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Smarte Rauchmelder
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Smarte Rauchmelder mit WLAN und Zigbee gibt es bereits ab 15 Euro. TechStage zeigt, welche Lösungen es auf dem Markt gibt und worauf man beim Kauf achten sollte.

Über die Sinnhaftigkeit einiger Smart-Home-Geräte kann man vortrefflich streiten. Benötigen etwa ein Kaffeevollautomat (Nivona NICR 789 im Testbericht) oder eine elektrische Zahnbürste (Kaufberatung) aktuell dringend eine App? Eher nicht. Wie sieht es mit smarten Thermostaten (Top-10-Bestenliste) oder RGB-Lampen mit WLAN (Ratgeber) aus? Schon eher, die App-Steuerung ist ein echter Komfortgewinn. Ein smarter Rauchmelder ist jedoch mehr als nur ein Komfortgewinn. Denn sollte der schlaue Rauchwarnmelder Rauch feststellen, erhalten Käufer zusätzlich zum akustischen Signalton eine Benachrichtigung auf ihr Smartphone, auch wenn sie sich nicht zu Hause befinden. So können sie im besten Fall noch einschreiten, wenn sie sich etwa gerade im Garten befinden und ein eventuelles Feuer eindämmen oder von unterwegs die Nachbarn informieren. Einige Rauchmelder können noch einiges mehr. Diese Kaufberatung verrät, worauf man beim Kauf achten sollte und zeigt eine Auswahl der am Markt befindlichen smarten Rauchmelder mit ihren Funktionen.

Grundfunktion

Ein Rauchmelder soll – wie sein Name bereits sagt – Rauch melden. Das kann überlebenswichtig sein, weswegen Rauchwarnmelder bundesweit in allen Neubauten und in Mietwohnungen Pflicht sind. Die Allermeisten arbeiten dabei nach dem Streulichtprinzip. Hier sendet eine Infrarot-LED einen für das menschliche Auge unsichtbaren Lichtstrahl zu einem lichtempfindlichen Sensor. Stören Rauchpartikel diesen Lichtstrahl und lenken ihn ab, erkennt das der Sensor. Dieses Verfahren ist günstig und schlägt bereits bei geringem Brandrauch an. Bei leichtem Rauch wie Zigarettenqualm oder moderaten Küchendämpfen bleiben sie still. Trotzdem kann es sein, dass ein Rauchmelder etwa in der Küche regelmäßig beim Kochen anspringt. Bei einigen etwas schlaueren Rauchwarnmeldern kann man die Empfindlichkeit justieren, generell sollten Rauchwarnmelder aber nicht in der Küche - zumindest nicht direkt über dem Herd - oder im Bad (Wasserdampf) installiert werden.

Erkennt der Rauchmelder Rauch, sollte ein hochfrequentes Tonsignal mit mindestens 85 dB ertönen. Ob der Rauchmelder die deutschen Normen erfüllt, zeigt eine DIN-EN-14604-Kennzeichnung. Außerdem bieten einige zusätzlich geprüften Rauchmelder ein Q-Symbol, den Zusatz VdS und einen Kriwan-Schriftzug. Außerdem sollte auf ihnen ein Fertigungsdatum und ein empfohlenes Datum zum Batteriewechsel stehen.

Batterien sollten im besten Fall mehrere Jahre halten, das Q-Label verspricht 10 Jahre. Rauchmelder mit LED blinken meist, wenn es an der Zeit für einen Batteriewechsel ist. Rauchmelder ohne LED senden in regelmäßigen Abständen ein kurzes akustisches Signal aus, wenn die Batterie getauscht gehört. Hier kann es in einem Haushalt mit mehreren Rauchwarnmeldern unter Umständen schwierig sein, den richtigen Rauchmelder zu identifizieren. Allerdings empfiehlt es sich meist ohnehin, gleich bei allen im Haushalt befindlichen Rauchmeldern die Batterien zu wechseln. Empfehlenswert sind Rauchmelder mit einem Funktionstestknopf.

