Kinder-Smartwatches mit GPS im Vergleich: Jedes Smartphone ist besser

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Die Idee klingt verlockend: Über eine Smartwatch am Handgelenk ist das Kind jederzeit erreich- und ortbar. Doch häufig ist selbst ein sehr günstiges Smartphone dafür besser geeignet.

Wenn kleinere Kinder die ersten größeren Schritte in Richtung Selbstständigkeit beschreiten, etwa ohne Begleitung in die Grundschule oder den Hort gehen, wünschen sich viele Eltern und auch Kinder eine Möglichkeit, trotzdem in Kontakt zu bleiben. Auch eine GPS-Funktion steht hier häufig auf der Wunschliste, zumindest bei den Eltern. So wissen die nämlich in der Theorie stets, wo sich der Nachwuchs gerade befindet. Dies kann das Sicherheitsbedürfnis auf beiden Seiten erhöhen.

Dafür gibt es Smartwatches, die speziell auf diese Wünsche zugeschnitten sind. Sie sollen gleich mehrere Vorteile miteinander verbinden. Zum einen spricht der Formfaktor für die schlauen Uhren. Denn sie sind nicht viel größer als konventionelle Uhren und können entsprechend auch von kleinen Kindern am Handgelenk getragen werden. So ist die Smartwatch etwa beim Spielen nicht im Weg, geht weniger schnell verloren oder kaputt und ist stets in Reichweite.

Das wichtigste Feature ist die Telefonfunktion. So können Kinder ihre Eltern und Eltern ihre Kinder erreichen. Außerdem bieten viele Kinder-Smartwatches GPS. So wissen die Eltern, wo sich ihr Nachwuchs befindet. Häufig kann sogar chronologisch nachvollzogen werden, wo das Kind war. Ebenso gibt es bei einigen Modellen unter anderem eine Chat-Funktion, über die Sprachnachrichten, Emojis und sogar mit der Uhr aufgenommene Bilder verschickt werden können. Voraussetzung dafür ist freilich eine SIM-Karte.

Wir haben uns für diesen Ratgeber die zwei besonders beliebten Smartwatches Xplora Xgo2 und Anio 5 genauer angeschaut. Sie wurden uns freundlicherweise von Starmobile zur Verfügung gestellt. Noch bis zum 15. September gibt es bei Startlink über diesen Link diese und weitere Smartwatches für Kinder unter der Aktion Back To School mit 12-Monats-Vertrag im Telekom Smart Connect S Tarif für 12 Monate ohne Grundgebühr.

Neben diesen beiden Modellen gibt es weitere hochwertige Modelle wie TCL MT 40X Movetime, JBC Wikinger oder Vodafone Neo, die wir nicht getestet haben. Unser Ergebnis hat also keinen Anspruch auf Vollständigkeit und bezieht sich lediglich auf die Anio 5 und die Xplora Xgo2. Auf den Kauf von sehr günstigen Kinder-Smartwatches aus China sollte man jedoch verzichten, wie unsere Kollegen der c‘t in ihren Beitrag Achtung, Uhr hört mit erläutern.

Die Anio 5 gehört zu den schicken und kompakten Smartwatches für Kinder. Sie hat die Maße 44 x 8 x 13 Millimeter und wiegt 32 Gramm. Damit trägt sie auch bei kleinen Handgelenken kaum unnötig auf. Auch die Verarbeitung wirkt hochwertig. Der Lautsprecher sitzt unten, das Mikrofon auf der rechten Seite. Ebenfalls auf der rechten Seite gibt es zwei Knöpfe. Einer schaltet die Uhr ein und aus, der andere rote Knopf mit der Aufschrift SOS ruft bei längerem Gedrückthalten den vorher in der App bestimmten Notfallkontakt an und schickt eine SMS mit den GPS-Daten. Achtung: Die Uhr sollte dringend am rechten Handgelenk getragen werden. In unserem Test kam es mehrmals vor, dass der SOS-Knopf versehentlich aktiviert wurde, wenn sich das Kind mit angewinkelter linker Hand aufstützte.

