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Garmin BC40 mit Garmin Drive Smart 65

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Eine Rückfahrkamera als Einparkhilfe unterstützt Autofahrer dabei, Blechschäden zu vermeiden. Besonders einfach gestaltet sich der Einbau im Auto mit einer Funk-Rückfahrkamera. Wir zeigen, welche Modelle dafür infrage kommen.

Bei den meisten neuen Fahrzeugen gehört die Rückfahrkamera mittlerweile zum Standard. Eine Nachrüstung bei älteren Pkws mit einer originalen Rückfahrkamera bei Herstellern wie Audi, BMW oder Mercedes-Benz ist kostspielig – doch es geht auch günstiger und einfacher. Bei einer kabellosen Digital-Rückfahrkamera mit Funkverbindung ist es nicht nötig, die Kabel durch den Innenraum zu verlegen. Wir zeigen Funk-Rückkameras mit und ohne eigenen Akku und worauf Käufer achten sollten.

Das wichtigste Merkmal einer Rückfahrkamera ist der Aufnahmewinkel. Diese sollten von 100 bis 170 Grad reichen. Je größer der Winkel, desto mehr aus dem rückwärtigen Raum deckt das Bild ab. Die Auflösung spielt keine so große Rolle wie bei der Fotografie oder bei Videoaufnahmen. HD-Auflösungen mit 720p oder darunter sind üblich und meistens noch ausreichend. Ein Funk-Rückfahrkamera-System mit Full-HD-Auflösung ist eher selten zu finden. Wichtiger hingegen sind die Sichtverhältnisse bei Dunkelheit oder die Fähigkeit zur Nachtsicht. Bei einigen Modellen handelt es sich um eine LED-Rückfahrkamera mit integrierter Beleuchtung. Teurere Modelle verfügen sogar über eine Infrarot-Kamera. Sehr hilfreich ist auch eine Distanzanzeige mit Hilfslinien. Damit kann der Fahrer besser einschätzen, wie viel Platz wirklich hinter dem Fahrzeug bleibt.

In jedem Fall muss die Rückfahrkamera zum Nachrüsten über ein ECE-Prüfzeichen verfügen, damit das Fahrzeug die Straßenzulassung nach der Montage behält. Weit verbreitet sind Varianten zur Montage am hinteren Nummernschild. Diese müssen wetterfest sein – hierzu sollten sie eine IP-Zertifizierung nach IP67 oder IP68 aufweisen. Es gibt zudem Kameras, die man an der Heckscheibe befestigt.

Seltener sind kabellose Rückfahrkameras mit eigener Stromversorgung über einen Akku oder Batterien. Der Vorteil bei diesen Modellen: Es ist nicht nötig, die Verkabelung mit den Rücklichtern des Pkws zu verbinden. Dafür muss man den Akku hin und wieder nachladen oder die Batterien austauschen. Diese Variante empfiehlt sich für jeden, der über keine Kenntnisse über die Verkabelung der Rücklichter hat und keine Werkstatt aufsuchen möchte. Einige Modelle verfügen über Solarzellen, die die Lebensdauer des Akkus verlängern sollen. Am weitesten verbreitet sind jedoch Funk-Rückfahrkameras ohne eigene Stromversorgung. Hier muss man die Stromversorgung der Rückfahrlichter anzapfen – das sollte man am besten einer Fachwerkstatt überlassen.

Populär sind Modelle mit einem eigenen Bildschirm im Lieferumfang. Diesen befestigt man wie ein Navi per Saugnapf am Fenster, die Stromversorgung der Anzeige erfolgt in der Regel über den Zigarettenanzünder. Per Funk übermittelt dabei die Rückfahrkamera das Bild an den Monitor. Die drahtlose Rückfahrkamera BC 40 von Garmin (Testbericht) nutzt hingegen Navigationsgeräte für die Bildanzeige. Das funktioniert aber nur mit bestimmten Navis von Garmin. Interessant sind auch Varianten, die das Kamerabild über einen integrierten Digital-Bildschirm im Rückspiegel zeigen. Eine solche Lösung haben wir uns bereits in diesem Testbericht angesehen: Spiegel-Dashcam im Test: DVR-M6 von Auto-Vox.

