Kosmos, Fischertechnik & Co.: Von Experimentierkasten bis Roboter ab 5 Euro

Mit Powered Up lassen sich Lego-Modelle einfach per App steuern. Im Bild etwa das Batmobil.

Teile diesen Beitrag

Beliebt auf TechStage

Samsung Galaxy S23, S23+ und S23 Ultra: Jetzt schon bestellen

Samsung Galaxy S23, S23+ oder S23 Ultra: Wo man sie jetzt schon bestellen kann

Adapter und Lautsprecher mit Bluetooth, WLAN, Funk: So geht kabelloser Sound

Adapter und Lautsprecher mit Bluetooth, WLAN, Funk: So geht kabelloser Sound

Billige Tablets bis 100 Euro: Schrott oder günstiges Entertainment?

Billige Tablets bis 100 Euro: Schrott oder günstiges Entertainment?

Bilder retten: Fotos, Dias & Negative scannen und sichern

Bilder retten: Fotos, Dias & Negative scannen und sichern

Elektronik- und Metallbaukästen oder Experimente in Chemie und Biologie: Viele Hersteller versprechen Spielzeug zum Lernen. Dieser Ratgeber hilft bei der Auswahl.

Kinder und Jugendliche lieben es zu basteln oder auszuprobieren. Damit der Nachwuchs nicht nur vor der Konsole, dem Tablet oder Smartphone sitzt, bieten sich Modellbaukästen und Experimentierkästen an. Denn spielend lernt es sich am besten.

Dieser Ratgeber stellt geeignete Produkte von Herstellern wie Lego, Fischertechnik, Kosmos oder Franzis vor, die sich als Geschenk in erster Linie für Kinder und Jugendliche eigenen und dabei pädagogisch wertvoll sind. Der Artikel richtig sich nicht ausschließlich an Eltern, die meistens wissen, was ihre Kinder wollen. Er soll auch Tanten, Onkeln, Großeltern oder guten Freunden dabei helfen, etwas Sinnvolles für Kinder auszuwählen. Ansonsten eignen sich einige der hier vorgestellten Bausätze und Experimentierkästen auch für jung gebliebene Erwachsene, die gerne basteln, knobeln oder ein nostalgisches Gefühl erleben möchten.

Bevor man ein neues Spielzeug schenkt, sollte man sich über ein paar Dinge im Klaren sein, damit es auf keiner Seite enttäuschte Erwartungen gibt. Nach den Erfahrungen der Eltern in der Redaktion von TechStage schnappt sich das Kind selten das Geschenk, verschwindet in sein Zimmer und erkundet es dann alles selbst. Deutlich realistischer ist, dass man noch Zeit einplanen sollte, das Geschenk mit dem Beschenkten aufzubauen, einzurichten und auszuprobieren.

Ein weiterer Tipp: Lieber klein und gezielt schenken als riesige Pakete aussuchen. Die meisten Kinder können mit kleinen, geführten Experimenten sehr viel mehr anfangen als mit einer riesigen Auswahl. Beim Thema Baukästen sollten bestehende Systeme erweitert werden – ein Lego-Fan kann wenig mit Fischertechnik anfangen und umgekehrt. Selbst die coolsten Geschenke liegen irgendwann in der Ecke. Das heißt nicht, dass sie langweilig sind, im Gegenteil. Kinder brauchen Zeit, das Gelernte zu verarbeiten und umzusetzen.

Mit Experimentierkästen gibt es eine interessante Möglichkeit, Kinder mit intelligenten Projekten abzulenken. In diesem Segment ist ein Klassiker unter den Bausätzen aktiv – Kosmos. In der Redaktion gibt es immer noch Erinnerungen an die klassischen Elektronikbaukästen. Kosmos bietet für jede MINT-Disziplin (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik) passende Experimentierkästen an. Neben den offenbar ewig im Trend liegenden Urzeitkrebsen gibt es Elektronik-Bausätze für Roboterhände, ein Gewächshaus oder Zuchtset für Kristalle in Einhornform.

