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Hochdruckreiniger
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Hochdruckreiniger gibt es zwischen 50 und mehreren tausend Euro. TechStage zeigt, worauf man bei Wasserdruck, Fördermenge und Ausstattung achten muss.

Um festsitzenden Schmutz und Ablagerungen von Oberflächen zu entfernen, muss man entweder viel Wasser verwenden und fleißig schrubben oder mit hohem Wasserdruck arbeiten. Hochdruckreiniger ab 55 Euro versprechen, die Arbeit zu erleichtern. Aber was unterscheidet ein 55-Euro-Gerät von einem 400-Euro-Gerät – und wer braucht das Luxus-Modell?

Der Begriff Hochdruckreiniger steht letztlich für alle Geräte, die Wasser mit ordentlich Druck abgeben. Die Funktionsweise ist schnell erklärt. Kernbestandteil der Geräte ist eine Hochdruckpumpe, welche einströmendes Wasser mit Hilfe eines Hubkolbens unter Druck setzt. Anschließend wird es über ein Auslassventil in einen Hochdruckschlauch und die Sprühlanze oder sonstiges angeschlossenes Zubehör befördert und darüber abgegeben. Aufgrund des Drucks tritt der Wasserstrahl mit hoher Geschwindigkeit aus der Düse aus; er ist so scharf, dass sich Verunreinigungen damit gut entfernen lassen.

Letztlich steht hier die Frage, ab, wann man eigentlich von hohem Druck sprechen kann, denn die Definition ist von Hersteller zu Hersteller ganz unterschiedlich. Während einige Hersteller selbst Geräte mit schwachem Druck als Hochdruck-Modell bezeichnen, unterscheiden beispielsweise Kärcher oder Bosch zwischen Nieder-, Mittel- und Hochdruckreinigern. Doch selbst diese Unterscheidung hilft nur begrenzt, denn eine klare Definition, an die sich alle Hersteller halten, gibt es schlicht nicht.

Hochdruckreiniger für den Privatgebrauch gibt es mit einer Leistung zwischen 5 und über 150 bar. Zum besseren Verständnis: Die Wasserversorger in Deutschland stellen einen Mindestdruck zur Verfügung, der in der Regel zwischen 3 und 4 bar liegt. Dieser Druck liegt allerdings nur am Hauptwasseranschluss an. Der Druck, welcher aus der Leitung – und damit auch aus dem normalen Gartenschlauch – kommt, liegt zwischen 1 und 2 bar.

Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal der Geräte ist die Menge des geförderten Wassers. Wer glaubt, hoher Druck bedeutet automatisch einen niedrigen Verbrauch, der irrt. Hoher Druck alleine reicht nicht aus. Für ein optimales Endergebnis müssen Wassermenge und Druck vernünftig aufeinander abgestimmt sein. Dies ist bei günstigen Geräten oft nicht der Fall. Diese bringen es zwar auf einen hohen Arbeitsdruck, fördern dann aber zu wenig Wasser. So schaffen sie es zwar den Dreck von der Oberfläche zu entfernen, die Wassermenge reicht dann allerdings nicht aus, um die gelösten Teilchen im selben Arbeitsgang wegzuspülen.

Doch was bedeutet das konkret? Der TÜV Süd beispielsweise empfiehlt für Hochdruckreiniger in Privathaushalten einen Mindestdruck von 100 bar und eine Wasserabgabemenge ab 360 Liter pro Stunde (6 Liter pro Minute). Geräte mit 150 bar sollten demnach mindestens 420 Liter pro Stunde verbrauchen.

Das mag sich viel anhören, doch in Relation zur Wassermenge, die aus dem Wasserhahn kommt, ist dies immer noch sparsam. Aus dem Wasserschlauch im Garten strömen bis zu 1200 Liter pro Stunde (20 Liter pro Minute) – abhängig vom Hauswasserdruck.

Allerdings ist dies eine sehr allgemein formulierte Anforderung. Für leichtere Aufgaben, wie das Reinigen der Mülltonne oder des Rasenmähers reichen erfahrungsgemäß schon Geräte mit 10 bis 20 bar. Für die Reinigung der Terrassenmöbel und -dielen oder das Abspülen von Schlamm und Dreck sollte der Druck 70 bis 80 bar betragen. Bei der Autowäsche liegt die allgemeine Empfehlung bei 85 bar. Um Steinplatten von Moos und Dreck zu befreien wird ein Druck von 120 bar und mehr empfohlen. Die Praxis zeigt zwar, dass für solche Arbeiten bereits 70 bar ausreichen, dann muss man aber sehr nah mit der Düse an den Stein heran. Großflächiges Arbeiten ist so nicht möglich; vor allem wer größere Flächen zu reinigen hat, wird sich über mehr Druck freuen.