Das Armband aus Kunstfasern ist an der einen Seite fix, an der anderen über eine Schlaufe mit der Uhr verbunden. Sie hält über einen Klettverschluss. So können auch kleine Kinder die Uhr schnell und sicher am Arm anbringen. Für größere Hände ist das Armband zu klein. Allerdings kann es über einen Schnellverschluss entfernt und mit alternativen Armbändern ersetzt werden. Die Anio 5 wird über den mitgelieferten Adapter geladen – und zwar jeden Tag. Denn am Abend ist der 400-Milliampere-Akku grundsätzlich leer. Häufig war er sogar schon vor der Schlafenszeit leer.

Die Funktionen der Uhr sind bewusst eingeschränkt. Das Kind kann über das 1,3 Zoll große und berührungsempfindliche Display lediglich vorher definierte Kontakte anrufen, über ein Tastenfeld beliebige Telefonnummern anrufen und an die Anio-App in einer Chat-Funktion Emojis und Sprachnachrichten verschicken. Außerdem gibt es eine Stoppuhr und die Schritte werden gezählt.

Aus der Anio-App heraus, deren Installation gelinde gesagt als holprig zu bezeichnen ist, können Eltern über die erwähnte Chat-Funktion neben Emojis und Sprachnachrichten auch Textnachrichten mit maximal 60 Zeichen verschicken. Allerdings gibt es eben nur einen einzigen Chat. So ist es nicht möglich Mama, Papa oder die Großeltern einzeln anzuschreiben. Wenn mehrere Personen über die Anio-App per Chat mit dem Kind in Kontakt treten, kommt es fast zwangsläufig zu Verwirrungen und Missverständnissen. Zudem gibt es die Möglichkeit, über die App Ruhezeiten etwa während der Schulzeit zu bestimmen.

Auch wenn der Funktionsumfang für das ein oder andere Kind vielleicht zu langweilig ist, deckt er im Grunde das Wichtigste ab, was man sich als Eltern wünscht. Doch im Test kommt es häufig zu Schwierigkeiten. In den ersten zwei Wochen des Tragens durch unser „Testkind“ läuft alles reibungslos. Chatnachrichten kommen im vernünftigen Zeitraum an, Telefonieren klappt mit angemessener Sprachqualität und die GPS-Ortung funktioniert ebenfalls – auch wenn die Genauigkeit manchmal zu wünschen übriglässt und es etwas dauern kann, bis in der App die Position der Kinder-Smartwatch angezeigt wird.

Nach den zwei Wochen mehren sich die Probleme. Die Uhr startet in regelmäßigen Abständen neu und die GPS-Funktion funktioniert nur noch sporadisch, später gar nicht mehr. Wir haben viel Zeit damit verbracht, dieses Problem zu lösen; vergeblich. Auch das Zurücksetzen von Konto, App und Uhr bringt nichts. Eine kurze Recherche im Netz zeigt, dass wir nicht die einzigen mit diesen Problemen sind.

Die Xplora Xgo2 ist mit ihren Maßen von 53 x 42 x 16 Millimetern und einem Gewicht von fast 60 Gramm ein echter Brecher. Selbst an Handgelenken von Erwachsenen wirkt sie klobig, an zarten Kinderhandgelenken umso mehr. Ihre Verarbeitung geht in Ordnung, wirkt jedoch weniger hochwertig als bei der dagegen fast schon filigranen Anio 5. Das Armband aus einem weichen und flexiblen Kunststoff bietet einen klassischen Verschluss, in dem sich ein Stift in einer Öffnung verhakt. Das hält zwar gut, dadurch ist sie aber von Kindern nur schwer selbstständig anzulegen. Es besteht keine einfache Möglichkeit, das Armband zu wechseln und mit Alternativen zu ersetzen.

Das Display ist 1,4 Zoll groß und berührungsempfindlich. Der Lautsprecher sitzt unten, das Mikrofon oben. Auf der rechten Seite sind der einzige Knopf und eine Taschenlampe. Über dem Display baut Xplora in die Xgo2 eine auf den Nutzer gerichtete Kamera ein. Der 700 Milliampere große Akku hält genau einen Tag, in einigen Fällen war die Uhr gar vor der Schlafenszeit leer. Die Uhr muss also jeden Abend an den mitgelieferten Ladeadapter.

