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Kopfhörer

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Die Preisunterschiede zwischen günstigen Noname-Kopfhörern und Flagship-Modellen von namhaften Herstellern sind exorbitant. Doch wo liegen die Unterschiede und wie viel Geld sollte man für ein akzeptables Modell bezahlen? TechStage gibt Antwort.

Dieser Ratgeber findet im Rahmen unserer Themenwelt Kopfhörer statt, in der wir beispielsweise die Modelle EPOS GTW 270 (Testbericht), die Bose Sport Earbuds (Testbericht) oder das High-End-Modell Momentum True Wireless 2 von Sennheiser (Testbericht) getestet haben.

Die Soundqualität ist das entscheidenden Kaufkriterien bei Kopfhörern. Und hier gibt es eine sehr positive Entwicklung, denn in Sachen Klang bieten mittlerweile auch die günstigen Kopfhörer eine brauchbare Qualität. Die Zeiten, in denen der Preis in einem klaren Verhältnis zur Soundqualität standen, sind vorbei.

Zwar sind die Modelle der Markenhersteller Bose, Sennheiser oder beispielsweise Sony nach wie vor mit das Beste, was der Markt zu bieten hat, allerdings sind die letzten paar Prozent Soundqualität teuer erkauft. Betrachtet man nicht die teuren Flagship-Modelle, wie die Momentum True Wireless 2 von Sennheiser (Testbericht), sondern die Mittelklasse-Geräte, wie die Sennheiser CX 400BT (Testbericht), dann ist der Qualitätsvorsprung sogar häufig nicht mehr vorhanden. Hier bieten günstige Hersteller wie Anker, Huawei, Taotronics oder Xiaomi eine mindestens vergleichbare Qualität und ein in der Regel besseres Preis-Leistungs-Verhältnis. Eine für den Alltag ungenügende Qualität findet sich heute nur noch bei den absoluten billig Kopfhörern.

Wer kein geschultes Gehör mitbringt, sondern lediglich gerne Musik in vernünftiger Qualität hören möchte, der muss aus unserer Sicht keinesfalls mehrere hundert Euro investieren. Die Tests von günstigen Einsteiger-Kopfhörern wie dem ANC-Kopfhörer Anker Soundcore Life Q30 (Testbericht), dem True-Wireless-Kopfhörer Tribit FlyBuds NC (Testbericht) oder dem Gaming Headset ADATA XPG Precog (Ratgeber) zeigen, dass gut nicht automatisch teuer sein muss.

Lediglich Personen mit sehr feinem Gehör und der Möglichkeit High-Resolution-Inhalte abzuspielen, sollten sich tatsächlich für die teuren High-End-Kopfhörer entscheiden. Wer lediglich Musik übers Handy streamt, hat davon allerdings kaum Vorteile, denn nur bei höchster Zuspielqualität, ist solch ein Kopfhörer tatsächlich sinnvoll.

PC, Laptop oder Smartphone als Zuspieler für kabelgebundene Kopfhörer beeinflussen die Tonqualität ebenfalls. Wer über eine einfache Onboard-Soundkarte oder ein günstiges Einsteigergerät verfügt, der kann die Qualität oft schon mit einer externen USB-Soundkarte verbessern. Mehr dazu im Ratgeber USB-Soundkarten: Besserer Sound für Zocker.

Vor wenigen Jahren hätten wir uns immer eher für einen bezahlbaren Markenkopfhörer mit Klinke-Kabel als für ein bezahlbares kabelloses Modell entschieden. Die Gründe hierfür sind schnell aufgezählt. Reichweite, Akkulaufzeit und Soundqualität der frühen Bluetooth- oder Funkkopfhörer im unteren und mittleren Preisbereich waren für den Alltag schlicht nicht ausreichend. Doch dieses Argument ist inzwischen überholt und nicht mehr gültig.