Verfügt das Fahrzeug über einen Moniceiver, kann dieser theoretisch als Bildschirm genutzt werden. Hierzu muss man den Kabel für die Rückfahrkamera mit CAN-Bus und Moniceiver verbinden. Für den CAN-Bus selbst benötigt man dann noch einen kabellosen Transmitter mit Sender-Empfänger und Receiver, der im gleichen Frequenzbereich arbeitet. Nach erfolgreicher Verbindung zeigt der Moniceiver das Bild, sobald man den Rückwärtsgang einlegt. Mehr über Moniceiver zeigen wir in unserem Vergleichstest: Moniceiver mit Android Auto und Apple Carplay und dem Ratgeber Pimp my Radio: Android, Bluetooth und Alexa fürs Auto nachrüsten.

Der große Vorteil einer Funk-Rückfahrkamera mit eigener Stromversorgung: Autohalter müssen im Vergleich zu herkömmlichen drahtlosen Kamera-Systemen weder Löcher in die Karosserie bohren noch Kabel mit den Rückleuchten verbinden. Der einzige Nachteil: Ab und an muss der Akku wiederaufgeladen oder die Batterien ausgetauscht werden.

Die Garmin BC 40 (Testbericht) montiert man am hinteren Nummernschild – eine Halterung dafür gehört zum Lieferumfang. Statt eines Akkus kommen hier zwei AA-Batterien zum Einsatz. Laut Garmin sollen diese bei durchschnittlicher Nutzung drei Monate halten. Das Gehäuse ist nach IPX7 wasserdicht. Der Blickwinkel beträgt 150 Grad, die Auflösung erfolgt in HD mit 1280 x 720 Pixeln.

Anders als bei anderen Funk-Rückfahrkameras gibt es hier keinen separaten Monitor. Die Garmin BC 40 funktioniert nur im Zusammenspiel mit einem Navigationsgerät von Garmin. Dazu gehören: DriveSmart 51/55/61/65, DriveAssist 51, DriveLuxe 51, Camper 770/780 und Dezl 580. Das Navigationsgerät dient dann als Monitor für die Rückfahrkamera.

Nach der Montage am Nummernschild aktiviert man das Navigationssystem von Garmin. Dieses sollte jetzt automatisch das Gerät finden – über eine Eingabe bestätigt man die Verbindung mit dem Gerät. Das Kamerabild blendet der Nutzer über ein kleines Icon auf dem Touchscreen des Garmin-Navis ein. Die Aktivierung per Spracheingabe ist ebenfalls möglich. Für Wohnmobile gibt es zudem eine spezielle Ausführung der Garmin BC40 mit einer Halterung für den Fahrrad-Gepäckträger.

Wer bereits eines der oben genannten Navis von Garmin hat oder sich eins zulegen möchte, für den ist die Garmin BC 40 für 150 Euro eine gute Wahl. Zwar sind das Camper 770 LMT-D und die Garmin BC 40 auch gemeinsam als Rückfahrkamera-Set erhältlich, mit einem Preis von über 450 Euro ist das aber nicht gerade preiswert.

Die Solar-Rückfahrkamera von Prouser verfügt über einen eigenen Akku und zusätzliche Solarzellen. Idealerweise lädt man die Kamera vor der Montage am Nummernschildhalter auf und aktiviert diese per Knopfdruck. Das ist wichtig, denn nach der Montage ist der Schalter nur schwer zugänglich. Wer die Funk-Kamera nicht jedes Mal zum Aufladen umständlich abmontieren will, hilft sich mit einer Powerbank. Die Kamera am Nummernschild verfügt dazu über einen Micro-USB-Anschluss. Mehr über Powerbanks zeigen wir in unserem Ratgeber Vier kompakte Powerbanks im Vergleichstest. Gegen Regen ist die Kamera nach IP65 geschützt.

Jetzt befestigt man den mitgelieferten Monitor im Cockpit, steckt diesen in den 12-Volt-Anschluss und verbindet die Kamera in den Einstellungen über Pairing mit dem Bildschirm. Das Display zeigt das Rückfahrkamerabild mit einer Auflösung von 480 x 272 Pixeln und mit Hilfslinien an. Das Sichtfeld der Kamera beträgt etwa 110 Grad. Die Funkübertragung erfolgt mit 2,4 GHz. Mit der Prouser Solar baugleich ist die Solar-Funk-Rückfahrkamera von Lescars.

