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Jimmy JV85 Pro vs Dyson V10: Das Duell der Saug-Könige
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Dyson baut sehr gute Akkustaubsauger – welche die Xiaomi-Marke Jimmy regelmäßig kopiert. Nun behauptet Jimmy, mit dem JV85 Pro das große Vorbild zu überholen. Das wollen wir genau wissen.

Jimmy kopiert mit seinen kabellosen Staubsaugern seit Jahren Dyson-Modelle. Dabei kosten sie meist deutlich weniger als die Hälfte. Käufer müssen aber mit Abstrichen leben. Häufig lassen sie sich schwerer reinigen, sind lauter, etwas schlechter verarbeitet und bieten eine geringere Saugkraft. Diese Nachteile versuchen sie dann gerne mal mit einem Alleinstellungsmerkmal auszubügeln. Beim knapp 200 Euro teuren Xiaomi Jimmy JV53 Plus (Testbericht) ist das ein zweiter, beiliegender Akku.

Mit dem JV85 Pro will Jimmy nicht nur zu den Dyson-Topmodellen aufschließen, sondern sie im so wichtigen Punkt Saugleistung gar überholen. Auch das Alleinstellungsmerkmal darf nicht fehlen. Diesmal lässt sich das Saugrohr im 90-Grad-Winkel abklappen, um damit besser unter Möbel, Couch und Co. saugen zu können.

Dabei sind die Preisunterschiede nicht mehr so heftig. Denn während der Dyson V11 teilweise ab 560 Euro kostet, wechselte dessen fast gleichwertiger Vorgänger Dyson V10 Motorhead schon für 350 Euro den Eigentümer, aktuell kostet er 390 Euro. Der Jimmy JV85 Pro ist davon mit 300 Euro nicht sehr weit entfernt.

Um Jimmys vollmundige Behauptung zu überprüfen, lassen wir den JV85 Pro und den nicht viel teureren 2018er Dyson V10 Cyclone (Testbericht) im Saugduell gegeneinander antreten. Der V10 bietet dabei das gleiche Design und die gleiche Handhabung wie dessen Nachfolger V11. Allerdings soll der V11 nochmal etwas effizienter saugen und leiser sein.

Die Saugkraft ist für viele der wichtigste Punkt, wenn es darum geht, sich einen neuen Staubsauger zu kaufen. Um zu testen, welcher der beiden Kontrahenten besser saugt, verteilen wir Bio-Goldhirse auf einem kurzflorigem Büroteppich und Parkett, um anschließend einmal mit einer langsamen Bewegung darüber zu saugen. Wer mehr Hirse saugt, gewinnt.

Auf Teppich nutzen wir sowohl die weiche elektrische Kombibürste, die sich für glatte Böden und flache Teppiche eignet, als auch die elektrische Teppichbürste. Auf Parkett nutzen wir nur die elektrische Kombibürste. Die Modelle bieten beide drei Stufen, die jeweils zeigen müssen, was sie saugen.

Auf Teppich zeigt der Dyson V10 bei allen Tests die bessere Saugleistung. Besonders deutlich ist dies beim Einsatz der Teppichbürste auf voller Stufe. Während beim Dyson V10 nur vereinzelte Hirse liegen bleibt, sind die Hirsereste beim Saugen mit dem Jimmy JV85 Pro noch sehr präsent. In der mittleren und unteren Stufe und bei Nutzung der Kombibürste ist der Unterschied zwar geringer, aber trotzdem stets da.

Beim Saugen auf Parkett ist der Unterschied sehr gering, dennoch liegt auch hier der Dyson vor dem Jimmy. Allerdings scheint Dyson viel von der Hirse vor sich herzuschieben und nicht gleich aufzusaugen. Denn nach dem Ausschalten bleibt beim Dyson ein deutliches Hirsehäufchen liegen – das macht Jimmy besser.

Wer sich ein eigenes Bild vom Saugtest machen will, dem empfehlen wir diese Bildergalerie.