Eine Alternative zu Kosmos kommt vom Franzis Verlag. Auch hier hat man eine breite Auswahl an verschiedenen Einzelexperimenten. Besonders interessant ist, dass Franzis relativ früh auf die Themen Arduino und Raspberry Pi eingestiegen ist. Das Thema IT und Technik ist insgesamt ein Schwerpunkt bei Franzis, etwa in Produkten wie „Der kleine Hacker“. Wer Kinder an diese Technologien heranführen möchte, der findet hier wahrscheinlich die richtigen Produkte.

Und dann gibt es noch das Littlebits-System. Das will Kinder spielend an Themen wie Elektronik und Programmierung heranführen. Die einzelnen Module, die Bits, haften magnetisch aneinander und erlauben es, Schaltkreise mit verschiedenen Funktionen aufzubauen.

Neben den großen Sammlungen bietet Littlebits einzelne, deutlich günstigere Bausätze, mit denen sich kleinere Projekte verwirklichen lassen. Dazu gehört etwa das Hero Inventor Kit, bei dem sich das Unternehmen die Marvel-Lizenz gesichert hat. Mit letzterem lassen sich bestimmte technische Gadgets der Superhelden bauen, darunter etwa ein Nachbau von Iron Mans Handschuh.

Wer jetzt seine alten Legos wieder aus dem Keller zieht, bringt Kinderaugen wahrscheinlich schnell zum Leuchten. Und wer die Klemmsteine mit zusätzlichen Funktionen ausbauen will, der hat mehrere Möglichkeiten. Das Flaggschiff ist Lego Mindstorms in der Version 3. Neben den Motoren und den programmierbaren Komponenten gibt es zahlreiche Sensoren. Mindstorms hat allerdings zwei Nachteile: Es ist vergleichsweise teuer und richtet sich vor allem an ältere Kinder und Fans des Technic-Systems.

Für jüngere Bastler eignet sich Lego Boost wahrscheinlich besser. Es ist nicht nur günstiger als Mindstorms, sondern deutlich einfacher zugänglich. Programmiert wird mit einer App, in der grafische Code-Bausteine hin- und hergezogen werden und ineinander einrasten. Boost hat kürzlich Zuwachs bekommen.

Neben dem bisherigen Roboter können sich Star-Wars-Fans das Droiden-Set kaufen. Wer also schon immer R2D2 oder die kleinen Putzroboter aus Jedi Academy nachbauen wollte, der sollte sich das Set genauer ansehen. Boost und Mindstorms sind nicht auf die Lego-Software beschränkt. Sie lassen sich beispielsweise auch mit einem Raspberry Pi betreiben, wie die Kollegen der c’t in diesem Beitrag zeigen.

Die dritte Möglichkeit, Lego-Modellen etwas Leben einzuhauchen, ist Powered Up. Das System ist etwas unbekannter und bietet weniger Möglichkeiten als etwa Boost, dafür ist der Einstieg leichter. Wir haben es in unserem Testbericht über Lego Hidden Side, Powered Up und Ninjago genauer angesehen. Im Grunde besteht es aus einer zentralen Steuereinheit, an die etwa Motoren angeschlossen werden. Sie verbindet sich per Bluetooth mit einer App auf dem Smartphone. Diese hat einfache Steuerelemente, mit denen man die Motoren antreiben kann. Auch einfache Abläufe können programmiert werden.

Powered Up ist deswegen interessant, weil es offenbar bei Lego inzwischen für immer mehr Produkte genutzt wird. Seit unserem ersten Test kamen neue Modelle hinzu, etwa der Liebherr-Bagger oder ein ferngesteuertes Rallye-Auto.