Vernetzte vs. smarte Rauchmelder

Vernetzte Rauchmelder stellen eine Vorstufe zu smarten Rauchmeldern dar und bieten sich vor allem in großen Wohnungen und mehrstöckigen Häusern an. Schlägt etwa ein Rauchmelder im Keller an, informiert er alle anderen vernetzten Rauchmelder im Haus, die dann ebenfalls wild lospiepen. So werden auch Bewohner im Dachgeschoss informiert, die sonst den Rauchmelder im Keller vielleicht nicht gehört hätten. Diese Vernetzung erfolgt je nach System kabelgebunden oder kabellos. Die kabellose Vernetzung ist deutlich leichter zu installieren, tendenziell aber fehleranfälliger als die Varianten mit Kabel.

Smarte Rauchmelder sind mit dem Internet verbunden. Sie nutzen dafür meist entweder WLAN, Zigbee oder Ähnliches. Der Vorteil von WLAN ist, dass die Melder direkt mit dem WLAN-Router sprechen, also im Gegensatz zu den Modellen mit Zigbee und Co. kein zusätzliches Gateway oder Hub benötigen.

Neben dem reinen Tonsignal informieren die smarten Rauchmelder bei Rauch außerdem den Besitzer auf seinem Smartphone. Außerdem können sie in einigen Fällen etwa das Licht und weitere Smart-Home-Komponenten steuern.

Es gibt auch Rauchmelder, welche die allgemeine Luftqualität messen und informieren, wenn der CO2-Anteil zu hoch ist und gelüftet werden sollte. Mehr dazu im Beitrag Temperatur, CO2, VOC und Co. – smarte Raumluftsensoren ab 20 Euro. Wieder andere können etwa in Verbindung mit Bewegungsmeldern als Alarmanlage dienen.

Im Folgenden zeigen wir eine Auswahl besonders beliebter und besonders günstiger Rauchwarnmelder für das Smart Home. Diese Liste wird per Update noch erweitert.

eQ-3 Homematic IP Rauchwarnmelder

Der Rauchwarnmelder von Homematic IP sieht eher zweckdienlich denn modern oder gar stylisch aus. Er besteht gänzlich aus optisch nicht übermäßig hochwertigem Kunststoff mit umlaufenden Luftlamellen, ist zudem mit 4,5 Zentimetern vergleichsweise hoch und mit einem Durchmesser von rund 11 Zentimeter auch nicht sonderlich klein. Unauffällig geht anders, zumal eine kleine orangene LED in regelmäßigen Abständen blinkt und die Funktionsfähigkeit bescheinigt.

Die Optik ist keine Stärke des Homematic-IP-Gerätes, es überzeugt vielmehr bei den inneren Werten. Der Melder erkennt Streulicht optisch und erfüllt dabei die Richtlinien für das sogenannte Q-Label und die vfdb 14-01 sowie die Basisnorm EN 14604. Unter anderem garantiert das die Zuverlässigkeit bei der Branddetektion bei gleichzeitig niedriger Ausfall- oder Fehlalarm-Wahrscheinlichkeit. Rauch wird nicht nur per lautem Signalton mitgeteilt, sondern auch per Push-Nachricht über die Homematic-IP-App. Mehr zum System im Ratgeber Homematic IP im Test: Fast perfektes Smart Home.

Bis zu 40 Sensoren können vernetzt werden, außerdem ist eine Ansteuerung der Rauchmelder als Alarmsirene auch ohne Brandfall möglich. Die einzige Taste außen am Gerät dient der Stummschaltung und dem Funktionstest. Die fest eingebaute Lithium-Ionen-Batterie hält zehn Jahre und kann nicht ausgetauscht werden. Auch wenn zehn Jahre eine lange Zeit ist, empfinden wir das bei einem Gerät ab 50 Euro als echten Nachteil, denn danach muss das ganze Gerät neu angeschafft werden. Allerdings ist eine fest eingebaute Batterie mit mindestens 10 Jahren Laufzeit eine der Voraussetzungen für das Q-Label. Die Batterieüberwachung warnt frühzeitig vor Batterieausfall.