Der Jimmy JV85 Pro bietet einen Griff, der sich von hinten bis über die Saugeinheit zieht. Deswegen fällt das Saugen mit ihm deutlich einfacher als beim Dyson, dessen Griff nicht nach oben ragt. Ein zweiter Punkt, den Jimmy schon seit einigen Staubsaugergenerationen besser macht als Dyson: Die Chinesen bauen einen On-Off-Taster ein, beim Dyson muss der Abzug beim Saugen mit dem Finger dauerhaft gedrückt werden.

Das Saugrohr des Jimmy JV85 Pro knickt auf Wunsch um bis zu 90 Grad ab, um besser zum Beispiel unter die Couch zu kommen. Das funktioniert erstaunlich gut und zuverlässig. Dyson hat keine derartige Funktion.

Mit Saugeinheit, Saugrohr und Motorbürste wiegt der Dyson 2550 Gramm. Der Jimmy JV85 Pro kommt auf 3100 Gramm. Da die Motorbürste stets auf dem Boden aufliegt, fällt der Unterschied während der Nutzung nicht groß auf.

Ist der 0,7-Liter-Behälter des Dyson voll, entfernt man das Saugrohr, hält ihn über einen Mülleimer und drückt einen kleinen roten Hebel hinunter, bis sich am vorderen Ende eine Klappe öffnet und sich zusätzlich die gesamte Kunststoffeinheit nach vorne schiebt. Das funktioniert super.

Auch beim Jimmy öffnet man eine Klappe, aus der dann der Schmutz aus dem 0,6-Liter-Behälter fällt. Hier besteht jedoch die Gefahr, sich beim Öffnen die Finger schmutzig zu machen. Zusätzlich dreht man von der anderen Seite auf Wunsch die Zykloneinheit und den Hepa-Filter heraus, um sie bei Verschmutzung gesondert zu reinigen. Das funktioniert gut, aber beim Dyson nochmal etwas besser.

Auch die Bodenrollen lassen sich zum Reinigen auseinandernehmen. Allerdings empfinden wir das bei beiden Modellen als vergleichbar mühsam.

Wie die Tabelle zeigt, ist der Jimmy JV85 Pro deutlich leiser. Selbst auf der höchsten Stufe zeigt unsere Geräuschmessung weniger Dezibel an als der Dyson V10 auf seiner niedrigsten. Gefühlt ist dieser Unterschied aber weniger gravierend. Das liegt vor allem daran, dass der Jimmy hochfrequenter saugt als der Dyson. Das Geräusch könnten einige als unangenehm empfinden.

Dyson V10Jimmy JV85 Pro
Stufe I in db8070
Stufe II in db8474
Stufe III in db8775

Beide Staubsauger sind modular aufgebaut. Über Steckverbindungen kann der Käufer den Motorkopf direkt an der Saugeinheit anbringen, um zum Beispiel Autositze zu reinigen. Will man einen Boden saugen, klemmt man das Saugrohr zwischen Motorkopf und Saugeinheit. Erstaunlicherweise lassen sich die Steckverbindungen am Jimmy deutlich leichter voneinander trennen und wieder verbinden.

Beide Sauger sind Plastikbomber. Bei den Dyson-Produkten weiß man jedoch mittlerweile, dass sie so einiges aushalten. Dem Autor selbst ist sein in die Jahre gekommener Dyson V8 schon mehrfach auf den Fliesenboden gefallen – bisher ohne bleibende Schäden. Die Jimmy-Sauger sind diesen Beweis noch schuldig. Trotzdem wirkt der Jimmy JV85 Pro kein bisschen schlechter verarbeitet, kann bezüglich seiner Qualität auf den ersten Blick voll mithalten.