Zuverlässige Bluetooth-Verbindungen, geringe Latenz und ausreichende Akkulaufzeiten sind inzwischen auch bei günstigen kabellosen Kopfhörern Standard.

In Sachen Laufzeit sollte man allerdings genau hinsehen. Zwar erreichen die allermeisten Geräte eine Wiedergabedauer von vier Stunden und mehr, das ist aber nicht immer ausreichend. Wer seine Kopfhörer nicht dauernd nachladen möchte oder sie länger als vier Stunden am Stück benutzt, sollte hier genau auf die Spezifikationen und die Erfahrungen in Einzeltests achten. Wer einen echten Dauerläufer für stundenlanges Zocken sucht, der sollte beispielsweise einen Blick auf das Gaming-Headset Sennheiser GSP 370 (Testbericht) werfen. Das USB-Funk-Headset mit geringer Latenz schafft mit einer Akkuladung fast 100 Stunden Dauerbetrieb und das sollte selbst für Heavy-User mehr als ausreichend sein.

Neben dem Klang sind auch die Funktionen und die Ausstattung wichtige Kaufkriterien. Wer die Kopfhörer beispielsweise zum Zocken oder Fernsehen benutzen will, der braucht eine geringe Latenz. Diese wird entweder per USB-Funkmodul, etwa beim beim Gaming-Headset EPOS GTW 270 (Testbericht), oder durch den Einsatz entsprechender Bluetooth-Audio-Codecs wie AptX, AptX LL oder AptX HD erreicht. Bei der Nutzung von Bluetooth ist es allerdings dringend erforderlich, dass sowohl Kopfhörer als auch das Abspielgerät den jeweiligen Codec unterstützen. Erfahrungsgemäß bedeutet ein fehlender AptX-Codec aber nicht automatisch, dass der Kopfhörer für TV und Gaming ungeeignet ist. Dies haben wir beispielsweise bei den Tests des Sony WH-1000XM4 (Testbericht) und dem Skullcandy Crusher Evo (Testbericht) festgestellt. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte trotzdem auf den Codec achten. Wer AptX-Unterstützung an PC, Playstation oder Nintendo Switch nachrüsten möchte, bekommt für etwa 20 Euro passende Bluetooth-Sender mit USB-Anschluss. Das Modell von 1Mii ermöglicht sogar die parallele Nutzung von zwei Bluetooth-Kopfhören.

Um den bestmöglichen Sound auch in Bahn, Flugzeug oder in sonstiger lauter Umgebung genießen will, sollte sich Kopfhörer mit aktiver Geräuschunterdrückung (Active Noise Cancelation, ANC) ansehen. Das noch vor einigen Jahren exotische Extra ist mittlerweile bei immer mehr Modellen integriert. Die Funktion ist zwar schon länger auch bei günstigen Noname-Kopfhörern integriert, der Effekt konnte aber lange nicht mit Bose, Sennheiser oder Sony mithalten. Hier hat sich in den letzten Monaten allerdings viel getan und Marken wie Huawei, Soundcore oder Taotronics haben qualitativ ordentlich aufgeholt. In den Einzeltests konnten beispielsweise die ANC-Kopfhörer Anker Soundcore Life Q30 (Testbericht) oder Aria Pro (Testbericht) in der Praxis überzeugen. Und dass, trotz eines günstigen Preises von unter 100 Euro. Wie wir in unserem Einzeltest der 50 Euro teuren Tribit FlyBuds NC (Testbericht) feststellen konnten, funktioniert die Geräuschunterdrückung inzwischen selbst bei günstigen True-Wireless-Kopfhörern erfreulich gut.

Grundsätzlich gilt, dass die Geräuschunterdrückung auch von der physikalischen Abschirmung abhängig ist. Und hier sind klassische Over-Ear-Kopfhörer den kompakten True-Wireless-Kopfhörern häufig überlegen. Damit der Effekt bei In-Ear-Kopfhörern vernünftig funktioniert, müssen die Ohrstöpsel optimal passen. Passen die beigepackten Silikonpolstern nicht richtig, können Polster aus Memory-Schaumstoff helfen. Mehr dazu in unserem Ratgeber Sitz, Abschirmung und Sound für In-Ear-Kopfhörer verbessern.