Der Installationsprozess ist kompliziert und könnte vor allem technisch weniger versierte Eltern vor Probleme stellen. Unser erstes Testmuster verweigerte komplett die Verbindung mit der App über das Scannen des auf der Uhr dargestellten QR-Codes. Daraufhin erhielten wir eine Ersatzuhr. Auch hier kam es zunächst zu Problemen. So wollte die Android-App partout keinen Verifikationscode an die Admin-Telefonnummer schicken. Auch andere Nutzer haben laut Erfahrungsberichten damit zu kämpfen. Über die iOS-App klappte dann die Verbindung.

Die App erlaubt Telefonanrufe, das Bestimmen von Zeiten, in denen die Xplora Xgo2 im Ruhemodus ist, einen Wecker und das Festlegen von Kontakten, welche über die Uhr angerufen werden können. Außerdem gibt es eine Chat-Funktion. Wie bei der Anio 5 bietet sie nur einen einzigen Chatverlauf, mehrere Personen gesondert anzuschreiben geht nicht. Neben Textnachrichten, Emojis und Sprachnachrichten, die auf 15 Sekunden begrenzt sind, können Eltern und Kinder auch Bilder verschicken. Eine Videofunktion gibt es nicht, obwohl die Smartwatch eine Kamera hat. Zudem können Eltern die Uhr über die App tracken und eine Sicherheitszone festlegen. Verlässt die Uhr diese Zone, wird die App benachrichtigt.

Das Kind hat an der Uhr recht viele Optionen. Es kann vorher festgelegte Kontakte anrufen, den Chat starten, Audio aufzeichnen, Fotos machen (4 GByte Speicher) und vorher auf der Uhr gespeicherte Musik abspielen. Ebenso gibt es einen Taschenrechner (nicht abstellbar), eine Stoppuhr, einen Schrittzähler mit Belohnungssystem und eine Taschenlampe. Ein langer Druck auf den Knopf an der Seite aktiviert die SOS-Funktion.

Im Grunde bietet die Smartwatch so ziemlich alles, was sich Eltern und Kinder wünschen – wenn sie denn reibungslos funktionieren würde. Auch die Xplora Xgo2 wurde von „Testkind“ mehrere Wochen getragen, mit ernüchterndem Ergebnis. Zum einen ist die GPS-Funktion in Teilen zu ungenau. Zuweilen zeigt sie metergenau die Position. An schlechten Tagen, gerade wenn die Uhr bewegt wird, kann die Abweichung aber auch mehrere Kilometer betragen. Das klingt dann eher nach einfacher Funkzellen-Angabe statt GPS-Ortung. Chat-Nachrichten wurden in Einzelfällen erst Stunden später an die App übermittelt.

Besonders ärgerlich war jedoch, dass die Xplora Xgo2 regelmäßig die Verbindung zur App verlor. Ein Neustart behob das Problem zwar. Sollte das Kind jedoch alleine unterwegs sein, und wichtige Funktionen klappen einfach nicht, stellt das den Sinn und Zweck einer Smartwatch für Kinder ad absurdum.

Der allergrößte Vorteil einer Smartwatch gegenüber einem Handy oder Smartphone, ist ihr schmaler Formfaktor und die Tatsache, dass sie am Handgelenk befestigt stets parat und nie im Weg ist sowie schwerer verloren geht.

Wer auf diese Vorteile verzichten kann, findet in einem Handy oder Smartphone einen ähnlich hohen (oder niedrigen) Funktionsumfang, jedoch eine deutlich höhere Zuverlässigkeit, welche wir im Test der Anio 5 und Xplora Xgo2 ganz besonders bemängeln.