Der Akku des Jimmy JV85 Pro bietet eine Kapazität von 72 Wattstunden, der Akku des Dyson V10 63 Wattstunden. Damit saugt der Jimmy auf voller Stufe und laufender Motorbürste bei uns im Test 13 Minuten. Der Dyson V10 kommt auf Max mit Motorbürste auf 8 Minuten. Allerdings ist dessen Akku bereits seit zwei Jahren im Einsatz, neu sollte hier mehr drin sein. Trotzdem schlägt der Jimmy den Dyson was die Akkulaufzeit anbelangt. Das zeigen auch die Herstellerangaben. Demnach saugt der Jimmy auf niedrigster Stufe 70 Minuten lang, während Dyson beim V10 von 60 Minuten spricht.

Der Jimmy bietet ein kleines Display mit einer Ladestandsanzeige in Prozent. Der Dyson V10 hat stattdessen lediglich drei LEDs am Akku. Dessen Nachfolger V11 dagegen hat wie der Jimmy ein Display.

Der Dyson benötigt etwa 3,5 Stunden für eine volle Ladung, der Jimmy 4,5 Stunden. Etwas irritierend finden wir, dass der Jimmy nur über die mitgelieferte Ladestation zur Wandbefestigung geladen werden kann. Diese ist zwar praktisch und wir empfehlen jedem Käufer, sowohl den Jimmy, als auch den Dyson wenn möglich an einer Wand zu befestigen. Das erleichtert dessen Nutzung deutlich. Allerdings hätten wir uns doch wie beim Dyson einen zusätzlichen Ladeport am Gerät oder Akku gewünscht.

Der Jimmy JV85 Pro bietet für seinen Preis von etwa 300 Euro jede Menge Zubehör. Hier liegt neben der normalen Motorbürste auch eine schmalere Motorbürste für Polster bei. Außerdem kann man die Kombibürste im breiten Motorkopf gegen die mitgelieferte Parkettbürste tauschen. Toll finden wir auch den flexiblen Schlauch. Mit ihm wird es einfacher, schwer zugängliche Bereiche wie etwa Autositze zu reinigen. Auch liegen ihm drei weitere, deutlich schmalere Kunststoffaufsätze bei.

Unter anderem Geekmaxi (Kauflink) verkauft den Jimmy JV85 Pro für 320 Euro. Mit dem Gutscheincode AT7IKJD7 reduziert sich der Preis auf 300 Euro. Verschickt wird aus einem europäischen Lager.

Beim Dyson V10 bestimmt der Preis die Menge an Zubehör. Der Dyson V10 Motorhead für aktuell 380 Euro bringt lediglich eine elektrische Kombibürste und eine Fugenbürste mit. Unserer Erfahrung nach sollte das aber in vielen Fällen reichen. Die volle Ausstattung hat der Dyson V10 Absolute, der dann aber auch gleich deutlich mehr kostet.

Mit dem JV85 Pro zeigt Jimmy einen durchweg guten Akkustaubsauger, der mit den Dyson-Produkten mithalten kann – abgesehen von seiner Saugleistung. Hier hinkt Jimmy dem Dyson V10 Cyclone (Testbericht) etwas hinterher. Trotzdem saugt er sehr gut, für die meisten Anwendungen reicht das völlig. Bezüglich der Verarbeitungsqualität und der Möglichkeit, die Sauger zu reinigen, sehen wir beide annähernd auf Augenhöhe. Bei Akkukapazität, Ergonomie und Flexibilität hat der Jimmy JV85 Pro die Nase vorn. Beim Preis und der Ausstattung sowieso.

Insgesamt können wir den Jimmy JV85 Pro empfehlen, trotzdem hätten wir ihn uns noch etwas günstiger gewünscht. Wer weniger Geld ausgeben will, sollte sich den Jimmy JV53 Plus (Testbericht) anschauen. Der kostet unter 200 Euro, saugt ordentlich und bringt sogar noch einen Zweitakku mit.

Nicht nur bei Akkustaubsauger eifert die Xiaomi-Marke Dyson hinterher, sondern auch bei Haarfönen. Im Duell der Luxus-Föne: Xiaomi Jimmy F6 vs Dyson Supersonic zeigen wir, ob das Unterfangen von Erfolg gekrönt ist.

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