Die Einbindung in das Homematic-IP-System erfolgt einfach und zuverlässig über die Homematic-IP-App oder alternativ an der Basisstation der Reihe CCU2 oder CCU3: Einfach Key eingeben oder QR-Code am Gerät oder aus der Bedienungsanleitung scannen, den Raum der Platzierung benennen und schon geht’s los. Übrigens: Funktionen sowie Regeln, in die ein Rauchmelder integriert ist, funktionieren auch bei Ausfall der Homematic-IP-Cloud weiter. Auch dann werden im Brandfall etwa Rollläden hochgefahren oder Licht aktiviert.

Xiaomi Honeywell Rauchmelder

Der Xiaomi Honeywell Rauchmelder ist einer der kleinsten Rauchmelder am Markt und kostet unter 30 Euro. Er verbindet sich über das Xiaomi Gateway mit dem Router, dafür nutzt er den Verbindungsstandard Zigbee. Er ist mit 9 x 3,6 Zentimetern einer der schmalsten und kleinsten smarten Rauchmelder und macht auch sonst optisch und bezüglich seiner Verarbeitung einen sehr guten Eindruck. Die Grundplatte kann an die Decke geklebt oder geschraubt werden. Die mitgelieferte CR123A-Batterie soll laut Xiaomi für eine Lebensdauer von 5 Jahren sorgen. Sicherheitskennzeichen gibt es auf seiner Rückseite nicht, entsprechend kann er in Deutschland nicht als Pflichtrauchmelder eingesetzt werden. Gegen eine zusätzliche Installation zu den Vorgeschriebenen spricht jedoch nichts.

Bei Rauch fängt der Rauchmelder sanft an zu piepen und steigert sich zügig auf die maximale Lautstärke. Der sanfte Anstieg ist gut, so kann man etwa bei einem Fehlalarm schnell den Knopf am Rauchmelder drücken und das Signal deaktivieren. Die Empfindlichkeit auf Rauch kann der Käufer in drei Stufen regulieren. So geht er etwa in der Küche nicht bei jedem Kochen gleich los. Der Xiaomi Honeywell Rauchmelder arbeitet mit weiteren Smart-Home-Geräte im Xiaomi-System zusammen und kann so etwa alle Lampen im Haus einschalten.

Banggood (Kauflink) verkauft den Xiaomi Honeywell Rauchmelder mit dem Gutscheincode BG6bb09d für gut 26 Euro plus Versand aus China.

Google Nest Protect Rauchmelder

Die Nest Protect Rauchmelder sind der Mercedes unter den Brandverhütungsprodukten – das schlägt sich im Preis von aktuell knapp über 100 Euro pro Stück nieder. Optisch gehören sie zu den schönsten Rauchmeldern, auch wenn sie mit einer Kantenlänge von etwa 13,5 Zentimetern nicht gerade klein sind. Dafür sind sie recht flach. Mittig prangt ein großer weißer Knopf, umrahmt von einem blauen LED-Ring. Der Rest der Vorderseite ist perforiert. Insgesamt wirkt das Design sehr gelungen, den Google Nest Protect zeigt man gerne her.

Die smarten Rauchmelder sind per WLAN mit Internet und Smartphone-App verbunden. Die eingebauten Sensoren können Rauch von Bränden und Rauch von Schwelbränden erkennen, lösen bei Dampf – etwa von der Dusche – nicht aus und bringen einen CO-Melder mit.

Erkennt Nest Protect Rauch, geht es erst einmal recht harmlos los: Es meldet sich eine sanfte Damenstimme: "Es wurde Rauch entdeckt im Wohnzimmer. Der Alarm könnte ertönen." Kokelt gerade nur das Brot im Toaster oder war man etwas überambitioniert beim Braten in der Küche, kann man Nest dann mit einem Druck auf die mittige Taste deaktivieren. Das Gerät meldet sich dann noch mal mit einem "Der Rauch ist abgezogen." Außerdem an Bord: Ein Nachtlicht, das Flure bei Bedarf dezent ausleuchtet.