Kleine Taschen oder Stoffsäckchen zum Einpacken der Kopfhörer sind für den Transport praktisch – allerdings sind sie ein Nice-To-Have und kein Argument für den Kauf.

Ob die Steuerung per berührungsempfindlicher Oberfläche oder per Hardware-Taster erfolgt, ist letztlich egal und eine Frage des persönlichen Geschmacks. Aus unserer Sicht sind Touch-Flächen zwar deutlich schicker, allerdings kommt es schneller zu unbeabsichtigten Fehleingaben. Wichtig ist insbesondere die Platzierung der Bedienelemente – egal welche Eingabemethode zum Einsatz kommt. Außerdem sollte man darauf achten, welche Funktionen am Kopfhörer gesteuert werden können. Vor allem bei den sehr kompakten True-Wireless-Kopfhörern fehlt häufig die Lautstärkekontrolle. Zur Änderung der Lautstärke ist dann immer der Umweg über das Abspielgerät notwendig.

Besonders komfortabel ist es, wenn sich Steuerung und Soundprofile per App individualisieren lassen. Dies ist allerdings nur bei wenigen, meist teuren, Kopfhörern möglich und letztlich auch nicht zwingend erforderlich. Zur Soundoptimierung sind kostenlose Equalizer-Apps ebenso ausreichend. Eine App ist unserer Ansicht nach kein Kaufargument.

Beim Tragekomfort kommt es auf eine vernünftige Passform an. Over-Ear-Kopfhörer sollten ausreichend atmungsaktiv sein und das Ohr umschließen. Bei häufiger Nutzung sind auch austauschbare Polster sinnvoll, diese sind allerdings selbst bei Markenkopfhörern nur selten zu finden. Bei gepolsterten In-Ear-Kopfhörern sollte man unbedingt die verschiedenen Polstergrößen durchtesten, um die wirklich optimale Größe zu ermitteln. Nur wenn diese korrekt ist, können Klangqualität und ANC ihre volle Wirkung entfalten. Hier helfen im Zweifel die weiter oben genannten Schaumstoff-Polster zum Nachrüsten. Am kritischsten sind aus unserer Sicht True-Wireless-Kopfhörer ohne Silikonaufsatz. Diese sind am wenigsten flexibel was Größe und Form des Ohrs angeht. Hier ist es Glückssache, ob die Ohrstöpsel passen, oder eben nicht.

Bei Kopfhörern für die tägliche Benutzung sind neben der Soundqualität eine hohe Verarbeitungsqualität und eine intuitive Positionierung der Bedienelemente wichtig. Kabellose Modelle sollten außerdem eine ausreichende Akkulaufzeit mitbringen. Kommen die Kopfhörer hauptsächlich zu Hause zum Einsatz, sind Zeiten von 4 Stunden ausreichend, da zwischenzeitliches Nachladen problemlos möglich ist. Sollen die Kopfhörer unterwegs genutzt werden, müssen die Akkus deutlich länger halten. Außerdem sollte eine IPX-Zertifizierung vorhanden sein, damit die Kopfhörer nicht durch Regen oder Schnee beschädigt werden. Für den Transport in Tasche oder Rucksack sollten die Kopfhörer kompakt und ausreichend geschützt sein.

Diese Attribute erfüllen beispielsweise die Tribit FlyBuds NC (Testbericht), Anker Soundcore Life Q30 (Testbericht) oder die Aria Pro (Testbericht). Im mittleren Preissegment sind beispielsweise die mit Bass-Shaker ausgerüsteten Skullcandy Crusher Evo (Testbericht) oder das True-Wireless-Modell Huawei Freebuds Pro mit ANC (Testbericht) interessant. Wenn das Budget höher ist kommen auch Bose Quietcomfort 35 II (Testbericht), Sennheiser Momentum True Wireless 2 (Testbericht), Sennheiser Momentum 3 (Testbericht) oder unser Testsieger-Modell Sony WH-1000XM4 (Testbericht) infrage.

