancher Hersteller legt mehr Wert auf präzise Höhen, andere auf möglichst voluminösen Bass. Hier können Testberichte helfen, manche Hersteller bieten aber auch eine Rücknahme-Garantie an, wenn die Lautsprecher zu Hause doch nicht mehr so gut wie erwartet klingen.

Gerade Probehören am geplanten Einsatzort ist wichtig, da nur hier die spezifischen Raumgegebenheiten berücksichtigt werden können. Wem das alles zu aufwendig oder übertrieben scheint, der kann auf Komplettsysteme von Herstellern zurückgreifen. Sie bieten aufeinander abgestimmte Komponenten aus einer Hand. Noch einfacher wird es nur mit Soundbars.

Die beliebtesten Komplettsysteme im Überblick:

Guter Sound ist eine Wissenschaft für sich und unsere Ratgeber kratzt dabei eher an der Oberfläche. Damit sollten Einsteiger dennoch eine ausreichende Vorstellung von der Thematik erhalten und in der Lage sein, grobe Fehler beim Kauf der Heimkino-Anlage zu vermeiden. Wer sich tiefer in die Materie einlesen will, findet in Fachmagazinen oder Hobby-Foren fast unerschöpflichen Lesestoff, bei dem bisweilen die Grenzen zwischen Voodoo und Wissenschaft (Thema Kabel-Klang…) zu verschwimmen scheinen. Wichtig dabei: Zahlreiche echte und Möchtegern-Profis propagieren gern, dass nur das Beste gut genug ist – bei entsprechenden Preisen natürlich. Dabei ist auch ein günstiges 5.1 oder 7.1-Set besser als der Fernseher-Sound und für viele Interessenten sicherlich ausreichend. Wie im Text erwähnt gilt daher auch hier erneut: Nicht Kirre machen lassen, Ausprobieren geht vor Studieren – am besten mit Rückgabeoption!

Wer aufgrund des größeren Aufwands nun doch vor einer Lautsprecher/Receiver-Kombo zurückschreckt, sollte sich unseren Ratgeber zu Soundbars anschauen. Eine Bestenliste günstiger Beamer haben wir ebenfalls zusammengestellt. Wer Heimkino-Sound mit einem Fernseher kombinieren will, findet in unserer Kaufberatung zu 4K-Fernsehern genug Material.

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