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Kleidungsstücke mit Heizung: Wärme auf Knopfdruck
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Wer schnell friert, kann das Zwiebelsystem anwenden oder sich mit beheizbaren Kleidungsstücken warmhalten. Wir zeigen, für wen sich die Investition lohnt.

Um sich gegen die einsetzende Kälte zu schützen, heißt es warm anziehen. Wer empfindlich auf Kälte reagiert, bevorzugt das bewährte Zwiebelsystem, zieht also mehrere Kleidungsstücke übereinander an. Doch es geht auch komfortabler. Kleidung mit integrierten Heizelementen und einem Akku bieten eine interessante Alternative. Ein Blick auf die Angebote von beheizbarer Kleidung zeigt, dass die Technik längst nicht mehr nur in teuren Markenprodukten eingebaut ist. Insbesondere No-Name-Anbieter haben eine riesige Anzahl verschiedener Modelle im Angebot. Eine interessante Auswahl solcher nicht im Preisvergleich gelisteter Kleidungsstücke zeigen wir am Ende des Artikels.

Für den Praxisteil dieses Artikels haben wir uns eine schwarze Softshell-Jacke mit abnehmbaren Ärmeln vom Werkzeughersteller Makita angesehen. Diese kostet rund 160 Euro und ist ordentlich verarbeitet. Das Kleidungsstück ist nur dünn gepolstert und eignet sich so perfekt für den Herbst. Dank wasserabweisender Oberfläche und den Heizelementen ist sie aber auch für den Winter geeignet. Die Nähte sind sauber verarbeitet und die Reißverschlüsse sind leichtgängig.

Als Stromquelle für die insgesamt drei Heizelemente dient im Test ein 10,8-Volt-Akku mit einer Kapazität von 1500 mAh. Dieser ist in zahlreichen Akku-Werkzeugen des Herstellers verbaut. Wer kein Makita-Werkzeug zu Hause hat, muss sich Akku und Ladegerät extra kaufen – beides gehört nicht zum Lieferumfang. Die Kosten für den Einzelkauf liegen bei 25 bis 40 Euro. Bei voller Leistung hält der Akku etwa drei Stunden durch.

Die im Rückenteil und auf beiden Seitenteilen eingenähten Heizelemente lassen sich zwar ertasten, sie stören aber nicht. Ist der Akku geladen, wird er in einen mitgelieferten Adapter eingeschoben und mit dem Stromkabel der Jacke verbunden. Dieses befindet sich in einer kleinen Tasche auf der linken Körperseite. Das unscheinbare Bedienelement der Heizung sitzt auf der linken Seite auf Brusthöhe. Es besteht aus einem unauffälligen Taster und drei weißen Strichen auf einer gummierten Oberfläche. Diese sind im Betrieb beleuchtet und zeigen den aktuellen Betriebszustand. Ein mehrsekündiger Druck auf den Taster schaltet die Heizung ein oder wieder aus. Ein kurzer Druck dient zur Wahl der Heizleistung.

In der Praxis dauert es mehr als fünf Minuten, bis die Heizelemente ihre maximale Temperatur erreichen – trotz des 10,8-Volt-Akkus. Jacken mit 5V-USB-Stromversorgung brauchen noch länger. Aber immerhin, nachdem die Heizelemente erst auf Temperatur sind, geben sie ordentlich Wärme ab. Wir fühlen uns zwar nicht, wie in der Sauna aber spürbar ist die Wärme definitiv. Besonders dann, wenn man angelehnt sitzt oder sich nicht viel bewegt. Beim Drohnenfliegen (Themenseite ) an kalten Tagen hat sich die Jacke bewährt. Wer schnell auskühlt und sich wenig bewegt, wird den Effekt mögen. Wer sich viel bewegt, kommt bei eingeschalteter Heizung schnell ins Schwitzen.

In den letzten Monaten haben wir eine beheizte Noname-Jacke und einen Schal mit Heizeinlage getestet. Die Heizfunktion hat bei beiden Produkten gut funktioniert und auch die Verarbeitungsqualität ist in Ordnung. Die Modelle sind auch in unseren Bilderstrecken zu Heiz-Kleidung von Banggood und Amazon verlinkt.

Grundsätzlich können wir feststellen, dass die meisten verfügbaren Kleidungsstücke auf eine sehr ähnliche Technik setzten, die sich hauptsächlich durch die Menge der Heizzonen und die Art der Stromversorgung unterscheidet. Am sinnvollsten erscheinen uns die Kleidungsstücke mit herkömmlichem USB-Anschluss. Hier ist man letztlich am flexibelsten. Ob nun drei oder acht Heizzonen vorhanden sind ist, aus unserer Sicht nicht so entscheidend, wie deren tatsächliche Größe. Um eine bestmögliche Heizleistung zu erreichen, müssen die Heizzonen vor allem großflächig sein.