Hochwertige und teure Geräte erlauben die Druckregulierung direkt am Gerät oder – bei Kärcher – neuerdings sogar per App. Bei den meisten Modellen reguliert der Nutzer den Druck allerdings über den Abstand zwischen Wasserdüse und Objekt. Das ist bei groben Arbeiten an Steinböden oder Werkzeug weitgehend unproblematisch. Bei sensiblen Oberflächen, wie beispielsweise Autolack oder Gartenmöbel aus Kunststoff, kann zu hoher Druck zu Beschädigungen führen. Hier sind bei Geräten ab 100 bar Vorsicht und Fingerspitzengefühl angebracht. Wer sensible Oberflächen reinigen will, sollte aus unserer Sicht mehr investieren und auf eine einstellbare Druckregulierung achten.

Klassische Hochdruckreiniger mit Stromversorgung per Kabel und Wasserversorgung per Gartenschlauch gibt ab 55 Euro aufwärts. Selbst die günstigen Geräte, wie der Bosch EasyAquatak 100, verfügen über einen Wasserdruck von 100 bar. Dessen Fördermenge liegt allerdings bei maximal 300 Liter pro Stunde, was unter der vom TÜV Süd empfohlenen Menge (360 Litern pro Stunde) liegt. Der nur 5 Euro teurere Güde GHD105 schafft 105 bar und arbeitet mit bis zu 450 Litern pro Stunde. Die Regulierung des Drucks ist in dieser Preisklasse nur über den Abstand zwischen Düse und Objekt möglich.

Das Modell Black&Decker BXPW1800E für 70 Euro bringt es schon auf 135 bar bei 440 Litern pro Stunde. Eine Druckregulierung direkt am Gerät ist ebenfalls nicht vorhanden. Der Kärcher K4 Universal Edition arbeitet mit 130 bar und 420 Liter pro Stunde. Das Markengerät ist mit 140 Euro zwar doppelt so teuer, erlaubt allerdings schon eine bequeme Druckregulierung per Drehschalter. Beim 40 Euro teureren Kärcher K4 Full Control ist zusätzlich eine Wasserkühlung für den Motor vorhanden. Dies ist sinnvoll, wenn der Hochdruckreiniger länger als 30 Minuten am Stück arbeiten soll. Die Unterschiede liegen also im Detail.

Das Model Scheppach HCE2400 für 125 Euro bringt es zwar auf satte 180 bar, allerdings ist der Druck nicht regulierbar und die Fördermenge mit 330 Litern pro Stunde zu gering. Zum Vergleich: Der wassergekühlte und bequem regulierbare Kärcher K7 Full Control Plus mit ebenfalls maximal 180 bar fördert 600 Liter pro Stunde. Mit 370 Euro ist das Gerät fast dreimal so teuer wie das Baumarkt-Modell von Scheppach.

Wer das optimale Gerät für zu Hause sucht, muss sich also im Vorhinein genau überlegen, welche Leistung und Ausstattung tatsächlich benötigt wird. Der maximale Druck, eine bequeme Druckregulierung oder eine Wasserkühlung treiben neben dem Preis auch häufig das Gewicht in die Höhe. Wer seinen Hochdruckreiniger regelmäßig bewegen muss, sollte auch daran denken: Viel ist hier nicht zwingend besser.

Anbei eine Übersicht der günstigsten Geräte ab 100, 125, 150 und 200 bar.

Seit einigen Jahren sind außerdem mobile Hochdruckreiniger mit Stromversorgung per Akku verfügbar. Der große Vorteil dieser Modelle ist die hohe Mobilität und die Unabhängigkeit von Strom- und Wasseranschluss. Das benötigte Wasser bekommen die Geräte entweder aus einem internen Tank oder über einen Ansaugschlauch. Ob das Wasser dann aus einem Eimer, der Regentonne oder dem See kommt, ist letztlich egal, solange es nur sauber ist. Schwebeteilchen und Dreck im Wasser können Pumpe und Düse im schlimmsten Fall verstopfen und so sollte man hier im Zweifel mit einem zusätzlichen Filter arbeiten. Bei Reinigern mit internem Wassertank sollte dieser ausreichend dimensioniert sein. Der 20-L-Tank des Greenworks GDC40 ist beispielsweise schon nach vier bis fünf Minuten leergepumpt.

Die mobilen Reiniger bieten sich beispielsweise an, um das nach einer Tour verdreckte Fahrrad oder die schmutzigen Wander- oder Arbeitsschuhe zu reinigen. Das klappt sowohl auf dem Parkplatz als auch im Hinterhof. Auch beim Camping, in der Vereins-Hütte oder dem Bootsanleger sind solche mobilen Geräte praktisch.