Sportkopfhörer haben ähnlich Anforderungen wie Alltagskopfhörer, allerdings kommen hier wegen der kompakten Maße und dem geringen Gewicht nur In-Ear-Kopfhörer infrage. Diese sollten nicht nur gut klingen und wasserdicht sein, sondern müssen vor allem sicher und zuverlässig sitzen, um nicht während des Trainings herauszufallen.

Mehr zu den Anforderungen gibt es in unserem Ratgeber: Kopfhörer für Jogger und Sportler und dem Vergleichstest von sechs Sportkopfhörern.

Beim Zocken zählen insbesondere ein druckvoller Sound und ein bequemer Sitz der Kopfhörer. Kabellose Gaming-Headsets brauchen neben einer niedrigen Latenz auch eine ausreichend lange Akkulaufzeit. Dies erfüllen beispielsweise die Modelle Sennheiser GSP 370 (Testbericht) oder EPOS GTW 270 (Testbericht). Beim Zocken am PC muss es aber nicht zwingend kabellos sein.

Wie unser Ratgeber Gaming Headsets zeigt, sind mittelpreisige Geräte mit Kabel selbst für ausgedehnte Gaming-Sessions ausreichend. Positiv in Erinnerung geblieben sind hierbei beispielsweise die Modelle ADATA XPG Precog oder Roccat Kave XTD für zwischen 80 und 90 Euro.

Sollen die Kopfhörer an Nintendo Switch (Testbericht) oder Playstation 5 (Testbericht) zum kabellos zum Einsatz kommen, müssen sie über USB-Funkmodul verfügen. Dies ist beispielsweise beim True-Wireless-Modell EPOS GTW 270 (Testbericht) oder den oben genannten High-End-Modellen von Sennheiser beigepackt. Kopfhörer konnten im Test voll überzeugen, aus unserer Sicht muss man aber nicht so viel Geld ausgeben und sollte im Zweifel zu einem günstigen kabelgebundenen Modell greifen.

Auch wenn RGB-Effekt bei vielen Gamern zum guten Ton gehören: Grelle, blinkende oder pulsierende Lichter reflektieren im Monitor und lenken ab! Wir würden erfahrungsgemäß immer Kopfhörer ohne LEDs oder mit abschaltbarer Beleuchtung bevorzugen.

Beim Kauf von Kopfhörern gibt es in den seltensten Fällen, das eine perfekte Modell. Letztlich kommt es auf den Einsatzzweck, das verfügbare Budget und den eigenen Anspruch an.

Alltagstaugliche Kopfhörer für die gelegentliche Nutzung gibt es ab etwa 50 bis 60 Euro von Herstellern wie Anker, Taotronics, Tribit, Honor, etc. Sonderfunktionen wie ANC sind in dieser Preisklasse zwar keine Selbstverständlichkeit, aber zum Teil vorhanden und bei aktuellen Geräten auch effektiv.

Bei häufiger Nutzung und einem feinen Gehör sollte man sich in der Preisklasse bis etwa 160 Euro umsehen. Hier sind Mittelklassemodelle von Markenherstellern ebenso erhältlich wie hervorragende Flagship-Kopfhörer von günstigen Herstellern.

Preise über 160 Euro braucht man tatsächlich nur investieren, wenn man einen hohen Anspruch an Klang und Verarbeitung hat und über qualitativ hochwertige Zuspieler verfügt. Unsere Testsieger im Bereich Kopfhörer sind zwar alle in dieser hochpreisigen Klasse angesiedelt, das mehr an Qualität steht meist aber in keinem Verhältnis zum deutlich höheren Preis.

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