Die zugehörige App lässt keine Fragen offen. Montage, Installation und Wartung klappen erfreulich intuitiv. Die App meldet sich, wenn es etwas zu tun gibt. Ansonsten kann man die Nest Protect einfach vergessen – im positiven Sinne.

Bosch Twinguard Rauchmelder

Der gut 100 Euro teure Bosch Twinguard Rauchmelder ist dank seiner massiven Kantenmaße von 13,6 x 13,6 x 3,5 Zentimeter riesig. Ein Großteil der Vorderseite ist ein einziger Knopf, auf dessen Mitte der Bosch-Schriftzug mit Logo prangt. Den Knopf rahmt ein etwa einen Zentimeter breiter Metallgitterrahmen, abgeschlossen durch einen weiteren weißen Kunststoffring. Insgesamt geht das Design in Ordnung, allerdings ist das Metallgitter auf seiner Front etwas zu dominant.

Er warnt den Nutzer im Brandfall akustisch und per Nachricht auf das Smartphone. Zusätzlich überwacht er die Luftqualität. Er integriert sich in das Bosch-Smart-Home-System, für seine Nutzung ist also dringend der Bosch Smart Home Controller nötig, über den er sich mit dem Internet verbindet. So agiert er auf Wunsch auch als Alarmanlagensirene, wenn etwa ein Fenstersensor zu einer bestimmten Zeit auslöst. Auch das Aktivieren eingebundener Kameras ist möglich. Der Bosch Twinguard Rauchmelder ist zu Apple Homekit kompatibel.

Blitzwolf BW-IS7

Der Blitzworf BW-IS7 ist keine Schönheit. Er ist mit einem Durchmesser von 13 Zentimetern recht groß, sein Kunststoff wirkt wenig wertig und die Optik ist gewöhnungsbedürftig. Sicherheitskennzeichen bietet er keine, kann also nicht als Pflichtrauchwarnmelder eingesetzt werden, sondern lediglich zusätzlich. Dafür bietet er für seinen aufgerufenen Preis von gut 13 Euro richtig viel. Denn er verbindet sich dank WLAN direkt mit dem Router und der Blitzwolf-App. Bei Rauch gibt es neben dem sehr lauten Tonsignal eine Nachricht auf das Smartphone. Außerdem kann sie einen passenden Blitzwolf Kamera aktivieren, damit der Nutzer auch außerhalb des Hauses weiß, was drinnen vor sich geht.

Banggood (Kauflink) verkauft den BW-IS7 mit dem Gutscheincode BGca9720 für gut 13 Euro plus Versand aus China.

Fazit

Egal ob dumm, vernetzt oder smart: Rauchmelder gehören in jedes Haus, teilweise sind sie sogar Pflicht. Smarte Rauchmelder haben den Vorteil, dass sie Bewohner per Nachricht an das Smartphone auch informieren, wenn diese sich nicht im Haus befinden. Dabei ist Google Nest Protect einer der besten smarten Rauchmelder am Markt, allerdings mit gut 100 Euro auch einer der teuersten. Wenn dann gleich mehrere angeschafft werden sollen, wird es schnell richtig happig. Mit knapp 30 Euro bieten die Xiaomi Honeywell Rauchmelder einen ähnlichen hohen Funktionsumfang und sehen sogar noch etwas dezenter aus. Allerdings sind sie in Deutschland nicht als offizielle Rauchmelder zugelassen und arbeiten nur in Xiaomis-Ökosystem im vollen Funktionsumfang. Wer damit leben kann, bekommt bei ihnen das beste Preis-Leistungs-Verhältnis.

Wer sein Haus noch schlauer machen will, ohne zu viel Geld auszugeben, dem empfehlen wir unseren Ratgeber Smart Home: Auch mit wenig Geld zum Erfolg.

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