Allerdings haben die Akku-Hochdruckreiniger nicht nur Vorteile. Der größte Nachteil ist die kurze Laufzeit der hochpreisigen Akkus. Selbst hochpreisige Geräte wie der Greenworks GDC40 oder der Kärcher K2 funktionieren mit einer vollen Akkuladung maximal 15 Minuten am Stück. Das reicht zwar für kleinere Aufgaben, die komplette Reinigung des Campers dürfte damit aber nicht zu schaffen sein.

Der zweite Punkt ist der meist geringe Wasserdruck der Akku-Geräte. Hier heißt es ganz genau hinsehen, denn die Unterschiede sind extrem. Anbei ein paar Beispiele: Der Kärcher K2 bringt es auf satte 110 bar. Der Greenworks GDC40 auf immerhin 70 bar. Der Gloria Mulitijet schafft 25 bar und der Kärcher Mobile Outdoor Cleaner OC3 lediglich 5 bar. Die beiden letzteren Geräte sind zwar stark genug, um frischen Dreck von Schuhen oder dem Fahrrad zu entfernen, bei angetrocknetem Dreck, tun sie sich allerdings schon schwer. Der K2 ist zwar stark genug, um auch die Terrassenplatten sauber zu bekommen, allerdings wird hier wieder die kurze Akkulaufzeit zum Problem.

Solche mobilen Akku-Hochdruckreiniger sind aus unserer Sicht zwar kein Ersatz für klassische stationäre Geräte, im Bedarfsfall sind sie allerdings extrem praktisch und das Investment gerechtfertigt. Die Möglichkeit beispielsweise Sport- oder Camping-Equipment fernab von Steckdose und Wasseranschluss zu reinigen, ist äußerst reizvoll.

Neben dem eigentlichen Hochdruckreiniger sollte man auch das verfügbare Zubehör in seine Kaufentscheidung mit einbeziehen.

Das beginnt mit der Länge des Schlauchs zwischen Grundeinheit und Hochdrucklanze. Dieser bestimmt, wo groß der Arbeitsradius ist. Bei günstigen Geräten mit nur 2 Meter Schlauchlänge muss man das Hochdruck-Gerät bei der Bearbeitung großer Flächen ständig umstellen. Erfahrungsgemäß sollte die Länge bei 5 Metern und mehr liegen. Markenhersteller bieten auch Ersatzschläuche in verschiedenen Längen an. Bei günstigen Geräten sieht es hier oft mau aus.

Weiter geht es mit dem sogenannten Dreckfräser-Aufsatz. Dieser ist optional erhältlich oder gehört bereits zum Lieferumfang. Für die Reinigung von Steinplatten sind solche Aufsätze deutlich effektiver und materialschonender als die Standard-Lanze. Auch Bürstenaufsätze oder welche, die Reinigungsmittel ins Wasser einbringen, sind bei Markenherstellern verfügbar. Bei Noname-Herstellern sucht man solche Aufsätze häufig vergeblich. Wer solche Aufsätze benötigt, sollte die Verfügbarkeit unbedingt im Vorfeld klären.

Anbei eine Übersicht der beliebtesten Geräte ab 100, 125, 150 und 200 bar.

Hochdruckreiniger müssen nicht teuer sein. Einfache Geräte für die gelegentliche Nutzung im Garten sind für deutlich unter 100 Euro erhältlich. Vor der Anschaffung sollte man sich allerdings genau überlegen, wofür das Gerät gedacht ist. Neben dem benötigten Wasserdruck und einer ausreichend hohen Wassermenge spielen auch das Gewicht und die Ausstattung eine wichtige Rolle bei der Kaufentscheidung. Vor allem Zubehör ist oft deutlich günstiger, wenn man es als Set direkt mit dem Hochdruckreiniger kauft.

Wer seinen Reiniger häufig und auch für sensible Oberflächen nutzt, der sollte unbedingt etwas tiefer in die Tasche greifen und auf eine Druckregulierung am Gerät achten; wer viel und lange am Stück arbeitet, sollte höherwertige Modelle, die zum Beispiel mittels Wasserkühlung für den Dauerbetrieb ausgelegt sind, vorziehen.

Akkubetriebene Geräte sind zwar prima und ebenfalls nicht zwingend teuer, allerdings sollte man hier genau auf den benötigten Wasserdruck achten und gut überlegen, ob Akkulaufzeiten von etwa einer Viertelstunde tatsächlich ausreichend sind. Letztlich sind die ein zusätzlicher Luxus für unterwegs und zum Reinigen von Sportgeräten oder Camping-Ausrüstung ideal, einen richtigen Hochdruckreiniger können sie aber nicht ersetzen.

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