Der Vorteil der Prouser Solar ist die relativ einfache Montage. Allerdings muss man die Rückfahrkamera regelmäßig aufladen, denn die Solarpaneele entfalten ihre Wirkung nur bei gutem Wetter. Steht das Kraftfahrzeug in der Garage, bringen diese ohnehin nicht viel. Das Model eignet sich für jeden, der die Finger von der Verkabelung der Rücklichter lassen möchte und damit leben kann, das Gerät ab und an aufzuladen und einen separaten Bildschirm im Fahrzeug zu benutzen. Mit einem Preis ab 185 Euro ist die Prouser Solar nicht gerade günstig.

Die Sungo von Boscam ähnelt stark der Prouser Solar. Allerdings befindet sich der Lithium-Ionen-Akku mit Solarpaneelen in einem separaten Gehäuse, das man per Kabel mit dem Funk-Rückfahrkamera-System verbindet. Der Akku sitzt unter dem Nummernschild, die Kamera befindet sich darüber. Beide sind nach IP68 gegen Wasser geschützt. Laut den Angaben des Herstellers soll der Akku mithilfe der Solarzellen mehrere Monate halten – wenn man die Einparkhilfe etwa sechsmal am Tag nutzt. Ob das beim Wetter in Deutschland aber realistisch ist, sei dahingestellt. Alternativ kann man den Akku mit einer Powerbank und einem USB-Kabel aufladen.

Für die Anzeige des Bildes beim Einparken kommt ein Monitor mit Saugnapfhalterung und Anschluss für den Zigarettenanzünder zum Einsatz. Das Sichtfeld beträgt ebenfalls 110 Grad. Zusätzlich liegt eine batteriebetriebene Fernbedienung in der Form einer flachen Münze bei. Diese klebt man ins Cockpit. Per Knopfdruck aktiviert man die Kamera, die in drei Intervallen für 30, 60 oder 90 Sekunden das Bild überträgt und sich dann automatisch abschaltet. Das soll den Akku schonen, falls man vergisst, das Gerät auszuschalten. Die Länge der Intervalle stellen Nutzer am Monitor ein.

Wie schon bei der Rückfahrkamera von Prouser gestaltet sich die Montage sehr einfach. Zwar muss man den Akku regelmäßig aufladen, dafür spart man sich aber das Gefummel an der Verkabelung der Rücklichter oder einen Werkstattbesuch. Die Kameraintervalle sind jedoch mit maximal 90 Sekunden sehr kurz – sodass man beim Parkvorgang unter Umständen öfters den Kamera-Button drücken muss. Die Boscam Sungo gibt es ab 150 Euro.

Bei einer Funk-Rückfahrkamera entfällt das lästige Verlegen von Kabeln durch den Innenraum. Dennoch benötigt die Funk-Rückfahrkamera Strom für den Betrieb. Hierzu klemmt man sie in der Regel an das Rückfahrlicht des KFZ oder die Beleuchtung des Nummernschildes. Worauf man im Detail achten sollte, zeigen wir im Ratgeber: Funk-Rückfahrkamera im Auto nachrüsten.

Das Kamera-System Auto-Vox M1W Wireless tritt in die Fußstapfen der Auto-Vox W7 und verfügt über einen TFT-LCD-Monitor mit 4,3 Zoll. Über einen Saugnapf befestigt man den Monitor am Armaturenbrett oder an der Windschutzscheibe, den Strom bezieht er über den Zigarettenanzünder. Hilfslinien auf der Anzeige unterstützen den Fahrer beim Einparken.

Die kabellose Kamera ist nach IP68 wasserdicht und verfügt über einen Aufnahmewinkel von 110 Grad. Man montiert sie hinten am Kennzeichenträger. Sie überträgt das Bildsignal per Funk an den Bildschirm, braucht jedoch mangels Akku eine eigene Stromversorgung. Hierzu verbindet man die Kabel mit den Rücklichtern – hier empfehlen wir die Unterstützung einer Werkstatt. Alternativ zapft man die Kennzeichenleuchte an – sofern vorhanden.