Eine Alternative zu Lego kommt von Fischertechnik. Die Plastiksteckmodule, vielen vielleicht aus Studium und Berufsschule bekannt, gehen mit der Zeit. Nicht nur gibt es ziemlich coole Kugelbahnen oder einen 3D-Drucker, sondern mit der Robotics-Serie eine ganze Reihe weiterer Modelle. Diese lassen sich nicht nur unterschiedlich zusammenbauen, sondern auch programmieren.

Fischertechnik baut die Serie deutlich mehr aus als Lego, etwa gibt es mit dem Robotics TXT Smart Home ein Set, mit dem die Geräte auf Umwelteinflüsse reagieren können. Sensoren messen Lufttemperatur, den Luftdruck oder die Luftqualität. Die Daten können ausgelesen und zentral gesammelt werden, um Aktionen darauf basierend auszuführen.

Die Sets von Fischertechnik sind bezüglich ihrer Komplexität in etwa auf dem Niveau von Mindstorms, teilweise sogar darüber. Entsprechend empfehlen sie sich eher für Kinder ab 10 Jahren – idealerweise sollten sie ohnehin schon an das Thema Fischertechnik herangeführt sein. Die Kollegen der c’t haben das Smart Beginner Set von Fischertechnik einem Kurztest unterzogen.

Wem es speziell Schraubsysteme angetan haben, der findet eine Vielzahl an Metallbaukästen bei Fischertechnik. Hersteller wie Eichhorn oder Brio Builder bieten zudem Bausätze zum Verschrauben aus Holz an, die sich auch gut für kleinere Kinder eignen.

Der Sphero Bolt (heise-Testbericht), ein kugelrunder Roboter mit Hightech-Innenleben, ist eine Mischung aus ferngesteuertem Spielzeug und programmierbarem Hightech. Das durchsichtige Gehäuse des Bolt, erlaubt einen Blick ins Innere. Dort fällt vor allem das 8 x 8 Pixel große LED-Display ins Auge. Neben der RGB-Anzeige sind die Hauptplatine mit Lageerkennungsmodul und Kompass, vier Infrarot-Sensoren und die Ladespule zu erkennen. Die Batterielaufzeit bei Bewegung liegt bei knapp zwei Stunden. Wer den Bolt nicht durch die Gegend rollen lässt, sondern programmiert, hat bis zu fünf Stunden Zeit, bevor der Roboter wieder auf die kabellose Ladeschale muss.

Wer das Gadget nutzen möchte, braucht zwei unterschiedliche Apps. Die Software Sphero Play (Android /iOS) dient ausschließlich zur Steuerung des Roboters. Der Nutzer hat dabei die Wahl zwischen der Bedienung per Steuerkreuz, per Smartphone-Neigung, per virtuellem Kick oder per akustischem Signal. Die Steuerung klappt intuitiv und unproblematisch, allerdings fehlt hier die Langzeitmotivation.

Deutlich interessanter und umfangreicher ist die Nutzung der App Sphero Edu (Android /iOS). Diese ermöglicht die Programmierung des Sphero Bolt mit vorbereiteten Code-Schnipseln oder per Java-Script. Der Anwender hat dabei nicht nur Zugriff auf die Bewegung des Roboters, sondern auch auf die gesamte eingebaute Sensorik und das Display. Das Gadget eignet sich so hervorragend zur praxisnahen Vermittlung von Programmiergrundlagen – sowohl für Kinder und Jugendliche, als auch für Erwachsene.

Für Kinder ab sechs Jahren ist der Roboter Dash von Wonder Workshop gedacht. Zum Roboter gehören fünf verschiedene Apps, mit denen sich verschiedene Projekte mit dem Roboter umsetzen lassen. Besonders interessant ist, dass der Hersteller Verbindungsstücke beilegt, mit denen sich Lego-Bausteine am Roboter befestigen lassen. In Kombination lassen sich so ziemlich coole Projekte umsetzen.