Die einfachste und günstigste Möglichkeit, seinem Kind unterwegs eine Telefonie-Option zu geben, ist das klassische Feature-Phone ohne smarte Funktionen und GPS-Ortung. So kostet etwa das Nokia 105 (Testbericht) nur 20 Euro. Dabei hält der kleine Akku laut Nokia im eingeschalteten Zustand einen vollen Monat durch. Auch die Verarbeitung macht einen durch und durch vernünftigen Eindruck.

Viele Funktionen gibt es nicht. So fehlt die Kamera und ein Appstore. Dies könnte für die Nutzung durch Kinder aber auch ein Vorteil sein. Nachteil: Es gibt ein paar Spieledemos auf dem Handy, die sich nicht deinstallieren lassen. Auch ist die Nutzung insgesamt weniger komfortabel, als man es von aktuellen Smartphones mit Touch-Display gewohnt ist. Mehr zu sehr günstigen Feature-Phones in unserem Ratgeber Klein, billig, praktisch: Notfallhandys zwischen 10 und 20 Euro.

Wer etwas mehr will, kann zu einem günstigen Smartphone greifen. Brauchbare Modelle stellen wir in unserer Top 10: Die besten Smartphones bis 150 Euro - Xiaomi vorn, Samsung hinten vor. Auch refurbished (Kaufberatung), also runderneuert, gibt es günstige und gute Modelle.

Vor einem für unsere Kleinen überwältigenden Funktionsumfang des Android-Smartphones muss man sich dank Family Link (Ratgeber) keine Sorgen machen. Die Google-Software sorgt für umfangreiche Kontrollmöglichkeiten der Eltern über das Android-Smartphone. Family Link bestimmt Nutzungszeiten, schränkt Apps ein oder sperrt sie generell. Über Family Link ist es gar möglich, den Standort des Smartphones zu bestimmen.

Auch wenn sich viele Eltern aus nachvollziehbaren Gründen vielleicht sperren, ihren Kleinsten ein Smartphone mitzugeben, hat diese Lösung gegenüber einer Smartwatch Vorteile. So gewöhnen sich Kinder bereits an das Handy, relevante Funktionen können stetig hinzugefügt oder entfernt werden. Vor allem aber ist ein Smartphone zuverlässiger als die von uns getesteten Kinder-Smartwatches. Es gibt zudem Lösungen, etwa auf Amazon (Kauflink), um das Smartphone am Handgelenk zu befestigen. Diese könnten aber für kleine Kinder noch zu groß sein.

Egal, ob Smartwatch oder Smartphone: Um die Geräte unterwegs vollumfänglich nutzen zu können, benötigt man eine SIM-Karte. Der Tarif sollte möglichst kurze Vertragslaufzeit, niedrige Grundgebühr und eine Telefonie-Flat haben. An Datenvolumen sollten 200 MByte pro Monat ausreichen.

Starmobile bietet viele verschiedene Smartwatches für Kindern mit Vertrag an. Ein Blick auf ihre Seite kann sich lohnen. Noch bis zum 15. September gibt es über diesen Link diese und weitere Smartwatches für Kinder unter der Aktion Back To School mit 12-Monats-Vertrag im Telekom Smart Connect S Tarif für knapp 5 Euro pro Monat ohne Grundgebühr.

In der Theorie klingen Smartwatches für Kinder super. Die Kleinen haben stets die Hände frei, werden nicht von zu vielen Funktionen abgelenkt und sind sowohl erreichbar als auch über GPS ortbar. In der Praxis zeigen die beiden beliebten, von uns getesteten Modelle Anio5 und Xplora Xgo2 jedoch Schwächen. Die größte: Sie sind zuweilen unzuverlässig. Dabei sollte die Zuverlässigkeit bei einem derartigen Produkt die höchste Priorität haben.

In vielen Fällen eignen sich deswegen einfache und mit ab 20 Euro sehr günstige Feature-Phones (Ratgeber) oder Smartphones bis 150 Euro (Bestenliste) besser, um mit den Kindern in Kontakt zu bleiben. Dank Family Link (Ratgeber) erfüllen Android-Smartphones auch die meisten Ansprüche, die Eltern an ein Smartphone für Kinder setzen – inklusive App-Limitierung und GPS-Ortung.

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