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Zum Schrauben oder Kleben, zum Ziehen, Drehen oder Schieben: Es gibt etliche Konzepte für den erhöhten Berührungsschutz. Wir haben gängige Varianten ab wenigen Cent bis etwa 5 Euro pro Stück ausprobiert und einen klaren Favoriten.

Im Leben eines Erwachsenen spielt das Thema Kindersicherung für Steckdosen so lange keine Rolle, bis der eigene Nachwuchs Stricknadeln in Löcher stecken kann. Schade eigentlich: Würden wir das Thema bereits bei Bau und Renovierung bedenken, gäbe es später kein nerviges Gefummel. Aber der Reihe nach.

Die meisten von uns dürften aus ihrer eigenen Kindheit noch zwei Varianten von „erhöhtem Berühungsschutz“ kennen: Die dicken Plastikstöpsel, die man als Blockade in die Steckdose stopft und die man mühsam mit den Kontakten eines Steckers wieder herausfummeln muss, bevor man Handyladegerät, Rasierer oder Heißluftfritteuse anstecken kann. Und diese Dreh-Dinger, bei denen man den Stecker zunächst um 90° versetzt in die Steckdose drückt, mit den Kontakten kleine Aussparungen erreicht und diese dann mit einer Drehbewegung in die Horizontale bringt, bis der Stecker passt.

Beide Ausführungen gibt es heute noch, ergänzt um eine dritte Version, bei der man den Stecker nicht drehen, sondern nach unten oder oben schieben muss, um die Löcher zu den Kontakten freizugeben.

Die simple Version mit dem dicken Plastikknubbel eignet sich gut, um Steckdosen vorübergehend abzuschotten. Eine sinnvolle Nutzung ist nicht gegeben, zu fummelig ist das Rausziehen. Dazu kommt die Gefahr, das erneute Einsetzen des Blindsteckers zu vergessen. Außerdem sind die Kontakte zugänglich, wenn ein eingestecktes Kabel oder Netzteil gezogen wurde; die anderen Lösungen machen in diesem Fall „zu“.

Wir sehen in der Praxis genau zwei sinnvolle Einsatzmöglichkeiten: Erstens, Dreck und Staub aus selten genutzten Steckdosen fernhalten – etwa im Bad in Spiegelnähe. Und zweitens, um einen vorübergehenden Schutz herzustellen, beispielsweise im Gästezimmer, wenn sich Besuch mit jungem Nachwuchs ankündigt. Wer möchte, kann damit auch selten genutzte Steckdosen abdecken, da es hier aber im Vergleich zu anderen, praktikableren Lösungen kaum einen Kostenvorteil gibt, kann man dort auch gleich Dreh- oder Schiebesicherungen einsetzen. Theoretisch.

Ob man Sicherungen zum Drehen oder zum Schieben vorzieht, ist eine Sache des persönlichen Geschmacks. Praktikabel sind beide Varianten, ein bisschen fummelig aber auch. Unter dem Strich würden wir daher eher die Befestigung des Schutzes als Kaufkriterium heranziehen als die Frage, wie genau man den Stecker denn nun bewegen muss, damit der Strom fließt.

Angeboten werden die Plastikkappen mit Klebepads und Löchern für Schrauben. Wir würden, wo immer möglich, die Variante zum Schrauben vorziehen. Dafür löst man die Schraube in der Mitte der Steckdose, die die Abdeckung mit dem Einsatz verbindet, setzt die Sicherung auf und dreht die Schraube wieder rein. Das hält und lässt sich rückstandsfrei wieder entfernen, geht aber freilich nur bei Steckdosen mit Schraube – und damit etwa bei vielen Steckerleisten nicht. In solchen Fällen kann man immer noch zum Kleber greifen.

Die Klebepads haben zwei große Nachteile: Sie halten schlecht, wenn sich vor der Montage Staub und Dreck in der Steckdose breit gemacht haben – vorher Reinigen ist angesagt. Und sie halten zu gut, wenn die Kids aus dem Stricknadel-in-Löcher-Alter herausgewachsen sind; das Entfernen ist dann oft nur mit viel Mühe, Heißluft und Kleberesten auf dem Plastik möglich.

Das größere Problem: Offiziell sind solche Lösungen zum Nachrüsten, die die Abmessungen der Steckdose verändern, nicht mehr zulässig.

Es gibt auch eine (nahezu) perfekte Lösung: Steckdoseneinsätze mit integrierter Kindersicherung, respektive mit „erhöhtem Berührungsschutz“, wie der Elektrofachmann sagen würde. Entsprechende Steckdoseneinsätze gibt es für nahezu alle Schalterprogramme von allen großen Herstellen. Dabei ist in der Steckdose eine Mechanik integriert, die verhindert, dass etwas nur in ein Loch gesteckt werden kann. Wird ein normaler Stecker eingeführt, der auf beide Löcher etwa gleich viel Kraft ausübt, gibt ein Verschluss den Zugang frei.

Oder kurz und knapp: Solche Steckdoseneinsätze verhindern ziemlich zuverlässig, dass sich jemand mit einer Fischertechnik-Stange einen Stromschlag holt und nervt gleichzeitig niemanden, der ein Ladegerät einstecken will.

Bleibt der Blick auf die Kosten. Beispielhaft haben wir uns ein recht günstiges, aber optisch modernes Schalterprogramm angesehen, das Berker S1. Der Aufpreis von einer normalen Steckdose zur Variante mit erhöhtem Berührungsschutz liegt bei nicht einmal einem Euro – daher der Hinweis zu Anfangs, das möglichst gleich bei Bau oder Renovierung zu berücksichtigen.

Eine komplette Steckdose samt Schutzkappe liegt für dieses Schalterprogramm bei etwa 4 bis 5 Euro, Kinderschutz inklusive. Eigentlich bräuchte man nur die Abdeckung, die es beim Hersteller auch zur Nachrüstung gibt – aufgrund der geringen Nachfrage findet die sich aber nicht bei Amazon oder anderen Online-Shops im Programm, sondern ist über den Fachhandel zu beziehen.

Auch Steckerleisten und Verlängerungskabel gibt es mit erhöhtem Berührungsschutz ab Werk. Ansonsten geht der Weg über die Blindstecker oder Nachrüstlösungen mit Klebepads, da die Steckerleisten häufig keine Schrauben an den richtigen Stellen haben. Und das Thema, dass die Form der Steckdose nachträglich nicht verändert werden darf, gilt auch hier.

Der folgende Preisvergleich zeigt die verschiedenen Produkte und Optionen aus diesem Ratgeber samt günstigen Kaufmöglichkeiten an.

Der optimale Weg sind Steckdosen mit integrierter Kindersicherung. Ist eine Nachrüstung zu teuer, sind Dreh- oder Schiebesicherungen mit Schraubbefestigung der optimale Weg. Modelle mit Klebepads würden wir nur dort einsetzen, wo die Befestigung mit Schrauben nicht möglich ist – und Blindstecker sind der nervigste und unsicherste Weg.

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