In den Bereich High-End fällt der Roboter DJI Robomaster S1 (Testbericht). Der eigentlich durch seine Drohnen bekannte Hersteller DJI liefert damit eine Roboter-Plattform, die mehr für Wettkämpfe denn als Spielzeug gedacht ist. Der Roboter mit vier Rädern und Geschützturm lässt sich per App und Smartphone fernsteuern und fährt teilweise wilde Manöver.

Richtig spannend wird es, wenn mehrere Spieler gegeneinander antreten. Die Roboter können entweder Lichtblitze oder kleine Silikonkugeln abfeuern. Letzteres empfehlen wir keinesfalls in der Wohnung, denn die verschossenen Kugeln findet man auch noch Wochen später an den undenkbarsten Stellen wieder. Dazu lässt sich der Roboter programmieren und teilweise automatisieren. Der Nachteil: Mit mindestens 400 Euro ist das Gerät nicht gerade günstig – und eigentlich benötigt man mindestens zwei.

Es gibt allerdings deutlich günstigere Roboter für den Zweikampf, einen Überblick bietet unser Ratgeber RC-Spielzeug für Multiplayer: Auto, Drohnen & Co. mit Battle-Funktion. Wer sich für weiterer ferngesteuerte Roboter und andere Spielsachen dieser Art interessiert, sollte einen Blick in unseren Ratgeber Kurioses RC-Spielzeug: Dinos, Krokodile & Roboter ab 20 Euro werfen.

Wer nicht zwingend auf eine MINT-basierte Tätigkeit besteht, der kann einfach etwas basteln. Auch hier gibt es einen fast nicht enden wollenden Fundus an Sets und Boxen mit Ideen, die allesamt mehrere Stunden Ablenkung versprechen. In der Praxis haben insbesondere die Sets von Recycle Me einwandfrei funktioniert. Damit kann man etwa Eierkartons ein neues Leben als Feuerwehrauto oder Piratenschiff einhauchen. Die Boxen bringen alle „speziellen“ Komponenten mit, alles Weitere kann man sich aus vermeintlichem Abfall im Haushalt zusammensuchen – eben etwa Eierkartons.

Es muss aber natürlich nicht bei kreativer Nutzung von Abfall bleiben. Kosmos etwa hat ein Schnitz-Set im Angebot, komplett mit Messer. Alternativ gibt es Mosaiks, Bügelperlen und Ähnliches.

Es gibt inzwischen unglaublich viele Spielzeuge, Bausätze, Lösungen und Experimentierkästen, mit denen man Kinder an die verschiedensten MINT-Disziplinen heranführen kann. Wer Geschenke auswählen will, der sollte sich an folgende Tipps halten:

  • Immer nach dem Interesse des Kindes gehen. Im Zweifel sollte man die Eltern fragen.
  • Bestehendes erweitern: Interessiert sich das Kind bereits für ein System, sollte man dies eher erweitern, als etwas komplett Neues anzufangen.
  • KISS – Keep it short and simple. Dieses Prinzip gilt auch hier. Einfache Bausätze, die ein schnelles Erfolgserlebnis bringen, sind für den Anfang besser als riesige Kästen, in denen man sich zu leicht verliert.
  • Neben dem Spielzeug sollte man die eigene Begeisterung gleich dazu schenken. Wenn das Kind sieht, wie der Onkel, die Tante oder der alte Freund sich für Themen begeistern kann, wird es davon oft mitgerissen. Wichtig ist dann nur, dass man es beim Aufbau nicht übertreibt, und das Kind seine eigenen Fehler machen lässt – etwas, das leichter gesagt als getan ist.

Weitere Geschenkideen stellen wir in diesen Ratgebern vor:

Tags:

Affiliate-Information

- Bei den mit gekennzeichneten Links handelt es sich um Provisions-Links (Affiliate-Links). Erfolgt über einen solchen Link eine Bestellung, erhält TechStage eine Provision. Für den Käufer entstehen dadurch keine Mehrkosten.