Der Vorteil eines Systems ohne Akku: Man muss sich keine Gedanken um den Ladestand machen. Das ist aber gleichzeitig ein großer Nachteil, denn die Installation der Verkabelung ist nur was für geübte Hände oder Profis. Immerhin genießt das System gute Kundenbewertungen. Mit einem Preis von knapp 100 Euro ist das Kamerasystem deutlich günstiger als eine Lösung mit Akku.

Der Bildschirm bei der Boscam K1 ist etwas kompakter und misst 4,3 Zoll. Die Kamera sticht hervor durch einen besonders großen Aufnahmewinkel von 170 Grad. Zur Montage verbindet man die Rückfahrkamera mit separatem Funksender sowie den Rücklichtern des Autos. Der Bildschirm verfügt über einen gewohnten Saugnapf und Stecker für den Zigarettenanzünder. Die Boscam K1 ist mit einem Preis von 90 Euro am günstigsten.

Einen etwas anderen Weg geht die Boscam K2. Statt eines separaten Monitors dient hier ein Rückspiegel mit integriertem Mini-Display als Bildschirm. Diesen hängt man einfach über den vorhandenen Spiegel im Innenraum.

Auf den ersten Blick sieht das nach einer äußerst charmanten Lösung aus – kein zusätzlicher Bildschirm verbraucht Platz im Innenraum. Allerdings braucht auch der Rückspiegel mit Display eine zusätzliche Stromquelle, was zu Kabelsalat im Cockpit führen kann. Zudem wackelt der Rückspiegel bei der Fahrt und bietet auch keine Möglichkeit mehr zum Abblenden bei Dunkelheit. Wer unbedingt auf einen weiteren Monitor verzichten will, kann zu dieser Lösung für knapp 110 Euro greifen – komfortabler ist aber die Variante mit eigenständigem Monitor.

Nahezu identisch aufgebaut ist die Boscam K7. Die Kamera bietet ebenfalls einen Aufnahmewinkel von 110 Grad und ist wasserdicht. Als Stromquelle dienen die Rücklichter, Kabel für den Anschluss liegen bei. Das Display misst 5 Zoll und zeigt bis zu sechs verschiedene Hilfslinien beim Einparken an. Für 130 Euro ist die Boscam K7 zu haben.

Eine Rückfahrkamera ist gerade bei größeren Fahrzeugen oder Transportern wie dem Citroën Jumper, Peugeot Boxer oder Fiat Ducato eine nützliche Einparkhilfe. Dank Funk-Technologie ist das Nachrüsten eines solchen Systems gar nicht schwer. Die einfachste Lösung zum Nachrüsten einer Funk-Rückfahrkamera ist die Variante mit eingebautem Akku. Zwar müssen Autobesitzer dann zusätzlich auf den Ladestand der Rückfahrkamera achten – verglichen mit dem großen Aufwand einer Verkabelung der Kamera mit den Rücklichtern, erscheint uns dieser Aufwand aber vertretbar. Bei einer Funk-Rückfahrkamera ohne eigene Stromversorgung müssen die Rückleuchten angezapft werden, was erweiterte Kenntnisse oder eine Autowerkstatt erfordert.

Mehr über das Einbauen einer Funk-Rückfahrkamera ohne eigenen Akku erklären wir im Ratgeber: Funk-Rückfahrkamera im Auto nachrüsten. Eine Ergänzung oder Alternative ist zudem die Akustische Einparkhilfe fürs Auto zum Nachrüsten bis 80 Euro (Ratgeber). Weitere nützliche Gadgets fürs KFZ stellen wir in unserem Artikel Dashcam, Rückfahrkamera und mehr: Praktisches Autozubehör vor. Wer es gerne futuristisch im Fahrzeug mag, sollte sich unseren Ratgeber Head-up-Display fürs Auto zum Nachrüsten ab 20 Euro im Vergleich ansehen. Der Einbau der kabellosen Rückfahrkamera bietet sich als Hilfe beim Einparken auch bei einem Wohnwagen an. Noch mehr Zubehör für den nächsten Campingurlaub zeigen wir in unserem Ratgeber Camping-Gadgets: Sinnvolles Zubehör für Zelt und Wohnwagen ab 10 Euro.

Dieser Beitrag wurde am 02.09.2021 aktualisiert.

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