Wer Jacken kauft, sollte bei den Bildern gut hinsehen. Insbesondere sehr günstige Modelle sehen schon auf den Produktfotos mäßig verarbeitet aus. Ein gutes Indiz sind immer die Reißverschlüsse. Sind diese versiegelt, spricht dies für eine ordentliche Verarbeitung und eine gewisse Wasserdichtigkeit.

Bei Bestellungen insbesondere bei Banggood und anderen chinesischen Versendern fallen die Kleidungsstücke verhältnismäßig klein aus. Aus der eigenen Erfahrung sollte man besser eine bis zwei Konfektionsgrößen größer bestellen.

Neben Makita bieten auch die Hersteller Bosch und Milwaukee beheizbare Jacken mit Einsatz für Werkzeug-Akkus. Die anderen Modelle nutzen eine USB-Powerbank als Stromquelle. Diese gehört, wie die Werkzeug-Akkus, nicht zum Lieferumfang.

Die Westen mit integrierten Heizelementen sind vor allem in der herbstlichen Übergangszeit praktisch. Wer kein dick gefüttertes Modell kauft, kann dieses unter seine Winterjacke ziehen und es so auch im Winter benutzen. Die Preise für beheizbare Westen beginnen bei etwa 25 Euro. Eine überschaubare Investition.

Wer schnell kalte Füße bekommt, sollte sich die beheizbaren Schuheinlagen ansehen. Diese sind normalerweise in drei Schichten unterteilt. Die Oberseite ist mit weichem Fleece, Fell oder einem plüschigen Stoff beklebt. Die Unterseite besteht aus einer silbrigen Folie, die vom Boden aufsteigende Kälte reflektieren soll. Mittig ist das eigentliche Heizsystem eingebaut. Bei Modellen mit integriertem Akku, sitzt auch dieser in der mittleren Schicht. Einlagen mit externer Stromquelle sind etwas flacher und haben den Vorteil, dass der Akku austauschbar ist.

Die beheizbaren Einlegesohlen sind allerdings nicht gerade günstig. Die Preise für Markenmodelle übersteigen die 100-Euro-Marke. Wer sie kauft, muss außerdem beachten, dass im Schuh auch genügend Platz zur Verfügung steht. Die Heiz-Sohlen sind insgesamt deutlich dicker als Standard-Sohlen.

Wer auch in der Wohnung nicht auf warme Füße verzichten soll, bekommt alternativ auch beheizte Socken.

Für winterliche Aktivitäten bieten sich beheizbare Handschuhe an. Diese gibt es in verschiedensten Ausführungen. Die Auswahl reicht von dünnen Woll-Handschuhen bis hin zu dicken Skihandschuhen. Preislich beginnen die günstigsten Modelle bei unter 10 Euro. Damit sie funktionieren, wird häufig eine USB-Powerbank benötigt. Die hochpreisigen Handschuhe kommen inklusive passender Akkus zum Kunden.

Neben den genannten Kleidungsstücken gibt es auch USB-Handwärmer, beheizte Unterwäsche und Mützen . Wer im Schnee lieber auf Technik verzichten will, kann sich auch mit klassischen Wäremepads behelfen. Diese passen in jede Tasche und funktionieren durch eine chemische Reaktion im Inneren der Kunststoff-Pads. Zum Reaktivieren werden die Pads für mehrere Minuten in kochendes Wasser gelegt.

Kleidungsstücke mit integrierten Heizelementen sind insbesondere bei passiven Aktivitäten im Freien praktisch. Gerade bei wenig Bewegung sorgen sie dafür, dass der Körper nicht so schnell auskühlt. Sie vollbringen zwar keine Wunder, sorgen aber für zusätzliche Wärme.

Aus Erfahrung müssen auch günstige Modelle nicht schlecht sein. Insbesondere die Heizleistung ist trotz großer Preisunterschiede sehr ähnlich. Den Hauptunterschied macht die Verarbeitung und das verwendete Material der Kleidungsstücke. Wer hohe Ansprüche an Dichtigkeit und Langlebigkeit stellt, sollte in hochwertigere Modelle investieren. Jacken von Bosch oder Makita funktionieren sogar mit vorhandenen Werkzeug-Akkus. Grundsätzlich heizen die Varianten mit starkem Akku schneller auf, als die mit einer 5-Volt-USB-Stromversorgung. Wer seine Kleidung per USB beheizt, sollte sich eine Powerbank mit ausreichend hoher Kapazität besorgen. Bei beiden Varianten muss beim Kauf beachtet werden, ob der benötigte Akku zum Lieferumfang gehört.

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